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/Sep/2008

Varianz – einmal anders betrachtet!

Von: docpoker @ 19:32 (CEST) / 1 / Kommentar ( 227 )

Die folgende Geschichte hat zwar nur indirekt etwas mit Poker zu tun, weist aber erstaunliche Parallelen zu den heftigsten Tablestories auf, so dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte.

Ursprünglich sollte ich ja am letzten Samstag schon in Seefeld aufkreuzen, um im lange angekündigten Teamchallenge meinen Platz im 888 Team einzunehmen. Da ich glücklicherweise den Tag 3 der EPT-Barcelona mitspielen durfte, musste also schnell nach einer Alternativlösung gesucht werden. Im Team nahm dann Pjotr Job meinen Platz ein, der in der letzten Zeit bei österreichischen Turnieren eine beeindruckende Erfolgsserie vorweisen konnte.

Ich buchte meinen Flug auf Montag um. Girona – Karlsruhe/Baden mit Ryanair. Von Baden-Baden sollte es dann mit eigenem Auto nach Seefeld weitergehen und wenn alles planmäßig funktionierte, sollte ich schon um etwa 17 Uhr in Seefeld eintrudeln.

Bis zum Boarding lief auch alles perfekt und kurz nach 10:30 Uhr standen wir auf der Startbahn in Girona und hatten Startfreigabe. Plötzlich drehte der Pilot um und rollte zurück zum Gate. In einer für jeden verständlichen Erklärung teilte er uns mit, dass der Höhen- und Geschwindigkeitsmesser des ersten Offiziers ausgefallen seien und er einen Start bis zur Lösung des Problems nicht riskieren dürfe. Seine Entscheidung wurde von beinahe allen Passagieren vollkommen respektiert und mit deutlicher Zustimmung aufgenommen. Am Gate mussten wir wieder von Bord und eine lange Zeit des Wartens begann. Lange vor Allem deshalb, weil sich niemand von Ryanair bemüßigt fühlte, uns irgendeine Erklärung zum weiteren Ablauf zu geben, beispielsweise, ob ein Ersatzflug geplant sei oder wie lange die Reparatur sich noch hinziehen könnte. Nach 5 ½ Stunden Wartezeit kam dann die lapidare Erklärung, dass der Flug komplett gestrichen wird und wir uns zum Schalter begeben sollten, um Alternativen angeboten zu bekommen. Erst in diesem Moment wurde auch unser Gepäck wieder freigegeben und als ich es endlich in Empfang nehmen konnte, fand ich schon eine lange Schlange am Ryanairschalter vor, die sich nur mit schneckenartiger Geschwindigkeit vorwärts bewegte.

Nach einstündiger Wartezeit war ich endlich beim „Schalterbeamten“ angekommen, der mir erklärte, dass ab sofort keine Umbuchungen mehr an diesem Schalter vorgenommen werden und ich mich an der links von mir befindlichen Schlange erneut anstellen solle. Selbst das lautstarke Vortragen meiner Argumente, dass ich jetzt wohl an der Reihe sei, auch unter hilfsweisem Einsatz meiner Faust, die auf seinen Schalter einhämmerte, konnte seinen Standpunkt nicht ändern. Er ignorierte mich einfach. Ein kurzer Blick auf die andere Schlange genügte, um absehen zu können, dass ich dort wohl weitere zwei Stunden Wartezeit verbringen müsste, um überhaupt zum Schalter vordringen zu können. Mittlerweile hatte ich von anderen Passagieren erfahren, dass die früheste, durch Ryanair angebotene Gelegenheit zum Heimflug erst am nächsten Tag um 20 Uhr angeboten wurde. Dann allerdings nicht nach Baden-Baden, sondern nach Frankfurt/Hahn. Und wie bitteschön sollte ich dann zu meinem Auto auf dem 250 km entfernten Flughafen kommen? Tja, das ist doch nicht das Problem von Ryanair.

