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/Jul/2008

Main Event CAPT Velden – Suited Connectors am Button

Von: ivodonev @ 12:49 (CEST) / 521 / Kommentar ( 394 )

Fünf Tage, nachdem ich aus Vegas zurückgekommen war, hat es mich an den wunderschönen Wörthersee nach Velden gezogen, um das CAPT Main Event ( 2000€ buy - in) zu spielen. Das Turnier war gut besetzt.
Ich hatte Glück, denn an meinem Tisch kannte ich die meisten meiner Gegner. Auf Platz eins saß Franz Peizl aus Bregenz, der noch nicht lange Poker spielt, auf Platz drei war ein aus Persien stammender Deutscher, Leon, den ich von früheren Turnieren kenne und daher weiß, dass er sehr loose und aggressiv spielt. Auf Platz sechs war ein alter Hase, Alfons aus der Schweiz, auf Platz acht war, in letzter Zeit im Poker erfolgreich, der schwedische Ex-Skiprofi Johann Brolenius, der sehr solides Poker spielt.
Die Turnierstruktur war gut, ähnlich wie beim EPT, 10.000 Startchips, Blinds von 25/50 im ersten Level und die Level dauerten je eine Stunde. In Level eins raiste Franz UTG auf 200, die nächsten zwei Spieler foldeten und ich fand in meinen Karten . Ich reraiste auf 675, und zwar mit zwei Zielen:
A) um Franz von den anderen Spielern zu isolieren
B) um den Pot zu vergrößern, da ich eine Premiumhand hatte

Und wie ich erwartet hatte, foldeten alle und nur Franz callte ziemlich schnell. Der Flop war   (mit einem Kreuz), Franz checkte und ich spielte ca. die Hälfte des Pots (675). Franz callte. Jetzt war ich beunruhigt, denn Franz ist ein ziemlich looser Spieler und ich dachte mir, er könnte zwei Overcards oder ein Paar callen. Am Turn kam die . Franz checkte wieder und ich hatte eine wichtige Entscheidung zu treffen:
A) wetten, um weiteren Druck auszuüben und den Pot sofort zu gewinnen
B) checken, um eine freie Karte für meinen Nutflushdraw zu bekommen

Ich entschied mich für die sichere Variante B, weil ich dachte, wenn er am Flop callt, liege ich hinten, und ich wollte nicht riskieren, dass er mich am Turn raist und ich auf diese Weise den River nicht sehen kann. Am River kam die und er hat wieder gecheckt. Jetzt dachte ich: Es ergibt keinen Sinn mehr zu wetten, weil, wenn er irgendein Paar hat, würde er sowieso bezahlen, und wenn er zwei Overcards hat, wird er folden. Darum checkte ich. Und was für eine Überraschung: Er deckte den As-König auf, also Split Pot. Im Poker ist es eben oft so, dass man weiß, wie man besser hätte spielen können, sobald man die Karte(n) seines Gegners sieht.
In meinem Fall: Ich hätte am Turn einen großen Wetteinsatz bringen sollen und somit den Pot sofort gewinnen können.
Mein rechter Nachbar konnte noch in Level eins auf folgende Weise verdoppeln. Alfons raise UTG auf 200, alle foldeten bis zum Button, Leon callte mit .
Am Flop kamen , Alfons checkte, Leon bettete um ca. 600, Alfons raiste um ca. 1.400 und Leon callte. Der Turn brachte eine , Alfons setzte einen Bet von 2.000 (viel zu wenig!) und Leon callte wieder.
Der River zeigte und Alfons ging, ohne zu überlegen, sofort all-in (??), woraufhin Leon callte. Der Showdown: Alfons drehte um – gegen Leons -Nuts. Und so war Leon nun klarer Chipleader am Tisch. Jetzt plötzlich veränderte sich sein Stil vollkommen, er wurde extrem loose und aggressiv. Er begann fast jede Hand zu spielen und raiste oft zu hoch, er overbettete sogar fast jeden  Pot. Das Gute an der ganzen Geschichte war, dass ich Position auf ihn hatte, weil ich links von ihm saß und hoffte, dass ich ihn bald in einem großen Pot erwischte, um bald zu verdoppeln.
Und so ertrug ich geduldig seinen Terror, bis es zur folgenden Situation kam. Ich war am Button in Level vier (Blinds: 150/300, mein Stack: 8.500) mit . Ein Spieler limpte in mittlerer Position, und so machte es auch Leon am Cut-off. Mit meinen Suited Connectors wollte ich den Flop möglichst billig sehen und gut treffen, darum callte ich.

