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ivodonev blog

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/Jan/2009

Volles Haus bei der CAPT Seefeld

Von: ivodonev @ 14:22 (CET) / 6 / Kommentar ( 58 )

Hallo liebe Leser,

die Casinos Austria Poker Tour in Seefeld begann fantastisch. Es war kein Wunder, dass fast alle Turniere ausverkauft waren (sogar mit Warteliste!), denn sie war wie immer vom Casinos-Austria-Pokermanager Edgar Stuchly und Casino-Seefeld-Pokermanager Marcel Pipal musterhaft organisiert worden. Jeden Tag musste ich, um mich für die Turniere zu registrieren, in einer langen Menschenschlange warten (siehe Foto). In Einzelfällen kam es sogar fast zu handfesten Raufereien im Casino (vgl. das Foto, Romano Cavatorta gegen Heinz Traut :-). Die lange Wartezeit führte dazu, dass mehrere Spieler im ersten Level wegen der verzögerten Anmeldung erst verspätet in das Turnier einsteigen konnten.
            

                                                 Ein Pokertalent - Felix Osterland vor dem Casino Seefeld

 

                                                         Romano Cavatorta (CH) gegen Heinz Traut (D)

Zuerst möchte ich euch über eine interessante Hand beim €1.000-Buy-in-NL-Hold'em-Turnier berichten. Ich saß auf Platz 10 im Small Blind und Michael Keiner auf Platz 1 im  Big Blind. Im Level 2 ( Blinds: 50/100) limpte ein Spieler in früherer Position, nach ihm limpte noch ein Spieler, ich hatte im Small Blind mit gecallt, mit der Hoffnung, dass der Big Blind checken würde und ich einen billigen Flop sehen könnte.
Weil ich out-of-position war, wäre es günstig gewesen, mit den Pot klein zu halten. Plötzlich entdeckte Michael Keiner im Big Blind etwas Starkes in seinen Karten und machte ein hohes Raise auf 600. Die beiden Limper callten, was mir gar nicht gefiel, meine Hand konnte mich in einem geraisten Pot gegen drei Spieler out-of-position in große Schwierigkeiten bringen. Darum foldete ich ohne schlechtes Gewissen. Der Flop brachte , Michael, als Erster dran, feuerte 1.800 und zu meiner Überraschung callten beide Limper.
Ich dachte schon, in Level 2 würde jemand ausscheiden. Der Turn brachte K, diese Karte gefiel Michael offensichtlich nicht und er checkte, was mich nicht sehr wunderte, da es bei diesem Flop leicht möglich war, dass einer der beider Limper einen Drilling Sechsen oder eine noch bessere Hand hatte. Überraschenderweise hatten beide Limper dasselbe gemacht (Call). Der River brachte einen König, Michael machte einen fantastischen Zug, er checkte nochmals. Warum hatte eine Wette in dieser Situation keinen Sinn? Ganz einfach: Weil die Spielweise der beiden Limper andeutete, dass einer der Spieler am Draw sein könnte. 

Der erste Limper schoss plötzlich 3.200 in den Pot, daraufhin verschwand der zweite wie Staub im Wind. Jetzt war Michael an der Reihe, er überlegte kurz und callte mit einem Seufzer. Beim Showdown drehte der aktive Limper in Kreuz um für einen verpassten Flushdraw (also J hoch), Michael zeigte ein Paar Damen.
              

 

          
Bravo Michael, Hut ab vor dieser Spielweise!

 

Die Schlussfolgerung: Das hier war ein klassisches Beispiel, dass ein Check am River viel stärker als eine Wette ist! Hätte er am River gewettet, so hätte er gar nichts mehr bekommen. Durch das Checken verleitete er die geplatzte Draw-Hand zum Bluff!

Auf diese Weise gewann Michael einen Pot von über 9.000 mit einem Paar Damen gegen J hoch am River. Wenn man über die Setzmuster nachdenkt, dürfte Michael keine Angst vor dem König gehabt haben, denn wenn einer der beiden den König getroffen hätte, hätte dieser wahrscheinlich am Turn gespielt.    

Das Main Event

Das Turnier war mit 163 Spielern besetzt, das Buy-in lag bei €2.000, Level eins hatte Blinds von 25/50, die Leveldauer betrug eine Stunde.

In Level 3 (100/200) raiste ich in früherer Position mit um die 475, zwei Spieler foldeten. Keko (ein looser Spieler aus Innsbruck) callte und auch der Button callte, außerdem der Big Blind. Wir sahen zu viert den Flop . Plötzlich feuerte der Big Blind out-of-position 1.000 ab. Ich dachte, er hätte ein Paar oder ein Flushdraw getroffen. Um mehr Infos zu bekommen, raiste ich auf 3.000 mit der Absicht, die beiden Spieler hinter mir auszuschalten. Überraschenderweise schob Keko mit einer großen Wucht seinen gesamten Stack (8.100) in die Mitte. Die anderen zwei Spieler foldeten dann und ich stand vor dem Dilemma folden oder callen.

a) Die Potodds im Pot waren 4 x 475 + 100(sb) + 1.100 + 3.000 + 8.100 = 14.200

b) Ich sollte 5.100 nachzahlen, um 14.200 zu gewinnen. Also Potodds von ca. 2,8 zu 1. In solchen Fällen brauche ich ca. 26 % Gewinnchancen, um die Hand fortzusetzen.

c) Welche Hand konnte ich Keko geben? Höchstwahrscheinlich eine Draw-Hand. Es waren auch ein Flushdraw oder ein Straightdraw möglich. Natürlich könnte er auch einen Set gefloppt haben, aber ich vermutete, dann hätte er slow gespielt. Also schloss ich ein Set fast aus. Die einzige schlimme Hand, die ich nicht sehen wollte, war eine Zehn mit besserem Kicker (AT, KT oder QT). Wenn er ein solider Spieler wäre, hätte man eher auf eine solche Hand rennen können, aber bei Keko, der daneben noch fröhlich Wein getrunken hatte, war alles möglich.

d) Ich sagte zu meinem Nachbarn, dass mein Gegner vermutlich neun Outs hätte und callte.

