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docpoker blog

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Ihr erinnert Euch sicher noch an meinen geliebten Mercedes CLS, der im September auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt/Hahn (what a joke, Frankfurt ist 160 km entfernt) seinen Geist aufgab und brav auf dem Parkplatz eines Simmener Einkaufzentrums meiner Rückkehr harrte. Nun, ich bin Euch noch den Rest der Geschichte schuldig. Beide Katalysatoren waren hinüber, der Auspuff somit dicht und daher wollte das Auto dann auch nicht mehr. Aber meine Werkstatt ist sehr servicefreundlich. Sie holte den Wagen, tauschte die Kats und drückte mir wieder den Schlüssel in die Hand. Nach 200 km störte die Ölwarnleuchte durch penetrantes Aufblinken den soeben wieder mit meinem Auto geschlossenen Frieden. Hatte die Werkstatt etwa kein Öl nachgefüllt? Sei es drum, 1 Liter Schmiermittel, natürlich vom Feinsten, eingefüllt und weiter ging die Fahrt. Ungefähr 400 km später wiederholte sich das Spiel erneut. Na ja, meine Werkstatt ist ja servicefreundlich, also ging es wieder zum Mercedes Händler. Der ebenfalls äußerst freundliche Meister schaut sich das Auto an und kann nichts finden. „Wahrscheinlich haben sie den Deckel am Einfüllstutzen verkantet aufgeschraubt und jetzt ist er undicht. Wir haben den Deckel ausgetauscht.“

Hey Leute, sollte ich mittlerweile so verkalkt sein, dass ich einen gewöhnlichen Deckel nicht mehr sachgerecht auf- und abschrauben kann? Ich bin 17 Jahre Motorradrennen gefahren und zu meinen Glanzzeiten konnte ich einen Rennmotor in 2 ½ Stunden komplett bis auf die Kurbelwelle zerlegen und wieder zusammenschrauben. Etwas kleinlaut nehme ich die Worte des Meisters hin und mache mich ab in Richtung Wien. Nach 300 km leuchtet die Ölwarnleuchte auf und ich fülle mal wieder einen Liter nach. Sofort rufe ich besagten Meister in der Mercedeswerkstatt an: „War wohl doch nicht der Deckel!“, sage ich zu ihm, jetzt wesentlich weniger kleinlaut.

„Tja da müssen wir doch noch mal nachschauen, kommen Sie vorbei, wenn Sie aus Wien zurück sind“, meint er.

Gut 2 Wochen später, nachdem ich auf meinem Weg nach Wien und zurück über 8 Liter Öl in den gierigen Schlund des Motors gefüllt hatte, stand ich wieder bei Mercedes vor der Tür. Einen Tag später ruft mich der Meister an, jetzt ist er etwas kleinlaut: „Kolbenfresser am 6. Zylinder und beginnender Kolbenfresser am 5.“ Warum der Wagen praktisch keine Leistungseinbuße und keinen erhöhten Spritverbrauch hatte, konnte er mir auch nicht sagen. Aber wahrscheinlich hatte der Motor sich mittlerweile darauf umgestellt, jetzt Öl anstelle von Super bleifrei zu verbrennen

Ein Austauschmotor ist fällig. Glücklicherweise übernehmen sowohl Mercedes als auch die Werkstatt in einer Art konzertierten Aktion die Kosten in Höhe von 15.000 Euro. Während der letzten zwei Wochen stand also mein Wagen wieder mal rum. Als ich gestern aus London zurückkam, freute ich mich schon darauf, endlich wieder einen fahrbereiten Untersatz in Empfang nehmen zu können, schließlich habe ich in den nächsten 6 Wochen so einige Strecken durch halb Europa zurück zu legen, beginnend am nächsten Wochenende mit den Master Classics in Amsterdam.

Heute Morgen rief ich dann wieder in der Werkstatt an und diesmal war der freundliche Meister noch kleinlauter: „Eh, Ihr Wagen ist noch nicht fertig.“

„Und woran liegt’s?“ fragte ich.

„Tja, Mercedes konnte bis heute noch keinen Austauschmotor liefern“, gab er zurück.

Moment mal, ein börsennotierter, international tätiger Konzern ist nicht in der Lage, innerhalb von 2 Wochen einen Ersatzmotor für eines ihrer eigenen Fahrzeuge zu liefern? Aber wahrscheinlich ist die Firma derzeit zu beschäftigt, bei Ferrari die Neuerungen der kommenden Formel 1 Saison auszuspionieren. O.K., kann ich nachvollziehen. Aber angeblich soll ich bis spätestens Samstag wieder mein Auto zurückbekommen. Fahrbereit… Und bis dahin stellt mir die freundliche Werkstatt immerhin eine C-Klasse zur Verfügung, auf Kosten von Mercedes, versteht sich.

Ihr werdet Euch jetzt wahrscheinlich fragen, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Denn für Januar habe ich mir ein neues Auto bestellt. Wieder einen CLS. Aber diesmal mit Dieselmotor!!!

Viele, die nur lange genug Poker spielen, haben sicher auch schon diese Erfahrung gemacht: Wir sehen uns mit einer bestimmten Hand einen Flop an und da liegt dann mit schöner Regelmäßigkeit genau das Gegenteil davon auf dem Tisch, was wir suchen. Nur eine Hand später wäre das Board dann ein absoluter Volltreffer gewesen und irgendwie wünscht man sich nichts sehnlicher als die Hand vom vorhergehenden Spiel zurück. Ich nenne das Phänomen „Phasenverschiebung“. Das Ganze wiederholt sich  in 30 Spielen ungefähr zwanzig Mal. Wenn die Phasenverschiebung eintritt, ist die Partie so gut wie gelaufen. Sie ist das Signal für mich, im nächstgelegenen Schützengraben Deckung zu suchen und geduldig zu warten, bis die Seuche vorbei ist. Die moderne Quantenphysik kann ein durchaus präzises Bild unseres Universums als Wellenfunktionen darstellen. Genauer gesagt Wellenfunktionen von Wahrscheinlichkeiten. Leider harmonieren die Sinusfunktionen der Wellen nicht immer mit unserem natürlichen oder erzwungenen Biorhythmus. Dann tritt eine Phasenverschiebung ein und wir befinden uns in der Talsohle, wenn der Punkt maximalen Erfolges an der Spitze der Sinuskurve liegt. Das Auto streikt, die Heizung geht kaputt, der Computer stürzt ab und beim Pokern sehen wir es schon als Erfolg an, wenn wir die Partie pari beenden können. Aber, völlig urplötzlich, scheinbar aus heiterem Himmel, löst sich alles in Wohlgefallen auf. Alles läuft rund, ein Erfolg jagt den Nächsten und wir fragen uns ernsthaft, wie es überhaupt jemals anders sein konnte. Wir reiten die Welle!

Es mag sein, dass ich in den letzten Wochen bei den großen Turnieren, die ich gespielt hatte, nicht unbedingt so fokussiert war, wie ich es hätte sein müssen. Ich hatte neben den üblichen Verpflichtungen eines gesponserten Pokerpros ein weiteres Projekt fertig zu stellen, dass mir ganz schön Energie abgezogen hat. Mein Arbeitsteil unseres neuen Buchprojektes „Pokermatrix“ musste beendet werden. Deadline war, beziehungsweise ist der 31. Oktober 2007, an dem das fertige Manuskript abzuliefern ist. Es ist schon das zweite Buch für dieses Jahr und nach „Living on the Edge“ stellte sich ein Problem ein, mit dem ich vorher nicht gerechnet hatte: Bücher schreiben kostet ziemlich viel Energie und zuviel Bücher schreiben brennt aus! Aber ein Buch ist auf seine Art und Weise irgendwie zeitlos und sollte deshalb mit Qualität angefüllt sein. Also starrte ich ein um das andere Mal auf einen ziemlich leeren Bildschirm und fragte mich, wie ich die Leere mit sinnvollen Zeilen ausfüllen soll. Jetzt bin ich am letzten Kapitel angelangt und bin mit dem bisherigen Inhalt so zufrieden, dass ich ihn mit gutem Gewissen bei meinem geneigten Verleger abliefern kann. Zwar nicht am 31. Oktober, zwei Tage länger wird er sich schon noch gedulden müssen. Und gleichzeitig gelobe ich feierlich, zumindest in den nächsten drei Jahren kein Buch mehr zu schreiben, auch kein noch so Kleines! Vielmehr werde ich konsequent das machen, weshalb ich meinen ursprünglichen Beruf als Arzt aufgegeben habe; ich werde Poker spielen, fokussiert, mit jeder Menge Energie und frei. Und ich werde gewinnen!

Euer Michael

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