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ivodonev blog

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Der norwegische Schriftsteller (Knut Hamsun) hat einmal gesagt:
"Ein Zufall, der Gutes bringt (ich treffe beispielsweise zwei Outs), wird als Vorsehung angesehen, ein Zufall jedoch, der böse ausgeht (z. B. ich verliere mit  meinen AA all-in vor dem  Flop), ist Schicksal"


Hallo alle miteinander,

nach der EPT Portugal bin ich von Sevilla nach Gran Canaria geflogen. Mein Ziel war, die perfekte Kombination von Poker und Urlaub zu erleben. Hier in dem südländischen kleinen Ort Maspalomas fand zum zweiten Mal das Finale von Spaniens Poker Tour 2009 mit €300.000 garantiertem Preispool statt.

Das Hotel Costa Meloneras liegt am direkt am Strand und das Casino ist ein Teil dieses wunderschönen Hotels. Die Temperatur lag über 25 Grad, wovon wir Ende November in Mitteleuropa nur träumen können. Es machte richtig Spaß, am Ende des Herbstes hier schwimmen zu können und die Sonne zu genießen. Ich empfehle jedem, der einen tollen Urlaub mit ein wenig Poker erleben will, einmal hierhin zu fahren.

Noch am ersten Abend saß ich am Pokertisch, um an dem Supersatellite (Buy-in: €220) mit unlimited Rebuys (je €100) teilzunehmen. Das Teilnehmerfeld war klein, aber fein. Um die 55 Kämpfer, hauptsächlich spanischsprechende Pokerspieler, waren gestartet. Nach dem Beenden der Rebuy-Phase (Level 3) wurde festgestellt, dass es acht Tickets (zu je €3.200) für das Main Event zu gewinnen gäbe. Ich persönlich benötigte zwei Rebuys und hatte meinen Stack bis zum Ende der Rebuy-Phase auf Double-Average aufbauen können. Es war spät in der Nacht, kurz nach drei Uhr. Wir waren noch neun Spieler, aber es gab nur acht Preise, wir befanden uns kurz vor dem Final Table. So wurde eine Art Katz-und-Maus-Spiel begonnen. Die kleinen Stacks zitterten um ihr Leben und spielten sehr tight in der Hoffnung, dass jemand mit einem größeren Stack Fehler machte. Nun lagen die Blinds bei 600/1.200 und die Ante war 100. Die Chipsituation war ungefähr so:

Platz 1: Chipleader, ca. 150.000

Platz 2: ein Däne, um die 50.000 (siehe Foto unten)

Platz 3: ich, ca. 15.000

Platz 4 bis 7: Stacks zwischen 16.000 und 30.000

Platz 8: eine hübsche spanische Lady, ca. 7.000

Platz 9: ein sehr shorter junge Spieler, ca. 3.000

Der überlegene Chipleader, ein junger Franzose, der fast die Hälfte von dem gesamten Chipbestand hatte, raiste jede Hand. Natürlich foldeten alle und der Aggressor zeigte meistens eine Karte wie eine Sieben oder eine Drei, er fühlte sich wie der Big Boss. So wurde offensichtlich, dass er mit irgendwelchen zwei Karten all-in stellte, weil niemand Widerstand leisten und gegen ihm antreten konnte. Logisch, oder? Von allen Spielern war der unglücklichste mein rechts von mir sitzender dänischer Nachbar. Nach siebenmal in Folge all-in konzentrierte sich dieser Däne auf seine Karten und murmelte auf Englisch etwas wie: "Ich habe die Schnauze von dir voll." Nach einer Minute der Überlegung war seine große Entscheidung gefallen: Call!

Alle foldeten sofort und waren auf den Kampf der Titanen gespannt, nämlich der überlegene Chipleader gegen den Second Chipleader. Der Franzose deckte eine mittelmäßige Hand, , auf und unser Hero öffnete -off und sagte gleichzeitig stolz: "Ich wusste, dass ich besser bin!" Einige Leute lachten sich fast tot, weil dies ein Wahnsinnscall war. Er lachte auch mit, bis dann alle Karten auf dem Board lagen. , dann erstarrte das lachende Gesicht des Dänen zu Eis. Erst jetzt kapierte er, was ist passiert war. Er hatte den größten Fehler gemacht, den ich je gesehen habe. Statt jede Hand zu folden und abzuwarten, dass der Shortstack (dieser hatte nur circa zwei Big Blinds!!!) stirbt, wollte er den Sheriff am Tisch spielen und schied als Second Chipleader … und als Bubbleboy aus. Unglaublich!!! 

Mein Fazit: In Satellites kann man in der Bubble-Phase, wo es um mehrere Tickets geht (der erste und der achte Platz sind gleich viel wert!), als mittlerer Stack, falls hinter einem größere Stacks an der Reihe sind, ruhig jede Hand vor dem Flop folden! Und in dieser Situation, wenn der Chipleader all-in spielt und es am Tisch zwei oder drei extreme Shortstacks gibt, muss der Second Chipleader sogar AA vor dem Flop folden! Im Texas Hold'em ist so eine Situation ganz selten, in der man AA vor dem Flop nicht spielen darf!

Nach dem Ausscheiden des dänischen Hero sprang der extreme Shortstack auf Platz 9 vor Freude bis zur Decke, da er theoretisch ja klinisch tot gewesen war und dank eines großen Fehlers des anderen Spielers das Ticket gewonnen hatte.

Für das Main Event möchte ich ganz kurz zusammenfassen: Die Struktur war wunderbar, wie bei der EPT, und die Organisatoren haben den versprochenen Preispool mit €300.000 € trotz "nur" 98 Teilnehmern eingehalten.

Ich persönlich überstand Tag 1 mit einem Stack unter Average und an Tag 2 konnte ich nur eine Hand aktiv spielen. Alle foldeten bis zum Cut-off, der auf drei BB raiste, ich fand als Shortstack im BB und reraiste auf 16 BB all-in. Er dachte lange nach. Ich war mir sicher, dass in dieser Situation die Fold Equity meines Gegners ziemlich hoch war, weil er in später Position raiste und selbst um die 20 BB hatte. Schlussendlich callte er und drehte -offsuit um. Diesen Coinflip hatte ich verloren und war somit ausgeschieden.

Man kann an ein so frühes Ausscheiden auch positiv betrachten: mehr Zeit für Schwimmen oder Cashgame.

Ich bin sicher, dass Poker auf Gran Canaria eine große und aussichtsreiche Zukunft hat.

Hier ein Leckerbissen vom Main Event (siehe Foto unten): Es ist brutal wenn man so ausscheidet, oder?
 

 


Euer Ivo "
The Chess Master"

 

"Kein (Poker-)Sieger glaubt an den Zufall." F. Nietzsche

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