Ich hatte von dem Kasperletheater endgültig die Schnauze voll und überlegte mir Alternativen. Auf gut Glück zurück nach Barcelona und einen Flug mit einer anderen Gesellschaft nach Frankfurt suchen, hätte sicher auch erst am nächsten Tag geklappt. Und dann war ja auch noch die Strecke in Deutschland zu bewältigen. Aber wozu gibt es schließlich Mietwagen? Girona – Baden-Baden, das sind gerade mal 1100 km, die sollten eigentlich in 10 Stunden zu schaffen sein. Dann ein paar Stunden schlafen und weiter geht es nach Seefeld, wo ich mit nicht mal 24 Stunden Verspätung ankommen würde. Also hin zu AVIS, einen Mietwagen für 448 Euro organisiert, die ich mir natürlich von Ryanair wiederholen will (darin kann ich ziemlich hartnäckig sein!). Keine 30 Minuten später war ich auf der Autobahn. Die ersten 680 km liefen auch absolut problemlos. Mittlerweile war es 0:30 Uhr, ich befand mich irgendwo zwischen Lyon und Besancon „in the middle of nowhere“, als dann die Augen doch etwas schwer wurden und ich kurz einen Parkplatz ansteuern wollte, um mir die Beine zu vertreten. Schon auf dem Bremsstreifen ging der Motor am geliehenen Seat Ibizia aus und keinerlei Überredungsversuche meinerseits brachten ihn wieder zum Laufen. Ich rief die AVIS-Hotline in Deutschland an, aber die können mir nachts um 1 Uhr in Frankreich auch nicht weiterhelfen. Als bis 2 Uhr rein gar nichts passiert, rufe ich den französischen Pannendienst an und lasse mich von der Autobahn schleppen (213 Euro, die ich mir auch von irgendjemand wiederholen werde!). Es ist nun schon 3 Uhr nachts und ich sehe ein, dass ich in diesem Moment überhaupt nichts mehr machen kann. Der Pannendienst organisiert mir noch schnell ein Taxi, das mich zu einem 5 km entfernten Hotel bringen soll. Selbstverständlich war das Taxameter schon auf 25 Euro voreingestellt. Entweder akzeptiere ich die Sondergebühr oder ich kann laufen. Das Hotel entpuppt sich schließlich als eine Art Jugendherberge, aber egal, Hauptsache ein Bett!

Am nächsten Morgen geht das Spiel dann noch mal von vorne los. Um 9 Uhr rufe ich AVIS Deutschland an, aber die können angeblich nichts machen. AVIS Spanien verweist mich schließlich an AVIS Frankreich, weil ich mich dort aufhalte. AVIS Frankreich verweigert jede Hilfe, weil es ein spanisches Auto ist. Ich bin am Durchdrehen! Nach etlichen Fehlversuchen erklärt sich schließlich Spanien für mich zuständig. Sie wollen mir ein Taxi organisieren, dass mich die 250 km nach Mühlhausen bringt, wo ich einen Ersatzmietwagen in Empfang nehmen soll, um mit dem dann endlich ungehindert nach Baden-Baden weiterreisen zu können. Mein Jugendherbergszimmer musste ich schon um 11 Uhr räumen, und die Blicke des „Hotelmanagers“ wurden immer grimmiger, als ich mein Lager im Rezeptionsbereich aufschlug. Wann denn endlich mein Taxi kommen würde?

Um 16 Uhr holt mich zu guter Letzt das Taxi ab und wir düsen los Richtung Mühlhausen. Normalerweise bin ich absolut seetauglich und Reisekrankheit ist für ein Fremdwort. Aber der Taxifahrer hatte es in sich. Völlig unfähig, auf weitgehend leerer Autobahn eine Geschwindigkeit zu halten, musste er dauernd mit dem Gaspedal spielen und die Tachonadel bewegte sich im Sekundentakt zwischen 135 und 140 km/h hin und her. Mir wurde speiübel und ich schaute mich nach einem geeigneten Behältnis um, als ich direkt in der Seitenablage eine Kotztüte entdecke. Ob der Fahrer wohl schon einschlägige Erfahrung mit seinen Kunden gemacht hat? Um 18:30 Uhr kamen wir in Mühlhausen an und ab da lief alles nach Plan. Seefeld habe ich mir allerdings geschenkt, ich war einfach zu entnervt und bin nach Hause gefahren.

So und jetzt soll mir jemand noch mal eine Bad Beat Story über einen Einouter am River erzählen. Ich werde nur grinsen… Ende Oktober werde ich wieder fliegen, nach London, zur 888 Poker Open. Der Flug wird aber gewiss nicht mit Ryanair nach Stansted gehen, sondern mit einer anständigen Fluggesellschaft, die schon mal was von Krisenmanagement gehört hat.

Euer Michael

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