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/Mär/2008

NL-Hold'em-Strategie für Rebuy-Turniere – Teil 2

Von: ivodonev @ 13:07 (CEST) / 462 / Kommentar ( 276 )

Fortsetzung


Zuerst habe ich mir alle Spieler am Tisch genau angeschaut, von diesen war mir aber nur ein Spieler bekannt – der von Platz fünf, Constantin Meyer. (http://www.pokerpages.com/players/profiles/86662/constantin-meyer.htm). Das ist wichtig, da ich versuche, meine Strategie an jeden Spieler am Tisch individuell anzupassen. In der ersten Hand war ich in früherer Position mit . Es waren zwei Limper vor mir und ich limpte auch (normalerweise muss man raisen). Natürlich stieg, je mehr Spieler billig in den Pot kamen, umso mehr die Gefahr, dass meine Könige verloren. Meine Idee war, dass jemand raisen würde und ich mit einem Reraise das Feld auf maximal zwei Spieler einschränken konnte. Falls niemand raisen und ich einen großen Pot verlieren sollte, hätte ich ein Rebuy machen können. Zu meiner Überraschung haben nach mir noch drei Spieler gelimpt, dazu auch der Small und der Big Blind. Im Pot waren wir also insgesamt acht Spieler x 50 = 400. Der Flop war , die Blinds und die zwei Limper checkten zu mir. Ich spielte 500 (ich hatte noch 1.450 Rest) und hoffte auf Action. Constantin Meyer schob all seine Chips in die Mitte. Alle stiegen sofort aus und ich ging all-in. Er zeigte , also ein Toppaar mit mittlerem Kicker. Turn und River brachten zwei kleine Karten, und so habe ich verdoppelt! Dann habe ich ziemlich loose gespielt und mehrere kleine Pots gewonnen.

In Level zwei war ich mit   im Big Blind. Zwei Limper und ein Raiser in später Position auf 400. Ich sah, dass der Raiser nur etwa die Hälfte meiner Chips hatte (um die 2.600, ich als Chipleader hatte 5.500) und schätzte, dass er ein mit großem Kicker hatte. Ich entschied mich, all-in zu gehen (die Limper hatten vermutlich keine starken Hände). Bis zum Raiser foldeten alle und dieser callte und zeigte . Es kamen kleine Karten und ich gewann. Jetzt, da ich mir einen großen Stack aufgebaut hatte, wurde es Zeit, dass ich von meinem loose-aggressiven Spiel zu einem tight-aggressiven Spielstil umschaltete. So konnte ich meinen Plan erfolgreich umsetzen - nach der Rebuy-Phase hatte ich 9.000 in Chips + das Add-on (natürlich!) mit 4.000. Und so habe ich als Chipleader Level drei (100/200) mit 13.000  in Chips begonnen! Die Rebuy-Phase war abgeschlossen und somit begann das Freeze-out-Turnier.

Ab hier bis zu den letzten zwei Tischen war es leicht:

a) keine großen Pots 
b) minimales Risiko 
c) Die kleinen Stacks sind leicht unter Druck zu setzen.

In Level neun waren die letzten 16 Spieler (Blinds 600/1.200 + 100er-Ante) am Tisch. Ich war mit (offsuit) im Small Blind. Alle passten zu mir und ich überlegte kurz, was ich tun sollte.

a) Im Big Blind war ein unbekannter, nicht aggressiver Spieler mit mittlerem Stack.
b) Wenn ich gefoldet hätte, hätte ich freiwillig den Pot von 2.600 hergegeben.
c) Meine Karten waren zu schwach, um zu raisen (als Steal).

In dieser Zeit, bevor ich mich entschied, ob ich folde, calle oder raise, hörte ich eine wichtige Information: Mein Gegner checkte frühzeitig! Dann habe ich mir gedacht: "Er ist nicht zu stark, darum werde ich callen mit der Intention,  ihn am Flop zu überspielen."
So passierte es auch, ich callte und er checkte. Der Flop war .
Ich dachte, er hätte keine hohen Karten, weil er vor dem Flop schnell checkte, und feuerte 1.600 (im Pot waren 3.200) in den Pot. Ich habe den Flop komplett verpasst, aber für mich war wichtiger, dass auch mein Gegner nichts getroffen hatte. Mein Gegner hat sofort gefoldet.