Fazit: Die Suited Connectors brauchen: a) billig den Flop sehen b)gute Implied Odds b) gute Position

Der Small Blind callte auch und der Big Blind checkte. Der Flop brachte . Alle vier Spieler checkten zu mir, und ich setzte mit meinem mittleren Paar Achten und dem Straightdraw 800. Der Small, der Blind Big Blind und der Limper haben schnell gefoldet, aber Leon setzte nach kurzem Überlegen 14.000(!). 

Jetzt waren wir im Heads-up, und ich hatte eine sehr schwere Entscheidung zu treffen. Durch meinen Kopf gingen folgende Gedanken (im Poker sind das Vermutungen!):
A) Typisch für einen loose-aggressiven Spieler ist, dass er oft Bluffs und Semi-Bluffs macht. In diesem Fall impliziert seine große Wette einen Straightdraw oder zwei Overcards.
B) Ich gab ihm kein großes Paar, weil er im Multiwaypot vor dem Flop geraist hätte und nicht nur gelimpt wäre.
C) Falls er eine fertige Hand gehabt hätte, z.B. Drilling, oder Toppaar mit gutem Kicker (, ), hätte er mich am Flop nicht so hoch geraist , weil er (normalerweise) ja Geld machen will. 

Und noch etwas: Gegen einen so loosen und aggressiven Spieler liegt meine Hand am Flop höchstwahrscheinlich vorn. Und wenn ich annehme, dass ich vorn liege, dann gehen alle meine Chips in die Mitte. Es gibt aber einige Ausnahmen, falls ich am Final Table bin und die Preise steigen gewaltig, denn dann werde ich in einer solchen Situation einen Lay-down machen. Dasselbe werde ich auch in einer Situation tun, wenn ich nur ein paar Plätze vor dem Geld bin. Aber in einem Moment, in dem ich sehe, dass noch 150 Leute im Turnier sind und der Average Stack bei ca. 13.000 liegt, schiebe ich meine Chips gern in die Mitte.

Und ich sagte: "Ich denke, ich liege vorn und niemand bringt mich aus dem Pot heraus." Und Leon sagte: "Na ja, guter Call, ich bin am Draw." Und er drehte um. Also hatte er wirklich einen Straightdraw, oder vervollständigten ihm die Straße, wobei die Sieben zur Teilung führen sollte.
Mathematisch gesehen lag ich zu ca. 68 % zu 32 % vorn, weil er nur sieben Karten zum Gewinnen hatte, drei Damen und vier Buben. Der Turn brachte eine Zwei, jetzt war mein Vorteil sehr groß ( 80 % zu 20 %!). Leider kam am River eine Dame und so war meine "Turnierqual" zu Ende …

Noch etwas: Der Spielstil von Leon erinnert mich an den Stil von Gus Hansen, und ich denke, diese Spielform ist die richtige für große Turnierfelder. Und für mich war es keine Überraschung, dass Leon sogar am Final Table den fünften Platz erreichte – herzliche Glückwünsche meinerseits zu seinem Erfolg!         
Ivo – The Chess Master

Die Auflösung zu meinem letzten Rätsel: Ganz offensichtlich war das ein Double von Stan Laurel.

Ich habe in Bellagio bei einem großen NL-Hold'em-Turnier einen berühmten englischen Profifußballer (mit 51 Spielen in der englischen Nationalmannschaft!) getroffen, der sogar mit 42 Jahren noch aktiv in der zweiten Liga in England spielt! Wer das wohl sein kann?

 

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