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/Nov/2009

Huhn oder Ei? - AK oder 22?

Von: ivodonev @ 18:15 (CET) / 360 / Kommentar ( 20 )

Im Turnierpoker kommt es sehr oft zum sogenannten Coinflip, also zu einer Entscheidung wie beim Werfen einer Münze – Kopf oder Zahl – oft auch durch irgendein Paar gegen zwei Overcards.

In solchen Fälle haben wir eine 50%-Situationen. Der Knackpunkt hier ist aber: Wer hat den letzten Angriff gestartet und wie hoch ist die Fold-Equity, denn diese entscheiden über die Spielervorteile. Der aktive Spieler hat damit zwei Chancen, das Duell zu gewinnen.

 

a) Vor dem Flop, wenn sein Gegner foldet

b) Nach dem Flop, wenn er seine Karten behält

 

In letzter Zeit habe ich zwei ganz krasse Coinflips erlebt, und zwar Situationen, die mich veranlassten, umfangreiche Analysen vorzunehmen und mir tiefgründige Gedanken zu machen.

 

Jeder Pokerspieler weiß, dass

a) die beste Non-Pair-Hand AK-suited und

b) das schlechteste Paar 22 ist.

 

Ich vergleiche diese Karten mit einem Huhn und einem Ei, so weit liegen die Karten in der Rangliste auseinander, und doch stehen sie so nah zusammen, wenn die beiden Spieler heads-up spielen. In diesem Fall hat das schlechteste Paar genau 50 % gegen das beste Nichtpaar.

  

Beispiel 1

EPT Warschau am Ende des ersten Tages. Blinds: 300/600, Ante: 50, es lagen also 1.350 in der Mitte vor dem Flop.

Ein solider schwedischer Spieler raiste UTG auf 1.600, der UTG+1, Claudio Rinaldi, callte( siehe Poker Today ab 7 min.), der nächste Spieler foldete und ich fand . Mit meinem Shortstack um die 11.000 war ich automatisch all-in!

Alle foldeten sofort, inklusive des UTG-Raisers. Jetzt war ich mir ziemlich sicher, dass ich den Pot sofort gewinnen würde, weil ich Rinaldi keine große Hand zuschrieb. Leider war Rinaldi nach langer Überlegung mit meinem großen Reraise einverstanden und drehte das Paar um! Am Flop bekam ich mit nur teilweise Hilfe (!), 18 Outs, trotzdem keine Treffer am Turn und River. Bitter ausgeschieden!


 

Beispiel 2

In Bregenz das erste Freitagsturnier, diesmal im November, wie immer €500-Freeze-out.

Ich war unter den letzten vier Spielern, mit einem Averagestack um die 50.000.

Bei Blinds von 1.200/2.400 fand ich am Button und wollte gern Action, darum raiste ich sanft auf 5.000.

Im Big Blind saß Franz P. (ein Hobbygambler), der ohne mit der Wimper zu zucken einen Stapel von 1.000 Chips in die Mitte schob, schätzungsweise um die 15.000. Weil Franz Poker "ohne Grundschulbildung" spielt, konnte er eine ganze Bandbreite von allen möglichen Händen haben. Ich war committed, mein ganzer Stack wanderte sekundenschnell in die Mitte. Er war leider überhaupt nicht erschrocken, sondern strahlte vor Freude über meine Entscheidung – Call! Am Showdown wieder mein Huhn, , gegen das Ei, . Wieder keine Hilfe vom Board und wieder raus, dieses Mal wenigstens als Vierter mit €2.000 Preisgeld.

 

Meine Analyse:

a) A K-suited (vier Kombinationen) – Wahrscheinlichkeit: 1:331(0,30 %)

Gegen jedes Underpair circa 50 %

AKs gegen AQ, AJ, AT, A9 ... usw. 74 %

AKs gegen zwei Undercards (z. B. 7s 8s) 60 %

AKs gegen Zufallsblatt 67 %

AKs nur gegen KK 34 %, AA hat mit 12 % Nachteile

In die Rangliste finde ich AKs zwischen den Tophände, aber hinter AA, KK, QQ, JJ.

