javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

ivodonev blog

ivodonev blog
Send PM

Zuerst möchte ich die Lösung meines Bilderrätsels aus meinem vorherigen Beitrag verraten. Wie einige schon richtig erkannten, der Spieler spielt mit dem Fuß, weil er keine Hände hat. Ich habe große Achtung vor solchen Menschen und es fasziniert mich immer wieder, wie universal das Pokerspiel ist (Poker ist ein wunderbares Gesellschaftsspiel, in Europa ab 18 Jahren erlaubt, in den USA ab 21 Jahren) und in wie vielen Lagen und Situationen (im Auto, im Zug, im Flugzeug, unter Wasser, sogar im Kosmos ...) dieses Spiel erfolgreich gespielt werden kann!

Ich habe einige Tage vor dem Main Event das Ticket für den ersten Tag (3. Juli) gekauft, am 2. Juli habe ich mich dann aber kurzfristig dazu entschieden, mein erstes Super-Satellite zu spielen. Die Kosten beliefen sich auf $1.060 und es sind 473 Teilnehmer angetreten, die um 44 Main-Event-Tickets kämpften. Das Satellite startete um 13°° Uhr und dauerte bis 23°° Uhr. Ich konnte meinen Chipstand noch im ersten Level verdoppeln und so habe ich meinen Stack konstant aufgebaut, es ohne große Gefahr bis zu den letzten 44 Spielern geschafft und somit ein Ticket (oder $10.200 Cash, falls man schon ein Ticket hatte) erhalten. Weil dieses Satellite mich viel Kraft gekostet hatte und es auch schon sehr spät geworden war, habe ich mich entschieden, das Ticket für den 3. Juli zurückzugeben und ein neues Ticket für den 4. Juli zu erwerben. Nachdem ich das Ticket erhalten hatte, Tisch 25, Platz drei, bin ich sofort in Richtung meines Hotelzimmers gegangen, um mich auszuschlafen und für das große Event vorzubereiten. In der Eingangshalle meine Hotels (Rio) habe ich Benjamin Kang von PokerToday getroffen, er war gerade aus dem ersten Tag des Main Events ausgeschieden. Und er erzählte mir, wie es passiert war. Auf dem Bord lagen , er hatte absolute Nuts in der Hand, (Straße), und sein Gegner (Top Two Pair). In dieser Situation gingen beide all-in, leider konnte sein Gegner am River dann ein Full House machen und hat so Kang aus dem Turnier eliminiert. Ich dachte mir, mein Gott, auf diese Weise beim WSOP Main Event (mit Nuts am Turn) auszuscheiden ist grausam, hoffentlich passiert mir so etwas nicht.

Am nächsten Tag habe ich mich mit großer Freude und großen Hoffnungen pünktlich um 12°° Uhr an meinen Platz gesetzt. An meinem Tisch waren für mich unbekannte Spieler, ausgenommen ein FullTillt-Pro auf Platz acht namens Hal Lubarsky.

        

 

   
Es ist unglaublich, aber dieser Spieler ist blind, er hatte eine Dame neben sich, die ihm alle Vorgänge (und seine verdeckten Karten!) sagte. Auf Platz eins war ein junger, aggressiver Spieler, auf den Plätzen zwei, vier und neun waren passive, unerfahrene Spieler, auf Platz fünf war ein älterer Herr (sein Name ist Stuart W., auf dem Bild unten mit dem roten Sakko) aus London, der mit John, dem EPT-Boss, gesprochen hatte (was für mich bedeutete, dass er vermutlich ein erfahrener Spieler aus England ist).  

                  

 

      

Wir starteten mit einem Stack von 20.000 Chips, bei einem Zweistundenlevel, die Blinds waren 50/100.

Mein Plan war, das erste Level tight zu spielen, um zwei Ziele zu erreichen:  

A) ein solides Image aufzubauen.

B) ein Minimum an Risiko einzugehen, weil die Blinds im Vergleich zu den anfänglichen Chipstacks sehr klein waren.

