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/Jul/2009

WSOP 2009 - Das berühmte Main Event! (Teil 2)

Von: ivodonev @ 22:26 (CEST) / 10 / Kommentar ( 16 )

Willkommen bei der Fortsetzung zu meinen Erlebnissen und Erfahrungen bei der World Series of Poker 2009!

 

Das war mein Tisch am Tag 1 A

Auf Tag 2 war ich sehr optimistisch eingestellt. Zuerst hatte ich einige Tage Pause zwischen Tag 1A (3. Juli) und Tag 2 A (7. Juli), in dieser Zeit konnte ich mich gut erholen und vorbereiten.

 

Für manche Pokerspieler war es einfach zu kalt in der Wüste ...

Zuerst holte ich mir aus dem Internet Infos über meine Gegner. In verschiedenen Poker-Datenbanken entdeckte ich, dass der Spieler auf Platz 1, Robert McLaughlin, ein sehr erfahrener und auch erfolgreicher Turnierspieler ist, die Spieler auf Platz 2 und 3 jedoch unerfahrene Spieler ohne Pokerhistorie waren.

Hier mein Tisch an Tag 2A beim WSOP-Main-Event am 7. Juli 2009:

Mclaughlin, Robert; Washington DC;  65.675;         B6 1

Luc, Viry; Asnieres, France;              37.625;           B6 2

Rogers, Timothy: Great Falls, MT;   103.225;          B6 3

Carpenter, Scott; Fairfax Station, VA; 21.375;         B6 4

Donev, Ivo; Bregenz, Austria;              51.625;        B6 5

Ngo, Anh; Freseno, CA;                     36.225;        B6 6

Thomas, Guy; Worcestor, PA;              42.550;     B6 9

An meinem neuen Tisch war nur ein Bigstack anwesend und zum Glück saß er auf Platz 3, während ich Platz 5 belegte. So hatte ich Position auf ihn. Ich war am Anfang von Tag 2A sehr konzentriert und hatte in erster Linie meine Gegner im Auge, besonders den Bigstack. Darum konnte ich viele Infos sammeln, um mir ein richtiges Bild von meinen unbekannten neuen Gegnern erstellen zu können. Der Chipleader auf Platz 3 war sehr jung und sein Hobby war es, sehr oft zu limpen. Es stellte sich bald heraus, dass er ein Onlinequalifikant mit noch sehr wenig Pokererfahrung war. Hier ein krasses Beispiel: Unser Hero (Platz 3) limpte in Level 5 (250/500, Ante: 50) UTG und ich wollte mit ihm gern heads-up in Position spielen. Darum raiste ich auf 1.350. Leider war mein Plan auf Sand gebaut, weil ich in früher Position war. Es passierte das, was ich nicht wollte: Anstatt dass alle foldeten und ich im Heads-up mit dem Limper blieb, folgte eine Kanonade von großen Wetten. Zuerst fand mein linker Nachbar etwas Interessantes in seinen Karten und raiste weich auf 3.900, das war für den Cut-off-Spieler offensichtlich nicht genug und er brachte seinerseits um die 14.000 (!) in die Mitte. Der Chipleader – der Limper hat nicht für eine Sekunde mit der Wimper gezuckt – callte. Wow, wo war ich mit meinen Karten () gelandet?! Ich foldete sofort und war meinerseits zufrieden, dass ich den Limper mit einem Minimum geraist und dadurch meinen Verlust eingeschränkt hatte. Meine beiden gierigen Nachbarn gingen mit voller Wucht mit allen ihren Chips all-in (um die 30.000 bis 35.000). Jetzt war der Chipleader dran. Er überlegte kurz und war nun überzeugt davon, dass seine Hand nicht gut genug war. Er warf seine Karten offen weg mit dem Kommentar: „Heute habe ich nicht so viel Glück wie gestern“. Er hatte !!!! Natürlich hatten die beiden All-in-Spieler eine Superhand, nämlich und , aber der Fakt, dass der Onlinespieler ein Triple-Reraise (1.350/2.900/14.000 beim Big Blind von nur 500) mit so einer schwachen Hand bezahlte, hat allen am Tisch die Lichter ausgelöscht. Ab diesem Moment hatte niemand mehr Respekt vor diesem Spieler und es war kein Wunder, dass er bis zum Ende des Tages alle seine Chips verteilt hatte und in Level 9 nach Hause gehen konnte.

