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ivodonev blog

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Hallo alle miteinander,

ich schreibe, wie ihr ja wisst, normalerweise über meine Turniererfahrungen und damit verbunden über meine Spielweise und Hände. Diesmal mache ich eine Ausnahme und vertiefe ein Thema, das sehr nützlich für alle Pokerspieler ist, sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Spieler.

Nebenher gesagt möchte ich, liebe Leser, gern wissen, ob Berichte solcher Art mehr oder weniger interessanter für euch sind als meine Turnierberichte.

<i>Für mich ist das Pokern ein riesengroßes Thema. Man muss sehr viele Jahre lernen und üben. Da Poker ein so komplexes Thema ist, teile ich die verschiedenen Elemente auf, um es mir zu erleichtern, systematisch zu lernen.</i>

Im Texas Hold'em gibt es mehrere wichtige Aspekte zum Erfolg, den Flop richtig zu spielen ist eine Seite davon. Ich habe nicht vor, den Leser mit vielen und oft langweiligen mathematischen Rechnungen zu konfrontieren. Ich möchte dieses Thema zusammenfassen und etwas über den Schlüssel des Spiels auf den Flop zeigen.

Warum ist es meine Überzeugung, dass das Spiel auf dem Flog einer der wichtigsten Bausteine im Hold'em ist? Er ist so wichtig wie die Bodenplatte beim Hausbau. Das Fundament muss absolut stimmen. Er, der Flop, gibt den Spielern über 70 % Board-Informationen. Hier einige mathematische Erwartungen am Flop:

Am Flop kommen

- Three of a Kind, 0,24 % (von 1.000 Flops zweimal), z.B.: 8 8 8

- drei Suited-Karten, 5,2 % (von 1.000 Flops 52-mal), z.B.:

- drei Straßenkarten, 3,5 % (von 1.000 Flops 35-mal), z.B.:

- ein Paar am Flop, 16,9 % (von 1.000 Flops 169-mal), z.B.:

- zwei Suited-Karten, 55 % (von 1.000 Flops 550-mal), z.B.:

- zwei Connectors-Karten, 34 % (von 1.000 Flops 340-mal), z.B.:

Die Häufigkeit dass ein Flop mit folgender als höchste Karte  kommt ist:

- As: 21,7 %

- König: 18,3 %

- Dame: 15,2%

- Bube: 12,4 %

- Zehn: 9,9 %

- Neun: 7,6 % usw.

Aus praktischer Sicht ist es wichtig zu wissen, dass man beispielsweise in 40 % der Fälle (einfach addieren 21,7 % für ein Ass plus 18,3 % für einen König) am Flop ein K oder A auftaucht.
Oder anderst gesagt bei 60% des Flops kommt keine Ass und kein König.

Hier noch ein Beispiel: Interessant und wichtig ist es für mich zu wissen, wie oft am Flop entweder A, K oder Q kommen, wenn ich zwei Buben habe, also für mich und mein Bubenpaar gefährliche Karten. Dann addiere ich 21,7 % für ein As + 18,3 % für einen König + 15,2 % für Q und erhalte 55,2 %.

Wenn zwei Spieler einen Flop (ohne Paar am Board) sehen, ist es wichtig zu wissen, dass die Wahrscheinlichkeit wie folgt aussieht:

  • Die Wahrscheinlichkeit, ein Paar zu floppen, wenn man zwei verschiedene Rank-Karten verdeckt hat, ist um die 32 %
  • Die beste Hand ist ein Nichtpaar - 26 %, also meistens ein As mit großem Kicker
  • Die beste Hand besteht aus zwei Paaren - 4 % usw.

Davon ausgehend stellt sich die Frage: Wie wichtig ist es zu wissen, wie gut ich im Heads-up abschneide, wenn ich nur ein Paar am Flop habe? Es gibt sieben verschiedene Typen von Flops, aber ich möchte nur den populärsten analysieren.

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass der seltenste Flop aus drei Karten vom gleichen Typ besteht, z.B. 4 4 4, J J J, K K K und so fort.

Aus praktischer Sicht ist es für uns wichtig zu wissen, welcher Typ Flop am meisten vorkommt.

Zwei Karten, die null bis drei Gaps zwischen sich haben, und die dritte Karte ist mit vier oder mehr Gaps von den anderen beiden Karten entfernt. Solch ein Flop kommt fast zu einem Drittel von allen möglichen Flops vor!

