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/Sep/2008

Tableselection

Von: docpoker @ 20:52 (CEST) / 1 / Kommentar ( 133 )

In den letzten Tagen hatten mich einige Leute darauf angesprochen, warum ich nicht in London die WSOPE spielen würde, dort hätten Sie mich eigentlich erwartet.

„Stand zu keinem Zeitpunkt auf meinem Terminplan“, antworte ich stets und das „Warum“ würde ich gerne nachfolgend erläutern.

Dank des Pokerbooms sind die Angebote an Turnierfestivals in Europa so reich gesät wie nie zuvor. Man hat manchmal viel mehr als nur die Qual der Wahl, auch wenn man als Messlatte Buy ins größer als 1.500 € anlegt. Somit kommen für einen gewinnorientierten Pokerspieler auch bei der Auswahl der Location diejenigen Mechanismen zum Tragen, die allgemein als Tableselection bekannt sind, was im konkreten Fall sowohl die Qualität der Cashgames, als auch des Turnier-Teilnehmerfeldes betrifft. Als dritter Punkt spielt auch noch die Qualität der Lebensumgebung eine erhebliche Rolle, denn wer sich wohl fühlt, spielt besser.

Im letzten Jahr hatte ich weitgehend erfolglos an der WSOP Europe teilgenommen und dabei die folgenden Erfahrungen gemacht:

1.      Teilnehmerfeld

Normalerweise mag ich Turniere, in denen zumindest 30 Prozent des Feldes, gelinde gesagt, als „soft“ einzustufen ist. Grundsätzlich spiele ich am Anfang eines Turniers ziemlich tight und versuche, mir ein oder zwei „weak spots“ auszugucken, die dann hoffentlich irgendwann ihre Chips in mich hineinschütten werden, weil sie möglicherweise eine Hand überspielen oder einen unlogischen Bluff ansetzen.

Wenn ich mir allerdings das Teilnehmerfeld in London so ansehe, frage ich mich ernsthaft, welcher Held denn wohl freigiebig seine Chips in mich hineinschütten würde? Na gut, vielleicht finde ich ja im gesamten Turnier fünf bis sieben „weak spots“, aber das ist ein bisschen mager.

2.      Cashgames

Die Organisation der Cashgames war im letzten Jahr eine absolute Katastrophe. Es gab keinerlei Kommunikation seitens des Casinobetreibers Harrahs und der möglichen Cashgamespieler und nach mehreren Stunden Wartezeit konnte man dann vielleicht an einem der vier bis fünf Tische in einem kleinen Nebenraum Platz nehmen. Aber auch hier sah der Teich ziemlich „leergefischt“ aus, so dass ich mich ernsthaft fragen musste, wo der Value begründet sein soll. Bei den EPT’s oder der CAPT Serie herrschen da mitunter ja geradezu paradiesische Zustände.

3.      Umgebung

London ist nicht meine Traumstadt in Europa. Die Hotels sind völlig überteuert, die Straßen hoffnungslos verstopft und das gesellschaftliche Leben spielt sich nur noch vor den Pubs in streng eingezäunten  und massiv überfüllten Bereichen ab, da die Briten in ihrer Regulierungswut selbst noch die Bereiche im Freien mit seilartigen Zäunen versehen, wo man sich einen Glimmstengel anzünden kann. Das sieht dann so aus: Im Pub befinden sich noch 10 bis 15 Leute und vor dem Pub 200, die sich dann aufgrund der Enge gegenseitig mit ihren Zigaretten verbrennen.

Als Alternative zur WSOPE London hatte ich das Turnierfestival im Concord Card Casino Wien, gefolgt  von den Europameisterschaften der Casinos Austria in Baden bei Wien. Wenn ich mir die oben genannten Kriterien unter dem Stichwort „Tableselection“ anschaue, ist es klar, wohin die Reise geht: In meine zweite Heimat Wien! Hier werde ich in den nächsten zwei Wochen ebenfalls vier Turniere mit einem Buy in von 2.000 € und mehr spielen, daneben noch eine paar Turniere mit etwa 1.000 €. Ist doch auch nicht zu verachten, oder?

Nach meinem Sieg im Bregenzer Main Event vor ein paar Wochen las ich den folgenden Kommentar: Der kleine Fisch meidet das tiefe Wasser… Zugegeben, da musste ich ganz schön schmunzeln! Natürlich ist es manchmal viel schöner in seichten Gewässern, aber deshalb geht es trotzdem häufig genug in den großen Ozean. Von den EPT Events werde ich bis auf drei (London, Kopenhagen und Bahamas lasse ich aus) alle anderen spielen. Für ein weiteres Bracelet, das hoffentlich kommen wird, muss ich aber nicht nach London. In Las Vegas gibt es nächstes Jahr noch 55 weitere Armbändchen! Die richtige Mischung macht’s.

Und nach London fliege ich sowieso. Am 27. Oktober, also einen Tag vor dem Start der EPT Budapest, werde ich einen Blitzbesuch machen und meinen Heat der 888 Poker Open spielen. Drückt mir die Daumen, dass ich dann am 4. November noch mal nach London fliegen muss, um das Finale spielen zu dürfen.

Ein geschicktes Händchen bei der Auswahl Eurer Tische wünscht Euch

Euer Michael

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