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/Jun/2008

Von neuen Wegen und Orientierungsschwierigkeiten

Von: docpoker @ 03:07 (CEST) / 8044 / Kommentar ( 171 )

„I’ve got nothing to offer than blood, sweat and tears“, waren die denkwürdigen Worte Winston Churchills, als er im Mai 1940 das Amt des Premierminsters antrat.

O.K., das Ganze ist für meine derzeitige Situation schon reichlich übertrieben, trifft aber recht gut die Stimmungslage, wenn ich von meiner bisherigen WSOP berichten soll. Die ersten drei Wochen war ich durchgehend krank mit einer Sinusitis inklusive Stirnhöhlenvereiterung, wie ich es noch nie erlebt hatte. Das Schlimmste war der Schlafentzug und die Nebenwirkungen der diversen Medikamente, so dass der Informationsaustausch meiner kleinen grauen Zellen bestenfalls im Schongang ablief. Seit vier Tagen bin ich wieder medikamentenfrei und die letzten Symptome der Krankheit sind im Auslaufen. Mittlerweile wird mir auch klar, wie weit mein bisheriges Spiel von meinem echten A-Game entfernt war. 10 WSOP Turniere hatte ich gespielt, ohne einen Finish im Geld vorweisen zu können. Zweimal hatte ich eine echte Chance zumindest einen Schuss auf die Moneyplätze zu bekommen, beide Male blieb die Chance  ungenutzt. Im 10K Mixed Event schied ich 5 Minuten vor Ende des letzten Levels an Tag 1 aus, weil ich bei der Variante Potlimit Omaha meine Pocket-Asse bei gepaartem Board Heads Up gegen Ralph Perry nicht loslassen konnte, zahlte sein gerivertes Full House voll aus.

Ebenso schlecht spielte ich im 3K H.O.R.S.E Event (an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Jens Vörtmann zum Sieg und zum Bracelet), als ich in der letzten Hand des Tages die Arena verlassen musste, weil ich die letzten 30 Minuten unbedingt Chips machen wollte und zwei Hände gnadenlos überspielte.

Mehrfach saß ich während der letzten 2 Wochen vor meinem Notebook, um an einem neuen Blog zu feilen, aber jedes Mal gab ich auf, weil ich einfach nicht dazu in der Lage war, auch nur 3 sinnvoll zusammenhängende Sätze zu formulieren. Letzten Endes ist der menschliche Intellekt und das Bewusstsein doch nicht mehr als die Summe neuronaler Netzwerkverbindungen, die mit Hormonen, Stoffwechselprodukten, Sauerstoff und CO2 überschwemmt werden, wobei die Qualität des Intellekts maßgeblich durch die Zusammensetzung der Betriebsstoffe definiert wird.

Aber es gibt auch einige positive Dinge zu berichten: Das für mich neue Experiment Wohngemeinschaft im Intellipoker-Haus zeigt eine erfrischend gute Bilanz. Lebensqualität und Stimmung sind zu 90 Prozent wirklich ausgezeichnet, das Ambiente stimmt und man hat Abstand zum Strip, dem Glamour, den rasselnden Automaten und der betriebsbedingten Hektik.

Ebenso erfreulich verlaufen meine Cashgame Angriffe, die sich zu 80 Prozent auf Seven Card Stud Hi/Lo $50/$100 konzentrieren. Die meisten Sitzungen hatte ich allerdings nach drei bis vier Stunden abbrechen müssen, da die Konzentration spürbar nachließ. Diese Variante ist eigentlich mein Lieblingsspiel und da es in Europa überhaupt nicht gespielt wird, nutze ich hier jede Möglichkeit aus. Bezeichnend für meine Turnierform war auch der 5K Event im Stud Hi/Lo. Nach nur drei Stunden war ich draußen, völlig chancenlos konnte ich in diesen drei Stunden nur 2 Pots teilen, eindeutig zuwenig zum Überleben. Direkt danach setze ich mich ins Cashgame und gewinne 56 Big Bets in nur drei weiteren Stunden. Ein Ergebnis, das selbst bei optimistischster Annahme meiner Fähigkeiten viel zu hoch ist. Immerhin hatte ich gestern Abend das Privileg, Sebastians Sieg in dem Event gegen Chris Ferguson live miterleben zu können. Es war einfach genial, ihm zuzusehen, zumal mir die gemeinsamen Stud Hi/lo Sessions online in Cardiff ins Bewusstsein gespült wurden. Luckbox, das war ganz großes Tennis, willkommen im Club!!!

Abgeschrieben habe ich diese WSOP aber längst noch nicht. Es stehen noch einige Turniere auf meinem Plan, unter anderem das 10K Potlimit Omaha und natürlich auch der Main Event. Jetzt schon die Flügel einziehen und in Deckung gehen, wäre eindeutig verfrüht. Wie Ihr alle wisst: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Euer Michael

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