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/Aug/2008

Anna Kournikova im Big Blind

Von: ivodonev @ 14:59 (CEST) / 23 / Kommentar ( 573 )

Hallo alle zusammen,

es ist bekannt, dass AK auch Anna Kournikova (bekannter Tennisstar) genannt wird. schaut gut aus, bringt aber oft nicht viel! Ich möchte euch über meine Schlüsselhand beim CAPT (€2.000 Buy-in, 10.000 Startchips, einstündige Levels) in Graz erzählen. Hier die Platzverteilung:

Ich saß auf Platz sieben an einem Tisch mit Stefan Jedlicka (gegen den ich beim 800 NL ausgeschieden war) auf Platz vier, Sigi Rath hatte Platz drei, Jörg Scholz war auf Platz acht und ein unerfahrener Spieler (Italiener) auf Platz zehn. Ich erwähne nur diese Spieler, denn nur sie sind aktiv an den Händen beteiligt gewesen, die ich erläutern möchte.

Zuerst aber ein interessanter Handverlauf an meinem Tisch. In Level zwei bei Blinds von 50/100 war ich im Big Blind mit , Jörg (Platz acht) limpte, auch der Italiener auf Platz zehn limpte und auch Sigi Rath auf Platz drei limpte, der Small Blind checkte.

Der Flop war (rainbow). Der Small Blind checkte und ich feuerte 300 mit meinem Open-ended Straightdraw, der Limper, Jörg, raiste sofort auf 800, der Italiener auf Platz zehn reraiste auf 1.900 und jetzt war Sigi Rath (der nach meiner Meinung oft den Wert seiner Karten überschätzt) an der Reihe, der nach einer Sekunde stolz seinen gesamten Stack (über 10.000) in die Mitte schob.

So war für mich die Entscheidung zu folden ganz klar. Jörg hat mit großer Freude seine circa 13.000 auch in die Mitte geschoben und der Italiener hat offensichtlich verärgert und mit einem Murmeln (etwas wie: "doppia copia") seine Karten dem Dealer gezeigt und weggeschmissen. Wie sich später herausstellte hat er dem Dealer zwei Paare gezeigt, er hatte suited, also die beste Hand am Flop!!! Beim Showdown deckte Jörg seine auf und Sigi seine . Der Turn war blank, aber der River bracht eine Zehn. Bei diesem Beispiel stellt man sich die Frage: Was macht man mit einem 10er-Paar bei diesem Flop mit kleinen Karten, wenn der Blind wettet, der UTG-Limper raist und der unerfahrene Spieler reraist? Logischerweise sollte man denken, dass mindestens einer dieser drei Spielern stärker als ein Paar Zehnen ist. O.K., er hat mit Glück gewonnen, und das ist nicht so schlimm, aber ich erläutere diese Hand, denn sie hat mich später bei der Entscheidung einer weiteren wichtigen Hand beeinflusst. 

Im Level drei, mit Blinds von 100/200, war ich im Big Blind und alle foldeten bis zum Cut-off, Sigi Rath, der auf 600 raiste. Am Button war Stefan Jedlicka, der nach kurzer Überlegung auf 6.000 all-in reraiste, der Small Blind foldete und ich schaute meine Karten an, mit der Hoffnung, dass ich eine sehr starke Hand sehe. Was ich sah, war . Jetzt begann ich zu analysieren: Momentan habe ich, unter Average, 8.400 Chips. Welche Hände gebe ich den zwei aktiven Spielern? Sigi am Cut-off  könnte mit einer breiten Palette von Karten raisen, weil noch niemand in den Pot eingestiegen ist und Stefan müsste logischerweise eine ziemlich gute Hand haben, weil er all-in pusht.
Zu diesem Zeitpunkt durchspielte ich im Kopf viele mögliche Szenarien, wie zum Beispiel, dass Sigi ein kleines Paar hatte und Stefan mit As-Dame oder einem mittleren Paar pushte. Außerdem war ich immer noch ein wenig sauer, dass Stefan mir mit 9-hoch (siehe meinen vorherigen Beitrag) beim 800er-Turnier einen Bad Beat gegeben hatte. Jetzt hatte ich praktisch nur zwei Entscheidungsmöglichkeiten.

A) Fold, um das Risiko, dass ich gegen eine starke Hand renne, auf null zu minimieren

B) All-in zu gehen

C) Ein Call kam nicht in Frage, weil ich, wenn ich gecall und Sigi mich all-in gesetzt hätte, nicht hätte folden können, weil ich an den Pot sowieso gebunden gewesen wäre (in diesem Fall hätte ich nur 2.400 Rest gehabt und der Pot lag schon bei über 18.000).

