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ivodonev blog

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<font face="Calibri">Hallo liebe Pokerfreunde, </font>

<font face="Calibri">das Finale war vom Casinos-Austria-Manager Edgar Stuchly musterhaft organisiert! </font>

<font face="Calibri">Mit Glamour und Musik wurde jeder einzelne Spieler detailliert und persönlich dem Publikum vorgestellt. Das Finale wurde von Fernsehkameras aufgenommen, um live im Internet übertragen zu werden und damit später eine DVD produziert werden kann. </font>

<font face="Calibri">Hier noch einmal die Chipcounts und die Platzverteilung am Final Table: </font>

<font face="Calibri">1 Rapp, Stefan (A) 93.000 </font>

<font face="Calibri">2 Wallnöfer, Michael (A) 190.000 </font>

<font face="Calibri">3 Parsian, Manutscher (A) 38.500 </font>

<font face="Calibri">4 Riedmann, Robert (A) 148.500 </font>

<font face="Calibri">5 Naujoks, Sandra (D) 243.500 </font>

<font face="Calibri">6 Kravchenko, Alexander (RUS) 177.500 </font>

<font face="Calibri">7 Casagrande, Harry (A) 352.500 </font>

<font face="Calibri">8 Donev, Ivo (A) 207.500 </font>

<font face="Calibri">9 Motschmann, Cecil (D) 52.500 </font>

<font face="Calibri">10 Fasching, Werner (A) 144.00
              
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<font face="Calibri">Die Blinds lagen bei 3.000/6.000 mit einer Ante von 500 und ich saß mit im Cut-off. Alle foldeten zu mir und ich dachte, dass ich in diesem Moment die beste Hand halte. Darum raiste ich auf 16.000. Der Button foldete schnell, aber der SB (Fasching) und der BB (Rapp) zahlten mein Raise nach. Der Dealer deckte einen für mich angenehmen Flop auf: , beide Blinds checkten zu mir und ich feuerte einen Contibet in Höhe von ca. 21.000 ab. Es ist ganz natürlich, wenn die Limper zu einem  Preflop-Raiser checken, dass der Raiser einen Contibet macht, besonders dann, wenn auf dem Flop ein As liegt. In solch einem Fall macht ein Contibet des Preflop-Raisers denjenigen, die checken, größere Angst, weil der Raiser als Minimum ein Paar Asse präsentiert. Der SB hatte mir geglaubt und sofort seine Karten weggeschmissen, aber Stefan Rapp war offensichtlich nicht bereit, den Pot aufzugeben, und schob alle seine Chips in die Mitte. In diesem Moment war ich ein bisschen überrascht, da ich erwartete, dass beide Blinds den Pot aufgeben würden. Der Dealer sagte mir, dass noch 42.000 nachzuzahlen wären. Meine ersten Gedanken waren, dass ich nun callen müsste, weil ... </font>

<font face="Calibri">A)</font> <font face="Calibri">... die Potodds ausgezeichnet waren, ich hätte 42.000 für 137.000 nachzahlen müssen (Potodds von mehr als 3:1!).
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<font face="Calibri">B)</font> <font face="Calibri">... </font><font face="Calibri">mir, falls ich den Pot verlieren sollte ein bisschen mehr als 100.000 geblieben wären.      </font>

<font face="Calibri">Dann begann ich zu überlegen, mit welchen Händen Stefan Rapp mich schlagen und welche Hände er überhaupt haben könnte: </font>

<font face="Calibri">A)</font> <font face="Calibri">AA, KK und AK schloss ich fast aus, denn mit solchen Händen hätte er vor dem Flop höchstwahrscheinlich gereraist. </font>

<font face="Calibri">B)</font> <font face="Calibri">AQ, A5 oder 55 waren die anderen möglichen Hände, die mich schlagen konnten </font>

<font face="Calibri">C)</font> <font face="Calibri">Ein As mit einem kleineren Kicker wie z.B.: AT, A9, A8 usw. war auch möglich. </font>

<font face="Calibri">An dieser Stelle war für mich klar, dass er entweder eine Hand der Kategorie B) haben musste, wobei ich Underdog gewesen wäre, oder der Kategorie C), wobei ich Favorit gewesen wäre. Plötzlich kam der Floormann zu mir und erklärte mir, dass ich noch eine Minute Zeit zur Entscheidung hätte und begann neben mir zu zählen. Und in diesem Moment dachte ich, Stefan hätte Respekt vor mir und er würde seine Chips nur mit einer starken Hand gegen mich riskieren. Und schließlich schmiss ich offen weg, Stefan dagegen zeigte mir und strich den Pot ein. </font>

