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/Okt/2008

Pokern in der Höhle der Löwen – WSOPE – Teil 1

Von: ivodonev @ 12:32 (CEST) / 6553 / Kommentar ( 250 )

Hallo miteinander,

wie versprochen berichte ich heute über das H.O.R.S.E. bei der WSOPE in London. Es hat mir große Freude gemacht, mit den Big Boys (Negreanu, Hellmuth, Hansen, Lederer usw.) zu spielen. Wusstet ihr, dass es einen großen Unterschied zwischen den kleinen Turnieren im Casino Bregenz und den starken  WSOPE-Turnieren gibt? Man bekommt viel weniger Bad Beats gegen die Superstars!

Mein erstes H.O.R.S.E.-Tournament habe ich am 14. Juni im Casino Venetian (Las Vegas) gespielt. Damals habe ich bei 183 Teilnehmern den elften Platz erreicht, was mich begeistert und mich für diese königliche Disziplin erst so richtig in Stimmung gebracht hat. Mit dem Ziel, mich noch weiter zu verbessern, habe ich gezielt nur dieses einzige Pokerturnier bei der WSOPE London gebucht.

Ich möchte noch ganz kurz erklären, warum H.O.R.S.E. als die königliche Disziplin im Poker bezeichnet wird. Man spielt dabei alle fünf Limit-Pokervarianten - Hold'em, Omaha Hi/Low, Razz, Seven Card Stud und Eight-or-better (Seven Curd Stud Hi/Low). Und das Wichtigste der ganzen Geschichte ist, dass alle fünf Pokervarianten als Limit-Pokervarianten durchgeführt werden. Dadurch wird vermieden, dass man durch einen unglücklichen Treffer in einer Hand all seine Chips verlieren kann!
Der Nachteil dieser Limit-Spiele ist jedoch, dass die bessere Hand schwieriger zu schützen ist. Ich denke auch, dass bei diesen Limit-Spielen das Mathematische wesentlich stärker im Vordergrund steht als der psychologische Aspekt. Ich habe sehr viel Erfahrung in Limit-Spielen, da früher im Casino Bregenz jahrelang nur Limit Hold'em, Seven Card Stud und Omaha angeboten wurden. Turniermäßig konnte ich auch einige Erfolge in diesen drei Limit-Pokervarianten erzielen, z. B.:

1) Im Jahr 2000 - WSOP, Omaha Limit - 1. Platz

2) Im Jahr 2001 - WSOP, Seven Card Stud Limit - 10. Platz

3) Im Jahr 2004 - WSOP Hold'em Limit - 6. Platz

Im Seven Card Hi/Low habe ich durch Cashgames während der WSOP in Las Vegas und ein kleines Turnier im Golden Nugget auch einige Erfahrungen gesammelt. Außerdem: Seven Card Hi/Low weist in gewisser Weise ab und zu Ähnlichkeiten mit dem Seven Card Stud Hi auf.

Meine schwächste Disziplin ist Razz, wo ich sehr wenig Erfahrung habe, darum habe ich mir vor der WSOPE in London einiges über Razz angesehen, z.B.: Das Handbuch der Turnierstrategie "Full Tilt", den Razz-Artikel im Magazin "PokerBlatt", die Filme zur WSOP 2004 über Razz "Der Final Table", und die Filme zur WSOP über H.O.R.S.E. aus den Jahren 2006, 2007 und 2008 etc.). Dazu habe ich noch ein wenig Razz-Cashgame im Internet geübt, aber ohne besonderen Erfolg. Und so bin ich optimistisch nach London gereist, mit dem einzigen Ziel, mein Bestes bei diesem einzigen von mir geplanten Turnier zu geben.

Viele Leute setzen sich vor einem Turnier sehr hohe Ziele z. B. das Turnier zu gewinnen, ich habe mir andere Ziele gesetzt, und zwar nach und nach, auch noch während des Turniers:

a) den zweiten Tag zu erreichen
b) den dritten Tag zu erreichen
c) im Preisgeld zu landen (bei 16 verbleibenden Spielern) 
d) den Finaltisch zu erreichen
e) Es wäre super, wenn ich die letzten drei Plätze erreichen könnte.  

Erst als wir zu dritt übrig waren, dachte ich, es könnte ja mit dem zweiten Bracelet klappen. Im Prinzip gilt also folgende Universalregel, und zwar für jedes Turnier:

Ich versuche mein bestes Poker zu spielen, voll konzentriert, von der ersten Hand des Turniers bis zur letzten Hand! 

