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/Jan/2010

Wie teuer kann Poker bei der EPT Deauville sein?

Von: ivodonev @ 15:31 (CET) / 222 / Kommentar ( 11 )

Wie erwartet: Der Pokerboom in Frankreich geht weiter! Die unglaubliche Zahl von 768 Pokerspielern bei einem Turnier mit so hohem Buy-in (€5.300) ist in der letzten Zeit bei den EPTs schon fast zur Tradition geworden.

Nur gibt es bei den verschiedenen EPTs bei den Fähigkeiten der Spieler und der Qualität ihres Spiels sehr große Unterschiede. So sind die EPTs in Kopenhagen und London viel stärker besetzt als die EPTs in Frankreich und Italien. So weit, so gut.

Die EPT

Wie geplant spielte ich an Tag 1B. Es gibt nicht so viel zu berichten, weil ich leider schon am ersten Tag ausgeschieden bin.

Mein Tisch war überwiegend mit Franzosen besetzt. Ich saß an Platz zwei und kannte nur Tristan Clemencon auf Platz fünf, Greg Raymer (WSOP-Champ aus dem Jahr 2004) auf Platz sieben und den alten Hasen Angelo Besnainou auf Platz 9.

In Level 1 (50/100) bekam ich in früher Position, der Standard-Raise auf 300 wurde nur von Greg am Button bezahlt. Der Flop war , ich verlangte 400, um den Turn zu sehen. Greg war einverstanden. Turn: . Ich dachte daran, den Pot out-of-position kleinzuhalten und checkte vorsichtig, Greg imitierte wie ein Papagei mein Vorgehen.

River: . Jetzt war ich ziemlich sicher, dass ich die beste Hand hatte und wettete 600 in der Hoffnung, dass Greg sein Papageiverhalten fortsetzte und callte. Plötzlich wurde Greg aktiv und raiste auf 1.800. Ich dachte, dass er entweder eine große Hand, wie ein Full House oder einen Flush, haben oder einen reinen Bluff machen würde. Ich callte und sah für den verpassten Flushdraw.

Level 5, (150/300, Ante: 50). Ich bekam endlich in früher Position die Asse (). Ein alter französischer Spieler (der oben erwähnte Angelo Besnainou, ich kenne ihn seit mehr als elf Jahren) limpte UTG für 300. Ich weiß, dass er trotz seiner riesigen Erfahrung kein Topspieler geworden ist und er spielte wie immer extrem loose. Darum raiste ich auf 1.400 mit der Hoffnung ...

a) ... im Heads-up Angelo zu isolieren.

b) ... den Pot groß aufzubauen = "große Hand - großer Pot".

Der Cut-off hinter mir callte und erwartungsgemäß auch Angelo.

Der Flop war , der Limper (Angelo) checkte und natürlich wollte ich den Pot gleich einstreichen, bevor ein Unfall in die Quere kam. Ich setze 3.500 und der Cut-off foldete vernünftig seine Hand. Angelo aber war stur und investierte fast ein Drittel von seinem Stack, um den Turn zu sehen. Turn: . Zuerst checkte ich den Pot, der um die 12.000 groß war, und den restlichen Stack von Angelo, ca. 11.000 bis 12.000. Dann überlegte ich, was für eine Hand Angelo wohl haben könnte? Vielleicht ein Toppaar (9x), einen Flushdraw, einen Straightdraw usw. Falls ich checkte, würde ich ihm eine freie Karte für seinen vermutlichen Draw geben. Jetzt spielte es keine große Rolle, ob ich eine Wette um den halben Pot machen oder die ganze Potgröße setzen würde, weil ich somit committed war. Also wettete ich 8.000 mit der Erwartung, dass er den Pot aufgeben oder höchstens callen würde, um seinen Draw zu vervollständigen. Leider ging er all-in und das zu zahlen (3.700) war für meine Asse meine Pflicht.

Angelo drehte wie ein unschuldiges Kind um. Am River bekam ich keine Hilfe und somit ging der richtig fette Pot von rund 35.000 leider in falsche Richtung, nämlich zu meinem französischen Kollegen.