Beispiele:

K 8 5 (zwischen K und 8 sind fünf Gaps (Löcher) und zwischen 8 und 5 sind zwei Gaps)

Q 8 3

A 3 9

Q T 4 usw.

Nun nehmen wir einmal den Flop Q 8 3 (Rainbow) unter die Lupe.

Bei solch einem Flop gibt es keine Möglichkeit zu einem Flush- oder Straightdraw. Es eröffnen sich aber sieben Wege, ein Paar zu machen.

Hier die möglichen Paare und die Erwartungen gegen einen Gegner mit zwei Random-Karten:

a) Pocket-Overpair - A A und K K - 88 %

b) Toppaar - A Q, K Q usw. - 86 %

c) Pocket-Underpair mit einer Overcard am Flop - J J, T T, 9 9 - 75 %

d) Second-Paar am Flop - 8 7 usw. - 69 %. Abhängig vom Kicker können die % steigen z.B. A 8 hat 74 %

e) Pocket-Underpair mit zwei Overcards am Flop - 7 7, 6 6, 5 5, 4 4 - die Wahrscheinlichkeit, wenn man eine solche Konstellation im Heads-up hat, dass man die beste Hand am Flop hat, ist um die 56 % (Paar Vieren) bis 62 % (Paar Siebenen)

f) Drittes Paar am Flop - Dreier mit größerem Kicker als die Topkarte am Board (auf diesem Flop die Dame) wie A 3, K 3 usw. - 61 %

g) Pocket-Underpair mit drei Overkarten am Flop wie 2 2 - 45 %

Man sieht auf den ersten Blick eine überraschende Berechnung. Das dritte Paar (A 3 - 61 %) erzielt leicht bessere Ergebnisse als das Pocket-Underpair mit zwei Overcards am Board (Paar Vieren - 56 %, Paar Fünfen - 58 %). Warum wohl? Weil man sich, wenn man ein so tiefes Paar am Board hat und oft hinten ist und den Gegner überholen will, verbessern muss. Das Pocket-Paar hat nur zwei Outs, um sich zu verbessern, aber das Dreienpaar hat fünf Outs zur Verbesserung, nämlich zwei Dreien und drei Kicker-Karten (z.B. drei Asse).

An der obigen Analyse erkennt man, dass im Heads-up gegen Random-Karten (solche Fälle haben wir oft im Spiel Blind gegen Blind) fast jedes Paar - außer Pocket-Underpairs mit drei Overcards - vorteilhaft ist.

Ich hoffe, dass jeder Leser etwas Nützliches für sich in diesem Bericht findet.

Ich habe meine Pläne für 2010 nahezu abgeschlossen. Diese beinhalten ein regelmäßiges Fitnesstraining mit meinem Coach (Diplom-Fitnesstrainer); meine körperliche und meine mentale Stärke sollen dadurch verbessert werden.

Ich werde mit Sicherheit viele EPT-Turniere spielen wie Deauville, Berlin, Snowfest und so weiter. Auch für die WSOP in Las Vegas habe ich einen Monat eingeplant. Selbstverständlich werde ich auch in den Casinos Austria wieder mehrere Turniere bestreiten, weil sich ab Januar 2010 die Startingchips-Dotation enorm verbessern wird. Freitags gibt es für jedes Freeze-out-Turnier(300€ buy in) 10.000 Startchips! Auch die kleinen Freeze-out-Turniere werden Deep Stack (10 000 Startchips), sogar mit ein Buy-in von €100!. So ist es nun vorbei mit den Rebuy-Gamble (nur 2000 Startchips) Turnieren!

Poker ist ein nie enden wollender Lernprozess, auch ich wühle mich wieder durch meine Poker-Bibliothek und durch meine persönlichen Aufzeichnungen, was in einen Fulltime-Job ausgeartet ist. Aber ich mache das gern - und was man gerne macht, das macht man auch gut. Nur darf man nach meiner Ansicht dabei nicht übertreiben, denn es gibt noch andere Dinge im Leben als das Pokerspiel, voran natürlich die Familie.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch in das neue Pokerjahr 2010, ausgezeichnete Gesundheit und gute Blätter! Man sieht sich an den Tischen!

Euer Ivo ,,The Chess Master"

 

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