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ivodonev blog

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/Sep/2010

Portugiesische Asse

Von: ivodonev @ 12:52 (CEST) / 3 / Kommentar ( 3 )

Hallo alle miteinander, Ende August bin ich mit großer Freude zum Pokern und Urlaub nach Portugal geflogen. Der Grund war die EPT und die wunderschöne Lage meines Hotels (Marina Vilamoura), welches direkt am Atlantischen Ozean liegt! Die Algarve ist unbeschreiblich schön, ich kann jedem empfehlen, dort einmal den Urlaub zu verbringen. Als Vorbereitung hatte ich mir einen Tag lang eine totale Pokerpause genommen, um einen Tagesausflug mit einem Segelschiff zu machen, was unbeschreiblich schön war. In einer Bucht wurde geankert um zu baden, es wurden frische Fische gebraten und natürlich auch gegessen. Hier ein Paar Fotos.


Die Fakten für das Turnier sind vermutlich den meisten Lesern bekannt. Das relativ hohe Buy-In mit 5000€ hatte anscheinend nicht gestört, um 384 optimistische Poker Player nach Vilamoura zu locken. Es sah so aus: 30 000 Startchips, 60 min. Level an Tag eins und 75 min. Level ab Tag zwei. Diese Struktur war eine tolle Voraussetzung für ein schönes Deep Stack Turnier. Wie üblich war ich an Tag 1B eingestiegen, und zu meiner angenehmen Überraschung war an meinem Tisch auf Platz 8 mein Poker-Vorbild Daniel Negreanu. Ich saß auf Platz 4, aber auf Platz 1 saß ein extrem looser und aggressiver junger spanischer Spieler mit dem Namen Rafael. Er hatte noch in Level 2 sein Stack auf sage und schreibe über 100 000 aufgebaut. Hier ein Kunststück von Rafael, in dem ich das Hauptopfer war. Level 2 75/150: Ich bekam UTG   und verlangte etwas ganz übliches für eine solche Situationen, nämlich Raise auf 3BB = 450. Alle foldeten bis zum Button (Platz 1, Rafael), der lange überlegte. Schlussendlich entschied er sich nur zum Call. Der Small Blind, ein italienischer Poker-Stars-Pro, entschied sich zu erhöhen, und zwar auf 2000. Na ja, dachte ich, wenn ein Poker Star Pro so früh im Turnier gegen einen UTG Raiser erhöht, dann müsste er eine sehr starke Hand haben. Darum callte ich nur, da ich Position auf den Aggressor hatte und so früh im Turnier nur dann einen gigantischen Pot spielen wollte wenn ich eine Bomben Flop hatte. Jetzt war aber unser spanischer Hero nicht mit unserem Betrag einverstanden und erhöhte auf 7000. Der italienische Pro, der das Feuer zündete, ging in Staub auf. Jetzt war ich an der Reihe, die Kastanien aus dem heißen Feuer zu holen. Was könnte mein unbekannter Gegner in einer solchen Situation haben? Ich tappte völlig ihm Dunkeln. Wenn ein Spieler vor dem Flop lange nachdenkt, kann das zwei Bedeutungen haben: a) er überlegt zu raisen (reraisen) oder zu callen. b) er überlegt zu callen oder zu folden. Nach langer Überlegung (ich hatte zu diesem Zeitpunkt 27 000) hatte ich mich entschieden, dass er eine große Hand haben könnte (A A, K K oder A K). Ich foldete meine Damen. Er öffnete voller Stolz ! Das Ergebnis: Minus 2000 mit gegen ohne den Flop zu sehen. Also absolut meine eigene Schuld. Im Level 3 (100/200) bekam ich in früher Position und raiste auf 550, alle foldeten bis zum Big Blind Rafael, der wieder ein Kinostück gebastelt hatte: Reraise auf 1100. Ich überlegte kurz, ob ein Reraise oder nur ein Call die bessere Option wäre. Ich hatte mich dann entschieden, nur zu callen und in Position gegen meinen loosen Gegner nach dem Flop zu spielen. Flop , er Conti Bet mit 1100, ich Call,  Turn , er checkte schnell, und ich dachte, es läge ein  freies Frühstück in der Mitte des Tisches, also bettete ich um die 3200. Er begann plötzlich seine schwere Artillerie vorzubereiten, ohne mit der Wimper zu zucken raiste er auf 10 000. Ich foldete natürlich und er drehte offsuited um! Wieder hatte mich der junge Internet-Spieler rasiert, pardon ausgeblufft! Natürlich war seine Achterbahn brutal: vom Chip Leader im Level 3 mit über 120 000 bis zum Ausscheiden im Level 5! Für mich war die Schüsselhand in diesem Turnier in Level 6, Blinds 200/400, Ante 50. Ich saß am Button und alle foldeten bis zum Cut-off, einem jungen Spieler aus den baltischen Republiken. Er hatte zu diesem Zeitpunkt um die 27 000 und ich circa 45 000. Dieser junge Spieler erhöhte und dieses Mal verlangte er 1000. Ich schaute schnell auf meine Karten und sah etwas, worauf ich seit 220 Händen gewartet hatte, nämlich die absoluten Nuts: . Weil das Raise nicht besonders hoch war, dachte ich, wenn ich nur callen würde, könnte ich den Blinds gute Pot Odds geben, und wie bekannt spielt sich am besten im Heads-up und nicht gegen drei Gegner. Ich erhöhte vorsichtig auf 3000 a) um die Blinds auszuschalten und ein Heads-up gegen den Initialisierer zu erreichen b) um einen großen Pot mit der besseren Hand aufzubauen Die beiden Blinds hatten das Feuerwerk gerochen und foldeten sofort. Mein junger Gegner hatte offensichtlich etwas Gutes in seinen Händen und erhöhte zügig auf 9000. Jetzt machte es keinen Sinn mehr nur flat zu callen, weil so oder so würde es meinem Gegner klar werden, dass auch ich ein sehr starke Hand hatte, darum reraiste ich auf 27 000, was praktisch sein All-In war. Er callte sekundenschnell und drehte um. So weit so gut. Ich habe es geschafft mit der besseren Hand das ganze Geld vor dem Flop in die Mitte zu kriegen. Nur das böse Ende war kurz und schmerzlich. Eine Dame am Flop, keine Hilfe am Turn und River und der gigantische Pot (circa 55 000) wanderte in die falsche Richtung, nämlich zu meinem Gegner. Nach diesem Spiel blieb ich Short Stack mit circa 18 000, und obwohl ich im Level 6 mein Idol Daniel Negreanu mit gegen seine eliminiert hatte, konnte ich nicht so richtig mein Stack entwickeln.


