javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

ivodonev blog

ivodonev blog
Send PM

Hallo liebe Leser,   Als Vorbereitung für EPT San Remo habe mir als Ziel gesetzt, nur die beiden großen Turniere mit 1000€ und 2000€ Buy-In beim CAPT Salzburg zu spielen. Der Grund, warum ich nicht die kleinen Turniere spielen wollte war die ziemlich schnelle, also schlechte Struktur, die die Spieler schnell zum Gamblen verleitet. Also stellen ich und die meisten der Pokerprofis die langsamen Deep Stack Turnier-Strukturen mit viel Spielraum mit Können über das Glück.   Das 1000€-Turnier hatte ich ziemlich schlecht gestartet. Bald begannen meine Chips dahin zu schmelzen wie Schnee in der Sonne. Mag sein, dass ich am Anfang einige Fehler und einige Bad Beats einstecken musste, aber es ist Fakt, dass ich im Level 5 bei Blinds 150/300, Ante 25 (also 1 Runde kostete 700) sage und schreibe nur 1800 Chips hatte. Das bedeutete: Mit Abstand hatte ich den kleinsten Stack an meinem Tisch. Rechts von mir saß der Chipleader aus der Schweiz Lorenz Roder, der in diesem Level einen Monster-Stack mit über 70.000 hatte. Ich glaube nicht an Wunder im Poker, aber trotzdem bin ich überzeigt, dass jeder disziplinierte Spieler irgendwann für seine Geduld belohnt wird. In einer solchen Turnier-Situation (mit extremen Short Stack) lebt man noch, aber das Gefühl, dass ich klinisch tot war, war extrem stark ausgeprägt. Nach nur noch 2,5 Runden hätten die Blinds meinen armen Stack aufgefressen...   Mit so einem Baby Stack fühlt man sich wie ein verlassenes Dschungel-Kind, das in jeder Sekunde in Gefahr ist, von wilden Tieren gefressen zu werden. Aber es gibt trotzdem eine gute Nachricht in dieser fast hoffnungslosen Lage: Mein Spiel war leichter, ja viel leichter als mit einem mittleren Stack. Meine Entscheidungen waren simpel. Ja oder nein, All-In oder Fold.   Wen ich an der Reihe war, konnte ich es mir leisten, nur die guten Hände zu spielen, weil bei einem All-In die Wahrscheinlichkeit gecallt zu werden, extrem hoch war. Und leider war ich in den letzten 2 Leveln absolut kartentot, ich bekam nur Schrott und dazu wurden meine Blinds fortwährend angegriffen. In dieser traurigen Situation hatte sich plötzlich meine Lage jedoch dramatische verändert.   Level 5. Ich war im Big Blind und alle foldeten bis zum Small Blind, dem Chipleader Lorenz Roder, der  sage und schreibe das 40fache (!) im Vergleich zu meinem Stack hatte. Lorenz schaute mich und mein Stack an und annoncierte stolz All In. Ich schaute auf meine Karten wie ein hungriger Hase, der auf Karottenjagd war. Na ja, die erste Karte war wie ein Stein in meinem Hals: eine , aber die zweite „Karotte“ hatte mir Hoffnung gegeben! Oho, aha, mir wurde klar, dass offsuit nicht besonders gut genug war, ein All- In zu callen, aber  in einer solchen Situationen konnte mich der Chip Leader mit irgendwelchen  zwei Karten unter Druck setzen, also All-In pushen. Ich habe die Schnauze voll von dieser Qual schoss es mir durch den Kopf und callte. Beim Showdown drehte mein Gegner offsuit um, und mein kleiner Vorteil (60% zu 40%) hatte glücklicherweise gereicht, mich zu verdoppeln. Nachher hatte ich mich bis Level 7 (300/600, Ante 75) auf 17 000 hoch gearbeitet, bis die nächste Schlüsselhand kam.   Der Chipleader raiste in später Position auf 1600, ich fand am Cut-Off und war echt verzweifelt. Was nun? In einer solchen Situation ist viel leichter mit Schrott- oder Monster-Händen Entscheidungen zu treffen und viel schwieriger mit Händen, die in der Wertigkeit dazwischen liegen (Marginale Hände). Folden kam nicht in Frage, aber ein Call oder ein Reraise war für mich in diesem Moment fast gleichwertig. Schlussendlich dachte ich wegen der Position nur an einen Call um Flop günstig zu sehen. Überraschenderweise war dieser Call wie Futter für zwei anderen Geier: Der Button und der Big Blind, die ebenfalls callten. Der Flop war mir sehr, sehr sympathisch mit  Rainbow. Ohne lange zu überlegen, hatte der Big Blind (ein zwanzigjähriger Ungar) circa 4000 in den Pot geschossen. Der Chipleader war nicht einverstanden und foldete sofort. Was nun mit meinem Top Paar mit Top Kicker? Was denken Sie könnte der Big Blind wohl haben? Kleine Aufgabe: bitte erstmal nicht weiter lesen, sondern selber Gedanken darüber machen:   a) Ich dachte, dass er kein 2 Paar hatte, weil er relativ solide bis zu diesem Zeitpunkt spielte und niemals out of position mit , oder ein Pre Flop Raise nachzahlen würde. b) Falls er ein Set hätte würde er wahrscheinlich nicht so hoch gegen die anderen drei Spieler anspielen. c) Also gab ich ihm genau ein Paar Zehn mit schlechteren als meine Kicker, etwas wie , oder sogar .   