In diesem Beispiel haben also ein Call mit 6.000 oder ein All-in mit 8.400 dieselben Konsequenzen.  Beeinflusst von der oben beschriebenen Spielweise von Sigi Rath (ich dachte, er könnte wieder seine Hand überschätzen) und meinem persönlichen Frust gegenüber Stefan seit dem letzten Turnier, entschied ich mich, mit meiner Hand all-in zu gehen. In diesem Moment schrie Sigi Rat wie von einer Tarantel gestochen und sprang auf: "Ja, ich bin auch all-in!" und zeigte stolz und mit Freude seine . Stefan hat frustriert und kopfschüttelnd seine aufgedeckt. Die von Sigi Rath haben gehalten und so sind Stefan und ich aus dem Main Event CAPT Graz ausgeschieden.

Was ist das Lehrreiche an dieser Geschichte? Man darf nie persönliche und negative Gefühle, die man einem Spieler gegenüber hat, in das Spiel einwirken lassen! Man muss mit freiem Kopf und realistisch die Situation bewerten, um die beste Entscheidung treffen zu können. Ich gebe zu, ich habe einen Fehler gemacht und auf die falsche Weise gespielt!

Gehen wir ein bisschen weiter bei der Entscheidung, wie gespielt werden sollte. Zuerst sehen wir uns die mathematischen Erwartungen von gegen andere Karten an. Die Prozente können ein wenig schwanken, sie sind abhängig von der Farbe der Karten.

A) Gegen : circa 7 %

B) Gegen : circa 30 %

C) Gegen alle anderen Paare ( bis ): von 43 % bis 46 %

D) Gegen Suited Connectors (z.B. , …): circa 60 %

E) Gegen As mit anderem Kicker ( bis ): circa 72 % 

   

Man sieht, dass eigentlich nur gegen und schlechte Aussichten hat. Aber die Tatsache, dass ich ein und einen in der Hand habe, minimiert die Wahrscheinlichkeit, dass meine Gegner Asse oder Könige haben, auf die Hälfte. Warum? Weil es sechs Kombinationen von Assen und sechs Kombinationen von Königen gibt. Und wenn ich selbst ein As und einen König in der Hand habe, dann gibt es nur noch drei Restkombinationen von Assen und Königen.

Das Beste ist, wenn man mit selbst all-in geht (am besten, wenn man Chips für einen All-in-Raise hat, der circa das zwei- bis fünffache der Potgröße beträgt), und nicht ein All-in seines Gegners callt – genau diesen Fehler habe ich beim CAPT Main Event in Graz gemacht! Wenn der All-in-Bet weniger als die zweifache Potgröße ist, dann ist es fast sicher, dass du gecallt wirst (besonders dann, wenn jemand zuvor gewettet hat). Und wenn dein All-in mehr als das Fünffache der Potgröße ist, dann ist das Risiko zu groß: Dann riskierst du, zu viel zu verlieren, um zu wenig zu gewinnen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass man beim All-in mit zwei Möglichkeiten hat, zu gewinnen:
a) wenn dein Gegner foldet 
b) wenn er callt, aber du deine Hand verbesserst (meistens reicht es, wenn ein oder am Flop, Turn oder River kommen!)

Fazit: ist eine schwer zu spielende Schlüsselhand im NL Hold'em. Wenn man sich entscheidet, mit dieser Hand vor dem Flop (oder auf einer späteren Straße) all-in zu spielen, dann ist auf alle Fälle zu empfehlen, als Better all-in zu spielen und nicht als Caller!

Diese Woche (26. bis 31.08.) spiele ich die Turniere im Casino Bregenz, wobei ich beim €800 NL Hold'em keine Chance hatte (bin mit in gerannt), aber dafür habe ich ein Table Satellite für den Main Event (€1.500) gewonnen. Am 3. September fliege ich für zwei Tage nach Berlin, wo ich ein Pokerseminar bei der Poker-Bundesliga abhalten werde.

 

Euer Ivo The Chess Master ©

 

Hier die Antwort von der vorigen Woche – http://teamat.intellipoker.com/index.php/2008/08/21/mit-10-hoch-gegen-9-hoch-all-in-nach-dem-flop/

 

a) hat 17 Outs, um zu gewinnen, vier Buben, vier Sechsen, drei Zehnen, drei Neunen und drei Achten.

b) Bei diesem Flop () ist zu circa 58 % Favorit gegen jedes kleine Paar ( bis ).

c) 23 Outs sind das Maximum nach dem Flop beim Texas Hold'em, z.B.: : gegen ; Flop:

 

Ivos heutiges Rätsel: Welche Hand hat die besten Chancen (über 23 %) gegen vor dem Flop

( Selbstverständlich ausgenommen gegen die anderen A A ) und warum?

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