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/Sep/2008

Wieder Final Table

Von: ivodonev @ 10:55 (CEST) / 369 / Kommentar ( 208 )

Hallo ihr lieben Leser,

im September habe ich sehr viel an den Pokertischen erlebt, darum möchte ich euch heute viel Interessantes vom Goldstrand und demnächst auch von der WSOPE London erzählen …

Wie versprochen berichte ich jetzt über die interessantesten Momente vom Main Event am Goldstrand. Es hat mit nur vier vollen Tischen begonnen, weil das Buy-in von €1.000 + 70 offensichtlich etwas zu hoch für die einheimischen Spieler war. Die Turnierstruktur hingegen war mit 15.000 Startchips ausgezeichnet, Beginn des Turniers war um 12:00 Uhr mittags mit einstündigen Levels, wobei die Blinds in der ersten Runde bei 25/50 lagen. Ich konnte meinen Stack langsam und gleichmäßig aufbauen und hatte so nach vier Levels ohne großes Risiko schon um die 25.000 in Chips. Im Level fünf kam es zu folgender interessanter Situation: Die Blinds lagen bei 150/300, ich saß mit Pocketrockets (As – As) am Button, alle bis zu Platz zehn (ein Bulgare, Ognjan, der bis jetzt ziemlich loose spielte) foldeten, er raiste auf 800. Der Cut-off callte und jetzt war ich mit meinen Assen an der Reihe. Es ist klar, dass ich mit den Assen einen großen Pot gewinnen wollte und raisen musste.

A) Der Raise sollte aber nicht sehr hoch sein, denn dann hätte ich meine Gegner verjagen und nur das bis jetzt investierte gewinnen können.

B) Der Raise durfte nicht zu niedrig sein, um meinen Gegnern nicht zu erlauben, den Flop billig zu sehen.  

Die für mich sinnvollste Art, diesen beiden Punkten zu entsprechen war ein Raise auf ca. 2.300. Wie ich erwartet hatte, foldeten beide Blinds schnell und die beiden aktiven Spieler waren sofort mit meiner Erhöhung einverstanden. So hatten wir drei im Pot und vor dem Flop schon über 7.000. Der Flop brachte . Der erste aktive Spieler checkte brav zu dem Raiser, aber der Cut-off (ein junger, wilder Spieler aus Rumänien) feuerte 5.000 in den Pot. Ich schaute mir die Stacks der beiden Spieler an, der Initial Raiser hatte um die 17.000 und der Cut-off um die 20.000. In diesem Fall, dachte ich mir, könnte er zwei Arten von Händen haben.

A) Entweder hatte er einen Buben getroffen oder

B) er hatte eventuell einen Flushdraw.   

In meinem Fall ging ich all-in, um meine Asse zu schützen und das Sehen der Turncard teuer zu machen. Der erste Spieler auf Platz acht foldete sofort, aber der junge Rumäne callte, ohne eine Sekunde zu zögern. Er drehte um und ich die beiden Asse.
               

 
                  

Jetzt war die Situation wie beim Coinflip (50 % zu 50 %), weil er 14 Outs hatte. Der Turn brachte eine und der River leider eine . So hatte er seinen Flush komplettiert und meine Asse waren wieder einmal vernichtet, wobei ich zugeben muss: In diesem Fall waren sie in dem Zeitpunkt des All-ins nicht Favorit. Trotzdem möchte ich betonen, dass es im Turnierpoker sehr wichtig ist, mit den Assen immer einen großen Pot aufzubauen – selbstverständlich mit der Absicht, zu gewinnen. Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt 4.000 mehr Chips als meine Gegner und so konnte ich, trotz Shortstacks, weiter im Turnier verbleiben. Nach 14 Stunden hartem Kampf, irgendwann nach drei Uhr in der Nacht, wurde das Turnier mit den letzten verbliebenen sechs Spielern gestoppt, um am nächsten Tag weiterzuspielen. Da waren wir dann pünktlich um 12 Uhr zu sechst am Tisch, und zwar mit folgender Chip- und Platzverteilung: 1) Doktor Eimen; 77.000, 2) Ivo Donev; 47.600, 3) Svetozar Bojkow; 164.400, 4) Martin Benjamin (studiert in Berlin); 111.100, 5) Dan Muraziu (Rumänien); 64.700, 6) Grudi Grudev; 51.500.

Die Preise: 1) €15.850, 2) €9.200, 3) €5.700, 4) €3.450, 5) €1.000, 6) Bubbleboy

Wir setzten das Spiel in Level zehn (Blinds: 600/1.200, Ante: 100) fort. Noch ein Beweis für die wunderbare Struktur ist, dass sogar noch am Finaltisch zu spüren war, dass ich als Shortstack nicht von den hohen Blinds unter sehr großen Druck gesetzt war und ich ein M (mit M bezeichnet man das Verhältnis des Stacks in Bezug zur aktuellen Gesamtsumme der Blinds und Antes) von beinahe 20 hatte (1.200 + 600 + 100 + 100 + 100 + 100 + 100 + 100 = 2.400).

Der Doktor (er ist wirklich Arzt für innere Medizin) auf Platz eins, ein Amateurspieler aus Varna, dachte, dass er von den ersten 40 Händen am Final Table 35 mitspielen könnte, und zwar meistens mit Limpen oder, wenn jemand raiste, mit einem braven Call. So schmolzen seine Chips nach nur einer Stunde wie Schnee im Frühling und er wurde der Unglücksrabe des Main Events, der sogenannte Bubbleboy. Nachdem alle verbliebenen fünf Spieler sich im Preisgeld befanden, wurde der Tisch allmählich aggressiver. Dan raiste UTG auf 4.000, ich, am Button, callte nur mit (!), SB Svetozar reraiste all-in, Dan callte sofort und meine waren offensichtlich "in trouble" und darum foldete ich, ohne es zu bereuen.

Showdown: Der Chipleader drehte um, aber der Initial Raiser zeigte . Wie es so oft passiert: Man sieht ein As auf dem Flop und so war Dan als Fünfter ausgeschieden. Langsam begannen die Preise interessanter zu werden, von den gesamten Chips waren 525.000 im Umlauf, ich hatte in diesem Moment 80.000, Benjamin 30.000 (klarer Shortstack ), Grudi 90.000 und der Rest war beim aggressiven Svetozar Bojkow links von mir (leider!), der klarer Chipleader war.  

Die Schlüsselhand – Level 11 – Blinds: 800/1600, Ante: 200: UTG Grudi foldete seine Karten, sodass eine seiner Karten unabsichtlich umgedreht wurde: . Ich, am Button mit , raiste auf 4.500, Svetozar callte nach kurzer Überlegung und Big Blind Benjamin foldete. Flop: , Zarko in erster Position schoss ohne zu zögern seinen Monsterstack (über 300.000) in die Mitte, jetzt hatte ich eine schwere Entscheidung zu treffen.
Was für Hände konnte er haben? Mit oder hätte er vor dem Flop gefoldet. Vor hatte ich keine Angst, weil der aggressive Svetozar höchstwahrscheinlich vor den Flop gereraist hätte. Die gefoldete Dame vom UTG-Spieler reduzierte die Chance, dass Svetozar zwei Paar Damen (z. B. ) getroffen hatte. Dieser hohe Overbet deutete auf eine Drawing-Hand hin, in diesem Fall war dies höchstwahrscheinlich ein Straßen-Draw wie oder .
Hier noch zwei wichtige Punkte, die ich berücksichtigen musste:

A) Wenn ich auf das Platzranking spekulierte, um mehr Geld zu gewinnen, musste ich folden. Der Grund dafür war, dass Benjamin fast dreimal weniger Chips als ich hatte und daher die Wahrscheinlichkeit, dass er vor mir ausschied, sehr hoch war.

B) Falls ich auf Sieg spielte – ich hatte ein Toppaar mit gutem Kicker, was im Shorthanded eine Monsterhand ist – musste ich klar callen.     

Nach langer Überlegung entschied ich mich für einen Call. Entweder war ich raus oder würde Second Chipleader …

 

Er sagte: „Nice call“ und drehte um, ich , also war ich nach dem Flop um die 72 % zu 28 % Favorit.

Flop: , Turn: (jetzt war ich mit 84 % zu 16 % Favorit) und der River () vollendete die Straße! So hat mich Svetozar als Vierten aus dem Turnier eliminiert und somit hatte er die klare Chipführung mit über 400.000. Es dauerte nicht lange und Svetozar Bojkov hatte das Turnier gewonnen!(  2) Grudi Grudev 3) Martin Benjamin) Herzliche Gratulation!

Abschließend möchte ich sagen, dass mir die Turniere hier trotz der relativ kleinen Beteiligung wegen der wunderbaren Struktur und der Urlaubsmöglichkeiten gut gefallen haben. Es waren auch mehrere Spieler aus Deutschland da, wie Alex Wagner (Berlin), Jerome Evans, Jan Collado, Alexander Huuk, Philipp Mohr (Bremen), Werner Kuttig mit Freundin Renate (Friedrichshafen ) usw.
                         

                        
                             

Einige der deutschen Teilnehmer, Werner und Renate beim Essen, Action im Casino International, Piano als Roulette und die räuberische Möwe

Hier ein paar interessante Fotos vom Goldstrand:
               

                      

                          
Auf der Restaurantterrasse im Grand Hotel International gibt es manchmal räuberische Vögel … Falls man das Essen unbeaufsichtigt lässt, dann besteht die Gefahr, dass alles von den zahlreichen Möwen aufgefressen wird!
                


              

             

Und zum Schluss: Wen hat Markus Golser da (am 22.09. in London) getroffen?                         

 

            
Euer Ivo Donev – The Chess Master 

PS: In meinem nächsten Beitrag werde ich über mein stärkstes Turnier in meiner bisherigen Pokerkarriere berichten – das £2650 (€3.400) -Buy-in-H.O.R.S.E.-Event bei der WSOPE in London (22. bis 25.09.2008), bei dem ich Vizeweltmeister geworden bin.

 

 

 

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