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ivodonev blog

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Triple Chance WSOP NL Holdem - Hopp oder Topp   Hallo liebe Leser,
  hier wieder in Las Vegas, Rio-Hotel am 29.Juli, 12 Uhr – mein letztes grosses WSOP-Event Nr. 51 für 2010.
   
Schöne Werbung oder?
  965 begeisterte Pokerspieler hatten an dem 3000$ Buy-in Triple-Holdem-Turnier teilgenommen. Der Starting Stack war unüblich - zwischen 3000 und 9000. Ja richtig, man konnte selbst über die Größe des eigenen Starting-Stacks entscheiden!   Triple Holdem bedeutet, dass von jedem Spieler der Starting-Stack dreigeteilt ist: 3000 liegen zu Beginn bei jedem Spieler und die restlichen 6000 sind bei dem Dealer. Während der ersten vier Level konnte jeder Spieler so zu sagen ,,gratis rebuy“ machen. Manche Spieler hatten ihre Rebuys sofort genutzt und mit 9000 gestartet, andere benutzten ihre Rebuys nur wenn sie ein All-in verloren hatten. So oder so, nach Level 4 wurden auf alle Spieler das verbliebene Rebuy Kapital verteilt. Ich verlor noch ihn Level 1 meine Starting 3000 Chips (mit gegen ) und war somit bis zum Level 4-5 unter Average,aber bis zu Level 7 konnte ich meine Chips dann vermehren.   Level 8, Blinds 300/600, Ante 75. Ein relativ looser Spieler eröffnet in mittlerer Position mit Standardraise auf 1500. Alle folden zu mir und ich fand am Cut off . Gegen meinen relativ loosen Gegner, eine Monsterhand. Der Preis, um den Flop zu sehen, war dann um 4400 angestiegen. Hinter mir saß zu diesem Zeitpunkt der Chip-Leader (Top Poker Profi) - Allen Kessler (http://www.pokerpages.com/player-profile/allen-kessler.htm) - er callte sofort und die beiden Blinds verschwanden umgehend. Wow, dachte ich, wenn Kessler so schnell ein Raise und den Reraise callt, das bedeutet wohl, dass er eine Monster-Hand hat. Der ursprüngliche Raiser hatte die weiße Fahne hochgezogen und sein totes Geld in der Mitte liegen gelassen. Und so konnte ich mit Kessler zusammen einen wunderbaren Flop sehen: – die absoluten Nuts. Was sollte ich tun? Betten oder checken? Ich war mir ziemlich sicher, dass dieser Flop meinem Gegner geholfen hatte. Falls er , , , , , hatte, gab es für ihn keinen Weg ohne großen Schaden aus dieser Situation heraus zu kommen. Ich checkte ruhig in Erwartung, einen Bet in maximal einer Potgröße zu bekommen. Und plötzlich hörten meine Ohren den angenehmen Sound ,,I am All-in“. Ich callte schnell mit meinen restlichen 20 000 und was sah ich? Mein Gegner drehte um. Logischerweise hatte er verloren, aber dafür mehrmals wiederholt: ,,I play so bad. I make big mistakes. I have to Push All in before the Flop, not after the Flop! So that is a big mistake!“   Dieses Beispiel erinnerte mich an den berühmten Hamlet-Satz: "To be or not to be? That is the question! Sein oder nicht sein? Das ist die Frage!“   Auf die Pokersprache übertragen kann man sagen: Vor dem Flop oder nach dem Flop? Das ist die (wichtigste Poker) Frage!   Ich musste meinem Gegner zustimmen. Falls er mich vor dem Flop All-in gesetzt hätte, wären wahrscheinlich meine Karten im Muck gelandet und ich hätte gar keinen Flop gesehen. Der Flop war eine tödliche Falle für meinen Gegner. Meiner Meinung nach ist es eine große Kunst, die Schlachtphase richtig einzuschätzen, soll dies vor oder nach dem Flop geschehen?! Nach dem ich einen so schönen Pot gewonnen hatte, fühlte ich mich zu sicher und bald hatte ich leider fast die Hälfte meines Stack, wegen einem von mir schlecht ausgeführten Bluff verloren!   So war ich wieder in die ,,erste Klasse“ unter ,,Average Stack“abgerutscht.   