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/Sep/2008

Endlich Final Table und … die Asse!

Von: ivodonev @ 17:28 (CEST) / 101 / Kommentar ( 474 )

Hallo alle zusammen,

wie ich in meinem vorherigen Beitrag erwähnt habe, spielte ich in der Woche vom 26. bis 31. August die Turniere im Casino Bregenz. Nachdem ich in der letzten Woche beim Freitagsturnier als Bubbleboy (7 Platz bei 6 Preisen!) mit einem Paar gegen (As am River) ausgeschieden war, hat es nun endlich geklappt, beim €1.000-Buy-in-Turnier den Final Table zu erreichen. Zuerst möchte ich ein wenig über den Turnierverlauf berichten.

Das Turnier: 96 Teilnehmer, 8.000 Startingchips (total: 768.000), 45-min-Level, die Blinds im ersten Level: 25/50.

An meinem Tisch (ich saß auf Platz 3) waren einige bekannte Spieler wie Dr. Michael Keiner auf Platz 5 (für mich im Moment einer der besten deutschen Pokerspieler!), Jan Jachtman auf Platz 6 (der Boss der Zeitung „PokerBlatt“), Sandra auf Platz 1 (eine junge Dame aus Berlin, Finalistin des CAPT Graz), Gerhard auf Platz 8 (Gerhard ist ein Businessman aus Vorarlberg, der „high action“ beim Poker liebt).

Ich gab in Level 1 ordentlich Gas und versuchte mit einem loose-aggressiven Stil, das Kommando am Tisch zu übernehmen. Offensichtlich aber war Michael mit meinem Spielstil nicht einverstanden und  begann mir oft positionelle Calls zu geben und mich auf späteren Straßen unter Druck zu setzen. So wurden wir oft in ein Heads-up verwickelt, wobei Michael einen Vorteil hatte, da ich auf Platz 3 und er auf Platz 5 war. So musste ich fast immer als Erster sprechen. Allmählich  schmolzen meine Chips dahin (und bei Michael, im Gegenteil,  vermehrten sie sich). Deshalb musste ich meinen Plan sofort ändern und einen Gang zurückschalten, um auf bessere Gelegenheiten zu warten. In Level 3 (100/200) war ich am Button mit und alle foldeten zu Sandra (Platz 1), die auf 700 raiste. Mit Position auf den Raiser mixe ich mein Spiel, 50 % Call und 50 % Reraise. Weil sie nur noch einen Rest von 3.600 Chips hatte und in späterer Position raiste, dachte ich, dass jetzt ein Call die höheren Chancen als ein Reraise hatte, um mehr Chips zu gewinnen. Der Blind foldete und so waren wir im Heads-up. Der Flop brachte (rainbow) und Sandra schob nach kurzer Überlegung alle ihre Chips in die Mitte. Ich callte sofort und sie drehte um. Meine Asse haben gehalten und so habe ich 4.300 zu meinem Stack hinzugefügt. Für sie war sehr schwer zu erkennen, ob ich 2 große Karten oder ein besseres Paar als ihre hatte. Im Pot waren 1.700 und falls sie eine Wette in Potgröße spielen würde, wäre sie praktisch pot-committed gewesen. Darum dachte ich, dass man, um sich die Info zu holen, ob deine gut in einer solchen Situation sind, nicht unbedingt all-in gehen muss. Ein Check wäre billiger gewesen …

Auch in Level 3 war ich im Big Blind mit , Michael Keiner hatte in früherer Position auf 600 geraist, 3 Leute nach ihm haben gecallt, jetzt hatte ich zwei Optionen:

A) zu checken und den Flop billig zu sehen. Aber in diesem Fall out-of-position (gegen 4 Gegner) waren meine Buben sehr verwundbar.  

B) zu raisen und zu versuchen, den Pot sofort zu gewinnen

Nach langer Überlegung habe ich mich für die zweite Option entschieden und ich raiste ziemlich hoch auf 2.900. Offensichtlich war das für Michael Keiner zu wenig, denn er ging sofort mit dem ganzen Stack all-in (in diesem Moment als Chipleader). Jetzt war für mich klar, dass ich einen Fehler gemacht hatte und mindestens gegen oder ein großes Paar spielen würde. Schweren Herzens foldete ich nach längerem Grübeln meine Karten. In Level 9 (Blinds: 600/1.200 und Ante: 100) hatte ich 13.000 in Chips, weit unter Average.

Und so war ich gezwungen, wenig aktiv zu spielen. In dieser Situation raiste ich 2 Hände hintereinander in späterer Position, und . Alle haben gefoldet und ich konnte die Blinds und Antes risikofrei einsammeln. Beim dritten Mal in Folge raiste ich vor dem Cut-off mit einem Paar Damen auf 4.000, nach mir kam Michael, er war offensichtlich mit diesem Betrag nicht einverstanden und reraiste mich auf 13.000, exakt mein All-in (er war am Button), alle haben weggeschmissen und ich habe natürlich gecallt. Er drehte um, meine Damen hielten und so konnte ich verdoppeln. Ich verstehe den Move von Michael absolut, da ich 3-mal in Folge, in mittlerer und später Position, geraist hatte, so dachte er wahrscheinlich, dass ich nicht immer eine gute Hand haben kann, außerdem hatte Michael zu diesem Zeitpunkt dreimal mehr Chips als ich. 

Mit Chipposition knapp unter Average habe ich eine lange Durststrecke durchgehalten, bis zu den letzten 14 Leuten. Wir waren an 2 Tischen mit je 7 Leuten und an meinem Tisch rechts von mir saß der FullTilt-Pro Marco Liesy. Die Blinds waren im Vergleich zu meinem Stack gigantisch, 2.000/4.000 und Ante von 500. Ich war im Big Blind und alle haben weggeschmissen, bis zum Small Blind, Chipleader Marco. Er warf einen Blick auf meinen Babystack und ich hörte die unangenehmste Aussage, nämlich: „All-in“. Ich schaute langsam meine Karten an: … off. Na ja, das ist eigentlich eine gute Heads-up-Hand, besonders wenn:

a) ich shortstacked bin.

b) der Chipleader mich in Steal-Position all-in setzt.

Ich callte und was sah ich: Er deckte auf. Mein As-hoch hatte gehalten und so war ich knapp unter Average, mit etwa 50.000!  

Nach nur 10 Minuten waren wir nur noch 10 Spieler und so wurde eine neue Platzlosung für den Final Table vorgenommen. Ich hatte Glück (Achtung: Im Poker gibt es Glücksfaktoren der besonderen Art, z.B. näher am Button einen Platz zu bekommen, angenehme Tisch zugelost zu bekommen, solide passive Spieler zu meiner linken Seite zu haben usw.) und zog Platz Nr. 10, wo der Button war. Somit hatte ich mehr Zeit, gute Karten abzuwarten, bevor die teureren Blinds (2.000/4.000) zu mir kommen würden. Nach ca. 15 min Spiel war ich wieder im Big Blind und alle bis zum Button hatten gefoldet. Der Button (Platz 8), Constantin Mayer (ein ziemlich aggressiver Spieler, der in den letzten paar Stunden einen fantastischen Lauf hatte – er hat x- mal den Coinflip gewonnen!), schob, mit einem Chipstack von über 100.000,  bei einem Average von ca. 75.000, blitzschnell seinen gesamten Stack in die Mitte. Der Small Blind foldete und alle Blicke konzentrierten sich jetzt auf mich. Ich war  mir ziemlich sicher, dass dieser große Overbet nicht eine sehr starke Hand bedeutete, darum habe ich mich entschieden, selbst wenn ich nur 1 As sehe, ihn zu callen! Ich sagte: „Wenn ich ein As in meinen Karten finde, werde ich dich callen.“ So schaute ich meine Karten ganz langsam an, und tatsächlich, gleich die erste Karte war ein As.Dann schaute ich meine zweite Karte auf und es war ... auch ein As! Ich callte ( mit circa 70 000 Chipstack) und schob alle meine Chips in die Mitte. Constantin drehte seine Karten um – .  Ich drehte meine Asse um, die Spannung stieg, auch deshalb, weil es der erste All-in-Call am Final Table war. Wie auf den Fotos zu sehen, hat Constantin eine Straße gemacht und mich nach Hause ( als zehnte - 1460 € ) geschickt, aber mit freundschaftlichem Handschlag und der Aussage: „Sorry, Ivo“. 

 

Werfen wir kurz einen Blick auf die mathematischen Erwartungen zwischen diesen zwei Kartenkombinationen und

A) Vor dem Flop: 92,2 % zu 7,8 %

B) Nach dem Flop: 80 % zu 20 %

C) Nach dem Turn: 3,5 % zu 96,5 %

D) Nach dem River: 0 % zu 100 %

 

Fazit: Im NL Hold’em gibt es für niemanden eine Versicherung gegen Bad Beats. Jeder Spieler hat auf Dauer denselben Glücksfaktor und die gleichen Pechsträhnen. Es ist für dich aber wichtig, wann und gegen welchen Stack du diese Bad Beats erlebst.

a) In der Anfangsphase des Turniers hat ein Bad Beat wesentlich weniger Bedeutung als am Final Table (oder kurz vor dem Final Table).

b) Falls ich Bad Beats bekomme, bedeutet das in dem Moment, in dem mein Gegner den größeren Stack hat als ich, das Ende für mich. 

c) Darum ist es extrem wichtig, in der Anfangsphase des Turniers so schnell wie möglich einen großen Stack aufzubauen, um unvermeidlich kommende Bad Beats zu überstehen!

Die Lösung zu meinem letzten Rätsel: Welche Hand hat die besten Chancen (über 23 %) gegen vor dem Flop (selbstverständlich ausgenommen gegen die anderen ) und warum?

Ich freue mich, dass sehr viele von euch, liebe Leser, die richtige Antwort herausgefunden haben. Die besten Chancen gegen die Asse hat suited (natürlich ohne dass eines der Asse die Farbe von hat) mit 23,1% . Es ist klar, dass Suited Connectors am besten gegen die Asse abschneiden, weil sie 2 Paare, eine Straße, einen Flush oder sogar einen Drilling machen können, aber warum genau ? Weil sie die kleine Straße für die Asse wegnehmen, z.B.: Am Board liegen .

Am Schluss möchte ich einige Heads-up-Statistiken zwischen den Assen und den anderen Karten vorstellen. Die Prozente können ein wenig schwanken, weil sie abhängig von der Farbe der Karten sind.

gegen suited: 76,9 % gegen 23,1 %

gegen suited: 77,3 % gegen 22,7 %

gegen ein Paar:         80,9 % gegen 19,1 %  ( bis )

gegen :           87,1 % gegen 12,9 %

gegen :            91,7 % gegen 8,2 %

gegen :           92,1 % gegen 7,8 %

gegen :          93,5 % gegen 6,5 %

Schlussfolgerung: Den kleinsten Vorteil (ca. 77 %) haben die Asse gegen die Suited Connectors (besonders, wenn die Asse andere Farben als die Connectors haben) und den größten gegen (ca. 93 %). Darum ist es vorteilhaft, wenn man mit den Assen so viel Geld wie möglich vor dem Flop von seinen Gegnern in den Pot locken kann!

Euer Ivo The Chess Master ©

Achtung Fußball-Poker-Fans aufgepasst! Wie ich schon berichtet habe, werde ich die Poker-Turnierwoche am Goldstrand (Bulgarien) von 12. bis 21.September (http://teamat.intellipoker.com/index.php/2008/08/12/pokern-im-urlaub/) spielen. Dort werden ich (und andere Fußball-Poker-Freunde) die Gelegenheit haben, ein großes UEFA-Fußballmatch zwischen dem starken VFB Stuttgart und Lokalematador Cherno More Varna anzuschauen, da am 18.09. in Varna (nur 18 km von Goldstrand entfernt!) das erste Europa-Cup-Fussballmatch zwischen den beiden renommierten Mannschaften stattfinden wird.

http://www.fussball.com/spiel-695594-pfc-cherno-more-varna-gegen-vfb-stuttgart/18-09-2008.html

 

 

 

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