Also dachte ich nicht sehr lange nach und schob mein Stack in die Mitte. Der Button foldete, aber der Junge war mit mir sofort einverstanden, und in diesem Moment hatten wir sogar fast einen gleich großen Stack gehabt. Ich fragte ihn. ,,Hast du “? Er antwortete nicht, sondern drehte einfach seine Karten um: Ich drehte und ...meine Vorteil hatte wieder gehalten. Eine interessantes Detail: Der junge Ungar spielt oft mit seinem Vater (Istvan Szikrai - ein gute Spieler!) viele Turniere in Österreich, und unglaublich aber war: Sie wurden beide für meinen Tisch ausgelöst und zwar der Sohn auf Platz 2 und der Vater auf Platz 4, und somit können Sie sich vorstellen, wie unangenehm es für den Sohn wurde, wenn er am Button (und zu ihm gefoldet wurde) war und sein Vater im Big Blind saß. Er konnte einfach nicht die Blinds seines Vaters attackieren.   Nach diesem schnellen Call von seinem Sohn und Showdown hatte der Vater mit dem Jungen auf Ungarisch geärgert gesprochen. Es war offensichtlich, dass er den armen Jungen wegen seinem schlechten Call ausgeschimpft hatte.   In Level 11 (Blinds 1000/2000, Ante 300) hatte ich schon ein ordentliches Stack aufgebaut gehabt und plötzlich bekam ich eine Traumsituation in Steal Position (am Button). Ich erhielt die American Airline, also , zum erstes Mal im diesem Turnier. Alle foldeten zu mir und ich raiste auf 2,5 BB, also 5000.Im Blind saß Dr. Michael Keiner, der sich mit seinem Paar zu wehren entschieden hatte: All-In für circa 30.000. Ich verstand seine Gedanken, da ich zu diesem Zeitpunkt Chipleader (mit über 150 k) war, konnte ich mit einer weiten Spanne von Händen am Button raisen. Seinen Move mit fand ich nicht so schlecht, weil ich viele Hände folden konnte. Halt Pech für ihn, dass ich gerade  jetzt ein Monster hatte. <i> </i> <i>Fazit: In Pokerturnieren ist es oftmals wie in einem Rätselrate-Spiel: Du musst einfach deinen Gegner richtig einschätzen. Liegst du richtig hast du gut gespielt, liegst du falsch hast du Fehler gemacht</i>.   Meine Asse hatten gehalten und so hatte ich den Final Table mit gutem Stack bald erreicht. Als wir zu Viert am Final Table waren, war folgende Situation in Level 16 (6000/12000, Ante 1000) aufgetreten: Ich war im Small Blind und beide anderen Spieler hatten zu mir gefoldet. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich um die 300.000, und der Big Blind Mittendorfer hatte um die 100.000 Chips vor sich. Ich schaute meine Karten an. Wow, , ein Monster am Shorthand-Table! Was nun, callen oder raisen?   Ich dachte, wenn ich normal  raisen würde, würde er es als Steal betrachten. Also raiste ich soft auf 30.000. Als der Short Stack bei der letzten vier schob Gerold seine restlichen Chips 100k in die Mitte. Es war klar, dass ich mit meinem großen Stack und den guten Pot Odds mit einem breiten Spektrum von Händen callen musste, mit sowieso, also callte ich sekundenschnell. In Erwartung mindestens 2 Overkarten bei meinem Gegner zu sehen, war ich brutal überrascht, als er gegen meine seine offsuit dagegen stellte. Wow, das war das beste Szenario für mich, das ich haben konnte in so einer Konstellation: Ein Paar gegen eine gleichwertige Karte mit niedrigem Kicker hatte ich das Maximum an Vorteil vor dem Flop, da mein Gegner weniger als 7% Chancen hatte!   Das Board brachte leider , Turn  ,  River , und so wurde der Pot geteilt. Später hatte ich im Heads-Up das Duell gegen Gerold Mittendorfer verloren und somit war ich Zweiter in diesem Turnier geworden.   Herzliche Gratulation Gerold! Hier das Entstand Tabelle:   1.         Gerold            Mittendorfer           A         €       26.175 2.         Ivo                   Donev                    A         €       18.955 3.         Alex    S.                                        D         €       13.540 4.         Aljoscha        Steingrube              D         €          9.565 5.         Andras           Nemeth                  H         €          7.040 6.         Hansi           Suppan                     A         €          5.145 7.         Günter           Herold                     D        €          3.520 8.         Christian       Külper                      D        €          2.525 9.         NN                                                            €          1.985 10.       Lorenz            Roder                    CH        €         1.800   Trotzdem war ich mit meiner Platzierung sehr zufrieden weil ich im Level 5 einer der kürzesten Stacks im Turnier war!


Hier sehen Sie mich in der größten Toilette im Schloss Klessheim,wo das das Pokerturnier stattfand.So einen großen Toilettenraum ( fast 6 m hoch!) mit fürstlichem Ambiente hatte ich noch nie betreten.Man konnte diesen Raum,der früher auch ein Marmorbad war,sogar direkt von Pokerraum aus betreten.    Am Ende die Antwort von meine Foto-Rätsel von meinem vorherigen Beitrag, wie der Leser Maldini33 richtig geschrieben hatte: Die drei Ex-Fussball Profsi sind Thomas Brdaric, Andreas Krause und Manfred Kastl.   Euer Ivo ,,The Chess Master"

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner