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/Aug/2008

KQ im Big Blind

Von: ivodonev @ 11:20 (CEST) / 32 / Kommentar ( 641 )

Wie fast immer war das NL-Hold'em (€150 Buy-in mit Rebuys) am vergangenen Freitag im Casino Bregenz (mit 55 Teilnehmern + Warteliste) ausverkauft. Ich versuche nun meine Gedanken während eines Schüssel-Pots darzustellen: Es handelt sich um eine Analyse der Kombination aus Board und Setzmuster.

Irgendwann in der Mitte des Turniers erlebte ich folgende interessante Situation: Ich war im Big Blind mit (die Blinds waren zu der Zeit 800/1.600) und nur ein Spieler hat in früher Position gelimpt, alle bis zu mir haben gefoldet. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gegen 18.000 in Chips, das war auch das Average. Ich kannte den Limper, er heißt Uwe (aus der Schweiz) und spielt regelmäßig die Turniere in Bregenz. Er ist ein relativ aggressiver Spieler. Ich fragte mich, mit welchen Händen er limpen konnte. Ich vermutete, dass er mit drei Arten von Händen limpen würde:

A) mit einem großen Paar wie oder
B) mit irgendeinem niedrigen Paar
C) mit Suited Connectors

Weil ich gegen ihn out-of-position war, entschied ich mich, zu checken. Ich wollte den Pot klein halten.

Fazit: Im NL-Hold'em ist es von großer Bedeutung, out-of-position kleine und in Position größere Pots zu spielen!

Der Flop brachte (Rainbow). Jetzt hatte ich ein Toppaar mit sehr gutem Kicker, höchstwahrscheinlich hatte ich somit in diesem Moment die stärkere Hand. Mein Plan war, so viel Geld als möglich aus dieser Situation herauszuholen und die Spielweise zu wählen, die die meisten Chips gewinnen würde! Theoretisch hatte ich drei Optionen:

A) all-in zu gehen
B) eine Wette in etwa in der Größe des Pots zu spielen
C) einfach zu checken  

Die erste Option, all-in zu gehen, wäre sicher die schlechteste gewesen, weil ich dann gecallt worden wäre und das All-in hier einen negativen Erwartungswert hat! Die zweite Option, die Potgröße zu spielen, hätte meinen Gegner zwingen können, eine mittelmäßige Hand wegzuschmeißen und nur mit einer sehr starken Hand mitzugehen. Außerdem wäre für ihn klar gewesen, dass, wenn ich out-of-position gegen den Preflopraiser wettete, ich den Flop sehr gut getroffen hatte. Weil er ein ziemlich aggressiver Spieler ist, war die Wahrscheinlichkeit, dass er wettet, wenn ich checke, sehr hoch. Darum entschied ich mich, einfach zu checken, und, wie ich erwartet hatte, hat er eine Wette um die 4.000 gemacht. Klar, ich wollte diese Hand nicht aufgeben. Jetzt war ich wieder am Zug und ich hatte wieder die Option zu callen oder zu raisen. Wenn ich raiste, wie hoch sollte ich wetten? Wenn ich raiste, wäre nur ein All-in sinnvoll gewesen, weil unsere Stacks nicht mehr hoch genug waren, um weiter manövrieren zu können. Bei mir war es ein Rest von circa 16.000 und bei ihm Rest von circa 18.000.  Ich habe mich entschieden, nur zu callen, mit der Absicht, am Turn wieder zu checken und der Hoffnung, dass ich Herrn Uwe um weitere 12.000 erleichtern könnte. Für manche Leser wäre es vermutlich eine klare Entscheidung, all-in zu gehen, aber ich denke, dass hier Checken gegen einen aggressiven Spieler der viel profitablere (stärkere) Zug war und das aus folgenden Gründen:
Falls mein Gegner mich am Flop überholt hätte, hätte ich mich überhaupt nicht mehr retten können. In beiden Varianten, wenn ich einen Checkcall bis zum River oder am Flop ein Checkraise-All-in gemacht hätte, hätte er mich mit seiner besseren Hand gecallt und aus dem Turnier eliminiert. Aber falls er hinter mir gelegen und meinen Check als Schwäche betrachtet hätte, wäre es höchstwahrscheinlich gewesen, dass der aggressive Spieler (Achtung: das tut nicht der solide oder passive Spieler!) weiter gewettet hätte.
Was für Hände hätten mich schlagen können?
gab ich ihm nicht, denn er hätte vor dem Flop mit dieser Hand wahrscheinlich geraist. Falls er oder gelimpt hatte, hätte ich weit hinten gelegen und hätte meine Chips so oder so verlieren, wenn ich einen Checkcall gemacht hätte oder wenn ich selbst all-in gegangen wäre. Dasselbe galt, falls er einen kleinen Drilling getroffen hätte ( bis ). und schloss ich aus, denn mit einer solchen Hand hätte er niemals in früherer Position gelimpt. Aber folgende Hände, die ich schlagen konnte, waren sehr wahrscheinlich mit schlechterem Kicker, wie , , mittlere Paare, wie , , und Suited Connectors, wie . Außerdem musste man in Betracht ziehen: Wenn man gegen einen aggressiven Spieler Schwäche zeigt, kann er oft bluffen.  Darum denke ich, dass das Risiko, eine freie Karte zu geben, in dieser Situation nicht eine so große Gefahr ist.

Der Turn brachte eine , ich checkte und, wie ich erwartet hatte, setzte mein Gegner mich all-in. Ich callte mit meinen letzten 12.000 und wir drehten beide unsere Karten um. Ich und er . Also hatte er mit Suited Connectors gelimpt. Er hatte versucht, mich mit einem Paar Fünfen aus dem Pot zu drängen. Der River war ein Blank und so gewann ich diesen Pot und konnte verdoppeln. Am Ende des Turniers erreichte ich nach einer wilden Achterbahn und einigen Fehlern meinerseits den vierten Platz.

Fazit: Es ist unmöglich, in einem NL-Hold'em-Turnier den Finaltisch zu erreichen, ohne hin und wieder Risiken einzugehen!

Euer Ivo - The Chess Master 

Zum Schluss ein kleines Rätsel: Ich habe bei einem großen Pokerturnier in Las Vegas einen berühmten Schauspieler getroffen. Wer mag das wohl sein?


 

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