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/Apr/2008

It’s all about Coin Flips

Von: docpoker @ 15:09 (CEST) / 7671 / Kommentar ( 142 )

Der Poker Nations Cup 2008 in Cardiff ist zu Ende und es ist Zeit, ein wenig Resümee zu ziehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Obwohl nur der vierte Platz heraus gekommen ist, bin ich unheimlich stolz auf unser Team. Deutschland wurde würdig vertreten!

Nach der riesigen Performance mit zwei Siegen für Andreas und Ben am letzten Tag der Vorrundenheats katapultierten die Beiden uns auf den ersten Platz, als das Finale startete. Als Captain war für mich klar, dass ich für das Finale nur eine Ausgangsstrategie schaffen konnte. In Abhängigkeit von unserem Chipcount und den jeweils am Tisch befindlichen Gegnern der anderen Nationen konnte jeder weitere Schritt nur im Rahmen einer Strategie der „flexible Response“ angewandt werden. Sicher hatte ich verschiedene Szenarien im Kopf, aber welches nun konkret zur Anwendung kam, konnte sich nur aus dem Spielverlauf ergeben.

Die Ausgangssituation sah Benjamin Kang als ersten Starter für Deutschland vor. Er hatte direkt am Abend vorher seinen Heat ohne jede Gefahr als perfekten Start-Ziel Sieg gewonnen. Ich sagte ihm, er solle sich das Ganze einfach als Zweitages-Turnier vorstellen und genau dort weitermachen, wo er ein paar Stunden vorher aufgehört hatte. Jeder im Team stand hinter meiner Idee. Aber bereits nach 20 Minuten verlor Ben einen Monsterpot, der uns vom Chiplead mit über 29.000 auf den letzten Platz mit knapp 9.000 Chips verbannte. Ich will an dieser Stelle Bens Move nicht analysieren oder in irgendeiner Weise kommentieren, aber es war danach eine sofortige Änderung der Taktik notwendig. Ich wechselte Ben gegen Andreas Krause aus, den ich persönlich für den besten short Stack Spezialisten des bekannten Universums halte. Wer sonst sollte uns wieder in eine schlagkräftige Position bringen? In gewohnt souveräner Weise erfüllte Andreas seine Job exzellent und nach Beendigung von Level 5 hatte er uns wieder zu 16.000 Chips verholfen. Danach musste ich gemäß den Regeln des Nations Cup eine neue Auswechselung vornehmen. Die Hauptgegner am Tisch waren jetzt Roland de Wolfe für England und William Thorson für Schweden. Sebastian Ruthenberg erschien mir die perfekte Antwort für diese Situation zu sein, da sein Spielstil die beste Kontermöglichkeit bei diesen Gegnern darstellte. Auch Sebastian schaffte wieder ordentlich Chips an und als ich zum Ende des Level 7 erneut auswechseln musste, hatten wir zwar wieder 23,000 Chips, lagen aber nach wie vor noch unter dem Average.

Aufgrund der hohen Blinds kam jetzt dem Preflop-Spiel die entscheidende Bedeutung zu. Natürlich hätte ich an dieser Stelle selbst gerne ins Geschehen eingegriffen. Aber meine Stärke ist das Spiel an Flop und Turn, Preflop ist Thomas „Buzzer“ Bihl sicher deutlich stärker. Seine Entscheidungen nach dem ICM trifft er wie ein Computer, fehlerfrei, per Autopilot. Beim Nations Cup müssen sich persönliche Überlegungen immer den Entscheidungen im Sinne eines optimalen Teamplays unterordnen. Also war es nur logisch und konsequent, dass Buzzer der Spieler war, der uns zum Sieg verhelfen sollte und ich meiner Rolle als Captain weiter im Greenroom nachkam.

Die Taktik schien aufzugehen. Thomas callte ein All-in von Neil Channing mit Pocket Jacks. Neil zeigte , wurde also dominiert und nach der Hand waren wir sogar kurzfristig die Chipleader mit 42.000. In den nächsten Runden wollte gar nichts passieren. Keiner der verbliebenen Spieler machte auf und so wurden die Chips mehr oder weniger hin und her geschoben. Bei Blinds von 3.000/6.000 und einem Average von 40.000 lief schließlich alles auf den gefürchteten Crapshot hinaus. Wenn im Fußball gleichstarke Mannschaften aufeinander treffen, entscheidet oft das Elfmeterschießen nach der Verlängerung. Wenn beim Golf mehrere Top-Pros ein Turnier spielen, entscheidet oft über Sieg oder Niederlage, wer die meisten 20 Meter Puts versenken kann. Beim Pokern sind es zuletzt die Coinflips, die man gewinnen muss, um das Turnier heim zu fahren. Die unausweichliche Situation kam, als Neil wieder mal beim Battle of the Blinds mit All-in pushte und Buzzer Pocket 5 im Big Blind fand. Er callte und gleich die Doorcard des Flops brachte eine 9. Keine 5 am Board und wir waren direkt im nächsten Spiel mit 1.000 verbliebenen Chips zwangsweise All-in im Small Blind. Natürlich verloren wir auch dieses Spiel und mussten uns schließlich mit dem vierten Platz begnügen. Keine 10 Minuten später musste auch Marcel Luske als Dritter das Feld räumen. Die Hand des Tages kam dann im Heads Up, als Neil mit All-in pusht und Donechea O’Dea für Irland mit Pocket 2 callt. Eine 4 am River crippelt O’Dea und Channing hatte mal wieder in Sachen Coinflips die Nase vorne. Zum Schluß hatte der frisch gebackene Irish Open Champion das Momentum ganz auf seiner Seite. In einem insgesamt starken Wettkampf war er am Ende der Glücklichere von vier Spielern, von denen jeder einzelne beliebig die Trophäe in sein jeweiliges Heimatland hätte mitnehmen können.

Euer Michael

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