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/Jul/2014

Herocall oder "Wie kannst du das nur callen?"

Von: dontbetIcall @ 20:01 (CEST) / 253 / Kommentar ( 6 )

 

 

 

Da Poker ein Strategiespiel mit unbekannten Informationen ist, nämlich den Karten des Gegners, benötigt man so viele Hinweise wie möglich, um seine Chips gewinnbringend zu platzieren.

Da es aber nur selten möglich ist, die gegnerische Hand exact zu bestimmen, hat sich das denken in sogenannten "Handranges" durchgesetzt. Hierbei versucht man nicht genau zu erahnen, welche zwei karten der gegner verdeckt hält, sondern man benutzt die Informationen aus vorangegangen showdowns und bildet kategorien von möglichen händen, die der gegner in dieser situation so oder so ähnlich spielt.

Eröffnet ein Gegner zum Beispiel aus früher Position nur grosse Paare J-J bis A-A oder Suited Asse der oberen Kategorie A-Js bis A-Ks, ist DAS die hand gegen die wir spielen, wir spielen gegen eine range an möglichen Händen. So müssen wir uns auf dem Flop und der warscheinlich folgenden cbet nicht zwanghaft der Überlegung aussetzten. "Hat er Asse oder hat er keine?" Das ist viel zu detailiert gedacht und solche Überlegungen schiessen meistens daneben. Weil er macht diesen Spielzug halt nicht nur mit Assen. Die Variation der Möglichkeiten ist meist noch sehr weit gefasst, doch über die verschiedenen setzrunden einer Hand, gelangt man über die Information des gegnerischen Setzverhalten, zu einer immer engeren Fassung, bis man schliesslich zu einer kleinen auswahl an möglichen händen gelangt.

Beispiel:
Die Blinds liegen, das Spiel ist 6-handed und wir eröffnen mit As-3s aus mittlerer Position. Der Cutoff mit position auf uns geht mit, alle anderen passen.
Hier ist die handrange des gegners und die möglichen kombinationen seiner hand noch sehr gross. Vor allem wenn man wenige Hände gemeinsam gespielt hat, könnte der "Feind" hier alles haben. Da er vor dem Flop eine Erhöhung mitgegangen ist, kann man ihm hier jedoch eine einigermassen spielbare Hand geben.
Hier schliesse ich einfach mal von mir auf andere und gebe ihm in dem spot und mit seinem call preflop hinter mir. (von oben nach unten)

HANDRANGE PREFLOP
-Alle Paare kleiner als 10; grössere paare tendieren dazu grade 6max zu 3-betten
-Alle A-x kleiner als A-J...gleiche Begründung
-Alle Facekombis, sowohl suited als auch off K-Q, K-J, K-T, Q-J ...etc, spielbar aber zu schwach zum 3-betten
-Alle suited connectors 2-3s bis 9-Ts, one/twogapper incl.
-Alle offsuited connectors 5-6o bis J-T

Wir denken jetzt nicht zwanghaft "in the box"....er hat bestimmt Asse und will mich verarschen oder er bastelt eine strasse. Für uns hat er im Moment oben aufgelistete "weite Handrange" und die umfasst, da wir noch wenige Infos haben, weit über 50 Kombinationen.

Jetzt landen wir out of position auf dem Flop

Jc-9c-5s

und spielen eine 2/3 cbet. Der "Feind" callt noch einmal.
Die cbet als initialraiser ist standard und ist nicht nur für value/protection/steal gut, sondern man bekommt hier durch das AKTIVE setzten, gleich welcher höhe, auch eine weitere Information zur bestimmung der gegnerischen Hand. Checkt man lediglich PASSIV und der Gegner setzt, kann er das mit "any two" machen. Wir bekommen keine Informationen und stehen immer noch vor der riesen Nebelwand an möglichen Händen. Hier bekommen wir durch unsere aktion eine reaktion, die wir deuten können.
Jetzt können wir durch seinen Call viele Hände ausschliessen.

