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ivodonev blog

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/Mär/2010

I’m sorry! Ich habe den falschen Betrag gesetzt!

Von: ivodonev @ 15:26 (CET) / 7037 / Kommentar ( 12 )

Hallo alle miteinander,

jeder erfahrene  Spieler weiß, dass vor dem Flop normalerweise die Höhe des Raises  ungefähr der zwei- bis vierfache des Big Blind sein sollte. Aber was passiert, wenn ein Spieler extrem hohe Raises vor dem Flop macht? Mit diesem Thema wollen wir uns einmal heute beschäftigen. Eine seltene aber doch manchmal wichtige Situation bei NL-Holdem Turnieren entsteht, wenn ein Gegner einen überdimensionalen Betrag einsetzt. In der letzten Zeit habe ich drei Mal so etwas in der Praxis erlebt. In solchen Situationen stelle ich mir zwei Schlüsselfragen: a)  Hat der entsprechende Spieler  irrtümlicherweise seine Chips in der Farbe verwechselt und deshalb zu hoch gesetzt oder… b) …hat er mit Absicht solch einen so großen Betrag gesetzt, weil er eine Monster Hand hat und vortäuschen will, dass er irrtümlicherweise zu hoch gesetzt hat
EPT San Remo April 2009

Ich spiele an einem Tisch mit dem Schwedischen Pro William Thorson. Er saß links von mir und bei Blinds 50/100 eröffnet er UTG mit einem Raise von sage und schreibe 3000 (3x1000 Chips). Zu diesem Zeitpunkt  haben wir alle Deep Stack, weil wir uns noch am Anfang des Turniers befanden. Alle foldeten sofort zu mir und ich fand im Big Blind . Ich war von so einem unüblichen Raise von einem Poker Stars Pro etwas schockiert  und schaute verzweifelt auf die Chip-Farbe, es waren drei Chips zu je 1000. Ich schaute Thorson an als ich ihm die Frage stellen wollte: Hast du wirklich so hoch raisen wollen oder hast Du die Chipfarbe irrtümlicherweise verwechselt (Der Unterschied zwischen 100 und 1000 Chips war in der Farbe sehr klein)? Er seinerseits hatte Null-Info ausgestrahlt  und saß da wie eine aus Bronze gegossene Statue mit riesiger Sonnenbrille. Schlussendlich hatte ich mit meinen nur gecallt und eine kleinen Pot gewonnen, da sich bald herausgestellt hatte, dass Thorson wirklich  irrtümlicherweise so hoch geraist hatte und dann natürlich kein Interesse mehr an den Pot hatte.

CAPT Bregenz Februar 2010
Wir starteten mit 15.000, es war in einer frühen Turnierphase bei Blinds von 100/200.
Ich fand UTG off und limpte für 200 (meistens raise ich mit ). Plötzlich raiste der Spieler links von mir, Constantin Mayer (ein Top Turnier Spieler), ziemlich kräftig mit 4500 und begann sofort, aufgeregt zu reden. Mein Gott, was für Theaterstück hatte Constantin da inszeniert! Er hatte sich mehrmals entschuldigt und überzeugend gesagt: ,,Es ergibt kein Sinn, so hoch in dieser Turnierphase zu raisen. Ich habe echt die Chips verwechselt und wollte nur  auf 450 (was eigentlich angepasster gewesen wäre) raisen!“ Alle am Tisch hatten seine Tirade mit Interesse angehört. Bis zum Button hatten alle gefoldet aber der Button, der ziemlich short war, bezweifelte den Wahrheitsgehalt von Constantin und wollte unbedingt seine Karten sehen, darum callte er für 2900 all in. Die beiden Blinds foldeten sofort,  ich selbst stand nun vor einer schwierigen Entscheidung: a)  Falls ich annahm, dass Constantin irrtümlicherweise zu hoch gesetzt hatte, sollte ich hoch reraisen, um den All-in-Spieler, der am Button saß, zu isolieren und den Side-Pot (falls Constantin foldete) zu gewinnen. b)  Falls  Constantin wirklich eine Monster-Hand mit dieser Pantomime versteckt hatte, riskierte ich das ganze Turnier mit einem Ausscheiden. Ich begann, tief nachzudenken und die Situation zu analysieren. Ich war echt verzweifelt und beruhigt hatte mich nur, der All-in-Spieler, weil ich durch seinen Call so oder so die Karten von Constantin sehen würde.
Nach kurzer Zeit hatte Constantin Zeit verlangt, mir war nur eine Minute Zeit zum Nachdenken gegeben. In letzter Sekunde hatte ich die Hand aufgegeben und das mit Recht, weil bei der Showdown Constantin grinsend aufdeckte.   EPT Berlin März 2010