Schließlich ist es sehr wichtig im Turnierpoker, so früh wie möglich zu verdoppeln, gut zu arbeiten und sich dementsprechend entwickeln zu können. Showdown, ich , er, wie ich erwartet hatte, ein Straightdraw und zwar offsuit. In diesem Fall hatte mein Gegner nur sieben Outs, denn durch meinen Buben hatte ich ihm ein Out weggenommen. Jetzt, wo der Pot bei über 18.000 lag, war ich hoher Favorit mit 77 % zu 22 %. Der Dealer deckte auf dem Turn eine Zwei ( 88 % zu 12 %) auf, am River leider einen Buben. So machte ich zwei Paare, leider hatte aber mein Gegner die Straße vervollständigt.

            

Schlussfolgerung: Im Turnierpoker gibt es mehrere Aufs und Abs, Glückstreffer und Bad Beats. Es ist von großer Bedeutung, ob in den Schlüsselpots (den großen Pots) deine Karte hält und du keine Bad Beats in kritischen Situationen bekommst.

Auf diese Weise wurde ich Shortstack und nach einer halben Stunde bekam ich UTG - mein Stack war bei 3.800 und die Blinds bei 100/200. Was würdet ihr, liebe Leser, in einer solchen Situation mit A K machen? Limpen, um den drei- bis vierfachen Big Blind raisen oder all-in gehen?
Fast alle am Tisch hatten größere Stacks als ich. Nehmen wir an, ich hätte auf 700 geraist und jemand hätte eine gute Hand zum Reraise gehabt. Er hätte auf 2.100 gereraist und ich hätte einen Rest von 3.100 gehabt.
Jetzt sieht man deutlich, dass ich keine Möglichkeit hatte, mit meinen restlichen Chips Druck auszuüben. Denn wenn ich 3.100 all-in gereraist hätte, wäre ich sicher gecallt worden.
Und noch etwas muss man wissen: mit AK ist es optimal, als Shortstack bis zum Ende zu gehen, aber als All-in-Raiser und nicht als All-in-Caller. Ich callte die 200 an Big Blind mit der Hoffnung, dass einer nach mir eine Aktion durchführt, zwei Leute foldeten und Jens Vörtmann (top deutscher Spieler!) raiste auf 800. Alle foldeten sofort. Ich hatte jetzt die Gelegenheit, durch ein kräftiges Reraise Druck auszuüben, also all-in mit 3.900. Jens callte und drehte ein Paar Damen um, also eine klassische Situation. Der Flop brachte ein As und ich konnte zum Glück verdoppeln.
        

       
In Level 4 (150/300) war ich im Big Blind, die Leute an meinem Tisch waren sehr aggressiv, und vor dem Flop wurde fast jedes Mal von jemandem geraist. Jens Vörtmann, in mittlerer Position sitzend, raiste auf 800 und nach ihm callten die Spieler im Cut-off und am Button. In diesem Moment war ich Shortstack mit 5.200, ich schaute meine Karten an: .
Ich dachte, jetzt wäre eine gute Gelegenheit, den Pot vor dem Flop zu gewinnen, und zwar durch das sogenannte Squeeze-Play. Falls aber jemand callen sollte, wäre ich mit meinem Baby-Paar in Schwierigkeiten geraten! Zu diesem Zweck sollte ich ziemlich hoch reraisen, in meinem Fall mit 5.200 all-in gehen. Mein größter Angstgegner war in diesem Fall der Initial Raiser, denn der konnte von allen Dreien eventuell wirklich eine starke Hand haben.
In diesem Moment foldete Jens, was mich sehr erleichterte, denn ich wollte auf keinen Fall einen Caller haben. Auch der zweite Spieler foldete, aber der Dritte, der Spieler am Button, begann zu grübeln, schließlich callte er (leider) und drehte offsuit um. Falls jemand callte, war das für mich das beste Szenario, denn falls er ein anderes Paar hatte, wäre ich in große Schwierigkeiten geraten. Mein Ende war kurz und schmerzlos, der Flop brachte sowohl ein As als auch eine Zehn und meine erhoffte Drei blieb in den Sternen ...

                            

Euer Ivo - The Chess Master

"Wer das Glück mag, hat gute Chancen, es immer wieder zu treffen!" Walisische Weisheit

Frage von Leser "sas4"

Zum One-Hand-Satellite hätte ich noch eine Frage: Hat man ein Buy-in zahlen müssen dafür und wie hoch war dieses? Ist schon ein Mordsding, nur eine Hand serviert zu bekommen und sich dabei auf sein Glück verlassen zu müssen.

Antwort: Das Ein-Hand-Satellite in Amsterdam war auf folgende Weise durchgeführt worden: Jeder der zehn angemeldeten Spieler hat das €620-Buy-in bezahlt. Dann hat jeder Spieler zwei Karten bekommen und alle Spieler waren vor dem Flop all-in, also Showdown. Der Dealer deckte den Flop,Turn und River auf. Die beste Hand gewann das Ticket für das Main Event im Wert von €6.200. Diese Spielweise ist eine reine Glückssache. Durch mehrere solcher One-Hand-Satellites (es wurde kein Entry Fee abgezogen!) hat das Casino schnell noch einige Spieler mit Tickets für das Main Event ausstatten können.

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