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ivodonev blog

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Nachdem wir alle im Geld waren (es waren noch 42 Spieler an Tag 3 übrig geblieben), hatte sich die Lage entspannt. Die Shortstacks hatten keine Zeit mehr abzuwarten und begannen zu gambeln. Ich hatte diesen dritten Tag als Shortstack begonnen, und zwar mit 67.000, wobei das Average über 126.000 war. Hier mein Tisch:

1 Gino Alacqua (I)

2 Ivo Donev (A)

3 Severin Walser (CH)

4 Martin Jacobson (SW)

5 Jari Pekka Juhola (Fin)

6 Janek Schleicher (D)

7 Simeon Tsonev (BG)

 

Wir hatten an sechs Tischen zu spielen begonnen, mit jeweils sieben Spielern pro Tisch. Wir starteten in Level 17 bei einem Blind von  2.500/5.000 und Ante von 500, also hat eine Runde 11.000 (!) gekostet, weil wir an sechs Tischen mit je sieben Spielern pro Tisch waren. Nachdem Severin  nach kurzer Zeit (unglücklich)ausgeschieden war, kam Alex Kravchenko auf Platz drei. Am Button bekam ich (ich hatte um die 100.000 Chips) und alle foldeten zu mir. Ich raiste auf das Dreifache des Big Blinds (15.000) und nach kurzer Überlegung reraiste Alex (mit einem Chipcount um die 125.000) mich vom Small Blind all-in. Nach dieser Action des Small Blinde ( BB foldete) begann ich zu grübeln. Ich gab ihm in dieser Situation ein mittleres Paar oder ein As mit schwächerem Kicker als meinem und darum callte ich. Er drehte um.

Jetzt hatten wir einen klassischen Coinflip, ich bekam am Flop eine Dame und dadurch einen großen Teil des Stacks von Alex, ihm sind nunmehr 23.000 geblieben.

Nach dem Verlust dieses großen Pots sagte mir Alex (er ist seit Jahren ein sehr guter Freund von mir!),  wenn er gewusst hätte, dass ich callen würde, nie gewagt hätte, 90 % seiner Chips zu riskieren, er dachte, ich wollte nur die Blinds stehlen. In der nächsten Hand (Blinds 2.500/5.000 und 500er-Ante) war ich am Cut-off mit einem Paar Dreien, es wurde zu mir gefoldet und ich raiste auf 13.000. Alex am Button (mit ) ging logischerweise mit seinen restlichen 23.000 all-in.

Ich sollte für einen Pot von 47.000 nur 10.000 nachbezahlen (das gab mir Potodds von 1:4,7), sogar wenn er ein großes Paar hatte, wäre ich nur mit 1:4 Underdog gewesen und die Potodds rechtfertigten meinen Call. Es ist fast überflüssig zu sagen, dass wir beide fünf Karten am Board gesehen hatten und der Turn eine Drei war. Ich möchte zu diesem Beat Beat von Alex etwas einfügen. Dadurch dass er mit einem Paar Vieren im vorigen Pot den größten Teil seines Stacks verloren hatte, waren ihm nicht genügend Chips geblieben, um sich jetzt mit seinem Paar Neunen richtig zu verteidigen.
Dem möchte ich noch hinzufügen, dass mir, falls ich den Pot verloren hätte, noch ca. 180.000 übriggeblieben wären, ich also ca. 10 % meines Stacks verloren hätte. Einfach gesagt, hatte der jetzige Pot, im Vergleich zum vorigen Pot :Q gegen , keine große Bedeutung.

Nach vier Stunden Spielzeit waren nur zwei Tische mit je acht Spielern geblieben und ich wurde an einen neuen Tisch umgesetzt. Links von mir war der Chipleader Zoltan Toth. Die Lage wurde sehr brenzlig, denn die Blinds waren schon auf 5.000/10.000 gestiegen, plus einer Ante von 1.000. Ich war im später Position mit und hatte den kleinsten Stack (ich war den ganzen Tag 3 über Shortstack!) am Tisch (circa 90.000). Nachdem alle gefoldet hatten, war meine Entscheidung ziemlich klar - all-in. Hinter mir am Button callte Zoltan sofort. Die Blinds foldeten und es kam zum Showdown, Ich: , Zoltan: . Wow! Ich dachte nach diesem schnellen Call, dass ich hinten liegen würde, stattdessen war ich großer Favorit (um die 74 % zu 26 %). Leider sorgte das Bord für einen Splitpot! Mir war klar, dass mein Nachbar sehr loose spielte und unsere Wege sich oft kreuzen würden!

