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/Aug/2009

Swiss Poker Masters – Das Main Event!

Von: ivodonev @ 11:58 (CEST) / 170 / Kommentar ( 10 )

<font face="Verdana" size="2">Hallo, alle miteinander! </font>

<font face="Verdana" size="2">Wir alle leben in einer Zeit, in der Poker sozusagen eine Renaissance erlebt. Es ist faszinierend, wie Poker innerhalb von ein paar Jahren von der untersten schmutzigen Schublade zur Attraktion, zur beliebten TV-Show und sogar zum Sport geworden ist.</font>

<font face="Verdana" size="2">Wie sicher die meisten von euch wissen, gibt es in der Pokerwelt einige ungeschriebene Regeln: </font>

<font face="Verdana" size="2">a) Je niedriger das Buy-in für ein Turnier ist, desto schneller/"schlechter" ist die Struktur. Damit startet schon in der frühen Phase des Turniers das Preflop-All-in-Festival und dadurch ist der Glücksfaktor höher. Die Turnierdauer ist nur einige Stunden.</font>

<font face="Verdana" size="2">Ein konkretes Beispiel: Casinos Austria, €200 Freeze-out – 3.000 Startchips und 30-min-Levels. Das erste Level 25/50, also M = 40
</font>

<font face="Verdana" size="2">b) Je höher das Buy-in für ein Turnier ist, desto langsamer/"besser" ist die Struktur des Turniers. Damit steigt das Preflop-All-in-Festival erst in einer späteren Turnierphase, der Glücksfaktor wird dadurch also minimiert. </font>

<font face="Verdana" size="2">Ein konkretes Beispiel: Casinos Austria, €2.000 Freeze-out – 10.000 Startchips und 60-min-Levels, die Turnierdauer: zwei Tage. Das erste Level 25/50, also M = 133
</font>

<font face="Verdana" size="2">c) Die Turniere mit einer supertiefen Struktur – wie die EPT, die WPT oder das WSOP-Main-Event – haben meistens €5.000 bis €10.000 Buy-in und es wird mit 30.000 Startchips und 60- bis 120-min-Levels im Freeze-out-Modus gespielt.Das erste Level 50/100, also M = 200. Die Turnierdauer beträgt im Minimum vier bis fünf Tage. Der Glücksfaktor ist hier ist am geringsten.</font>

<font face="Verdana" size="2">           
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<font face="Verdana" size="2">Von dieser Regel war das Main Event bei den Swiss Poker Masters eine angenehme Ausnahme: Das Buy-in lag bei nur CHF500 (ca. €300), Freeze-out-Modus, Startchips: 15.000, Levels: 45 min, Blinds in Level 1: 25/50. Die Turnierdauer war vier Tage!</font>

<font face="Verdana" size="2">Wow, so einen Hammer habe ich in meinem Leben noch nie gespielt, ein Turnier mit nur €300 Buy-in mit so einer guten Struktur, also sozusagen exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis, super!</font>

<font face="Verdana" size="2">Es ist kein Wunder, dass bei diesem Turnier 470 begeisterte Pokerfans, hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum (aber auch ein Araber, siehe Foto!), mitgemacht haben.
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<font face="Verdana" size="2"></font>

<font face="Verdana" size="2">                    
Mein Tisch war besetzt mit unbekannten, zumeist sehr loosen Spielern. Sie spielten nicht nur zu viele schwache Hände vor dem Flop, sondern gingen auch einfach viel zu weit mit (Turn und River).</font>

<font face="Verdana" size="2">Dadurch stieg an unserem Tisch der Glücksfaktor und die Bad Beats wurden wie warme Semmeln verteilt.</font>

<font face="Verdana" size="2">Ein Beispiel: Level 2, 50/100: Vier Spieler limpten und der Small Blind callte. Ich saß im Big Blind und fand ein Paar Neunen. Wow, ein mittleres Paar out-of-position gegen fünf Spieler war sicher unprofitabel. Ich wollte in einer solchen Situation den Pot sofort gewinnen oder das Feld mindestens bis auf einen Gegner ausdünnen. Dadurch stiegen meine Gewinnchancen enorm. Mathematisch sah das so aus: hat gegen fünf Gegner rund 32 % Gewinnchance, gegen nur noch einen Gegner 72 %. Man muss nicht alle Zahlen auswendig wissen, sondern sich nur die Idee merken, wann die eigenen Karten im Heads-up stärker sind und wann die Karten Multiway-Action usw. verlangen.</font>

<font face="Verdana" size="2">Um deutliche Stärke zu zeigen, raiste ich kräftig auf 900. Es war wie ein Signal von einem Hirten, der seine Schäfchen gerufen hatte, alle fünf Spieler füllten von 100 auf 900 nach! Jetzt war mir klar: Wenn keine Neun auf dem Board auftaucht, bin ich geliefert. Der Flop brachte , ich checkte vorsichtig und dies mit Recht, denn es gab riesige Action nach mir. Das überzeugte mich schnell, auf bessere Zeiten zu warten. Zum Glück gingen am Flop zwei Leute all-in und der Dritte zeigte seine Karten freiwillig (). Die All-in-Spieler hatten und kleine Suited Connectors. Das Ergebnis von diesem Pot war uninteressant, sondern wichtiger war, dass ich Infos bekam, mit welchen Karten meine Gegner, die preflop gelimpt und ein großes Raise nachbezahlt hatten, nämlich -off, -off, usw., agierten. Das änderte mein Strategie für diesen konkreten Tisch. An einem solch loosen Tisch muss man die Flops billig sehen und gut treffen. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die guten Hände gut ausbezahlt werden. </font>

