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/Aug/2008

Grazer Begegnungen

Von: docpoker @ 02:56 (CEST) / 6762 / Kommentar ( 152 )

Zum ersten Mal fand in der Grazer Filiale der Casinos Austria im Rahmen der CAPT ein internationales Turnier statt. Der gewohnt hohe Organisations- und Servicestandard dieser Tour weckte natürlich auch hier entsprechende Erwartungen – sie wurden nicht enttäuscht. Casinos Austria ist sich des harten Wettbewerbs auf der internationalen Turnierbühne durchaus bewusst und reagiert entsprechend. Pokermanager Edgar Stuchly, selbst passionierter Pokerspieler, hat die Organisation bestens im Griff und sieht dabei eben nicht nur den kurzfristigen Vorteil der eigenen Firma. Schließlich weiß er, das Poker „a life long game“ ist und der zufriedene Kunde gerne wieder kommt.

Ich selbst hatte mich für 3 Turniere angemeldet und bei dem 800 € Freezeout Nolimit Holdem bestand sogar eine gute Chance auf den Finaltisch. 109 Spieler hatten sich angemeldet und bei Levels von 30 Minuten Dauer war mir von Anfang an klar, dass man seine Erfolgsaussichten nicht unbedingt erhöhen würde, wenn man allzu lange auf der Bremse stehen würde. Gleich innerhalb der ersten 45 Minuten kam es zu zwei interessanten Begegnungen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

An meinem Tisch kannte ich bis auf Max Bracht und Andreas Krause niemand näher. Doch einer der „local heros“, Typ kantiger Steirer Bub zog sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Der Spieler hielt offenbar nur sehr wenig von potsized Bets, stattdessen bevorzugte er das kräftige Schwingen des Holzhammers. Zu meiner unvermeidlichen Begegnung mit ihm kam es, als Max in MP1 von 50 auf 125 erhöhte. Steirer Bub zahlt das Raise, der Cutoff zahlt ebenfalls, small Blind füllt auf und ich zahle mit selbstverständlich auch im Big Blind nach. Der Flop bringt . Bei so vielen Interessenten habe ich jetzt nicht unbedingt ein klares Bild davon, wie gut ich mit meinem Toppaar wirklich bin und checke erstmal in die Runde. Der Steirer Bub spielt 600 an, ich bezahle und wir sind tatsächlich Heads Up. Am Turn kommt die , ich checke und er spielt 2.500. O.K., bezahlt! Der River bringt die und bevor ich überhaupt Check sagen konnte, schiebt er schon all seine Chips in die Mitte. Beim Zählen zeigt sich, dass ich ihn gerade mal mit 50 Chips covere. Tough Decision! Im Kopf gehe ich die möglichen Szenarien durch. Pocket Asse oder Könige schließe ich bei ihm aus, er ist auf keinen Fall der Typ, der so was preflop slow spielt. Drilling hat er auch nicht, damit hätte er den River sicher etwas bedächtiger gespielt, er will schließlich noch ein paar Chips von mir bekommen und die Riverbet übermittelte die eindeutige Message an mich, meine Karten doch möglichst geräuschlos in den Muck zu werfen. Natürlich ist da noch die Möglichkeit von A-Q in seiner Hand oder vielleicht auch zwei Paar, da er eher der Typ war, preflop irgendwelche zwei Karten zu spielen. Irgendwie kam mir die Art und Weise seines All in Moves am River aber doch zu sehr als Muskelspiel vor. Ein kurzer Blick rüber an den Cashgame High Limit Omaha Tisch gab schließlich den Ausschlag für meinen Call. An jenem Tisch war nämlich noch ein Plätzchen frei und die Action erschien mir für den frühen Nachmittag doch ganz ansehnlich.

Nach meinem Call dreht mein Gegner ziemlich frustriert um. Kompletter Bluff ohne irgendeinen Draw, er war schon am Turn drawing dead und ich hatte mich aufgedoppelt.

Innerhalb von wenigen Minuten wird sein Platz  von einem ebenso jungen, wie aggressiven Spieler besetzt, der sofort die Rolle eines „Reserve Gus Hansen“ übernehmen möchte Glücklicherweise hatte ich aber jetzt doppelt so viele Chips wie er und wollte mich mit Sicherheit nicht rumpushen lassen. Mit openraise ich UTG von 100 auf 300, er bezahlt. Heads Up sehen wir den Flop . Ich spiele sofort 600 an und er raist mich auf 1.800. Für mich sieht das wie ein Monsterflop aus, selbst gegen ein Overpair habe ich rund 60 % Gewinnchance. Also reraise ich auf 5.000, was er sofort mit seinem All in beantwortet. Na gut, denke ich mir, dann müssen halt die 60 % greifen. Ich calle und er dreht um. Schließlich gewinne ich den Showdown, weil am River eine mir ein zweites Paar schenkt. Nach nur 45 Minuten Turnierdauer besitze ich den dreifachen Average, eine selten günstige Ausgangslage. Leider hat es dann doch nur für Platz 17 gereicht. Einige misslungene Blind-Stehlversuche in den späten Levels, zwei Suckouts und viele tote Karten warfen mich zurück unter Average, als wir noch 20 Spieler waren. Meine letzte Hand des Turniers verliere ich als klassisches Race in einem Battle of the Blinds mit gegen die Pocket 7 des späteren Turniersiegers, Angelo Angelis.

Eigentlich hatte ich das Ganze schon abgehakt, als ich einen Tag später mit Andreas Krause an der Bar sitze. Ganz spontan meint er, ich hätte die beiden oben beschriebenen Hände „grottenschlecht“ gespielt. Mit K-Q hätte ich das All in niemals callen dürfen und die 8-9 suited hätte ich ebenfalls maßlos überspielt. Im ersten Moment fällt mir mein alter Spruch ein: „Wer heilt, hat recht“, frei übersetzt: Wer die Hand gewinnt, hat sie richtig gespielt! Andererseits ist Andreas derzeit unbestritten der erfolgreichste deutsche Turnierspieler und ich sollte vielleicht seine Gedanken nicht einfach so mit einer Handbewegung beiseite schieben. Viel Raum für Diskussion meint

Euer Michael

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