-Air: alle Luftkombinationen, die das board verfehlt haben wie 2-3, 2-4, A-6..etc folden oder raisen für bluff
-Facekombis mit Treffer wie Q-J, K-J oder A-J raisen in dem spot meist für info und als value/protection gegen mögliche draws
-Two Pair: J-9, 9-5, J-5
-Kombodraws: Qc-Tc, Tc-8c, Ac-9c, 5c-6c, 7c-8c raisen meistens für value und in position für potcontrol

Somit umfasst seine Handrange nach unserer bet auf dem Flop noch folgende Hände:

HANDRANGE FLOP

-Draws: K-Q, K-T, Q-T, T-8, 7-8, T-7, 2c-3c o.ä.
-A-K, A-T
-One Pair: J-T, J-8, J-7, T-9, A-5, A-9
-Set: 5-5, 9-9

So haben wir durch Ausschlussverfahren viele mögliche Hände eliminiert und die Range des Gegners umfasst nun für uns nur noch ca. 20 Hände.
Der Turn wird gedealt;

Jc-9c-5s-6h

Wir cbetten für steal 1/2 pot und bekommen als Reaktion einen weiteren call.

Hier können wir folgende Hände wieder ausschliessen.

-Set: 5-5 oder 9-9 raisen hier meist für value/protection
-str8: 7-8 entfällt aus gleichem Grund
-Air: evtl airhände die bis hier gecallt haben folden oder raisen als float. Ebenso A-x Hände

Somit verbleiben in seiner Range nur noch

HANDRANGE TURN
-Schwache OnePairs: J-T, J-8, J-7, 9-10, 8-9, A-9...
-Gutshots: K-Q, K-T, 7-10
-Flush draws

Jetzt wird der River gedealt und wir haben den Feind auf eine Range von wenig mehr als 10 Händen eingeengt.

Jc-9c-5s-6h-5d

Der River paart das Board und sets improven zu boat und A-5, 5-6, 5-7 zu trips.

Ein weiteres setzen macht hier keinen sinn, da ass high gegen viele Hände seiner calling range auf dem turn vorne ist und somit Showdown value besitzt und nicht in einen bluff verwandelt werden muss. Zudem induziert ein check hier einen bluff, der vielen missed draws und ein herocall hat in diesem spot mehr value als eine bet, auf die in den meisten Fällen gefolded wird.
Nach dem check platziert der Feind einen Einsatz von ca 1/2 pot.
Diese bet ist die letzte info,  die wir zur bestimmung seiner hand bekommen und polarisiert die Möglichkeiten seiner hand Richtung "nuts oder nix".

Hier ist die Überlegung, welche Hand der o.a. Range kann noch setzen. Und da die schwachen 1 pair Hände SV (Showdownvalue) haben,  werden sie meistens behind checken um günstig zu zeigen. Ebenso alle A-x flushdraws. Die einzigen Hände,  die hier noch eine valuebet in Höhe des halben pot anbringen können sind 9-9 und  dünne valuebets kommen vllt von 7-8 (str oder 5-7, 5-6, A-5 (trips).

Da ich aber diese valuehände auf dem Turn bereits aus seiner Range genommen habe, fallen diese hier für mich raus und ich bin gegen so gut wie alle Hände,  mit der der Feind diesen Einsatz bringt mit A high vorne.

Mathematisch rechne ich für den Call der Riverbet wie folgt. Ausgehend für die Berechnung ist die von mir auf dem River erörterte Range.

Für mich hat der Feind hier in 1/3 der Fälle eine 1 pair hand in einen bluff verwandelt.
In 1/3 blufft er einen verpassten draw. Und in 1/3 der Fälle hat er mich beat mit boat, trips oder str8.

Ich gewinne bei einem call in 1/3 Fällen.  Da ich 1:3 an odds bekomme, kann ich hier Langzeit gegen 0 callen,  bin mir aber recht sicher, vorne zu sein und bringe den call mit A high.

Hapzzzz


http://www.boomplayer.com/de/poker-hands/Boom/9527752_215681A428

 

 

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