<font face="Calibri">Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich einen Fehler gemacht habe! Das Schlimme daran ist nicht nur der Verlust dieses Pots, sondern dass ich danach mental nicht mehr zu meiner vollen Form finden konnte. Trotzdem spielte ich in den nächsten zwei Stunden aggressiv und entwickelte meinen Stack gut, bis ich erneut einen großen Pot verlor, und zwar in Level 20, bei Blinds von 5.000/10.000 und 1.000er-Ante (Average: 234.000). </font>

<font face="Calibri">Alex hatte UTG auf 27.000 geraist, ich callte nach ihm mit und alle foldeten bis zum Big Blind (Sandra). Sie pushte wie ein Blitz alle ihre Chips (um die 100.000) in die Mitte, Alex schmiss nach langer Überlegung weg (er sagte mir nach dem Spiel, dass er gehabt hatte) und jetzt stand ich vor der Entscheidung.
Sandra hatte bis dahin relativ tight gespielt, aber die Potodds waren sehr attraktiv: Ich hätte circa 70.000 nachzahlen müssen, um einen Pot von rund 160.000 zu gewinnen und dazu wären mir auch noch sehr viele Chips übriggeblieben. Ich callte und sie zeigte ! Leider kamen am Flop nur kleine Karten und ihr Baby-Paar hat gehalten. </font>

<font face="Calibri">Ab jetzt ging es für mich nur noch bergab. In Level 21, die Blinds waren bei 6.000/12.000 und die Ante bei 1.000, hatte ich ein Stack von etwa 280.000. Die Blinds waren so hoch, dass sogar ich mit meinem vermeintlich groß aussehenden Stack knapp auf Averagelevel war, weil jede Runde 24.000 Chips kostete. Auch wenn man nichts macht, schmilzt dein Stack und du wirst ausgeblindet. In solchen Situationen denke ich mit einem mulmigen Gefühl immer an den Film „Stirb langsam“, darum spielte ich besonders aggressiv fast jedes Paar (dazu waren wir auch noch zu sechst – shorthanded!). Stefan raiste UTG auf 34.000, alle foldeten zu mir und ich saß im Big Blind mit . Ich sah, dass Stefan nur etwa 100.000 Restchips hatte, und falls ich gecallt hätte, hätte der Pot eine Größe von 82.000 gehabt. Ich musste mich entscheiden zwischen ... </font>

<font face="Calibri">A)</font> <font face="Calibri">... einem All-in-Push vor dem Flop, denn auf diese Weisewäre mein Nachteil, dass ich out-of-position bin, neutralisiert worden, falls er gecallt hätte.   </font>

<font face="Calibri">Denn: Wenn zwei Spieler vor dem Flop all-in sind, spielt die Position keine Rolle mehr, weil beide alle fünf Karten sehen würden. </font>

<font face="Calibri">B)</font> <font face="Calibri">... ruhigem Callen und der Möglichkeit, den Flop zu sehen, mit der Hoffnung, eine Sechs zu treffen, wobei das nur bei einem von 7,5 Flops passiert. Viel interessanter wäre die Option gewesen, am Flop all-in zu pushen, wenn man nicht die Sechs trifft, mit der Hoffnung, dass mein Gegner sich nicht verbessert und den Pot aufgibt.    </font>

<font face="Calibri">C)</font> <font face="Calibri">... einem Fold. Das kam jedoch nicht in Frage, weil ich einen doppelt so großen Stack wie Stefan hatte und eine ziemlich gute Hand im Shorthanded ist.         </font>

<font face="Calibri">So habe ich nach kurzer Überlegung vor dem Flop 130.000 gesetzt (praktisch sein All-in) und er callte sofort, was ein schlechtes Zeichen für mich war. Er drehte ein Paar Zehnen um. Der Flop war und zwei unbedeutende Karten, nachdem Stefan wieder gegen mich gewonnen hatte. Jetzt war für mich die Lage sehr eng geworden, da mir ein Rest von etwa 135.000 geblieben war, wodurch ich zu den Shortstacks am Tisch gehörte. In den nächsten 20 Minuten spielte ich keinen Pot und fiel auf 100.000 zurück. Ich stand am Button mit , alle foldeten zu mir und in der Mitte winkten mir 24.000. Meine Hand war durchschnittlich, aber es bestand die Möglichkeit, dass die Blinds wegschmeißen würden, darum entschied ich mich zu raisen, aber … wie hoch? </font>

<font face="Calibri">A)</font> <font face="Calibri">Falls ich ein Standard-Raise von 36.000 (drei BB) gebracht hätte und einer der Blinds mich gereraist hätte, wäre ich praktisch pot-committed gewesen (das Geld in der Mitte gab mir Potodds von mehr als 2:1, ich brauchte also eine Hand, die als Minimum 33 % Erwartungswert hat). </font>

<font face="Calibri">B)</font> <font face="Calibri">Falls ich selbst all-in gehen sollte, hätten die Blinds nur callen können, wenn sie eine sehr starke Hand gehabt hätten.          </font>

<font face="Calibri">Wie ein böser Schatten (bitte versteht mich nicht falsch, das ist nichts Persönliches, ich respektiere Stefan Rapp, der in diesem Jahr sehr erfolgreich ist!) callte Stefan Rapp wieder schnell (er hat am Final Table bisher immer gegen mich gewonnen), der Big Blind foldete und so kam der Showdown: ich: </font><font face="Calibri">–</font><font face="Calibri"> 38 %, Stefan: off – 62 %. Die Operation war kurz und schmerzlos: eine Dame lag im Flop und ich war chancenlos auf dem sechsten Platz ausgeschieden.  </font>

<font face="Calibri">Was soll ich sagen, der Preis war sehr gut, aber die Struktur (nur) beim Finaltisch hat mir nicht sehr gut gefallen. Im Vergleich zu dem €1.000-Buy-in-Turnier am Goldstrand, lag der Average-Stack bei den letzten sechs Spielern bei M 50. Und hier lag der Average-Stack bei den letzten sechs Leuten bei circa M 10. Das bedeutet, dass die Spieler hier in Baden beim Finaltisch sehr schnell wegen der gestiegenen Blinds unter Druck gesetzt wurden und zum Gambeln gezwungen waren. Ich habe in den USA sogar Finaltische erlebt, an denen manche Levels zweimal wiederholt wurden, um den Spielern mehr Zeit und Möglichkeit zum Spielen zu geben! </font>

<font face="Calibri">Trotzdem bin ich im Großen und Ganzen von dem Turnierergebnis zufrieden und konnte im Turnierverlauf wieder einige Fehler bei mir entdecken, an denen ich arbeiten und die ich loswerden möchte. </font>

<font face="Calibri">Meine nächsten Vorhaben sind die EPT in Budapest und die NL-Hold'em-Turnierserie im November in Amsterdam. </font>

<font face="Calibri"><font size="5">Fragen und Antworten:</font> </font>

<font face="Calibri">Hessii-James –  Check/Bet </font><font face="Calibri">„</font><font face="Calibri">in the dark</font><font face="Calibri">“</font><font face="Calibri"> – wann, warum, wieso, weshalb? </font>

<font face="Calibri">Antwort: Normalerweise ist spielen „in the dark“ fast immer ein Nachteil, es gibt aber einige Ausnahmen: Wenn man out-of-position gegen den Raiser ist, kann man blind checken, bevor der Flop aufgedeckt wird. Auf diese Weise weiß der Raiser nicht, ob du etwas im Flop getroffen oder nicht getroffen hast. Sozusagen neutralisierst du dadurch deinen Positionsnachteil künstlich. </font>

<font face="Calibri">Der Bet „in the dark“ ist wie oben gesagt in den meisten Fällen ein Nachteil, aber manche Spieler benutzen den Bet </font><font face="Calibri">„</font><font face="Calibri">in the dark</font><font face="Calibri">“</font><font face="Calibri"> als Semibluff bevor Flop, Turn oder River aufgedeckt werden, beispielsweise raist man vor dem Flop mit AK, du bekommst nur einen Caller hinter dir und du wettest blind, bevor der Flop aufgedeckt wird. Entweder triffst du am Flop A oder K oder du hast zwei Overcards.  </font>

<font face="Calibri">Ich  persönlich empfehle euch nicht, das Spiel „in the dark“ anzuwenden, überlassen wir diese Waffe den Big Boys, die oft miteinander spielen. Es stecken viele psychologische Motive dahinter. </font>

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<font face="Calibri">Greaceboy - Die Geschichte, die hier dargestellt wurde, liegt etwa neun Jahre (Anfang meiner Pokerzeit) zurück und ist stark übertrieben dargestellt worden. Ich möchte auf genaue Einzelheiten hier in diesem Forum nicht eingehen, denn hier ist absolut nicht der Platz für solchen Klatsch. Ich finde es sehr traurig, dass manche Leser sich mit bösartigen Aussagen beschäftigen, statt Fragen oder begründete (konstruktive) Kritik zum vorgestellten Thema einzubringen. </font>

<font face="Calibri">In der Pokerwelt ergeben sich oft Probleme mit ausgeborgtem Geld, Split-Pot-Abmachungen, Deals oder Versicherungen an Final Tables, kurz gesagt mit allem, was mit Geld zu tun hat. </font>

<font face="Calibri">„Ein Mensch, der seinen begangenen Fehler nicht verbessert, begeht in diesem Moment einen neuen Fehler“, sagte einst Konfuzius. </font>

<font face="Calibri">Das bedeutet: Es gibt viele Pokerspieler, die immer wieder das Gleiche (meistens am Pokertisch) tun und dabei hoffen, dass irgendwann einmal ein anderes Ergebnis herauskommt! </font>

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<font face="Calibri">   </font><font face="Calibri">Ivo und Howard beim Schach spielen</font>

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Euer Ivo – The Chess Master 
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