Er sagte, dass ihm außer dem Drilling auch eine Straße geholfen hätte, um zu gewinnen. Wow! Wenn man aber kurz überlegt, was für Outs ihm helfen konnten, stellt man fest, dass er nur bei einer Sieben Geld bekommen konnte.

a) Falls eine Zehn (für zwei Paare) am Turn gekommen wäre, dann wären am Board gelegen. Die Straße wäre mit einer Acht so offensichtlich gemacht worden, dass das jedes Overpaar ausgebremst hätte.

b) Falls er mit einer Acht am Turn seine Straße vervollständigt hätte, wären am Board gelegen. Und wieder hätte er keine Auszahlung für seine Straße erhalten. Also war die Sieben die Karte, die er zur vollen Auszahlung benötigte.

Als Schlussfolgerung kann man sagen: Wenn man eine Drawhand hat, sind die Implied Odds groß, wenn nach einer Vervollständigung (von Straight/Flush) diese nicht offensichtlich ist, und umgekehrt sind, wenn bei einer Vervollständigung die Straße/der Flush offensichtlich ist die Implied Odds ganz schlecht! So ist es fast immer, wenn man nur eine verdeckte Karte benutzt und vier vom Board, zum Beispiel:

a)    Board: – Um mit Holecards die Straße zu vervollständigen, reicht eine Neun oder eine Vier aus.

b)    Board: – Um mit Holecards den Flush zu vervollständigen, reicht eine Pik-Karte aus.

Nach diesem großen Verlust bin ich Shortstack geblieben und in Level 6 mit einem Paar Zehnen beim All-in gegen ein Paar Jacks gelaufen und so chancenlos ausgeschieden.

Leider bleibt die schlechte Erinnerung von den letzten zwei EPTs in Portugal und Deauville, wo die Asse mir zweimal zum Verhängnis wurden und mich damit zum Ausscheiden zwangen!

 


Lieber von so einem Vogel gebissen werden ... als die Asse bei der EPT zu verlieren!


Trotzdem: "Gib nie auf!", das ist mein Motto! Es gibt viele Pokerturniere, die noch kommen, und so bin ich sicher, dass bald mein Lauf kommen wird!

Jetzt ging ich ein wenig Cashgame spielen.

Das Cashgame

Leider konnte man hier eines der teuersten Cashgames in Europa sehen. Wie bekannt ist, muss man, um erfolgreich Poker zu spielen, zuerst das Rake (die Gebühren vom Casino) abtreten. Und hier galt die französische Casinoregel: 4% Rake ohne Cap von jedem Pot! Im Vergleich dazu nimmt das Casino Austria 5%, aber im Maximum 15 Euro Cap - und wenn es keinen Flop gibt (wenn z.B. alle folden), wird kein Rake genommen!

Trotzdem setzte ich mich kurz an einen Tisch mit €2.000 Buy-in, weil ich meine Pokerkenntnisse mit den französischen Gamblern messen wollte und dazu die Gegner auf mich nicht besonders "stark" wirkten. Die Blinds waren 20/40 Euro, alle foldeten bis zu mir im SB, ich raiste auf 120, der BB foldete und jetzt kam noch eine Überraschung: Der Dealer hatte auf einem im Tisch integrierten Taschenrechner herumgerechnet, die 4% verschwanden sofort in der Kasse, sogar wenn kein Flop gedealt war! Es gibt eine ungeschriebene Regel für viele Casinos: "No flop, No rake!“ Aber hier ist es anders! Ich konnte mit eigenen Augen sehen, wie der Dealer oft mehrere hundert Euro als Rake kassierte. Logischerweise waren an den Cashgame-Tischen überwiegend Franzosen, weil die ausländischen Spieler von dem "Wahnsinnsrake" erschreckt wurden!

Bald verließ auch ich den Tisch. Und am nächsten Morgen reiste ich ab, und zwar wieder nach Seefeld, wo ich das Main Event spielen wollte. Den Bericht über die CAPT Seefeld werde ich am Ende dieser Woche veröffentlichen.

Euer Ivo - "The Chess Master"

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