Level 9, Blinds 400/800, Ante 100, mein Stack um die 20 000. Ein junges Internet Kid (ich schätze nicht älter als 21 Jahre) raiste in früher Position auf 2000, der nächste Spieler nach ihm M. Gracz (http://www.pokerpages.com/player-profile/maciek-gracz.htm) callte und alle anderen Spieler foldeten zu mir in später Position. Ich fand endlich eine Premium-Hand mit , eine Bombe für meinen abgemagerten Stack. Ich verlangte 15 000, um den Flop zu sehen. Meine Idee, so kräftig zu raisen, war eine enorme Stärke zu repräsentieren und den Pot sofort einzustreichen. Mit meinem großen Raise war ich ,,fast“ Pot-comitted und es gab fast keinen Rückweg mehr für mich. Leider hatte mein junger Gegner meine Botschaft falsch verstanden und nach langer Überlegung ist das Internet Kid mit seinen circa 20 000 Chips All-in gegangen. Der zweite Spieler M. Gracz wollte sich diese fette Beute nicht entgehen lassen und ist auch in den All-in Zug eingestiegen mit seinen 25 000. Wow, was sollte ich nun tun mit Pot-Odds von mehr als 1 zu 11? Durch meine Kopf gingen schnell wie Blitze einige mögliche Varianten:   a) Das Traum-Szenario: Beide Gegner haben . Dann bin ich Favorit und der Call ist Pflicht. In diesem Fall haben die um die 65% Gewinnchancen b) ein Spieler hat , der andere ein großes Paar (, , ), dann haben die um die 17% Gewinnchancen c) beide Spieler haben größere Paare, z.B. einer hat und der andere , dann haben die 15% Gewinnchancen. Also im schlimmsten Fall habe ich Pot Odds von ca. 1:7 oder besser. Nach dieser kurzen Analyse ist es offensichtlich, dass ein Call positive mathematische Erwartungen hat! Auf der anderen Seite war ich mir ziemlich sicher, dass mindestens ein Spieler (vermutlich M Gracz wegen seinem schnellen Call auf 2 große Raises) ein großes Paar hatte, und das bedeutete, dass ich viel Glück brauchen würde, um zu überleben, wenn ich callen würde. In dieser verzweifelten Lage brauchte ich einen Joker (so zu sagen einen Hilfs-Tipp), und schaute zur Decke mit großem Seufzer. Plötzlich passiere das Unglaubliche: Beide Spieler hatten ungezwungen die eigenen Karten aufgedeckt. Beide hatten einfach nicht aufgepasst, dass ich noch nicht All-in war, sondern noch 5000 restlich gebliebene Chips hatte. Wow! Was für ein Schock! Der junge Internetspieler deckte auf und M. Gracz . Schlimmer ging es nicht! Jetzt sogar als größter Optimist im Poker könnte ich nie callen, da ich komplett drawing dead war, weil die Asse in gleicher Farbe wie meine Buben waren. Theoretisch war der einzige Wunderweg um zu Gewinnen eine Strasse zurecht zu basteln, aber das waren Träume aus dem Märchen 1001 Nacht. Ich foldete, und am Board erschienen nur kleine Karten nachdem M. Gracz einen fetten Pot eingestrichen hatte. In genau der nächsten Hand bekam ich , und einige Spieler foldete zu mir. Mein extrem abgespeckter und magerer Stack war sekundenschnell in der Mitte. Alle foldeten bis zum Big Blind M Gracz (der neue Chipleader am Tisch), der sofort callte und zwei unsympathische schwarze Damen umdrehte. Das Bord war wie bestellt: Top zwei Paare ! Leider war es nicht vorgesehen, dass ich länger in diesem Turnier überlebte. Der Turn war brutal mit und nach einer Blank am River war ich circa auf Platz 220 ausgeschieden. Bitter, sehr bitter nach neun Stunden hartem Kampf. Dazu hatte ich im Level 7 einen schönen und soliden über Average Stack gehabt, und nur 2 Stunden später wurde ich vernichtet!   