<h3 style="text-align: center">    Negreanu gibt ein Autogramm in sein fantastisches Buch ,,Power Holdem Strategien"</h3> Meine Hoffnungen waren im Level 8 (400/800 und Ante 75) endgültig vernichtet. Ich war der Shortest Stack am Tisch mit circa 11 000 und es wurde zu mir gefoldet. Ich sah in mittlerer Position und dachte, dass diese Hand genug wert wäre, All In zu spielen. Alle hinter mir foldeten sofort, aber leider hatte sich der Big Blind entschieden seine Blinds zu verteidigen und zwar mit Recht. Er lag mit seinem Paar Damen weit vorne. Am Board bekam ich keine Hilfe, und somit war ich am Ende des ersten Tages ausgeschieden.   Wenn ich über das EPT Vilamoura nachdenke, kommen mir zwei verschiedene Gedanken. Von einer Seite denke ich gerne an diesen wunderbaren warmen Ferienort, wo man wirklich schöne Tage erleben kann. Auf der anderen Seite denke ich, Vilamora verbindet mich mit dem lästigen Poker-Gedanken, dass ich hier beim EPT 2009 als auch beim EPT 2010 die entscheidenden Verlusthände hatte mit meinen …! Trotzdem - ich komme immer wieder zum EPT im Portugal!   Euer Ivo ,,The Chessmaster“ Donev

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