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ivodonev blog

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Es war eine lange Reise. Ich habe mich entschlossen, mit dem Nachtzug (Schlafwagen) von Bregenz nach Budapest anzureisen. Während der Zug von Bregenz nach Wien mit einer Reisezeit von neun Stunden nur fünf Minuten Verspätung hatte, dauerte die Strecke Wien-Budapest anstelle der angekündigten drei Stunden sage und schreibe viereinhalb Stunden. Dass sich die ungarische Finanzkrise bereits auf den internationalen Zugverkehr auswirkt, hätte ich nicht erwartet.

Vorrangig möchte ich mich hier in Budapest voll und ganz auf das EPT-Main-Event (Buy in: €4.350) zu konzentrieren und die Side-Events erst einmal beiseite zu lassen. Die Hauptgründe für meinen Entschluss sind folgende:

1.) Der Main Event ist im Deep-Stack-Format (10.000 Chips, Startlevels: 25/50, einstündige Levels).
2.) Turnierbeginn ist 13 Uhr und Tag 1 wird gegen 22/23 Uhr beendet sein, was meinen gewohnten Schlafrhythmus nicht beeinträchtigt.
3.) Das Turnier ist ein Nichtraucherturnier (ich als Nichtraucher fühle mich in der Konzentration gestört bei zuviel Rauch und Dampf) und Zuschauer sind keine zugelassen.

Ausgestattet mit Block, Stift und Kamera suchte ich mir den interessantesten Tisch des Saales und blieb am Tisch des Jung-Superstars Annette Obrestad stehen. Ihr Stil und ihre Moves waren der Grund, weshalb ich mir rund eine Stunde als stiller Beobachter das Spiel der Norwegerin ansah. Unglaublich, was ich da erleben durfte! Angefangen hat das Ganze mit folgender Situation: vs. off. Beide preflop all-in und siehe da: Spieler 1 trifft perfekt, etwa wie eine Sechs im Lotto, er hat nämlich einen ROYAL FLUSH und gewinnt gegen eine STRASSE. Das Foto zeigt den strahlenden Sieger plus das Board.

              

     

                  

Es dauerte nicht lange, da gewann dann Annette einen großen Pot mit Pocket-Zweien, Board: , gegen zwei Spieler mit Pocket-Achten und . Am Flop wanderte das Geld in die Mitte, Annette coverte beide und riverte sogar noch Vierlinge.

Somit eliminierte sie zwei Gegner auf einen Schlag, was sie mit Abstand zur Chipleaderin machte. Motiviert durch diesen Doppelschlag legte sie nun in bekannter Manier so richtig los. Hier einige Beispiele:

1. 9-handed-Tisch, Annette war in Level acht auf Platz zwei mit über 60.000 Chips (Blinds: 300/600, Ante: 75) in Position rechts vom Cut-off. Alle foldeten zu ihr und sie raiste auf 1.400. Alle foldeten und sie kassierte 1.575.

2. Nächste Hand: In Position, zwei Plätze vor dem Cut-off, alle foldeten zu ihr und sie raiste wieder auf 1.400 (mit 5x off, was ich von meiner Stelle aus zufällig gesehen habe). Alle foldeteten, außer dem jungen Spieler im BB, der offensichtlich etwas gegen Annettes Move hatte und sofort seine verbliebenen 8.000 Chips all-in schob. Annette foldete sofort.

3. Annette auf Position drei, Platz eins und zwei foldeten, sie raiste erneut 1.400 - zum dritten Mal in Folge. Alle foldeten, bis auf den All-in-Schieber der vorherigen Hand, der erneut vom SB mit einem Lächeln auf dem Gesicht all-in ging. Der BB foldete und Annette warf offen weg.

4. Annette war nun in Early Postion und ich bekam ihre Pocket-Hand mit: . Es wurde zu ihr gepasst, sie foldete.
Es ist faszinierend wie Annette mit kleinem Risiko (sie raist nur circa um das 2,5-fache des BBs) den Pot in Position kontrollieren will.

                 

                     

Nun möchte ich euch meine Gedanken zu ihrer Spielweise ein wenig erläutern: Wenn sich ein Anfänger die oben beschriebenen Hände anschaut, denkt er vielleicht, dass sie tendenziell komisch spielt. Dem ist aber nicht so: Schauen wir uns einmal die Hintergründe ihrer Spielweise ein bisschen genauer an. Es gibt folgende Faktoren, die sie zu ihren Entscheidungen bewogen haben:

1. Der wichtigste Faktor war, sie war mit Abstand Chipleaderin am Tisch!          

2. Der Tisch war in seiner Eigenschaft tight und solide.

3. Annette hat einen sehr guten Ruf, und einige Spieler hatten bestimmt großen Respekt.

4. Wie wir sehen können, war NICHT der Wert der Karten entscheidend, sondern die Situation und die Position (sie raiste mit :10x und , foldete aber die mathematisch besser gestellten ) und sie machte erst Action, wenn zu ihr gefoldet wurde! Js wurde gefoldet, weil sie sich in früherer Position sah und sie zweimal gereraist wurde, was ihr ein Signal gab, einen Gang zurückzuschalten.

Ich rate euch, liebe Leser, Annettes loose-aggressiven Stil eher nicht zu kopieren, weil das zu bösen Überraschungen führen könnte. Diese Strategie kann definitiv nicht in kleinen Turnieren angewendet werden, da sich dort zu viele schwache und loose Spieler sowie Calling stations tummeln. Zum Schluss möchte ich festhalten, dass Annettes loose-agressiver Style (bei großem Stack!) nur bei großen Turnieren anwendbar und auch richtig ist. Bei sehr tightem Spiel in diesen Turnieren würden die Chips schnell wie Schnee an der Sonne schmelzen, und zwar aufgrund der steigenden Blinds.

Heute ab 13 Uhr starte ich selbst in Tag 1B an Tisch 13, Platz 3.
Zu guter Letzt noch ein interessantes Foto von Tag 1A der EPT Budapest:

              

          

Euer Ivo - The Chess Master

PS: Fragen und Antworten werde in meinem nächsten EPT-Bericht nachreichen.

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