 

Ein enttäuschter Pokerspieler hat seine Schuhe nach einer negativen Pokersession vor dem Caesars Palace ganz nach oben gehängt

Hier ein klassischer Fehler (nicht aggressiv genug von mir gespielt!), den ich gemacht habe: Ein tricky Spieler in mittlerer Position raiste in Level 9 (500/1.000 + Ante von 100) auf 4.500 (!). Ich war, sofort nach ihm, mit im Spiel. Was sollte ich tun in dieser Situation? Die Hand war zu gut, um zu folden und zu schwach, um zu reraisen. Ich dachte, wenn er so hoch raiste (ein 4,5-faches des Big Blinds!), konnte er sofort den Pot gewinnen wollen. So hoch raist man normalerweise nicht mit einem großen Paar wie A A, K K oder Q Q, denn mit solchen Händen will man Action provozieren. Ich dachte, er hatte höchstwahrscheinlich A K oder A Q und callte ruhig, um den Flop in günstiger Position zu sehen. Alle anderen Spieler foldeten schnell. Wir sahen zu zweit den Flop (). Überraschenderweise checkte mein Gegner sofort. Was nun? Ich sollte eigentlich eine kräftige Wette so um die halbe Potgröße mit meinem Second Pair bringen, um klarzustellen, ob er ein As hatte oder nicht. Leider entschloss ich mich aus Sicherheitsgründen dazu abzuwarten, was am Turn passieren würde, wodurch mein Gegner bedauerlicherweise eine freie Karte bekommen konnte … Der Turn brachte eine Fünf, plötzlich wettete mein Gegner kräftig mit rund 8.000 und ich spürte große Gefahr. Enttäuscht foldete ich mein offen. Als Gegenleistung zeigte mein Gegner stolz seine Karten: für eine Straße.

Wow! Jetzt, nach dem Spiel, waren meine Fehler klar zu erkennen. Vor dem Flop und besonders nach dem Flop eine kräftige Wette, damit hätte ich meinerseits den Pot gewinnen können. Schließlich haben meine passive (leider durch Sicherheitsgründe bedingte) Spielweise und der dadurch entstandene freie Flop und Turn für meinen Gegner dazu geführt, dass ich mit gegen verlor. Ja klar, nach dem Spiel, wenn man den Flop und die Karten seines Gegner kennt, ist es natürlich leicht zu erkennen, wo man stärker hätte spielen können.

FAZIT: Während eines Pokerturniers entstehen viele Situationen wie z. B. was für Karten mein Gegner hat, was für ein Flop kommen kann usw. Das sind aber nur Vermutungen  und Wahrscheinlichkeiten. Je näher meine Vermutungen an der Wahrheit dran sind, desto besser sind meine Ergebnisse in solchen Situationen.

Trotz einiger Fehler schaffte ich es, Tag 2 mit einem Stack über Average (116.500) zu beenden. Optimistisch hoffte ich auf Tag 3 und auf einen besseren Lauf, weil ich von den acht gespielten WSOP-Turnieren siebenmal (!) Tag 2 erreicht hatte und sechsmal vor dem Geld ausgeschieden war. Nur beim NL Hold'em Triple Chance hatte ich die Geldränge (64. Platz für circa $7.000) erreicht.

FORTZETZUNG FOLGT.

 

Das ist Keith Lehr – einer sehr guter Pot-Limit-Hold'em-Spieler, der sogar ein Bracelet gewonnen hat. Er hat während der WSOP 2007 einen wahnsinnigen Cardprotector gehabt. Was könnte das wohl sein?

Euer Ivo-The Chess Master

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