Ich sitze an einem Tisch voll mit unbekannten Gegnern. Es ist Level 1 (50/100), und alle hatten ordentliche Stacks so um die 30.000. UTG, ein älterer US-Spieler mit Mütze und Brille limpte für 100, und wie Hirte und Schafe wiederholten noch  zwei weitere Spieler dieses Vorgehen. Ich saß am Button mit und fand keinen Grund, den Flop nicht zu sehen. So sehen wir diesen zu fünft mit Alle vier Spieler checkten zu mir, und ich fand es vernünftig, die freie Karte zu meinem Straßen-Draw dazu zu nehmen. Turn , leider stand ich immer noch dort wo ich war – Straßen-Draw ohne Verbesserung am Turn. Der UTG Limper setze  jetzt 300 und alle foldeten zu mir. Na ja, ich dachte ja nicht, dass diese Drei dem UTG Limper geholfen hatte und gab ihm auch nicht eine große Hand in diese Moment. Darum wollte ich mehr Auskunft (Info) über seine Hand – ich raiste auf 900. In diesem Moment war mein Gegner etwas verwirrt und begann mit Ordnen seiner Chips. Plötzlich brachte er zu seinen 300 Chips noch 6000 (1 x1000 und 1x 5000 Chips). Der Dealar hat einen Raise auf 6300 angekündigt. Ich war etwas überrascht, weil diese Spieler  ziemlich passiv gespielt hatte und bis jetzt nie einen Raise gemacht hatte. Ich schaute ihn kurz an und stellte fest, dass er sich unwohl fühlte. Sein Blick war Richtung Dealer gerichtet, so als ob er schuldig für diesen großen Reraise war. Ich dachte, dass es keine Schauspielerei von ihm war und reraiste auf 14.500. Er foldete sofort mit einem offensichtlichen Frust auf seinem Gesicht. Leider bin ich bei diesem EPT Turnier als 155 (bei 144 bezahlten Plätzen von 945 Teilnehmern) 11 Plätze (Ich war All in for dem Flop für 40 000 bei Blinds 2000/4000 mit gegen , leider kam die   am Flop) vor dem Preisrängen ausgeschieden.
Fazit:
Poker ist Spiel von und für Menschen und  Menschen machen nun mal ständig  Fehler ( Ich auch!). Während eines Turniers tauchen viele Fehler verschiedenster Art auf. Die Frage ist hier, wer schlussendlich die wenigsten, billigsten (die wenig kosten) Fehler macht und wer am besten und optimal die Fehler seine Gegner ausnützt.   Der  Raub Überfall in Berlin aus meiner Sicht: Ich war zur diese Zeitpunkt im Turniersaal und spielte das 1000€ Side-Event. Ich hatte gerade meine Hand am Button gefoldet  und hörte wie hinter mir zwei russische Spieler  sich unterhielten (ich verstehe russisch sehr gut). Einer sagte dem anderen, komm draußen schauen, es gibt  eine große Schlägerei! Im selben Moment  wie ein Blitz aus heiterem Himmel hatte irgendjemand so etwas wie ,,weglaufen…“ (hatte es nicht ganz klar verstanden) geschrienen, und alle Pokerspieler begannen chaotisch in Richtung Notausgang zu rennen. Bei mir war der Gedanke gekommen, dass es ein Erdbeben sein könnte oder ein Amoklauf von einem durchgedrehten bewaffneten Spieler. Aus Sicherheitsgründen hatte ich Solidarität mit der Masse gezeigt, da ich praktisch keine Wahl hatte, das Menschenmeer hatte mich einfach mitgerissen. In wenigen Minuten waren wir alle auf der Straße, und nur wenige wussten überhaupt, warum sie mitgelaufen waren. Unser Turnier wurde dann storniert, alle (sogar die ausgeschiedenen Spieler!) hatten das Buy-in zurück bekommen, aber der Schock und die Enttäuschung über die mangelhafte Sicherheit bei so einem riesigen Poker-Turnier im Zentrum von Berlin, hatten bei den meisten Spielern tiefe Spuren hinterlassen, es war wirklich traurig!   Euer Ivo ,,The Chess Master"  

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