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/Nov/2008

EPT Budapest – Teil 2/Strategien gegen Annette

Von: ivodonev @ 17:34 (CET) / 23751 / Kommentar ( 174 )

<font size="3" face="Calibri">An meinem Tisch hatte ich mehrere gute Spieler, ich saß auf Platz zwei, auf Platz drei war Ramzi Jelassi (ein sehr aggressiver starker Spieler aus Schweden), auf Platz vier saß ein unbekannter Italiener, der meistens vor dem Flop all-in schob oder foldete, auf Platz sechs Bobby aus den USA, auf Platz acht Kara Scott (sie war beim Main Event 2008 erfolgreich und landete im Preisgeld), auf Platz eins Annette Obrestad (die WSOPE-Weltmeisterin von 2007). Der Tisch für mich somit nicht besonders gut, also habe ich den Tag zwei mit einem relativ konservativen Spielstiel begonnen, um über meine Gegner Informationen sammeln zu können. </font>

<font size="3" face="Calibri">Es dauerte nicht lange und Annette begann mit ihrem Lieblingsstil ("Small  Ball"), und zwar raiste sie fast immer in später Position, wenn alle bis zu ihr foldeten, um rund das Zwei- bis Zweieinhalbfache des Big Blinds. Nach kurzer Zeit begann dann Ramzi Jelassi seine scharfen Zähne zu zeigen und hatte Annette einige Male vor dem Flop gereraist, woraufhin sie foldete. </font>

<font size="3" face="Calibri">Nach ca. einer Stunde bekam auch ich mein erstes vernünftiges Blatt in späterer Position, nämlich ein Paar Zehnen, und somit antwortete ich auf Annettes Standardraise mit einem Reraise, sie foldete und ich zeigte ihr meine Hand. Annette meinte, dass der Tisch des ersten Tages für sie viel besser gewesen sei als dieser Tisch. </font>

<font size="3" face="Calibri">In den folgenden Stunden wiederholte sich das Szenario mehrmals, Annette raiste in späterer Position und ich reraiste, sie foldete und ich konnte somit den Pot einstreichen. Wahrscheinlich fragen sich einige Leser jetzt, ob ich immer eine legitime Hand hatte, das war natürlich nicht immer der Fall, in den meisten Fällen hatte ich eine starke Hand wie oder , aber es gab Fälle, wo ich nur eine Karte bei mir gesehen hatte, um zu raisen. Hier ein Beispiel: Sie raiste in später Position und ich sah bei mir , ich reraiste sie ohne die zweite Karte anzuschauen, leider callte sie. Der Flop war , sie checkte, ich wettete in etwa die Hälfte des Pots und sie callte wieder. Am Turn war noch ein Herz gekommen und sie checkte. Jetzt schaute ich mit großer Hoffnung meine zweite Karte an, weil ich nun in eine schwierige Lage geraten war. Die zweite Karte war eine Herz-Zwei, auch ich checkte. Am River feuerte Annette eine Wette ab, ich zeigte (meiner Meinung nach ist es meistens ein Fehler, eigene Karten zu zeigen!) die Herz-Zwei offen und foldete. Das war der einzige Flop, den ich gegen Annette spielte und verlor.</font>

<font size="3" face="Calibri">In Level 9 (400/800) raiste Annette in mittlerer Position auf 1.800, ich reraiste mit auf 4.000, alle bis zum Small Blind (Bobby aus den USA), der auf 10.000 reraiste, foldeten, Annette foldete und jetzt war ich mit meinen Cowboys an der Reihe. Bobby hatte noch einen Rest von 24.000, ich hatte wesentlich mehr. Nach kurzer Überlegung schob ich alle meine Chips in die Mitte. Bobby zeigte Respekt vor meiner bisherigen Spielweise und nach langem Nachdenken machte er einen Lay-down von !!!Vielleicht wäre es besser gewesen, vor dem Flop zu callen und ihn in den Pot zu locken, um eventuell seinen ganzen Stack auf einer späteren Straße zu gewinnen – was meinen die Leser dazu? </font>

