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ivodonev blog

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/Mär/2010

Die Achterbahn beim EPT Snowfest

Von: ivodonev @ 13:39 (CEST) / 6 / Kommentar ( 8 )

Hallo alle miteinander,
  endlich ist die EPT wieder "zu Hause in Österreich", und zwar mit so einem humanen Buy-In von €3750. Es war kein Wunder, dass das Turnier mit 546 Teilnehmern restlos ausverkauft war. Und etwas war neu – man sieht das in der österreichischen Pokerszene eher selten – das ganze Turnier und sogar die Cash Games Tische spielten sich in ,,sauberer Luft‘‘ ab, es war also totales Rauchverbot. Außerdem war die Umgebung  fantastisch, das Luxushotel Alpina Palace liegt wie eine Perle in dem wunderschönen Tal,  das für Urlauber wirklich alles zu bieten hat.
  <i>Warum ich die EPTs am Tag 1B bevorzuge</i> Meine Gründe, warum ich meistens Tag 1B bei EPTs bevorzuge sind: Erstens habe ich mehr Zeit, mich zu akklimatisieren, zweitens das Spielerfeld zu beobachten. Drittens verringern sich die Hotelkosten um einen Tag und kann somit einen Tag mehr zu Hause bei meiner Familie sein. Nach so vielen Reisen ist oft sogar ein Tag viel wert. Ich hatte sehr optimistisch begonnen und noch im Level 2 einen fetten Pot mit gegen gewonnen. Ich hatte einen nicht sehr schweren Tisch gehabt und bis zum Level 9 war es nur aufwärts gegangen. So hatte ich mein Starting Stack von 30.000 auf circa 170.000 aufgebaut. Im letzten 9. Level am Tag 1B waren die Blinds 500/100, Ante 100. An meinen Tisch wurde  Marcel Koller (mit circa 50.000) gesetzt. Er ist ein junger, furchtloser und aggressiver Spieler (6. Platz beim EPT Berlin!) aus der Schweiz, der aber offensichtlich wenig Turniererfahrung hat. (http://pokerdb.thehendonmob.com/player.php?a=r&n=109114) Meine erste Begegnung/Kampf mit diesem Spieler hatte mit einem ,,blauen Auge‘‘ für mich geendet. In mittlerer Position raiste er auf 2.500, alle foldeten bis zu mir, und ich fand im Big Blind (mit circa 170.000) . Für solche Big Suited Connectors und Pot Odds 1 zu 3,3,  also 1.500 für 4.900 (SB+BB =1.500 + Ante 900 + Raise 2.500) und meinem riesigen Stack ist ein Call in dieser Situation einfach Pflicht. So hatten wir Beide den Baby-Flop gesehen: ; Turn:  ; River: Ich checkte, und das tat auch Marcel, kein Conti-Bet von ihm war eine Überraschung für mich! Am Turn wettete ich bescheidende 3.000, da ich dachte, dass mein Top Paar jetzt gut sei. Das aber war zu wenig für Marcel, der auf 8.000 erhöhte, um den River zu sehen. Ich callte ruhig, aber ohne genaue Vorstellung, was für eine Hand mein unbekannter Gegner haben könnte. Außerdem hatte ich zu diesem Zeitpunkt mehr als den dreifachen Stack als Marcel. Am River checkte ich vorsichtig mit der Hoffnung auf einen freien Showdown. Jetzt aber hatte mein Gegner den Hammer ausgepackt und schob sage und schreibe um die <i>40.000 (ALL-In)</i> in die Mitte hinein – ein gewaltiges Overbet - fast die doppelte Potgröße. Wow! Was bedeutete wohl ein so riesiger River-Bet, begann ich  zu grübeln, entweder eine Bomben-Hand oder ein totaler, riskanter und überzogener Bluff? Es war für mich sehr schwer irgendwelche Stützpunkte bei der Analyse zu finden. Schlussendlich, mit Bauchschmerzen, foldete ich offen meine Karten und in diesem Moment öffnete Marcel stolz seine Karten: off-suited für einen totalen Bluff. Erst am Ende des Tages 3 (siehe Level 19) hatte sich herausgestellt, dass dieser Fehler im Level 9 extrem teuer für mich  war. Am Ende des Tages 1B war ich glücklich mit meinem super aufgebauten Stack von 160.000, das war sogar Second Chipleader am Tag 1B!   <i>Tag 3 - Ende der Achterbahn</i> Im Level 19 Blind 5k/10k + Ante 100 passierte dies: Links von mir am restlichen Vierer-Tische saß wieder genau der gleiche Spieler: Marcel Koller, gegen den ich im Level 9 hätte gewinnen können. Er hatte nun zu diesem Zeitpunkt um die 200.000 Chips. Ich hatte auch ein wenig mehr als 200.000 Chips und bekam UTG und . Mein Tisch war ziemlich aggressiv und oft gab es nach den Standard-Raises als Antwort mehrmals Reraises. In diesem Moment hatte ich kurz überlegt und gedacht: Wenn ich jetzt mit 30.000 raisen würde, aber ein Reraise von 90.000 als Antwort käme, was dann als weiteres Agieren? Folden, callen oder All-In gehen mit 200.000? Tja, das wäre eine echt verdammt schwere Situation! In diesem Moment sagte eine mutige innere Stimme in mir: „Ivo, in diesem späten Turnierstadium ist eine Big Hand. Du kannst jetzt nicht mit Premium-Händen raisen und auf ein Reraise folden. Push direkt All-In, dann hast du keine Kopfschmerzen!“ Gedacht getan, ich pushte All-In, und links von mir schob Marcel Koller alle seine Chips sekundenschnell in die Mitte. Alle foldeten sofort, und ich war gespannt, womit mein Gegner dieses All-In gegen einen UTG-Raiser so schnell callen würde. Ich dachte, er hätte mindestens , :xK oder sogar . Showdown: Ich gegen seine , also ein Coin-Flip. Na ja, das war keine große Überraschung, da mein Gegner offensichtlich seine Hand überschätzt hatte. Ich meinte, wenn ich auf 30k raisen würde, und er pusht dann All-In, dann wäre das eine ganz andere Geschichte. In dieser Variante müsste ich wahrscheinlich folden. Aber wenn ich selber All-in pushen würde, wäre es für ein mittleres Paar sehr, sehr schwer All-In zu callen, einfach weil es so keine Fold Equity geben würde. Im Nachhinein, wenn ich mit frischem Kopf darüber nachdenke, war mein Push leider auch ein kleines Overbet. Das erinnert mich an meinen Push am Cut off mit bei dem letzten Zweiertisch bei der EPT London 2009: http://ivodonev.intellipoker.de/index.php/2009/10/26/ept-london-teil-4-wie-teuer-kann-ein-fehler-sein/ Solche Fehler führen mich zum Gedanken, dass ich im späten Turnierstadium zu aggressiv spielte und nicht flexibel genug war, den Gang in richtigen Moment zurückzuschalten. Nach diesem Pot war mein Chipsstand katastrophal - circa 15.000 - mein Gegner war dagegen fast im siebten Himmel mit seinen circa 440.000 Chips Average gelandet. Marcel hatte es durch diesen Pot sehr weit nach vorne geschafft und nur knapp den Final Table (als 12.) verpasst. Herzliche Gratulation!
  Fazit: In den späten Turnier-Phasen gab es oft pre-flop All-In Heads-up Situationen, bei dem eine Seite ein Paar hatte und die andere 2 Overcards. In solchen Coin-Flip Situationen ist von großer Bedeutung, wer den letzten Schuss (z.B. Reraise All-In) abfeuert, weil der Aggressor so gewisse Vorteile hat aufgrund der möglichen Fold-Equity.   Nachher hatte ich mich zwei Mal verdoppelt können, aber trotzdem war sehr bald auf folgende Weise meine Achterbahn auf Platz 34 beendet: Ich war im Level 19 (5k/10k+Ante 1k) im Big Blind mit circa 60k, sozusagen das kürzeste Stack der restlichen 34 Spieler. UTG-Marcel raiste etwa gegen 30k, alle foldeten bis zum Button, der auf 100 k reraiste. Ich schaute meine Karten an: ein Paar . Und hatte folgende Überlegungen angestellt:         a)      Gegen Raise und Reraise: Ein kleines Paar steht wahrscheinlich hinten         b)      Die Pot Odds - ich müsste 50k nachzahlen, um 114.000 zu gewinnen         c)       Falls ich folden würde, bliebe ich extrem Short mit 50k bei M = 2, eine Runde kostet 24k!
d)     
Falls ich callte und gewinne würde hätte ich 164.000 (fast 3-fach als mein Stack vor diesem Spiel), also fast M=7

