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/Dez/2008

Gran Canaria – Spanish Poker Tour – das Finale

Von: ivodonev @ 16:21 (CET) / 8747 / Kommentar ( 250 )

Hallo alle miteinander,

es macht mir riesigen Spaß, Pokerhände zu analysieren, darüber zu diskutieren und mein Blog zu schreiben!

Diese Art von Arbeit hilft mir, meine Fehler zu entlarven und mich dabei auch noch zu verbessern. Jedes neue Turnier bringt mir neue Erlebnisse und Erkenntnisse, die mir helfen, meine Spielweise zu optimieren.

Das erste Finale der Spanish Poker Tour fand im Casino des wunderschönen Gran Hotel Costa Meloneras auf Gran Canaria statt.

Das Positive an der Sache:

Das Turnier hatte eine wunderbare Deepstack-Struktur, sogar noch besser als bei der EPT Monte Carlo (mit 15.000 Startchips), und zwar mit 20.000 Startchips und 90-Minuten-Levels und einer langsamen Level-Steigerung (25/50, 50/100, 75/150, 100/200 usw.) Das Turnier war viertägig geplant mit je sieben Levels (und pro Tag einer Sunde Pause plus ein Abendessen) und die Leitung unter Thomas Kremser war wie immer 1 A. Außerdem ist das Gran Hotel Costa Meloneras wunderschön gelegen und hat mehrere Swimmingpools und große Parkanlagen. Es liegt direkt am Strand des Atlantischen Ozeans. Hier ein paar schöne Eindrücke:

                     

     

      

   

                            

Das Negative an der Sache:

Die Dealer und die Bedienungen im Restaurant sprachen nur Spanisch. So kam es hin und wieder im Turnier zu Problemen in unklaren Situationen, denn die Dealer konnten sich meistens nicht mit den ausländischen Spielern verständigen! Das Turnier wurde nicht gut beworben und so kamen nur 86 Spieler dorthin. Darunter einige Holländer wie Rolf Slootbom und Rein Zijda, Skandinavier wie Jonny Lodden  , Kristian, Orjan Holt und Deutsche wie Nico Behling, Florian Langmann, Alexander Jung , Marco - der Ex-Intelli-Blogger (Expekter) usw.

                 

                  

Das Turnier begann täglich um 16 Uhr und dauerte bis ca. drei Uhr in der Nacht. Man hätte das Turnier um 14 Uhr (wie alle CAPT-Austria-Turniere) beginnen lassen können, um es dann auch in der Nacht früher zu beenden, da hier ja alle Spieler sowieso Urlaub machten.
Das Abendessen am Buffet und die Getränke mussten selbst bezahlt werden. In vielen anderen Casinos gibt es während einer Pokerturnierwoche einen Rabatt für die Spieler. Ich erinnere mich da an das erste Turnier vor mehreren Jahren in Barcelona. Damals bekam ich sogar die Unterkunft im Hotel gratis, Getränke und ein Riesenbuffet waren sowieso für alle Turnierteilnehmer gratis!
Es gab neben dem Turnier kein Cashgame, sondern nur kleine One-Table-Sit-and-Gos (meistens mit 50 oder 100 Euro Buy-in).
Die Side-Events mit 500 Euro Buy-in waren sehr schlecht besucht, mit maximal vier Tischen.

Im Großen und Ganzen hat Poker auf dieser Insel (Gran Canaria) eine vielversprechende Zukunft, weil es hier sogar im Winter sehr warm ist und man in diesem Zeitraum mit einem Angebot mit Badeferien und Pokern im Winter sicherlich viele Pokerspieler aus nördlichen Ländern anlocken kann.

Ich hatte mir ein komplettes Paket (Flug + Halbpension) durch Neckermann um 818 Euro gebucht. So bin ich am 17.12. für vier Tage von Friedrichshafen nach Las Palmas geflogen. Gegen 16 Uhr war ich im Hotel, da ich leider sehr kurzfristig gebucht hatte, bekam ich leider keinen früheren Flug mehr und musste sofort zum Turnier. Da ich von der Reise noch etwas müde war, hatte ich mir das Ziel gesetzt, ganz vorsichtig und tight zu spielen.

Die Gründe für diese Spielweise lagen auf der Hand:

a) Die Blinds waren mikroskopisch klein in Vergleich zum Anfangsstack (also M = 266!)

b) Ich war von der Reise müde und durch meine tighte (vor dem Flop) Spielweise konnte ich so einige schwere Entscheidungen vermeiden.

Hier meine Meinung darüber, welche Karten uns oft in schwierige Situationen bringen:

- Die Suited Connectors. Sie sind wie ein Messer mit zwei Schneiden. Unerfahrene Spieler verlieren meistens viel mit den Connectors und im Gegensatz dazu gewinnen die Profis oft sehr viel. Man floppt oft ein Paar, Straßen-Draws oder Flushdraws. Die Straße zu vervollständigen bringt fast sicher den Pot nach Hause, aber den Flush zu vervollständigen geht oft in die Hose. Warum? Weil es, wenn auf dem Board drei Karten von einer Farbe liegen und mehr als zwei Spieler in den Pot involviert sind, oft das Problem gibt, dass die kleineren Suited Connectors gegen einen größeren Flush anrennen!

- A mit schwächerem Kicker. Man floppt oft ein A und bekommt Action, meistens von einer Hand, die auch ein As hat, aber mit besserem Kicker!

Im Gegenteil dazu ist das Spielen aller Paare einfach. Man versucht, sich billig in den Pot einzuschleichen (ausgenommen große Paare), nach dem Flop sind dann die Entscheidungen einfach. Entweder floppst du ein Set (1 zu 7,5) oder eben nicht, und dann bist du natürlich weg vom Fenster, falls es Action gibt. Die schöne Sache bei Paaren ist, dass die Position hier keine so große Rolle spielt.

Mit diesen Gedanken war ich also in das Deepstack-Turnier gestartet.

<font face="Calibri" size="3">Hier ein kleiner Leckerbissen für die Leser. </font>

<font size="3"><font face="Calibri">In Level 1 nach ca. 10 min. entstand an meinem Nachbartisch ein riesen Auflauf auch ich wollte sehen was geschehen ist. Zwei Spieler standen All-in und der Showdown brachte unglaubliches zum Vorschein Poker A und Poker 7. </font></font>

<font size="3"><font face="Calibri">            
 </font></font>

                 

In Level 1, 25/50, spielte ich kaum und hielt meinen Stack in der Average-Zone. Das Schönste an diesem Level war, dass ich während der Zeit, in der ich abwartete, meine Gegner gut beobachten und dadurch wichtige Infos sammeln konnte. Die meisten Spieler waren zurückhaltend, aber es gab auch einen extrem loosen Maniac, der über 80 % seiner Hände spielte und oft auch stolz seine Bluffs zeigte! In Level 2, 50/100, ich war im Big Blind, bekam ich meine erste gute Hand mit A K. Sechs Spieler limpten je mit 100, inklusive des Maniacs und des SBs. Im Pot waren also 700, was machen die jetzt mit ihren A K out-of-position?

a) Checken und falls sie keinen guten Flop treffen, folden

b) Raisen, aber wie hoch? Hier muss gut überlegt werden.

- Ein zu kleines Raise mit 500 bis 700 hätte nicht nur den Maniac (er hatte in diesem Moment Position auf mich) zum Call verleiten können, sondern auch die anderen Spieler.

- Ein großes Raise (2.000 bis 3.000) hätte sofort den Pot gewinnen können, aber falls mir jemand von den früheren Limpern eine Watsche mit hohem Reraise gegeben hätte (repräsentiert durch A A oder K K), hätte ich folden müssen und, ohne den Flop sehen zu können, über 10 % von meinem Stack verloren.

- Raisen um die 1,5 der Potgröße. Gefiel mir persönlich am besten. So riskierte ich nicht sehr viel (falls jemand mit A A oder K K gelimpt hatte) und das Raise wäre hoch genug gewesen, um einige verdächtige Hände zu vertreiben, ausgenommen … der Maniac! Trotzdem hätte A K die besten Chancen im Heads-up gehabt.

Alles klar? Raise um die 1.100. Alle foldeten sofort, außer ... unser Hero. Wow, wunderbar. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon um die Hälfte seines Stack verteilt. Ich war froh über jede Gelegenheit, mit ihm zu spielen, denn er war der einzige „Kuchen“ an diesem Tisch. Man musste sich schnell bedienen, bevor die anderen Spieler ihn gefressen hatten!

Der Flop brachte , ich machte einen Standard-Conti-Bet (1.100) und ... er callte sofort. Das hat mir aber nicht gefallen, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass ich vorn liegen würde. Bei ihm konnte ich alle möglichen Hände vermuten. Darum sind solche Spieler sehr schwer zu lesen. Der Turn brachte . Jetzt war es Zeit für mich, zu bremsen. Ich checkte und freundlicherweise checkte der Maniac hinter mir auch.

Der River brachte einen wunderbaren König. Jetzt war ich mir sicher, dass ich die bessere Hand hatte, aber wie sollte ich von dem Kuchen ein größeres Stück abbeißen? Falls ich checkte, könnte es sein, dass ich ihn zu einem Bluff verleitete? Moment … er hatte noch um die 8000 hinten. Also checkte ich, er wettete 2.000, ich raiste und er war fertig mit seinen Bluffträumen oder falls er mich schlagen wollte, würde er mit seinen 8.000 all-in gehen. Jetzt musste ich einen Crying-Call machen. Immerhin spielte ich gegen einen Maniac, hatte Toppaar und Top Kicker.

Was würde aber passieren, wenn ich eine kleine Wette machen würde? Durch meinen Check am Turn (ich hatte Schwäche gezeigt) konnte ich den Maniac zu einem Bluff verleiten. Um zu bluffen, musste er raisen, sonst konnte er den Pot nicht gewinnen. Und die Maniacs lieben es, zu bluffen! Also wettete ich am River 1.500, plötzlich wurde der Maniac-Kuchen wütend und raiste auf ... 7.000!!! Ich glaubte, dass dieser König am River mir geholfen hatte und nicht meinem Gegner. Ich callte ruhig und zeigte mein A K, er foldete sofort mit einer enttäuschten Grimasse, wie auf frischer Tat ertappt!

Man kann sich die Frage stellen: Ivo, wenn du so sicher bist, dass du am River gewinnst, warum setzt du nicht den Maniac all-in, da er weniger als 1.000 Restchips hat? Nein, am River kann ich den Maniac nicht reraisen, denn er wird das All-in nur bezahlen, falls er ein Paar schlagen kann. FAZIT: Ich denke, er war auf einem Draw, und gegen einen vermutlich geplatzten Draw macht ein Reraise keinen Sinn!

Fortsetzung folgt. 

Schöne Feiertage wünscht euch: Ivo – The Chess Master

PS: Hier die richtigen Antworten zum vorherigen Bilderrätsel

a) Brasilien

b) Österreich

c) Korea

d) Schweden

 

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