<font face="Verdana" size="2">Am Anfang lief alles gut und ich hatte meinen Stack von meinem Anfangskapital von 15.000 bis zum Ende des dritten Levels ohne großes Risiko auf 22.000 gebracht. </font>

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<font face="Verdana" size="2">Dann passierte Folgendes:</font>

<font face="Verdana" size="2">Level 4, 100/200: Drei Spieler limpten und ich fand am Button . Jetzt callte ich nur. Der Small Blind foldete und der Big Blind war überglücklich, den Flop gratis zu sehen: . Alle checkten zu mir und ich war mir sicher, dass meine Hand im Moment vorn liegen würde. Darum feuerte ich 650 in den 1.000er-Pot. Erwartungsgemäß foldeten alle bis zum letzten ungläubigen Limper, ein älterer Spieler mit asiatischen Wurzeln. Der Turn: . Er checkte wieder. Was nun? Ich dachte, dass ich immer noch vorn liegen würde und er irgendeine Draw-Hand haben müsste. Darum versuchte ich einen zweiten Angriff, um die Sache klarzustellen – also 1.500. Mein Gegner war wie ein sturer Esel, der nicht aus dem Weg gehen wollte, und callte sofort und ohne mit der Wimper zu zucken. Der River war ein As. Plötzlich hatte mein Gegner etwas in diesem Board gefunden und wettete unfreundlicherweise um die 2.000. Oh, was hatte dieser Spieler?, fragte ich mich Womit hatte er am Flop und Turn bezahlt? Hatte er mit einem Drilling ein Slowplay gemacht? Oder probierte er zu bluffen, nachdem sein Flushdraw nicht vervollständigt worden war? Oder hatte er einfach sein As gepaart und wettete für Value? Solche Fragen gingen zuhauf durch meinen Kopf, während ich lange grübelte. Ich hatte das Gefühl, dass nun mein mittleres Paar nicht mehr gut war, aber die Neugier, womit mein Gegner so schnell gecallt und wie ein Computer am Schluss automatisch gewettet hatte, war sehr groß. Schlussendlich callte ich (Fehler leider...) und was sah ich? . Strahlend raffte der Asiate den Pot ein.</font>

<font face="Verdana" size="2">Na ja, typisch für einen loosen Spieler: Call am Flop und Turn im Heads-up, nur mit Overcards und sogar out-of-position! Solche Situationen erlebt man unzählige Male bei Turnieren mit kleinen Buy-ins!</font>

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<font face="Verdana" size="2">Nach diesem Pot änderte sich alles. Mein Stack schmolz allmählich wie Butter in der heißen Sonne. Ich verlor buchstäblich jeden Pot, den ich spielte.</font>

<font face="Verdana" size="2">Mein Stack war von Level drei bis Level sieben (200/400, Ante: 50) von 22.000 auf 5.000 geschrumpft. Ich sollte nun dringend verdoppeln, denn ich verzichte generell gern auf das Nachspielen des Films "Stirb langsam".</font>

<font face="Verdana" size="2">In einer Situation foldeten alle zu mir und ich fand am Button , so attackierte ich logischerweise die Blinds kräftig – all-in mit 5.000 – weil mich eine Runde 1.100 kostete. Wenn ich klein geraist und ein Reraise bekommen hätte, wäre ich fast committed gewesen, darum einfach all-in, ohne einen Weg zurück!</font>

<font face="Verdana" size="2">Der Small Blind foldete sofort, aber der Big Blind callte und drehte um. Das war mein Ende, es kam keine Hilfe vom Board und ich war out, genau vor der Essenspause.</font>

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<font face="Verdana" size="2">Viele von euch haben das sicher schon erlebt: Turniere mit niedrigem Buy-in und schneller Struktur, die wirklich keinen Spaß machen, aber hier hat mir – trotz meines schnellen Ausscheidens (meistens bin ich beim Ausscheiden aus einem Turnier kurz vor dem Geld ziemlich sauer – Frage: Wer nicht?) – das Turnier besonders wegen der wunderbaren Struktur wirklich Spaß gemacht! </font>

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<font face="Verdana" size="2">Zum Schluss möchte ich mich noch herzlich bedanken bei Rino, Cem und Armin für das wunderbare Turnier und die gute Organisation bei den Swiss Poker Masters. Die gesamte Woche hat sehr vielen Spielern große Freude bereitet und wird ihnen und auch mir in guter Erinnerung bleiben!</font>

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<font face="Verdana" size="2">Wie mein Pokerfreund Bill Gazes schon sagte: </font>

<font face="Verdana" size="2">NL Hold'em ist ein einfaches Spiel!</font>

<font face="Verdana" size="2">Wenn dein Gegner checkt, dann wettest du.</font>

<font face="Verdana" size="2">Wenn dein Gegner wettet, dann raist du.</font>

<font face="Verdana" size="2">Wenn dein Gegner raist, dann reraist du.</font>

<font face="Verdana" size="2">Wenn dein Gegner wieder reraist, dann gehst du all-in!</font>

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<font face="Verdana" size="2">Ich interpretiere dies so: Wer im Poker der Hammer ist, hat meistens den Vorteil!</font>

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<font face="Verdana" size="2">Euer Ivo – The Chess Master </font>

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<font face="Verdana" size="2">PS: Wer kennt diese zwei bekannten Exfußballprofis, die ihre Fußballkarriere beendet haben und jetzt aktive Pokerspieler sind?</font>

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