Fazit: Während eines Pokerturniers ist man mit vielen schwierigen Situationen konfrontiert, in denen man seine Gegner überspielen kann. Das sind die Grundsteine zur Meisterschaft.

Beim Final Table - die letzten sechs Spieler waren im Geld (vier Deutsche, ein Italiener und ein Österreicher) - war ich klarer Chipleader mit über 130.000 ( insgesamt waren es 370.000 Chips). Ich war in Level 14 (4.000/8.000, Ante: 500, letzte fünf Spieler ) Small Blind mit . Alle foldeten, bis auf den Button, Constantin Meyer (ein guter Spieler!), der auf 30.000 geraist hatte. Ich sah, dass er, falls ich reraiste, Pot-comitted sein würde (nur 25.000 hinten) und bei seinem eventuellen Call Flop, Turn und River sehen würde! Darum entschied ich mich, nur zu callen und egal, was für ein Flop kommen sollte, all-in zu gehen. Auf diese Weise kann es sein, dass meinem Gegner der Flop gar nicht gefällt und er foldet. Der Flop war . Ich spielte all-in und Constantin callte absolut richtig  und drehte … um, hatte also einen Flushdraw mit einer Overcard (zwölf Outs)! Turn und River waren zwei Blanks und ich habe Constantin auf Platz fünf eliminiert.

Nun waren vier Spieler übrig und ich war mit im Big Blind. Christian Segala (http://www.pokerpages.com/players/profiles/108269/christian-segala.htm) limpte UTG, der Button foldete und der SB callte. Als Chipleader wollte ich kein großes Risiko eingehen und checkte natürlich. Der Flop war . Wow! Der SB checkte, ich ebenfalls und der Limper ging sofort all-in, zu meiner Überraschung tat dies auch der Small Blind sofort!!! Jetzt kurz nach gedacht! Wahrscheinlich hatten die beiden den König getroffen. Oder der Small Blinde hatte auch getroffen. Ich hatte doppelt so viele Chips wie jeder andere am Tisch und callte natürlich. Christian drehte  und Timo (SB) drehte um - Bingo! Nur der übrige König im Deck konnte meinen Gegnern nun helfen. Am Turn und River kamen zwei Blanks und ich eliminierte beide Spieler. Jemand sagte: ,,Der Ivo hat wieder ein Riesenglück gehabt!”

Ich meine: Ganz realistisch gesehen muss man sagen, dass ich aufgrund der Fehler meiner Gegner einen großen Pot gewonnen habe! (Christian limpte mit einer starken Hand () in shorthanded, was ein  Fehler ist!) So habe ich mit meiner schwachen Hand () im Big Blind gratis den Flop gesehen.
Im Heads-up mit Angelo Angelis hatte ich einen Chipvorsprung von ca. 10:1, konnte somit sehr schnell gegen ihn und damit auch das Turnier gewinnen: (http://www.pokeraction.info/poker/news/einzelner-news-eintrag/article/ivo-donev-gewinnt-wochenturnier-in-bregenz-1.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=15&cHash=300d048cfb)

Schlussfolgerung: In Rebuy-Turnieren muss man in der Rebuy-Phase: a) alle Pocket- Paare (vor dem Flop); b) und (vor dem Flop) und c) die Draw-Hände (nach dem Flop oder Turn) aggressiv spielen und bereit sein, einige Rebuys zu machen!

      Ich im Jahr 1997 beim Schachspielen in der 1. Deutschen Bundesliga

<blockquote></blockquote>

Euer Ivo Donev – The Chess Master  www.ivodonev.com

PS: Beim letzten Rebuy-Turnier am Freitag, 28.03., habe ich drei Rebuys und ein Add-on gemacht und bin leider als Zwölfter mit gegen (von Angelo Angelis - http://www.pokerpages.com/players/profiles/106101/angelo-angelis.htm) kurz vor dem Finaltisch  ausgeschieden.
 

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