javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

ivodonev blog

ivodonev blog
Send PM
/Jun/2008

Das kleine H.O.R.S.E.-Event ($1.500 Buy-in)

Von: ivodonev @ 21:43 (CEST) / 7890 / Kommentar ( 397 )

Wie ich versprochen habe, schreibe ich nun etwas über das kleine H.O.R.S.E.-Event mit $1.500 Dollar Buy-in. Für mich wurden Tisch 27 und Platz Nummer 7 ausgelost. Das Gute an diesem Tisch war, dass an diesem Tisch vorrangig keine besonders starken Spieler waren, das Schlechte: Links von mir saß der frisch gebackene Bracelet-Gewinner im $3.000-H.O.R.S.E., Jens Vörtmann.

                        Ivo Jens

                           
 

Das Turnier startete mit 803 Spielern, wir hatten zu Beginn 3.000 Chips und es wurden die bekannten fünf Spiele (Limit Hold'em, Omaha Hi/Lo, Razz, Stud, Stud Hi/Lo) gespielt. Die Blinds des ersten Levels lagen bei 25/50. In meiner allerersten Hand war ich am Button, zu dieser Zeit war Jens noch nicht an seinem Platz und am gesamten Tisch saßen von acht Spielern nur fünf Leute. Es wurde zu mir gefoldet und ich habe mit geraist. Der Big Blind entschied sich, seinen Stack zu verteidigen und so waren wir schnell im Heads-up. Der Flop brachte . Mein Gegner checkte, ich spielte an, er bezahlte. Der Turn brachte eine Sechs, er checkte und auch ich checkte, da ich wusste, wenn er bei diesem Flop bezahlt, liege ich hinten. Der River brachte eine Dame, er checkte und ich checkte auch. Er zeigte off-suited. Ich verstehe seine Spielweise absolut, denn er dachte (auch wenn ich vor dem Flop zu 75 % im Vorteil war), ich würde im Shorthanded seine Blinds stehlen und so verteidigte er seine Blinds natürlich.

Nach einigen Minuten tauchte Jens auf, jetzt wurde es heiß für mich. Ich habe großen Respekt vor diesem Spieler und es zeigte sich auch, dass er mir großen Druck machte. Wenn ich mit ihm ein Heads-up spielte, habe ich fast immer gegen ihn verloren, z. B.: Im Seven Card Stud raiste er mit einem offenen As (er hatte ein verdecktes Paar Neunen), ich callte mit drei Pik: (verdeckt) und (offen), danach bekam ich und . Dadurch erhielt ich einen Flush und Straightdraw, Jens bekam . Ich bezahlte auf der vierten und fünften Straße seine Wetten und nachdem mein Board so gefährlich aussah, checkte er durch bis zum River und ich checkte auch, weil ich meine Straße und meinen Flush verpasst hatte.
Jens hat in allen fünf Spielen sehr gut und konsequent gespielt. So habe ich einmal im Razz in Level drei, nachdem alle weggeschmissen hatten, mit zwei offenen und zwei verdeckten kleinen Karten (eine Sieben und eine Vier) geraist, Jens, hinter mir mit offenem As, reraiste sofort und ich foldete! Er zeigte mir von seinen verdeckten nur eine Karte, es war eine Zwei. Jens hat sehr aggressiv und gut gespielt und meiner Meinung nach nur einmal Glück gehabt, und zwar in Level vier. Er hatte beim Seven Card Stud zwei Paare ( und ) auf der sechsten Straße und musste damit gegen zwei Paar Damen von einem jungen Schweden antreten. Auf der siebten Straße konnte sich der junge Schwede nicht verbessern, sondern Jens bekam eine weitere Zehn, und so konnte er mit einem Full House Zehnen sein All-in überleben.
Auf diese Weise  habe ich in den ersten fünf Levels zwischen 3.000 und 1.500 Chips hin und her geschwankt. Erst in Level fünf schaffte ich es mit einem Full House Zehnen im Seven Card Stud, meinen Stack zu verdoppeln und mein erstes All-in zu überleben. Wobei  ich zugeben muss, dass ich Glück gehabt habe, denn mein Gegner hatte bei der sechsten Straße sein Achten-Full-House fertig und ich hatte zu diesem Zeitpunkt nur einen Zehnen-Drilling. Mit meiner letzten Karte () habe ich es dann geschafft, ein Full House mit drei Zehnen und zwei Zweien zu vervollständigen.