  Nach langen Hin und Her callte ich optimistisch und Marcel foldete offen. In diesem Moment fragte ich meinen Gegner, ob er haben würde. „Yes“ war die Antwort. Dieses Mal war meine Entscheidung richtig – Coin-Flip bei guten Pot Odds (und dazu hatte Marcel ein Ass gefoldet), aber die Freude war sehr kurz, da die erste Karte auf dem Flop ein König war. Dann folgte ein kurzer Prozess, ich bekam keine Hilfe von Board und wurde nach Hause verabschiedet.
In diesem Moment war ich leider voll verwirrt, sogar meine Sony Fotokamera hatte ich im Turnierraum vergessen. Später hatte an der Hotel Rezeption nachgefragt, aber niemand hatte die Kamera abgegeben.

Am Ende möchte ich einen Pokerfreund und gleichzeitigen Schüler von mir, Christian Oswald aus Hannover, recht herzlich für seine Erfolge beim EPT Saalbach Hinterglem gratulieren! Zuerst hatte Christian beim Super Sattelite das Tickets für EPT gewonnen, dann gewann er am letzten Tag das 500€ buy in Side-Event!

Vor dem Hotel Alpina Palace traf ich drei Bekannte von mir: Ex-Fußballprofis (1. und 2. Bundesliga). Alle Drei sind aktive und erfolgreiche Pokerspieler geworden. Achtung Fußballfans, aufgepasst: Wer kennt die Namen dieser drei Ex-Fußballprofis und in welchen Fußballvereine haben sie gespielt?
 
  Naja, der Vorteil beim Pokern liegt im Vergleich mit anderen Sportarten auf der Hand: Keine Altersbeschränkung!

Euer Ivo,,The Chess Master''

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