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/Feb/2010

Unter die Lupe genommen - Coin Flip

Von: ivodonev @ 14:00 (CET) / 151 / Kommentar ( 21 )

,,Ein Mensch,der seine begangenen Fehler nicht verbessert, begeht in diesem Moment einen neuen Fehler!'' Konfuzius

Hallo alle miteinander,

Während der mehreren hundert Turniere, die ich in den letzten Jahren gespielt habe, sind viele komplexe und erklärungsbedürftige Situationen in meiner Praxis vorgekommen. Eine wichtige Schlüsselsituation dominiert oftmals die Entscheidungen bei vielen Pokerturnieren: Der Coin Flip (Münzenwurf). Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass es von großer Bedeutung ist, die 50% Situationen des Coin Flips optimal zu spielen. Man kann in solchen Situationen aggressiv und passiv spielen oder sie ganz einfach sogar vermeiden.

              Ein Alptraum Coin Flip - entwerder ist er echt und frist mich, oder präpariert und frisst mich nicht!


In frühen Turnierphasen ist es dumm und naiv, den ganzen Stack auf einem Coin Flip zu riskieren! In späteren Turnierphasen, wenn die Blinds sehr hoch im Vergleich zu den Stacks sind, ist es fast unmöglich, in All-in Pre Flops die Coin Flip Situationen zu vermeiden. Hier einige Coin Flips Beispiele, die oft in meiner Praxis vorkommen:

gegen ; gegen ; gegen usw. Der Coin Flip ist  normalerweise ein großes Paar gegen zwei Overcards. Theoretisch dieselben Erwartungen haben auch Hände, wie ein kleines Paar gegen 2 niedrige Overcards.Wie beispielsweise:   gegen – aber in solchen Fällen passiert nur selten eine große Action vor dem Flop.

 

Das CLASSIC-Spiel: Q Q gegen A K

Einmal bei einen Turnier in Bregenz hatte mir  ein ,,Just-for-Fun-Spieler“ vertraulich gesagt: ,,Ivo, beim Poker ist für mich jede Hand ein reiner Coin Flip: Entweder kommt  was und ich treffe oder ich treffe nicht! Entweder habe ich Glück oder Pech, man kann gar nichts dagegen machen!'' Na ja, es ist sehr schwer einen Amateur zu überzeugen, dass es beim Poker mathematische Gesetze gibt, wie im Leben auch. Ein Beispiel: Kann man sagen,  wenn ich heute mit dem Flugzeug fliege, die Wahrscheinlichkeit, dass ich  nachher noch lebe, 50% ist?  Entweder stürzt das Flugzeug ab oder nicht. Oder entweder baue ich heute einen Unfall mit meinem Auto oder nicht?

Sehe wir uns etwas die Mathematik an, keine Angst, ich zeige kein anspruchsvolles Rechenprozedere:

gegen hat die selbe Erwartung wie gegen , nur im ersten Fall geht die Kohle von beiden Spielern meistens vor dem Flop auf den Tisch und bei dem zweiten Beispiel gibt es keine Action.

Meistens hat das Paar einen leichten Vorteil gegen 2 Overcards, nur ausnahmsweise sind zwei große Suited Connectors leicht besser als ein Baby Paar, z.B.: suited ist immer leicht besser als jedes Baby Paar (22-55).

 Beispiel:

gegen circa 54%-46%

gegen circa 52% - 48%

gegen circa 50%-50%

gegen circa 50%-50%

gegen circa 47,5%-52,5%

gegen circa 43%-57%

gegen circa 46%-54%

gegen circa 43%-57%

gegen circa 45,5%-54,5%

An den Beispielen erkennt man,  wenn die Overcards suited sind, dann erhöht sich ihre Chance um circa 2,5% bis 3%.

Man braucht nicht die genauen Prozentzahlen zu wissen, es reicht aus sich zu merken,  dass die Seite mit dem  Paar meistens einen ganz kleinen Vorteil vor dem Flop hat.
Viel wichtiger ist  die Action vor dem Flop: <i>Wer von beiden Spielern (der mit dem Paar oder mit den zwei Overkarten) hat das letzte Wort (z.B.: Reraise All in),</i> sodass der Gegner folden kann (Fold-Equity)
und damit seine Gewinnchancen sich erhöhen!

