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/Mai/2008

Casinos Austria Poker Tour - Innsbruck

Von: ivodonev @ 16:32 (CEST) / 295 / Kommentar ( 240 )

Beim ersten Turnier der CAPT Innsbruck mit €500 Buy-in habe ich den Final Table als Second Chipleader erreicht und nach einer Achterbahnfahrt leider nur den fünften Platz geschafft (http://www.pokerpages.com/tournament/result21146.htm).

Jetzt möchte von zwei Schlüsselhänden während dieser Turnierwoche in Innsbruck erzählen.

-  eine under the gun sehr schwer zu spielende Hand

Im Turnier mit €1.000 Buy-in ( Ich habe sogar im Februar 2008 das 1000€ Buy-in Turnier hier gewonnen - http://www.pokerpages.com/tournament/result21140.htm) war ich nach Level drei bei einem Stack unter Average angekommen. Ich bekam UTG und raiste ca. um den dreifachen Big Blind, um die 500. Links von mir saß ein junger Spieler (relativ tight) und reraiste auf 1.400, alle foldeten sofort. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich um die 8.800, mein Gegner um die 10.000. In dieser Situation überlegte ich nicht genug und traf dann eine falsche Entscheidung.

Theoretisch hatte ich in dieser Situation drei Optionen:

a) Folden und die 450 Chips opfern.

b) Auf 4.200 reraisen. Damit hätte ich die Hälfte meines Stacks investiert. In diesem Fall, wenn ich bereit gewesen wäre, bis zum Ende zu gehen, wäre es besser gewesen, all-in zu gehen, statt mit 4.200 zu reraisen, weil ich nach einem eventuellen All-in-Reraise des Gegners fast pot-comitted gewesen wäre. Zum Beispiel: Ich 500, er 1.400, ich 4.200, er 8.800 und jetzt hätte ich gewusst, dass ich mit hinten liege, aber Potodds von etwa 1 zu 3 bekomme. Nur gegen wäre ich ein Big Underdog gewesen. Sogar gegen und hätten die Potodds mit 1 zu 3 gereicht, um zu callen.
Achtung: gegen (92 % zu 8 %); gegen   (74 % zu 26 %); gegen AQ (71 % zu 29 %). Die %-Zahlen können leicht abweichen, abhängig davon, ob suited oder offsuited ist.

c) Callen und hoffen, dass ich einen guten Flop für erwische.

Ich hatte mich für die Option c) entschieden und callte.
Flop: , wow. Man konnte sagen: Bingo. Jetzt hatte ich ein Toppaar mit einem sehr guten Kicker.

Ich hatte noch 7.400 und entschied mich zu checken. Logisch, denn wenn jemand vor dem Flop reraist, wird er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nach dem Flop auch wetten. Mein Gegner feuerte sofort um die 2.700 in den Pot. Jetzt erkennt man gut, warum mit out of position gegen ein Reraise vor dem Flop sehr schwer zu spielen ist. Womit wettete mein Gegner? Um die Palette seiner möglichen Händen, mit denen er reraiste, zu erkennen, hätte man mehrere Stunden mit ihm spielen und seine Bet-Muster beobachten müssen. Weil ich diesen Spieler aber überhaupt nicht kannte, entschied ich mich nach seinem Conti-Bet, all-in zu gehen. Er callte sofort und bevor der Dealer den Showdown ankündigte, war ich absolut sicher, dass ich geschlagen war. Es waren zwei Hände wahrscheinlich, die mich vernichten konnten:

a) - sechs Kombinationen
b) - zwölf Kombinationen (ohne das As, das ich selbst hatte)

Selbstverständlich war auch möglich, aber hier waren nur drei Kombinationen (ohne das eine As bei meinen Karten) möglich. Falls mein Gegner eine von diesen Händen gehabt hätte, wäre ich fast ohne Chance gewesen. Was konnte ich überhaut schlagen? Sehr wenig: eventuell , oder einen Bluff, der aber in einer solchen Situationen sehr selten vorkommt. Mit oder (mögliche Reraise-Hände vor dem Flop) hätte er wahrscheinlich keinen Conti-Bet gemacht, da im Flop und lagen. Jetzt wird klar, warum es von großer Bedeutung ist, viele Informationen über den Gegner zu sammeln, um ihn dann leichter einschätzen zu können (loose, tight, Bluffer usw.).
Nach der Ankündigung des Dealers zum Showdown drehten wir beide die Karten um. Ich , er .
Ich bekam keine weitere Hilfe auf Turn und River und so war ich aus dem Turnier ausgeschieden.

