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/Mai/2008

Von Traumturnieren und geplatzten Seifenblasen

Von: docpoker @ 04:04 (CEST) / 14 / Kommentar ( 190 )

Die vergangene Woche verbrachte ich mal wieder nach der Devise: „See Europe in one week!“ Na gut, etwas übertrieben ist das schon, aber ein Hauch von Jet Set haftete dem Terminplan doch an.

Am Dienstag startete ich nicht ganz so Jet Set-mäßig mit dem bekannten irischen Billigfluganbieter von Baden-Baden aus mit Ziel Girona (Hin und Rückflug für etwa 47 €!!!), um in Peralada meine bescheidenen Dienste bei der Ausrichtung des Live-Finales der World Poker Crown anbieten zu können. Etwa 2 Millionen US$ galt es an dem Finaltisch zu verteilen, allein der erste Platz war mit 1 Million dotiert. Völlig standesgemäß wurden die 10 Finalisten und ihr zweimal so großes Aufkommen an Betreuern und Begleitpersonal von drei Helikoptern im Formationsflug (inklusive Synchronlandung) eingeflogen, während ich erneut nicht ganz so Jet Set-mäßig am Landeplatz stand und die Vorgänge fürs Fernsehen kommentieren durfte.

Immerhin 9 Loch Golf konnte ich danach noch mit meinem Chef von 888 spielen, ehe wir dann im gemieteten Kleinwagen dem Tross in den Hafen von Roses nachjagten, wo die Finalisten sich gerade mit Speedboot fahren vergnügten. Abgeschlossen wurde der erste Tag dann von einer ausgezeichneten Dinnerparty in einem kleinen katalanischen Ort direkt am Mittelmeer, wobei das Adjektiv ausgezeichnet sowohl die kulinarische Seite des Abends, als auch die Stimmung der Party nur unvollständig zu beschreiben vermag.

Das Turnier selbst startete dann am nächsten Morgen schon um 10 Uhr, und zog sich aufgrund der ziemlich spielfreundlichen Struktur (schließlich ging es ja auch um lebensverändernde Preisgeldsummen) bis 2 Uhr morgens hin. Leider musste sich unser einziger deutscher Finalist, Mark Rössler aus Göttingen, schon auf Platz 7 mit einem wirklich herben Bad Beat verabschieden. Das Ganze wurde ihm aber doch noch mit 60.000 US$ versüßt. Lebensverändernd hat sich das WPC-Finale auch für den Sieger ausgewirkt: Jack Hinchey, ein kanadischer Lagerarbeiter von fast 50 Jahren, nahm die Million mit nach Nordamerika. Wer jemals behauptet hat, das Leben im Allgemeinen und Poker im Speziellen sei fair, weiß, dass diese Sicht der Dinge wohl nur mit einer rosaroten Brille möglich ist. Aber so ab und zu blitzt doch mal ein Hauch von Gerechtigkeit durch. Mit Jack hat es den Menschen getroffen, dessen Familie durch das Preisgeld wohl eine Chance erhalten wird, die anders kaum vorstellbar gewesen wäre. Wirklich beeindruckt hat mich ein spontaner kleiner Nebensatz in seinem Interview: „Jetzt kann ich endlich meine Tochter auf der Universität studieren lassen!“

Nach dem großartigen Turnierverlauf flog ich am nächsten Morgen zurück nach Deutschland, um mich auf direktem Wege nach Innsbruck zu begeben, weil ich ja unbedingt noch den Main Event der CAPT Serie mitspielen wollte. Meine gute Laune konnte auch nicht wirklich durch die 6 ½ Stunden Stop and Go Pfingstreiseverkehr beeinträchtigt werden und offensichtlich nahm ich auch die Schwingungen vom Peralada Finale mit. Als Tag 1 des Turniers nach 9 Levels und bei noch 20 verbliebenen Spielern beendet wurde, war ich zweiter Chipleader mit doppeltem Average.

Tag 2 ging ich entsprechend optimistisch an, in der Bubblephase legte ich einen Gang zu und erhöhte meine Preflop Raise Sequenz entsprechend. Schließlich sind die Chips dazu da, auf Arbeit geschickt zu werden. Der Italiener links von mir war nach einer Weile sichtlich genervt von meinen Raises und gerade als ich wieder mal etwas zurückschrauben wollte, lachten mich aus meinen Pocketcards an. Mein erneutes Raise wurde diesmal von einem italienischen All-in beantwortet, das ich sofort callte. Mein Gegner drehte um. In endloser Wiederholung der Ereignisse der vergangenen vier Monate war es völlig illusorisch auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ich den Showdown gewinnen durfte. Mein verehrter Mitspieler machte selbstverständlich zwei Paar und danach war ich erst einmal short stacked. In den weiteren zwei Stunden, über die sich die Bubblephase zu Elft erstreckte, konnte ich mich schließlich wieder von 31.000 auf 78.000 Chips berappeln und nahm zwar immer noch short, aber keineswegs in akuter Gefahr, am Finaltisch Platz. Die Chance, erneut Chipleader zu werden, sah ich kommen, als mein rechter Nachbar zum zweiten Mal in Folge preflop raiste und ich am Cut off fand. Ich ging sofort all-in und nach mehreren Minuten des Überlegens callt er den Bet. Er dreht um. Spontan lässt sich der Big Blind zu der Aussage hinreißen: „A-J hatte ich auch, aber ich habe gefoldet!“

Das hört sich doch nicht so schlecht an, denke ich mir noch, da habe ich ja glatt über 80 Prozent anstelle der bescheidenen 73 Prozent, mit anderen Worten, es besteht eine winzige Chance, den Showdown zu überleben. Aber schon allein der Gedanke war vermessen. Selbstverständlich erscheint sofort im Flop ein As, ich bin als 10. raus und auch die CAPT Innsbruck reiht sich in die permanente Folge von Finaltischen seit Jahresanfang ein (s. HendonMob Database), ohne wirklich etwas gerissen zu haben. Aus reinem Trotz werde ich vor meiner Abreise zur WSOP nach Las Vegas noch einen Zwischenstopp in Barcelona einlegen, wo ich einen Angriff auf das WPT Turnier vom 23. bis 27. Mai starten werde.

Euer Michael

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