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katjathater blog

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/Dez/2008

Karma im Nachthemd

Von: katjathater @ 19:11 (CET) / 9840 / Kommentar ( 128 )

Auf der Suche nach einer funktionierenden Internetverbindung mache ich mich, quasi noch im Nachthemd, auf den Weg in den Keller des Hilton Hotels, wo ab heute der erste Tag der EPT Prag stattfindet.

Kaum aus dem Fahrstuhl ausgestiegen kommt mir Hilda vom PS Staff entgegen:“Du bist ja schön pünktlich!“ Pünktlich? Hä?
Pressekonferenz mit lokalen Journalisten und TV-Stationen. Ich habe Glück. Mein Pyjama sitzt, ich habe ausversehen einen Hoody dabei und es tauchen keine ungewöhnlichen Themen auf. Wie man sich als Frau so fühlt im Männersport und die immer gern gestellte Frage, wie ich zum Pokern gekommen bin. Das geht sogar im Nachtgewand. Die Fernsehsender strahlen dann heute hoffentlich aus, dass man Pokern im Schlaf lernen kann. Na wenn das keine Message ist.

 

Schlaf hatte ich wahrlich wenig in den letzten Tagen, da Jan und ich am Freitag, direkt nach der Intellipoker Weihnachtsfeier, zum Nations Cup nach Bregenz gereist waren. Das Casino ist sehr einladend, das Poker-Management klasse und es gibt viele nette Gesichter die ich nur dort treffen kann.

Unsere Mannschaft mit Kapitän Michi Keiner, meinem Schatzi und der Luckbox war gut aufgestellt sehr entspannt. In den Vorrunden hatten wir uns prima geschlagen und anständig Punkte gesammelt. Das System ist allerding so, dass die Unterschiede für das Finale nur marginal sind und eigentlich nichts zu bedeuten haben. Ob man nun mit 5800 Chips (schwächste Mannschaft) startet oder mit 7500 (stärkstes Team) macht im Endeffekt ein paar Blinds oder 1-2 kleine gewonnene Pötte aus. Viel wichtiger sind die Vorrunden um Informationen über die Gegner und deren Strategie zu sammeln. Ich mach´s mal kurz: Im Finale kriegt die Luckbox die Chips als Favorit rein und verliert gegen runner-runner. Da nützen selbst die besten Informationen nix.

Schon als es zum Showdown kommt schauen Jan und ich uns an. Meine Augenbrauen gehen sorgevoll nach oben und mein Schatzi sagt noch zu mir: „Engel, das ist die Luckbox, nicht wir. 70/30 zu gewinnen schafft er locker.“ Wahrscheinlich hätte ich den Raum verlassen müssen um das Karma nicht zu gefährden. Allerdings war der Ausgang zu weit weg und der Dealer zu schnell. Er klatscht uns einfach ruck-zuck das Micro-Out um die Ohren und das wars.

So ähnlich ging es mir beim Bregenz Main Event am Samstag. Bei 200/400 Blinds und einem über Avarage liegenden Stack werde ich zu Jan an den Tisch gemoved. Die Begrüßung ist gleich warnend, dass sich ständig 2 Spieler in den Haaren liegen und sich die Chips um die Ohren hauen. Einer davon ist Jan und der andere sein direkter Sitznachbar zur Rechten. Beide haben viele Jetons und ich Gott sei Dank Position. Ich entschließe mich einzumischen, wenn es an der Zeit ist. Die kam dann schneller als gedacht.

Ich sitze mit meiner Lieblingshand 7-9 in Pik im BB, Jan im SB und der Spezi auf dem Button. Es gibt keine Action, der Button limpt ungewöhnlicher weise, Jan füllt den SB auf und ich checke. Zu dritt sehen wir in der Konstellation den Flop 5-6-8 rainbow. Jan checkt zu mir, ich wette einen Bet unter Pot-size, um dem Spezi eine Steilvorlage zu geben. Er antwortet plangemäß sofort mit einem 3-Bet auf 2.500. Jan wirft seine Karten in den Muck.  Ja, was mache ich jetzt in dieser Situation? Ich überlege noch mal genau die Umstände: Der Spezi ist aufgeheizt. Er kann/ will gegen mich speziell nicht passen. Dieses Phänomen ist mir ja bekannt. Ich habe aufgehört mich zu wundern mit was für Karten die Leute teilweise ihre Chips bei mir unterbringen müssen.

Ich könnte jetzt noch mal was rausquetschen, indem ich endweder nur calle, dann den Turn bette oder check- raise oder jetzt normal re-raise und dann auf dem Turn vor vorne all-in gehe. Er wird sowieso bezahlen. Dann denke ich mir aber, was soll der Scheiß und die ganzen Umwege, er zahlt auch so, ich sehe es ihm ja an.

 

Der Pot ist jetzt 3.700 und ich entschließe mich zur Abkürzung gleich mit 14.000 Chips oben rüberzugehen. Jetzt guckt er.
Na ja, er handelt wie bestellt und callt mit 5-6 off. Immerhin hat er diesmal mehr als Highcard. Turn T, River 5. Jetzt guck ich.

Lucky hat mir Nachhilfe in Karma angeboten. Step 1 (Gegner lesen) & Step 2 (Gegner manipulieren) klappen vorzüglich. Für Step 3 (Showdown-Nuts-müssen-halten) muss ich noch mal einen Workshop besuchen. Jan schafft es in diesem Turnier den Bubble-Boy zu machen. Coinflip – what else.

Turnier hin oder her, wir gehen lecker Essen und widmen uns dem eigentlichen Teil, dem Cashgame. Auf Sebastians Initiative hin machen wir einen 100/200 H.O.R.S.E. Tisch auf, der sofort Anklang findet. Die Besetzung muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Jens Voertmann (Bracelet im HORSE), Michi Keiner (Bracelet im Stud hi), Sebastian Ruthenberg (Bracelet im Stud hi/lo), Severin Walser (Finaltisch WSOP), Jan von Halle (Finaltische WSOP), Isaia Alessio (WSOP Finaltisch Stud hi/lo), Stefan Rapp (Sieger CAPT Velden), Andreas Krause (WSOP Stud hi/lo Runner-up) und ich hab auch noch ein Armbändchen in einer dieser Varianten anzubieten.

Die Warteliste ist komischerweise leer.

Morgen spiele ich EPT Prag Tag 1B. Mal sehen ob es sich lohnt das Nachthemd auszuziehen.

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