Fazit: NL Hold'em ist ein strategisches  Spiel mit unvollständigen Informationen. Denn je mehr ich über meinen Gegner weiß, desto bessere Entscheidungen werde ich treffen können.

Main Event: 100 Teilnehmer, €2.000 Buy-in, 10.000 Startchips, Leveldauer: eine Stunde

Es handelte sich um ein Deepstack-Turnier mit einer sehr guten Struktur. Ich hatte einen relativ schwierigen Tisch erwischt. Hier möchte ich bemerken, dass ein gewisser Glücksfaktor bei Pokerturnieren auch davon abhängt, an was für einem Tisch man spielt, beispielsweise, ob am eigenen Tisch nur Profis sitzen, einige Anfänger oder, noch besser, passive Spieler, die wenig raisen. An meinem Tisch war ich auf Platz sechs. Auf Platz vier saß ein junger Rumäne namens Mihai Manole (http://www.pokerpages.com/players/profiles/112126/mihai-manole.htm), der loose und sehr aggressiv (aber sehr gut) spielte. Auf Platz sieben saß Sascha Biorac (FullTilt-Profi), ein solider Spieler, auf Platz acht ein Internet-Qualifikant aus England (ein looser Spieler ohne große Erfahrung). Auf Platz zehn befand sich Harry Casagrande – internationaler Schachmeister und ein sehr erfolgreicher Turnierspieler. Also, mit diesen Spielern am Tisch war es gar nicht so leicht, Chips zu holen. Ich habe den ersten Level relativ tight gespielt und dann kam es zu folgender Schüsselhand:

Ich war im Big Blind mit (mein Stack: 9.000, bei Blinds von 150/300). Alle foldeten bis zum Button, der Rumäne, der natürlich meinen Blind attackierte (zu ca. 90 % hat er am Button geraist), raiste mit 900. Der Small Blind foldete, ich entschied mich dieses Mal, meine Karten zu verteidigen und callte. Wahrscheinlich ist das kein Fehler, gegen den aggressiven Chipleader out of position zu spielen. Besser wäre aber ein Reraise oder ein Fold.
Flop: . Wow, endlich hatte ich etwas getroffen. Weil ich diesen Spieler schon länger beobachtet hatte, hatte ich gesehen, dass er oft bluffte (das ist normal für einen loosen Spieler) und einige Male sogar diese Bluffs freiwillig gezeigt hatte. So habe ich mich entschieden, diese Hand passiv zu spielen.

a) Falls mein Gegner ein Bluffer gewesen wäre, hätte ich ihn nicht gestoppt.
b) Falls mein Gegner ein starkes Blatt gehabt hätte, hätte ich ein Minimum verloren.

Ich checkte und wie von mir erwartet, setzte er 1.200. Ich callte. Turn: , einerseits eine gute Karte für mich, da ich dadurch einen Nutflushdraw bekam, andererseits konnte es genauso gut sein, dass Manole mit dem vor dem Flop geraist und jetzt ein Paar Asse gemacht hatte. Ich checkte wieder. Manole setzte jetzt 3.200.

Was sollte ich jetzt machen? Ich hatte Second-Paar und Flushdraw gegen einen aggressiven und loosen Spieler. Also callte ich mit einem unangenehmen Gefühl. River: . Ich checkte wieder. Manole checkte auch. Ich war plötzlich erleichtert. Im Pot waren mehr als 10.000 und ich hatte einen Rest von nur 3.700 und mein Gegner, der viel mehr Chip hatte, checkte am River. Also hatte er nicht das As getroffen. Ich drehte meine um und hoffte, dass mein Gegner seine Karten wegwerfen würde. Stattdessen deckte er ganz ruhig auf, und was sah ich? offsuit. Wow, zwei Paare.
Nach kurzer Zeit ging ich mit meinem Shortstack beim Flop mit all-in. Mein Gegner callte und zeigte und so bin ich auch aus diesem Turnier ausgeschieden.

Fazit: Gegen loose-aggressive Spieler mit großem Stack muss man es vermeiden, mit  marginalen Händen out of position zu spielen.

PS: Mihai Manole hat das Turnier gewonnen.
http://www.pokerpages.com/tournament/result21151.htm

Euer Ivo Donev – The Chess Master  www.ivodonev.com

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