Hier nun ein praktisches Beispiel:

Bei den Swiss Poker Masters 2010 (Dietikon)Tag 2 (Level 15 Blind 1500-300 + Ante 300 Average Stack 65 000) Ich bin im Big Blind. UTG der Chip Leader am Tisch (mit circa 160k) raise auf 4BB = 12.000, alle folden bis zum Cut off. Daniel Walter (ein sehr talentierter junger schweizer Spieler), der auch deep ist (etwa second Chipleader mit circa 140k) findet : und reraist etwa um 35.000, die Blinds folden, und der ursprüngliche UTG Raiser schiebt sofort circa 160 k All-In. Das dritte Raise ist ein Signal dass der UTG Raiser eine Top Hand hat.So kann man ihm ein Hand Range von (AA,KK,QQ,AKs,AKo) geben.Und gegen solche Range  Hände liegen die Q Q mit 40% gegen 60% im Nachteil. Daniel überlegt kurz. Er ist offensichtlich unglücklich über diese Situation, aber er callt dennoch. Beim Showdown deckt der UTG Raiser  gegen Daniels auf.

Der Flop war etwa , und wie ein Stich ins Herz taucht am River das auf. Damit war Daniel ausgeschieden, und alle sagten: Schade Daniel, du hast großes Pech gehabt!

Meine Analyse: Zuerst muss man großen Respekt vor dem UTG-Raiser haben, besonders wenn er ein guter Spieler mit großem Stack ist!

Falls zwei Spieler mit Big Stack vor dem Flop All-In sind, sehen wir oft einen ,,Coin Flip'' und es passiert folgendes:

a) Beide Spieler sehen 5 Karten ,,gratis“, und die bessere Hand nach dem Flop kann sich nicht mehr schützen!

b) Die Seite, die während der ganzen Hand bessere Position hatte, verliert automatisch seinen  Positionsvorteil!

Falls  der UTG Player A A oder K K hat,  verlieren die Damen so oder so, ganz egal ob das Geld vor dem Flop oder nach dem Flop reingeht!

Nehmen wir an, Daniel würde mit den Damen vor dem Flop nur callen.Im Pot sind ( 2x12 000+SB und BB4500 +  Ante 10x300=3000) insgesamt  31 500. Der UTG Raiser hat circa 148 000 rest und Daniel circa 128 000,ebenfalls rest.

Was könnte passieren?

a)     
Auf dem Flop kommt ein Ass oder König (Chancen um die 1:2), dann sollte man mit Damen keine Chips mehr investieren.

b)     
Falls der Flop mit 3 Babykarten kommt, dann wird es schwer für , aktiv gegen andere große Stacks out off Position mit nur Ass hoch zu spielen. So hat der Spieler mit den Damen nach dem Flop einen Vorteil (Favorit 3:1), und wenn er genug Chips hat, kann er seine Damen  schützen und braucht somit keine Freikarte mehr zu geben.

Im oben genannten Beispiel wäre es besser, mit den Damen einfach vor dem Flop  zu callen und nach dem Flop  die Action zu verschieben.
-         
Falls der ursprüngliche Raiser checkt (wahrscheinlich), machen die Damen einen kräftigen Bet am Flop und gewinnen (wahrscheinlich) den Pot.
-         
Falls der ursprüngliche Raiser ein Conti Bet mit AK macht, können die Damen kräftig raisen um ihren Vorteil zu schützen.
Die ganze Sache sieht anders aus, wenn die out of Position waren. Dann hätte ein Pre Flop All-In mehr Sinn gehabt. So werden die Damen den Nachteil, out of Position zu spielen, neutralisieren!

 

FAZIT:

In frühen Turnier-Phasen die Coin Flips vorsichtig  spielen, ohne den ganzen Stack auf einer 50%-Chance zu riskieren.

In Position sowie mit QQ  als auch mit AK den Flop gegen UTG Raiser günstig (meistens) sehen um später (nach dem Flop, Turn, River) seinen Positionsvorteil auszunützen. Out of Position ist es möglich, aggressiv mit AK als auch mit QQ zu spielen, besonders in späteren Turnier-Phasen!

Von großer Bedeutung sind auch andere Faktoren wie: Stack Size von beide Gegnern,Table Image von den activen Spielern ,die Grösse des,,M-Faktors'' von beiden Spielern und die momentane Höhe des Average Stack u.s.w.

Ich freue mich auf eure Komentare!

Euer Ivo ,, The Chess Master''

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