TJ- Ende Gut alles Gut  Anfang Juli hatte ich entschieden, das Deep Stack 200$ Buy in, das täglich um 1PM im Rio durchgeführt wurde, zu spielen. Naja für mich ist die Struktur bei einem Turnier vordergründiger als die Höhe des Buy-in. Und wen treffe ich dort...meinen alten Bekannten die Poker Legende TJ Cloutier, der auch in diesem Turnier spielte. Und jetzt passierte das kleine Wunder: nach 12 Monaten Wartezeit und mehreren Mahnungen kam er von selber zu mir und bezahlte mir die Schulden von 500$. Hut ab vor dem alten Meister, der am Ende fair geblieben war. Ohne zu übertreiben: Während dem einmonatigen WSOP Aufenthalt im Las Vegas hatte ich mehrere Anfragen für Geldausleihen oder jemanden zu stacken (seine Buy in zu bezahlen) über mich ergehen lassen müssen. Ich habe aber alle erfolgreich abgelehnt. Poker ist ein sehr harter Sport, und viele Pokerspieler haben ein sehr schlechtes Bankroll Management. Hier einige mir bekannte frische Beispiele von einigen Poker Pros, die ,,fast“ pleite sind aus moralischen Gründen will ich nicht die Namen erwähnen:   E.K.– Fragte mich im Rio, ob ihm für das Super Satellite fürs Main Event staken würde. Als Gegenleistung würde ich 50% von seinem eventuellen Gewinn bekommen. M.N.- spielte diese WSOP nur 3 Turniere mit niedrigem (1000$) Buy-in. Er fragte mich, ob ich bei ihm 10% von dem 1000$ Buy in WSOP Turnier für 200$ abkaufen möchte. Wegen Craps ist seine Bankroll geschmolzen. K.J.- Jahrelang bei vielen großen Turniere und WSOP gesehen. Habe mit seiner Ex-Frau Cash Game gespielt und sie erzählte mir, dass ihr Ex-Mann pleite sei und zum ersten mal in diesem Jahr nicht zur WSOP käme! Er habe alles beim Roulette, BlackJack und Craps verspielt...und er kann seinen großen Feind Alkohol nicht in den Griff bekommen. T.J. Vermutlich steckt er in große finanzielle Probleme, weil ich ihn noch nie bei so niedrigen Turniere mit Buy in (200$) habe spielen sehen.   Das Hauptproblem bei den Pokerprofis liegt darin, dass sie alle in guten Zeiten ihr „leicht verdientes Geld“ verschleudern. Wenn dann die schlechten Zeiten kommen, sind sie dann meistens nicht vorbereitet, in der trockenen Wüste ohne Wasser zu überleben. Und der traurige Fakt: die Pokerspieler, die pleite sind , stürzen dann oft total in ein psychisches Loch. Sie können kein neues Leben beginnen und ganz normal arbeiten gehen. Stellen Sie sich vor: Der Poker-Pro, der gewohnt war, große Schwankungen mit Millionen Euro zu erleben, muss jetzt auf 180 Grad wenden und sein Leben umstellen und für zB. 1500 Euro monatlich 8 Stunden pro Tag arbeiten...   Epilog: Es ist wirklich traurig wenn man erfährt, dass erfolgreiche Poker-Spieler, die Millionen in Poker-Turnieren gewonnen hatten, durch starke Liebe zu Casino- oder anderen Glücksspielen oder sogar wegen Alkohol ihr schwer verdientes Geld verballert haben.   Als Abschluss möchte ich eine grobe Abrechnung machen. Ich habe 7 WSOP Turniere (für insgesamt 14 500$) und einige kleine 200-300$ Buy in Turniere gespielt. Ich habe 3 Cashes (2 bei der WSOP und ein Sieg beim 240$ Buy in HORSE Turnier im Golden Nugget gemacht) für insgesamt 14 000$ gemacht. Also, ehrlich gesagt bin ich nicht sonderlich von meiner Turnier-Leistung begeistert. Die Cash Game Saison ist positiv gelaufen. Und das wichtigste von dieser ganzen WSOP Reise – ich habe mehrere Fehler in meinen Spielen entdeckt und viel, sehr viel gelernt!
    Hier sehen Sie ein Foto von mir und Carl Ferris, der im alten Las Vegas - Downtown regelmäßig seit Jahre wunderschöne Musik macht. Hier eine Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=_R1f24DGGPA.
Ich habe in meinem Leben zwei geniale Musikanten auf der Strasse spielen sehen: In Amsterdam Carlos Vamos (Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=kpLIiozVWJo) und im Las Vegas Carl Ferris. Falls jemand mehr über diese Musikanten hören will, kann in youtube viele Hörproben finden!   Euer Ivo "The Chess Master

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