<font size="3"><font face="Calibri">Fazit: in NL-Hold'em-Turnieren kommt es oft zu Situationen, in denen man zwei Optionen hat: </font></font>

<font size="3" face="Calibri">A)</font> <font size="3" face="Calibri">einen sicheren, aber kleineren Pot mit aggressiver Spielweise zu gewinnen</font>

<font size="3" face="Calibri">B)</font> <font size="3"><font face="Calibri">oder seinen Gegner in den Pot zu locken mit der Absicht, einen größeren Pot zu gewinnen, wodurch man aber ein höheres Risiko eingeht.   </font></font><font size="3" face="Calibri"> </font>

<font size="3" face="Calibri">Nach mehreren Stunden Spielzeit, in der Ramzi Jelassi und ich regelmäßig Annettes Raise reraisten, begann sie, ihren Spielstil zu verändern, sie raiste weniger. </font>

<font size="3" face="Calibri">Als Folge dessen kam es dazu, dass ihr Chipstack auf ca. 40.000 schmolz, und ich konnte meinen auf ca. 80.000 ausbauen. In Level 10 (500/1.000 und Ante von 100), als alle bis zu ihr foldeten (Annette war am Button), limpte sie zu meiner Überraschung nur! Ich hatte es bis dahin noch nie gesehen, dass Annette in später Position, wenn alle foldeten, nur limpte!!! Ich dachte, sie hatte entweder ein sehr großes Paar oder mittlere Connectors, der Pot war 3.400 und ich sollte mit nur 500 nachzahlen. Das gab mir Potodds von 7:1. Ich callte und der Dealer deckte den Flop auf: . Ich erwischte also einen guten Flop mit Toppaar, mittlerem Kicker und Gutshot-Straße (sogar ein Backdoorflush war möglich). Ich feuerte aus erster Position 3.000 in den Pot, der Big Blind foldete sofort und Annette raiste nach kurzer Überlegung auf 11.000.
Jetzt hatte ich zwei Optionen: folden oder hoch reraisen. Falls ich nur callte, würde der Pot so groß werden, dass sie comitted war und wahrscheinlich am Turn alle Chips in der Mitte landeten. </font>

<font size="3" face="Calibri">Ich dachte in diesem Moment, sie habe ein großes Paar, eine Drawing-Hand, einen Flush- oder Straightdraw. Falls sie eine Drawing-Hand ( z.B. für einen Straightdraw oder zwei Kreuze einen für Flushdraw) hatte, wäre es optimal, wenn ich jetzt sehr hoch raiste. Falls sie eine fertige Hand hatte (z.B.: , ), hatte ich immerhin neun Outs (vier Zehnen, drei Achten und zwei Buben). mit großem Kicker hätte ich ihr nicht gegeben, denn mit dieser Hand hätte sie wahrscheinlich vor dem Flop geraist.
Darum entschied ich mich zu einem sehr hohen Reraise, und zwar um die 34.000! In diesem Moment ging Annette mit ihrem gesamten Stack (circa 39.000) all-in. Es versteht sich von selbst, dass ich sofort callte, da ich nur ca. 5.000  für einen Pot von ca. 80.000 nachzahlen musste. Sie drehte offsuit um. Also lag sie in diesem Fall mit 60 % zu 40 % vorn, war also mit weniger als 1,5:1 Favorit. Der Dealer drehte die nächste Karte um, es war eine Acht, und damit hatte ich zwei höhere Paare gemacht. Am River kam eine Drei und damit war Annette ausgeschieden. </font>

<font size="3"><font face="Calibri">Im Nachhinein erkennt man, dass Annette vor dem Flop einen Fehler (limpen mit am Button, nachdem alle gefoldet haben) gemacht hat (als Folge der Reraises von mir und Jelasi). Wenn sie am Button vor dem Flop geraist hätte, hätte ich zu 100 % meine Karten aufgegeben und es wäre nicht zu dieser Situation gekommen!  </font></font>

