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/Mär/2008

Heads Up in Bregenz

Von: docpoker @ 19:14 (CET) / 1 / Kommentar ( 86 )

Sorry, dass ich fast 12 Tage lang nichts von mir hören ließ und die Regelmäßigkeit meiner Blogs von einer etwas längeren Pause unterbrochen wurden. Gleich vier Gründe waren dafür verantwortlich: Erstens bin ich natürlich auch in der Turnierwoche in Bregenz mit von der Partie und die einzelnen Events starteten täglich schon um 14 Uhr, so dass man meistens den überwiegenden Teil des Tages an einem Pokertisch nach dem Prinzip „Hoffnung“ verbringt. Zweitens lockten an jenen Tagen, an denen ich nicht ins Geschehen eingriff, die Arlberger Skipisten rund um St. Anton und Lech/Zürs zu sehr, um am Computer sitzen zu bleiben. Drittens gab es hier in Bregenz auch noch ausgezeichnete Potlimit Omaha Cashgame-Partien, die man nicht einfach so links liegen lassen konnte. Der Rest des Tages (von dem ich manchmal wünschte, dass er 36 Stunden hätte) war mit dem vierten Grund ausgefüllt, die World Poker Crown. 888 veranstaltet im Frühjahr einen Megaevent mit 3 Millionen US$ garantiertem Preisgeld, wobei das Turnier bis zum Finaltisch online gespielt wird und dann live in Spanien beendet wird. Und genau diese Organisation des Live-Teils in einem Schloss in Peralada unweit von Barcelona obliegt meinem Aufgabenbereich und stellt mehr Arbeit dar, als ich anfangs überblicken konnte.

Außer Arbeit gab es in Bregenz trotzdem noch eine gute Gelegenheit zum Feiern. Das Casino lud am Mittwoch wieder zu der schon fast traditionellen Playersparty in einen Bregenzer Club ein und diesmal hatten sich die Herrschaften einen wirklich prickelnden Programmpunkt einfallen lassen. Sie stellten ein Pokerteam auf und forderten Markus Golser, Markus Lehmann und mich zu einer Teamchallenge auf. Jeder von uns sollte Heads Up gegen einen Casinomitarbeiter in seiner Spezialdisziplin antreten. Der Wetteinsatz war brandgefährlich und stellte alles in den Schatten, was ich bisher riskierte: Das Verliererteam musste in entsprechendem Outfit samt rasierten Beinen und mit entsprechendem Make up sowie Perücke auf der Bühne das Lied „By the Rivers of Babylon“ von Boney M. performen. Um 1:30 Uhr nachts startete das Spektakel und es dauerte etwa eine halbe Stunde als ich unter tobendem Gegröle mitbekam, dass Markus Lehmann bereits sein Nolimit Holdem Match verloren hatte. Ein kurzer Blick auf Markus Golsers Tisch, der gegen Edgar Stuchly Omaha spielte, verriet dass es auch dort nicht allzu gut aussah. Markus war erbärmlich shortstacked, aber immer noch die Gelassenheit in Person und rief mir noch schnell: „Keep cool, man“ zu. Ich selbst hatte im Seven Card Stud schon etwa einen 3 : 1 Chiplead gegen Joe Fuchshofer herausarbeiten können, sah mich aber dennoch nach diesem kurzen Blick auf den Nachbartisch bereits in Strapsen auf der Bühne stehen und das Tanzbein schwingen. Aber Jumper17 konnte das Ruder noch mal herumreißen und auch ich gewann mein Match kurze Zeit später, so dass wir drei ehrwürdige Pokermanager bei der österreichischen Version des Talentschuppens live on stage bewundern durften. Sie legten eine großartige Performance ab und soweit mir bekannt ist, liegen auch schon erste Angebote für Gastauftritte in den einschlägigen Etablissements vor. Puh, echt Glück gehabt!

Derart motiviert wollte ich auch beim 1.000 € NLH am Donnerstag mein Bestes geben. Gleich in den ersten zwei Stunden wurde mein Entschluss, Pocket Asse slow zu spielen, durch eine Aufdoppelung belohnt und schon bald hatte ich mich zwischen 25.000 und 30.000 Chips (starting stack: 8.000) eingependelt. Aber danach lief gar nichts mehr. Jedes Mal, wenn ich zu einem neuen Level durchstarten wollte, folgte der Rückschlag in Form eines missratenden Bluffs oder auch eines Suckouts. Nach der Dinnerpause wurde der leere Platz neben mir von einem wirklich prominenten Spieler aufgefüllt: Boris Becker sitzt unmittelbar rechts von mir! Wir kamen ins Gespräch und er entpuppte sich als wirklich sympathischer Zeitgenosse; aufgeschlossen, kein bisschen überheblich und voll konzentriert, versuchte er, sich einen Überblick über den Tisch zu verschaffen. Sollte er sich wirklich ins Pokerspiel „verlieben“, sehe ich ein enormes Potential bei ihm. Genau jener Ehrgeiz und jene Hingabe, die ihn im Tennis zum unerreichten Weltstar machten, blitzen immer noch hinter seinen Augen. Und wenn er diese so wichtigen Eigenschaften auch beim Pokern gezielt einsetzen kann, wird dies vielleicht der Start zu einer neuen Karriere sein. Ich freue mich jedenfalls schon auf unser erneutes Treffen bei der EPT in Monte Carlo.

Euer Michael

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