Das Turnier hat am 22.09. um 14.00 Uhr mit einer fantastischen, langsamen Deepstack-Struktur begonnen. 10.000 Startchips und im ersten Level Blinds von 50/100 und 90-minütige Level! Weil nicht viele Leute die fünf Spiele gut beherrschen, war das Turnier mit nur 110 Spielern besetzt, wobei 90 % der Spieler bekannte starke Spieler waren. An jedem Tisch saßen mindestens zwei bis drei Superstars, an meinem Tisch, Nummer zehn, saß ich auf Platz eins, auf Platz fünf war Gus Hansen, auf Platz sechs Martin Vallo und auf Platz zehn Roland de Wolfe.
                    

              
In Level vier (Blinds: 150/300) im Hold'em geschah Folgendes: Jemand in früher Position limpte, für 300 raiste Roland de Wolfe auf 600 und ich sah ein Paar Asse, woraufhin ich auf 900 reraiste, und das mit zwei Zielen:

A) um einen größeren Pot mit der besseren Hand aufzubauen

B) um den ursprünglichen Raiser zu isolieren, also heads-up mit ihm zu spielen 

Wie erwartet, schmissen alle bis zum ursprünglichen Raiser weg und dieser callte sofort. Der war Flop , Roland de Wolfe checkte und jetzt hätte vermutlich fast jeder an meiner Stelle gewettet. Bevor ich meine Entscheidung traf, überlegte ich jedoch kurz. Mir war bekannt, dass Roland de Wolfe ein extrem aggressiver Spieler und ein ausgezeichneter NL-Hold'em-Experte ist. Falls er Schwäche bei seinem Gegner riecht, feuert er fast immer eine Wette ab, unabhängig von der Stärke seiner Hand. Weil der Flop für meine Asse ungefährlich war, checkte ich, mit der Hoffnung, dass Roland am Turn die Initiative übernehmen würde.

Achtung – im Limit Hold'em dem Gegner eine freie Karte zu erlauben, dass kann einen im schlimmsten Fall einige Wetten kosten, im Gegensatz dazu kann es einen im NL Hold'em sogar (in bestimmten Situationen) den ganzen Stack kosten!

Der Turn brachte noch eine Drei (eine sehr gute Karte für mich, die mir zwei Toppaare brachte) und wie ich erwartet hatte, feuerte Roland sofort eine Wette von 600 in den Pot. Jetzt hatte ich wieder zwei Optionen:

A) ihn zu raisen
B) ruhig zu callen

Falls ich ihn raiste, hätte es sein können, dass er mit der Hand fertig war und foldete. Dies wäre logisch gewesen, wenn er , oder ein kleineres Paar gehabt hätte. Aber wenn ich ruhig gecallt hätte, hätte er höchstwahrscheinlich wieder am River gewettet, und ich hätte mindestens noch 600 gewinnen können. Ich callte 600 am Turn und am River kam eine . Roland feuerte wieder 600 in den Pot und jetzt zeigte ich ihm meine Krallen, ich raiste auf 1.200 und jetzt war er plötzlich überrascht und nach kurzer Überlegung und einem Seufzer sagte er auf Englisch: „Der Pot ist zu groß“ und callte. Ich deckte meine Asse auf und er zeigte ein As und schmiss die Karten weg.

Ich denke, dass man auf diese Weise gegen hyperaggressive Leute mehr aus dem Pot holen kann.

Nach mehr als zwölf Stunden Spiel hatte ich es geschafft, mich nach dem ersten Tag von den verbliebenen 56 Spielern, mit einem Chipcount von 27.900, auf den 16. Rang hochzuarbeiten.
                
                             
               
Nun zu meinem Rätsel: Am ersten Tag des H.O.R.S.E.-Turniers machten Markus Golser (für mich klar der beste österreichische Cashgame-Pokerspieler!) und ich einen kleinen Spaziergang durch London. Plötzlich sahen wir Jeff  Lisandro (ein bekannter Pokerspieler, der unser beider Freund ist), beim  Süßmandelverkaufen. ??? Markus hat gerufen: „Hallo Jeff, was machst du denn da?“ Der Süßmandelverkäufer antwortete überraschend: „I am not Jeff but I am also a poker player!“ Die Ähnlichkeit mit Jeff war unglaublich, erst jetzt, als wir ganz nah vor ihm standen, stellten wir fest, dass dieser Mann ein Fremder war, der fast als Zwilling von Jeff bezeichnet werden kann.       
        

           
Hier also die Antwort: Der Mann neben Markus ist ein Süßmandelverkäufer, der sehr große Ähnlichkeit mit dem berühmten Jeff Lisandro hat. :-)

Übrigens: Ich habe Jeff bei unserem gemeinsamen Final Table 5 % Versicherung (also jeder gibt dem anderen 5 % von seinem Preisgeld) von den Preisgeldern angeboten (bei den letzten 16 Spielern, wo wir fast gleichgroße Chipstacks hatten) und er war sofort einverstanden.

Und hier ein neues Rätsel:

Welchem Poker-Superstar gehören diese Schuhe? (Kleiner Tipp: Dieses Foto habe ich in London gemacht.)
              

               
Fortsetzung folgt.

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