Beim Preflop-All-in hat A K genau fünfmal sechs Outs (ich sehe fünf Karten = Flop, Turn, River). Von den restlichen 48 Karten habe ich fünfmal die Chance, ein A oder K zu treffen (die Chance liegt bei 1:7). Dazu kommen auch der Flush (die Chance, einen Flush zu floppen, ist 1:118, einen Flushdraw zu floppen 1:18) und die Möglichkeiten auf eine Straße. Auch wenn zwei Paare am Board liegen, gewinnt As-hoch gegen 2 2.

 

b) 2 2 (sechs Kombinationen) – Wahrscheinlichkeit: 1:220 (0,45 %)

Gegen die restlichen 12 Paare 18 %

Gegen alle Overkarten circa 50 %

Gegen Zufallsblatt 50 %

Mathematische Erwartungen am Flop; Set oder besser: 1:7,5

Ein Full House floppen: 1:136, Quads floppen: 1:407

 

Auf der Rangliste für ein Heads-up finde ich ein Paar Zweien nicht einmal in den Top 90 der Hände!

 

Von dieser Analyse ausgehend sind offensichtlich die folgende Faktoren vorherrschend:

 

AKs

Meistens hast du eine 50%ige Chance oder bist Favorit.

Ganz selten bist du im Nachteil gegen AA oder KK und weil sich in deiner Hand ein K und ein A befinden, verringert sich (von sechs auf drei Kombinationen) die Wahrscheinlichkeit, dass jemand AA oder KK hält, um 50 %.

Beim All-in vor dem Flop sieht man mit A K "gratis“ fünf Karten, und falls nicht am Flop A oder K auftauchen (Chancen, am Flop A , K oder besser zu treffen: um die 40%), dann können sie auf Turn oder River kommen. Und wenn man A oder K trifft, bekommt man ein Toppaar mit Topkicker, und das reicht meistens, um den Pot einzustreichen.

 

Paar Zweien

Von den oben erwähnten Analysen aus gesehen ist es offensichtlich, dass beim All-in vor dem Flop 2 2 entweder eine 50%-Chance hat oder sehr weit hinten liegt (20 %). Die Lage des Zweien-Paars wird am Flop schlimmer wird, weil der Gegner die fünf Karten gratis sieht und Turn und River helfen eher den zwei Overcards (sechs Outs) als dem Paar 2 2 (zwei Outs)!

Nach dem Flop hat das Paar 2 2 die Chance, mit 1:7,5 am Flop ein Set zu treffen.

Falls niemand am Flop trifft (kein: A, K, 2), dann ist das kleine Paar mit 7:3 Favorit. Nur kann das kleine Paar seine Hand nicht mehr schützen, weil beide Seiten vor dem Flop all-in sind.

 

Mein FAZIT:

Einerseits schneidet 2 2 im Heads-up gegen AKs mit 50 % ab.

Andererseits hat im Turnierpoker AK bei einem Preflop-All-in viel bessere mathematische Erwartungswerte als 2 2. Und nach einem All-in beim Pushen von meinem Gegner ist es viel leichter, mit AK als mit 2 2 zu callen!

 

Am Ende ein Leckerbissen als Aufgabe:

Ein Spieler hat Topset.

Ein zweiter Spieler hat einen Flushdraw.

Ein dritter Spieler hat einen Straightdraw.

Hat der zweite Spieler (b) oder der dritte Spieler (c) bessere Chancen, im Heads-up oder zu dritt gegen das Topset mit seiner Drawing-Hand zu gewinnen?

 

1) beim Flop:  

 

a) Spieler A hat

 

b) Spieler B hat

 

c) Spieler C hat

 

 ODER
 
2) beim  Flop :
 

a) Spieler A hat

b) Spieler B hat

c) Spieler C hat

 

Euer Ivo - "The Chess Master"

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