Nächste Begegnung: Alle foldeten zu mir am Button und ich sah , eine ziemlich gute Hand, um ein Reraise zu rechtfertigen. Ich raiste auf 27.000 und der Chipleader Zoltan callte sofort. Der Big Blind foldete. Der Flop brachte , er checkte und ich ebenso. Auf diese Weise wollte ich den Pot klein halten, um gegen den Chipleader auf Sicherheit zu spielen. Am Turn kam eine , er checkte wieder und auch ich checkte, der River brachte . Plötzlich wettete er 60.000. Ich überlegte, was ihm wohl an diesem Buben so gefallen haben könnte. Für ihn war es kein Problem zu bluffen, weil er über 500.000 in Chips zur Verfügung hatte. Für mich waren 60.000 circa die Hälfte meines restlichen Stacks, da ich nur noch circa 120.000 zur Verfügung hatte. Um mehr Infos einzuholen, führte ich mit ihm ein kurzes Gespräch: „Mister Toth, gefällt Ihnen dieses Bord?“, und er sagte mir, der Bube, der König und die Dame würden ihm ganz gut gefallen. Dann fragte ich, woher er kommen würde, und er antwortete mir, er sei aus Ungarn und Poker sei für ihn ein Hobby. Schließlich biss ich auf die Zähne und callte, ich drehte mein hoch um und ich hatte Recht, er hatte einen Bluff gemacht und zeigte offsuit!

Nach kurzer Zeit war ich im Small Blind mit , alle hatten zu mir gefoldet und ich füllte die 5.000 (im Pot waren 23.000!) nach, Mister Toth im Big Blind checkte. Der Flop brachte . Ich checkte wieder, er setzte 15.000 und so callte ich. Der Turn brachte eine , wir checkten beide, der River brachte einen , ich checkte wieder und er machte eine relativ große Wette, nämlich um die 50.000. Ich fragte ihn: „Sie bluffen mich wieder?“, worauf er antwortete: „Yes, I'm bluffing you“. Ich dachte nach, was er wohl haben könnte, schließlich callte ich wieder und hatte ihn auf dem falschen Fuß erwischt. Er hatte , also kein Paar. Jetzt war mir klar, warum dieser Spieler Chipleader in diesem Turnier war, er spielte extrem loose und war ein Bluff-Liebhaber! Es folgt noch eine interessante Hand gegen Zoltan. Ich raiste in späterer Position mit  auf 26.000. Zoltan am Button callte. Der Flop brachte . Ich setzte 20.000 (ich gebe zu, dieser Einsatz war zu klein, also hatte ich einen Fehler gemacht!) und nur Zoltan callte. Der Turn brachte , jetzt musste man dem Bluffer eine Möglichkeit zum Bluffen geben. Ich checkte und er wettete 40.000, ich callte und am River konnte ich mich sogar verbessern. Der River zeigte , ich checkte wieder und er spielte 50.000. Ich callte und er drehte um, um einen Backdoor-Flush zu machen. Ich war von den Socken und sagte: „Nice hand, Sir“, aber innerlich ärgerte ich mich, wie man einen Flop mit mit bezahlen konnte.

Bei Blinds von 5.000/10.000 war ich im Big Blind mit 120.000. Martin am Button raiste auf das Dreifache des Big Blinds, Small Blind Sebastian callte nur und ich schaute meine Karten an, es war Phil Hellmuts Lieblingshand, ein Paar Neunen. Na ja, dachte ich mir, das ist mit meinem Stack eine sehr gute Hand gegen einen Buttonraise und SB Call (Zeichnen von Schwäche), ich pushte all-in, der Button callte sofort und drehte ein Paar Damen um. Diesmal hatte ich großes Glück, denn ich hatte nicht nur eine Neun getroffen, sondern am River sogar Quads.

 

Es dauerte nicht lange und wir landeten an einem Tisch mit neun Leuten. Die Blinds waren 10.000/20.000 bei einer Ante von 2.000. Also waren vor dem Flop 48.000 Chips in der Mitte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch gegen 300.000 Chips, der kleinste Stack knapp hinter Martin und Marino. Ich bekam eine Superhand UTG, , und raiste auf 48.000, hinter mir war einer der Bigstacks am Tisch - Ciprian (aus Rumänien) - der relativ viele Hände (wie Jonny Lodden) spielte. Er reraiste mich auf 140.000. Alle foldeten und jetzt war ich dran. Ich spürte, dass die Blicke aller anderen Teilnehmer auf mich gerichtet waren, sie haben gehofft, eine All-in-Situation zu sehen. Das Wichtigste hierbei war, dass wir praktisch am Final Table saßen, aber erst ab acht Spielern war es geplant zu filmen. Und noch etwas: Ab jetzt begannen die Preise mit großen Schritten anzusteigern (z. B. war Platz acht war mit fast 21.000 Euro mehr belohnt als Platz neun usw.). Wie sollte ich optimal meine Hand spielen? Folden mit meinem Shortstack (mein M betrug circa sechs) kam nicht in Frage. In diesem Fall  hatte ich zwei Optionen:

a) all-in spielen, wobei mein Gegner mich fast zu 100 % callen würde und alle fünf Karten am Board sehen ...

b) ... callen und am Flop all-in pushen! Entweder würde ich A oder K treffen oder zwei Overcards haben.

Ich dachte mir, dass diese Variante besser wäre, weil, falls mein Gegner auch (vielleicht auch ...) hielt und beide verpassen würden zu treffen, gewinnt meist der Spieler, der zuerst in den Pot pusht. So tat ich es dann auch. Call und am Flop () schob ich meine restlichen círca 150.000 Chips in die Mitte. Falls ich vor dem Flop gecallt hätte, hätte es keinen Weg mehr zurück gegeben (sogar, falls ich nicht getroffen hätte), da der Pot so groß war (über 350.000) und ich jetzt deutlich den kleinsten Stack am Tisch hatte. Leider hatte Ciprian und so beendete ich als Bubbleboy (Platz neun) vor dem TV-Final-Table meine Achterbahnfahrt von Tag 3. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit meinem Abschneiden bei diesem großem (532 Spieler!) Turnier.

Am Schluss möchte ich zugeben, dass am Ende eines großen NL-Turniers der Glücksfaktor steigt, weil:

a) die Blinds sehr groß im Vergleich zu den Stacks sind.

b) die Shortstacks zum Gambeln gezwungen sind.

c) oft zwei oder drei Spieler vor dem Flop all-in sind und alle Spieler den Flop, Turn und River sozusagen gratis sehen. Die Position hat null Bedeutung! Niemand kann dann mehr wetten, um seine Karten (falls er getroffen hat) zu schützen.

Zudem ist immer wieder zu beobachten, dass die Spieler knapp vor dem Preisgeld zu tight oder, wenn sind schon in Preisgeld gelandet sind, meistens zu riskant spielen.

Euer Ivo -The Chess Master

Weil ich Freude am Schreiben habe, bin ich interessiert daran, meinen Blog zu verbessern, darum dachte ich mir, ich werde die Leser einmal nach ihrer Meinung fragen.

Fragen an die Leser

1. Ist die Länge meines Blogs gut oder sind die Berichte zu lang oder gar zu kurz?

2. Was interessiert die Leser mehr, Analysen von Pokerhänden, mehr Fotos oder einfach nur mehr das ganze Drumherum?

3. Was ist bisher gut an meinem Blog?

4. Was ist nicht gut an meinem Blog?

5. Welche Ideen, Wünsche oder Verbesserungsvorschläge gibt es?

Die Brücke - die Verbindung zwischen Buda und Pest (wie die Verbindung zwischen Leser und Autor) ...

 

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