<font size="3" face="Calibri">Nach diesem großen Pot begann es für mich bergab zu gehen. Zuerst raiste ich in Level 11 auf 3.600 mit und bekam von einem Italiener ein Reraise (11 000) all in. Alle foldeten, ich callte mit meinem großen Stack natürlich. Er drehte um. Am Flop erschienen zwar nur kleine Karten, aber zwei Karos. Leider waren Turn und River blank. Aber das ist eine normale Coinflip-Situation, die ich während des Turniers x-mal erlebte. </font>

<font size="3" face="Calibri">In Level 15 wurde ich an einen anderen Tisch umgesetzt. Dort war ich sofort im Big Blind (1.500/3.000 und 300er-Ante) mit . Alle foldeten bis zum Button ( Menno Bussink aus Holland), der sofort seinen Shortstack (19.000) all-in schob. Der SB foldete sofort und ich begann zu überlegen. Mein Gegner hielt seine Karten bereit, um aufzudecken und gab mir den Hinweis, dass er stark sei. Ich hatte fast zehnmal mehr Chips als mein Gegner, Potodds von 16.000:26.500, eine Hand, die circa 40 % brauchte, um meinen Call zu rechtfertigen. Ich callte und er drehte offsuit um!!! Mein Call war richtig (mit 70 %:30 % war ich Favorit!), aber leider lähmte der Flop meine Freude (Flop: ) und der Pot landete bei Menno Bussink. Nach ca. 15 Minuten war Menno wieder am Button und alle foldeten zu ihm. Er pushte all-in für ca. 35.000. Der SB foldete und ich sah im BB , diesmal callte ich schneller. Was ich sah, war eine böse Überraschung: Menno drehte diesmal um und ich verlor wieder einen großen Pot.</font>

<font size="3" face="Calibri">In die den letzten Paar Stunden des zweiten Tages verlor ich mehrere Male (kleine Pots ) Coinflips (also ein Paar gegen zwei Overcards oder zwei Overcards gegen ein unterlegenes Paar).</font>

<font size="3" face="Calibri">Am Schluss von Tag 2 waren mir von meinem großen Stack (nach dem Gewinn gegen Annette hatte ich sogar über 180.000 gehabt) nur ein Shortstack mit circa 67.000. Am Ende des Tages ließ ich mir eine Massage geben, leider konnte mir auch das nicht mehr helfen. Auf dem Foto </font>–<font size="3" face="Calibri"> die Masseurin:</font>

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<font face="Calibri">Euer Ivo </font>–<font face="Calibri"> The Chess Master </font><font face="Calibri">
</font>

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<font face="Calibri">Fragen und Antworten: </font>

<font size="3" face="Calibri">Frage von: rooj vor </font>

<font size="3" face="Calibri">Wie alt ist das "hübsche" Mädel überhaupt?</font>

<font size="3" face="Calibri">Antwort: Annette ist am 18. September 1988 in Norwegen geboren. Hier ein Link, wo man mehr über das junge Pokertalent erfahren kann: </font><font size="3" face="Calibri" color="#0000ff">http://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Obrestad</font>

<font size="3" face="Calibri">Frage von: CountSamoht </font>

<font size="3" face="Calibri">Hallo Ivo,</font>

<font size="3"><font face="Calibri">Wie hast Du sie so am Tisch empfunden? War sie nett, arrogant, frech oder wie?</font></font>

<font size="3" face="Calibri">Wie hast Du die Schach-WM verfolgt und bist Du mit dem Ergebnis zufrieden? Hast Du schon mal gegen einen der beiden Kontrahenten gespielt?</font>

<font size="3" face="Calibri">Antwort: Ich empfand Annette als eine sehr ruhige und zurückhaltende Spielerin, von der ich als Person sowohl als auch als Pokerspielerin Respekt habe.</font>

<font size="3" face="Calibri">Bei der Schach-WM bin ich zufrieden, dass Anand gewonnen hat. Ich habe niemals gegen Anand oder Kramnik gespielt, weil die beiden in der höchsten Liga der Schachwelt spielen.</font>

<font size="3" face="Calibri"> </font>

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