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/Okt/2008

Poker EM Baden und German Stars of Poker

Von: docpoker @ 16:46 (CEST) / 7129 / Kommentar ( 80 )

Nach der durchaus erfolgreichen Woche bei den Austrian Classics in Wien reiste ich nicht ganz ohne Hoffnungen zur Poker EM der Casinos Austria in das 30 Kilometer entfernte Baden. Drei Turniere standen auf dem Plan: Das 2.000 € CAPT Turnier startete schon am Sonntag um 14 Uhr und die Teilnehmerzahl blieb mit 117 Spielern doch etwas hinter den Erwartungen zurück. Kurz und bündig hatte ich während des gesamten Turniers eher die Rolle eines unscheinbaren Nachtschattengewächses inne und nie eine Chance, einen Pot aufzubauen. Ich beendete mein Turnierleben scheibchenweise letztlich als 38.

Etwas besser war der Start beim Seven Card Stud Turnier am folgenden Dienstag. Das Buy in betrug 2.500 € und leider traten hier auch nur 100 Teilnehmer an. Schade eigentlich, da die Struktur des Events ausgezeichnet angelegt war. Mit 10.000 Chips als Start und einstündigen Levels mit wirklich moderaten Steigerungen hatte der Seven Card Stud Wettbewerb Rahmenbedingungen, von denen sich die Organisatoren der WSOP durchaus mal ein Scheibchen abschneiden könnten. Bis etwa zwei Stunden vor dem Ende des ersten Tages konnte ich mit entsprechender Geduld mein Stack fast vervierfachen, bis ich dann in knapp zwanzig Minuten 14.000 Chips in nur drei Händen verlor. Dreimal hatte ich auf 5th Street ein fertiges Fullhouse, spielte es megaaggressiv und in allen drei Händen hatte ich denselben Kunden, der sich mit seinen zwei Paar einfach nicht verscheuchen ließ. Jedes Mal gelang ihm das Kunststück, auf 7th Street ein höheres Fullhouse zu basteln. Als ich beim dritten Mal etwas konsterniert aus der Wäsche blickte und ihm zu seinem Glück gratulierte, meinte er nur: „Aber Sie haben doch auch ganz schön viel Glück, schauen Sie doch mal, was Sie für tolle Starthände bekommen!“ Na, wenn das nicht Mut macht!!!

Tag 2 begann ich aber immer noch deutlich über Schnitt mit 26.000 Chips und schielte schon etwas in Richtung Finaltisch. Doch die folgenden vier Stunden des Turniers ähnelten in frappierender Weise dem Nachtschattengewächs des CAPT Turniers. Meine beste Start- und zugleich auch Showdownhand waren ein Paar Jacks, die zu allem Überfluss von Eddy Scharf geknackt wurden, der mit einem Paar 10er startete und am Ende zwei Paar machte. Im Seven Card Stud kann man lange taktieren und mit Geduld Einiges überbrücken, aber spätestens gegen Ende der mittleren Turnierphase müssen auch mal anständige Karten her, die showdowntauglich sind. Genauso unspektakulär wie zwei Tage zuvor schied ich als 27. aus.

Alle Hoffnungen lagen jetzt auf dem 4.000 € Nolimit Hold’em Turnier, das den würdevollen Titel des Europameisters mit sich führte. Immerhin 164 Leute kauften sich ein und das Feld war recht hochkarätig besetzt. Mit einer ausgezeichneten Struktur konnte man ein echtes Deep Stack Turnier spielen und wieder konnte ich bis zwei Hände vor Ende von Tag 1 meine Chips auf 39.000 aufbauen. Eigentlich hatte ich den Tag schon geistig für beendet erklärt und wollte nicht mehr aktiv eingreifen, als ich UTG fand. Instinktiv wollte ich folden, dachte dann aber, dass dies wohl nicht ganz professionell wäre und raiste stattdessen standardmäßig den dreifachen Big Blind. Am Button callte ein junger, hyperaggressiver Ungar, der sich ebenfalls ein beträchtliches Stack aufgebaut hatte und mich leicht coverte. Der Flop kam . Ich hatte von dem Ungar im Lauf der letzten Stunden schon ein paar ziemlich obskure Showdowns gesehen und wollte jetzt natürlich mit meinem Toppaar und gutem Kicker noch ein paar Chips machen. Wie erwartet,  spielte er nach meinem Check 3.500 an, die ich auch brav bezahlte. Am Turn kam die und er spielte nach meinem Check erneut 11.000 an, was praktisch einer potsized Bet entsprach. Ich überlegte ernsthaft ein All-in Raise, aber mir wurde sofort klar, dass er mit einem Flush- oder Straightdraw nicht mehr folden würde. Also Nerven behalten und ihn im Falle einer Blank den River bluffen lassen, war meine Idee. Der River brachte mit der eine nahezu ideale Karte. Ich checkte erneut und er spielte 15.000 an. Netter Versuch, dachte ich noch und zahlte ziemlich schnell. Mir fielen fast die Augen aus den Höhlen, als ich seine Hand im Showdown sah: Mit hatte er Topset geflopt und mich die ganze Zeit vorgeführt. Ich wollte trappen, stattdessen wurde ich in die Falle gelockt. Genau die Taktik, die mir sonst so viele Chips gebracht hatte, kostete mich dieses Mal fast alles. Mit nur 9.000 an Chips und letzter im Chipcount ging ich in Tag 2. Dort konnte ich mich zwar anfänglich mit dem Einsammeln von ein paar Blinds wieder auf 12.500 aufbauen, aber nach nur einer Stunde war ich schließlich mit Pocket All-in und durfte mir die Pocket Jacks meines Gegners ansehen. Keine Hilfe vom Board und als 41. war Endstation für mich.

Etwas enttäuscht baute ich meine Zelte in Baden ab und fuhr zurück nach Deutschland, wo schon der nächste Event auf mich wartete. Die „German Stars of Poker“, ein TV Einladungsturnier beim DSF stand auf dem Programm. Ein hochkarätiges Feld deutscher Spitzenspieler erwartete mich und alleine von der Zusammensetzung her versprach das Turnier jede Menge Spaß und viel Tabletalk. Leider, wirklich leider, darf ich Euch an dieser Stelle noch nichts über den Ausgang verraten. Nur so viel sei gesagt: Es lief absolut hervorragend für mich und ich kann jedem geneigten Leser nur empfehlen, am 13. November beim DSF einzuschalten, wenn das Turnier ausgestrahlt wird.

Und lasst Euch bloß nicht von jungen heißblütigen Ungarn trappen!

Euer Michael

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