                                                          

 Ivo-full

                                                

Und so hatte ich auf Level sieben meinen höchsten Chipstand von 5.100 erreicht. Zu diesem Zeitpunkt waren von den anfänglichen 803 Spielern nur noch 320 im Turnier verblieben.
In Level sieben (Spiel: Limit Hold'em, Blinds: 200/400) war ich im Small Blind und alle foldeten zu mir. Ich hatte und callte (Potodds: 1 zu 3; 200 für 600 Pot) im Small Blind, der Big Blind (Jens) checkte. Und so haben wir folgenden Flop gesehen:    (Rainbow). Ich checkte, denn das war eigentlich ein sehr guter Flop für mich, ich hatte ein Paar und eine Open-ended-Straight. Jens hat sofort 400 gewettet, ich raiste auf 800 mit der Hoffnung, dass ich den Pot gleich gewinne, aber Jens callte sofort. Am Turn kam eine As, ich feuerte wieder 800 ab und Jens callte wieder. Jetzt wusste ich, dass ich fast sicher hinten lag. Der River brachte noch eine As, ich checkte und er wettete sofort 800. Jetzt habe ich lange nachgedacht, welche Hand er haben könnte. Wenn er etwas auf dem Flop getroffen hatte, lag ich bestimmt hinten, weil ich das niedrigste Paar mit ganz schlechtem Kicker hatte. Das Einzige, was ich schlagen konnte, war ein Bluff. Ich foldete meine Sechs und Vier offen und Jens zeigte mir nur eine Karte von sich, und zwar eine Sieben. Auf die Frage, was für einen Kicker er habe, sagte er: "Banane", also einen sehr schlechten Kicker. Vielleicht wäre es ja besser gewesen, mit meinen vor dem Flop zu raisen oder zu folden? Was meinen die Leser?

Und so habe ich fast die Hälfte meines Stacks verloren. Nach ca. 20 Min. schrumpfte mein Stack noch weiter, im Omaha Hi/Lo bekam ich folgende Hand gedealt: (einmal suited). Natürlich  raiste ich UTG (mit meinem Shortstack) und zu meiner Freude reraiste Jens (vorher sah er kurz auf meinen Shortstack) sofort nach mir, auf diese Weise wurde einerseits noch mehr Geld in den Pot investiert, wobei ich (vor dem Flop) die beste Hand hatte. Andererseits isolierte mich Jens so vor den anderen Spielern, die ohne Tophand kein doppeltes Reraise bezahlen konnten.  

Und so bin ich mit meinen restlichen Chips all-in gegangen, der Flop brachte , der Turn kam mit und der River mit . Jens deckte auf und so hat er mich mit seinem Full House kurz vor ein Uhr in der Nacht ( noch 288 Spieler waren geblieben ) vom Turnier eliminiert.Trotzdem machen mir den H.O.R.S.E. Turnieren sehr große Freude! 

Fazit: Meiner Meinung nach ist bei den H.O.R.S.E.-Turnieren der Glücksfaktor am kleinsten, denn man muss bei allen fünf Disziplienen sehr gut sein.
Im Vergleich zum reinen No-Limit Hold'em, wo man nur wegen eines Bad Beats seinen gesamten Stack verlieren kann, ist dies im H.O.R.S.E. fast unmöglich!
 

Euer Ivo – The Chess Master 

Hier noch ein Bilderrätsel: Was ist Besonderes auf diesem Foto zu erkennen?


 

 

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner