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/Mär/2008

Bregenz - Main Event

Von: ivodonev @ 21:12 (CET) / 6037 / Kommentar ( 172 )

   Analyse des Main Events in Bregenz

Level 1, Blinds 25/50, 10.000 Startchips. Hand Nr. 1. An meinem Tisch waren drei bekannte Spieler, auf Platz zwei der Full-Tilt-Profi Roland Specht, auf Platz acht der Schachgroßmeister Tibor Tonai (Seven-Card-Europameister ) und auf Platz neun der Full-Tilt-Profi Marco Liesy (der später kam). In der allerersten Hand limpte Roland Specht (UTG), die Spieler von Platz drei bis sechs foldeten, der Spieler auf Platz sieben (ein unerfahrener Spieler) raiste auf 250. Alle anderen Spieler stiegen aus, Roland Specht reraiste auf 800. Der unerfahrene Spieler callte. Flop: drei kleine Karten (Farbe - ohne Bedeutung). Roland setzte 800, der Spieler von Platz sieben raiste auf 2.200, Roland überlegte kurz und reraiste auf 5.000 und sein Gegner ging sofort all-in.
Roland, erschrocken durch die schnelle Entscheidung seines Gegners (er fragte sogar noch: "Hast du ein hohes Paar?"), callte nach langer Überlegung mit einem tiefen Seufzer und drehte ein Paar Damen um. Das war wie ein Schock für den unerfahrenen Spieler, der ein Paar Zehnen umdrehte und keine Hilfe mehr auf Turn und River bekam und somit als erster Spieler bei diesem CAPT-Turnier (€2.000 Buy-in!) ausscheiden musste.
Für mich stellte sich hieraus ein Frage: Warum verliert ein unerfahrener Spieler bei so niedrigen Blinds mit einem Paar Zehnen seine gesamten 10.000 Turnierchips? Eine Runde kostete ihn 75 Chips -  er hatte also genug Chips und Zeit, um bei einer besseren Gelegenheit Chips zu investieren. Er hatte sich offenbar nie die Frage gestellt, warum ein Full-Tilt-Profi (war an dessen T-Shirt zu erkennen) in dieser Hand so oft raiste. Der unerfahrene Spieler dachte wahrscheinlich: "Es sind kleine Karten am Flop, ich habe ein Overpair, also kann ich Druck ausüben und einen maximalen Pot aufbauen."
Schwächere Spieler überschätzen sehr oft die Stärke ihrer Hand und machen sich wenig bis keine Gedanken, was der Gegner für Karten hat und warum er so spielt wie er spielt. Besonders Overpairs werden oft überbewertet! Aber, wenn stattdessen ein guter Spieler diese Hand gespielt hätte, hätte er sich die Frage gestellt: "Wenn er mich auf diesem Flop raist, kann ich nur ein Paar Neunen oder ein Paar Achten schlagen." Aber mit solchen Karten hätte der Full-Tilt-Profi nicht so viele Chips riskiert. Viel wahrscheinlicher ist, dass Roland ein Paar Buben oder höher hatte, weil er vor dem Flop limpte und reraiste. Ich hörte hinter mir einen Zuschauer sagen: „Schade, der junge Bursche hat Pech und mit einem Zehnenpaar hat er seine erste Hand und alle Chips verloren.“  Nach meiner Meinung ist das kein Pech, sondern einfach nur schlecht gespielt! 

Fazit: Bei solchen Situationen merkt man den Unterschied zwischen guten und schlechten Spielern. Der gute Spieler verliert ein Minimum mit einer schwierigen Hand, der schlechte Spieler hingegen verliert mit einer schwierigen Hand alles.

 Euer Ivo Donev - The Chess Master  www.ivodonev.com
 

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