Und so habe ich im ganzen ersten Level nur vier Tophände gespielt. In der allerersten Hand habe ich mit auf 300 geraist, nur der Big Blind hat gecallt, Flop, Turn und River waren nur kleine Karten und wir beide haben durchgecheckt. Er zeigte und so habe ich meine erste Hand gewonnen.   
Nach einer Stunde Spielzeit erhielt ich ein Paar Asse im Small Blind, alle haben bis zu mir gefoldet, ich habe auf 300 geraist. Der Big Blind, ein relativ passiver Spieler aus Argentinien, hat plötzlich auf 1.100 geraist, ich dachte mir, wenn ein passiver Spieler reraist, dann hat er sicher eine starke Hand. Und ich erhöhte auf 3.000, er callte sofort, der Flop brachte . Ich dachte, dass er entweder oder ein gutes Paar hat, in beiden Fällen war ich sicher, dass Checken hier die richtige Option war, weil er, wenn ich gewettet hätte, sicher sein Paar (wegen des As am Flop) weggeschmissen und nur mit bezahlt hätte. Wenn ich aber gecheckt hätte, hätte er theoretisch mit seinem Paar wetten können, um selbst ein As zu repräsentieren.
Und noch etwas, ich hatte jetzt keine Angst, eine Freecard zu geben, denn es hätte ja sein können, dass er am Turn mit seinem Paar ein Set (Drilling) traf, ich aber hatte schon mein Set (Drilling) Asse. Und so hat er auch am Flop gecheckt, am Turn kam . Jetzt bekam ich plötzlich Angst, dass er in seinen Karten ein Herz hatte und so einen Flushdraw bekam, darum spielte ich relativ hoch und zwar 5.000. Falls er einen Flushdraw hatte, wollte ich es ihm teuer machen, wenn ihm der König geholfen hatte, würde ich Action bekommen. 
Leider foldete mein Gegner. Am Ende des ersten Levels raiste der aggressive Spieler auf Platz eins (er hat oft am Button meinen Big Blind angegriffen!) UTG auf 300, Platz zwei, drei und vier haben gefoldet, aber Stuart, der alte Herr aus London, reraiste auf 1.000. Alle foldeten, nur der ursprüngliche Raiser callte. Der Flop war , der Spieler von Platz eins feuerte 1.400 in den Pot, Stuart raiste auf 4.000, nach kurzer Überlegung ging der Spieler auf Platz eins mit seinem gesamten Stack all-in. Stuart callte und drehte ein Paar Asse um, der Spieler auf Platz eins zeigte ein Paar Siebenen (hatte also ein Set). Innerlich wollte ich, dass der alte Herr gewinnt, denn Platz eins war ein starker, aggressiver Gegner. Und das Wunder passierte tatsächlich, denn bei der letzten Karte am River bekam Stuart ein As.

     

 

                
So wurde Stuart W. Chipleader am Tisch. Nach Level eins hatte ich meinen Stack ohne jegliches Risiko von 20.000 auf 26.000 ausgebaut.
Wir spielten in Level zwei schon etwa 20 Minuten, als Folgendes passierte: Ich war mit (der Lieblingshand von Phil Hellmut, mit der er 1989 Weltmeister geworden ist) im Big Blind und ... 

... Fortsetzung folgt!

Gestern Abend habe ich vor dem Hotel Rio einen bekannten deutschen Pokerspieler getroffen. Er sagte zu mir: "Ivo, ich bin momentan pleite, ich habe gerade beim Black Jack meine gesamte ( für WSOP) Bankroll (über $70.000) verloren, kannst du mir bitte so viel Geld als möglich bis 9.07 ausborgen?Ich werde nie wieder Black Jack spielen!" Ich habe ihm $100 für Essen und das Taxi gegeben, weil ich in der Pokerwelt mit dem Ausborgen von viel Geld schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe. Meine Prinzipien im Poker lauten: Ich selbst leihe mir nichts von anderen aus und borge auch niemandem mehr etwas! ( aber für kleine Beträge an Poker Freunde, die im Not sind, gibt es selbstverständlich  Ausnahmen) Gegen Ende der WSOP gibt es oft solche Fälle und Spieler!

Was meint ihr als Leser dazu, wie reagiert ihr in solchen Fällen oder welche Erfahrungen habt ihr schon gemacht?

Euer Ivo Donev – The Chess Master 

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner