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/Feb/2008

Heads-up Ivo Donev/Andreas Krause

Von: ivodonev @ 13:21 (CET) / 1191 / Kommentar ( 223 )

Am 27. Februar wurde im Casino Bregenz das Freeroll-Turnier der besten 20 Spieler der Casinos-Austria-Rangliste 2007 ausgetragen. Es gab nur drei Preise, die von Casinos Austria gesponsert wurden: drei Tickets für große Casinos-Austria-Turniere. Das war ein besonderes Turnier für mich, da sich ausschließlich gute Spieler einfanden, ich als Sieger aus der Rangliste wollte meine Stellung verteidigen und unterstreichen, dass diese meine erste Position kein Zufall war. Von Anfang an war ich am gleichen Tisch mit Andreas Krause, ich auf Platz sieben, Andreas auf Platz sechs. Als Andreas im Small Blind war, befand ich mich im Big Blind. In Level drei waren wir beide bereits Chipleader mit großen Stacks um die 16.000. Beim Blind (200/400) foldeten alle und Andreas raiste nach kurzer Überlegung ziemlich hoch auf 1.600. Ich hatte im Big Blind und entschied mich, meinen Big Blind zu verteidigen, also callte ich. Der Flop war . Andreas sah mich an checkte - für mich überraschend. Ich dachte nach: Was bedeutete wohl dieser hohe Raise vor dem Flop und nun der Check am Flop?
Hier meine Überlegungen:
A. Mit diesem hohen Preflop-Raise hatte er entweder eine schwache Hand und wollte meinen Blind sofort kassieren, ohne den Flop zu sehen, oder
B. er hatte eine starke Hand und wollte einen großen Pot aufbauen und mir durch Check eine Falle stellen.
So entschied ich mich, am Flop zu checken und eine freie Karte für meinen Straightdraw zu nehmen.
Am Turn kam noch ein . Plötzlich feuerte Andreas einen Bet von 2.500 ab. Jetzt hatte ich drei Möglichkeiten:
A. Folden und den Pot aufgeben. Das war meine sichere Variante, damit ich nicht gegen einen großen Stack ein Risiko einging.
B. Ich konnte auch callen um zu sehen, ob ich am River meine Straße vervollständigen konnte, um den Pot einzustreichen.
C. Die letzte Möglichkeit wäre ein Raise als Semi-Bluff gewesen.

Nach langer Überlegung entschied ich mich, den sicheren Weg zu gehen: Ich foldete. Andreas war über meine Entscheidung sehr glücklich und zeigte mir sofort einen reinen Bluff: (off-suited).
O.k., Andreas, das Ding hast du jetzt gut gemacht und gewonnen, und ich hoffe, dass wir uns später treffen, damit ich die Gelegenheit zu einer Revanche habe. So ist es dann auch geschehen!
Am Schluss waren wir dann zu zweit: Andreas (Gewinner des European Poker Ranking 2007), und ich (Gewinner der Casinos-Austria-Rangliste 2007). Bei Heads-up-Spielen habe ich eine gute Bilanz aufzuweisen, bei der Heads-up-Weltmeisterschaft 2003 belegte ich sogar den dritten Platz, wobei ich auf dem Weg zu diesem Erfolg sogar den Exweltmeister Scotty Nguyen schlagen konnte:

http://en.wikipedia.org/wiki/World_Heads-up_Poker_Championship

Das Heads-up-Match hat dann ca. eine Stunde gedauert. Es begann mit einem kleinen Vorteil für mich, weil ich in diesem Moment 50.000 in Chips und Andreas "nur" 30.000 hatte. Nach kurzer Zeit hatte Andreas einige Pots durch Raises vor dem Flop oder Checkraises am Flop gewonnen. In einer Hand war er am Button und hatte auf 5.000 geraist, ich sah nach Betrachten meiner Karten zwei Achten (70 % Gewinnchance im Heads-up) und entschied mich, ihn all-in zu reraisen. Er überlegte lange und fragte mich, ob ich gamblen wolle, er habe eine sehr starke Hand und sei vorn. Meine Antwort: Er habe zwei Optionen, entweder alle seine Chips in die Mitte zu schieben oder seine Karten wegzuwerfen. Er hätte ungern seine Karten weggeworfen, zeigte mir dann ein Paar Siebenen. Das war meiner Meinung nach ein genialer Lay-down, bravo Andreas! Anschließend zeigte ich ihm meine zwei Achten.

Jetzt möchte ich über meine Schlüsselhand erzählen, die mich zum entscheidenden Sprung in die Nähe des Gewinns gebracht hat. Ich war am Button mit ( mit ungefähr 60 000 in Chips). Die Blinds lagen bei 1.200/2.400.
Ich war in diesem Fall Small Blind mit 1.200 und bezahlte nach, und zwar aus folgenden Gründen:
A. Meine Hand war mathematisch im Heads-up gegen Zufallskarten 50 % wert.
B. Ich musste 1.200 bezahlen und 3.600 (die im Pot waren), um in meiner Vorteilsposition aussichtsreich im Spiel zu bleiben .
C. Diese Hand ist zum Raisen zu schwach, und ich wollte nicht riskieren, meinen Chipvorsprung auf diese Weise zu verlieren.
Andreas checkte im Big Blind und der Flop war . Andreas und ich checkten am Flop. Der Turn zeigte noch eine Fünf. Innerhalb dieser vier Karten waren zwei Pik. Andreas checkte wieder und ich überlegte kurz, ob nicht jetzt (weil Andreas Schwäche durch seine zwei Checks gezeigt hatte) für mich die Zeit war, den Pot zu wetten und zu gewinnen. Ich entschied mich, wieder zu checken! Durch meinen Check vermied ich auf der einen Seite, dass Andreas mich checkraiste, wenn er einen Straightdraw oder Flushdraw hatte (da lagen auf dem Board zwei Pik), auf der anderen Seite zeigte ich Schwäche, um ihn zum Bluff zu provozieren.
Am River ist dann noch eine Sechs gekommen. Plötzlich schoss Andreas 6.000 in Chips in den Pot.
Hier möchte ich gern diesen Bericht unterbrechen und meinen werten Lesern eine Aufgabe stellen, die einen guten Lerneffekt haben sollte: Bitte überlegen Sie und fällen nun SIE eine Entscheidung!
Im nächsten Teil dieses Berichtes, den Sie bald lesen können, werden Sie dann die Auflösung lesen, wie ICH in dieser Hand weiteragiert habe.

Euer Ivo Donev / The Chess Master

www.ivodonev.com

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