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minraise blog

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/Jun/2009

Alles zurück! Image pays off...not

Von: minraise @ 18:50 (CEST) / 5247 / Kommentar ( 26 )

...oder zumindest tut es das nicht, wenn man:

a) immer die zweitbeste Hand floppt

b) seine Hände maximal schlecht spielt

Heute kann man bestimmt mal wieder was lernen, wenn man aufmerksam hinguckt, denn auf die Hände, die ich Euch diese Woche erzähle, treffen a) und b) zu. 

Den Blogtitel musste ich übrigens meinem Kumpel Thomas versprechen, dem ich meine Hände von dieser Woche brühwarm im Skype direkt nach Las Vegas übermittelt habe. Während er mir schön davon erzählt, wie er im MGM Grand am Button mit limpend 3 Gegner auf dem Flop gleichzeitig stackt (den einen mit gelimptem , den anderen mit gelimptem und den letzten mit der anderen ), muss ich ihm gestehen, wie ich die drei schlechtesten Calls seit langem mache und damit ganze 5 Stacks auf einmal verbrenne - Und das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass ich die Wirkung meines Images bei den anderen Spielern falsch eingeschätzt bzw. in den betreffenden Situationen völlig den Bezug zur absoluten Handstärke verloren habe. Heute habe ich Lust, Euch die Hände mal wieder in der guten alten Schriftform zu erzählen. Wenn Euch die Replayer besser gefallen, dann schreibt mir doch einfach in den Comments, und dann gibt es die nächsten Hände wieder in dieser Form.

***

Wieder mal spielen wir 1/1 NL, und ich baue meinen ersten Stack auf knappe 150 BB aus. Ich eröffne dabei relativ loose, mache einige Preflop Bluffs mit , und erwarte also, dass mir jemand auf die Finger klatscht und mich anhält mal einen Gang herunter zu schalten. Dann finde ich endlich Queens in Early Position, und freue mich schon auf den Reraise aus Late Position. Die Stacks gehen natürlich rein, weil ich bei meinem Image Queens preflop nicht folden kann (naja, erhrlich gesagt, ich kann generell live einfach keine starken Hände a la - im Cashgame folden). Natürlich hat er Asse, und genau hier liegt der Knackpunkt. Die Gegner sind zwar eventuell angefressen von einem überaus aggressiven Spieler am Tisch, aber manche Spieler haben eine ganz fixe Palette von Händen, wenn ihre Stacks preflop in die Mitte wandern - denn welcher Spieler möchte, ohne einen Flop zu sehen, schon gern sein ganzes Geld reintun, wenn er nicht gerade Asse/Könige hält oder tiltet? Ich muss einfach mal lernen, zu folden.

***

Weiter geht es mit zwei extrem schlechten Calls gegen einen Kumpel am Tisch, mit dem ich mich einfach besser nicht anlegen sollte:

Gegen ihn habe ich schon so einige größere Pötte verloren in letzter Zeit, weil ich in Livegames zunehmend weniger gute Folds mache und mich zu oft in einen Call hineinrede - vor allem, wenn viele Aktionen wenig Sinn machen, außer mein Gegner hält die Nuts. Das ist immer so eine Sache im Poker, manchmal denkt man zu tief in eine Hand, wenn die Antwort auf die Frage Call or Fold offen auf dem Tisch liegt. Manche Spieler wählen bestimmte Betting Lines bzw. Patterns (also die wieviel und wie schnell bzw. wie sie setzen) nur mit den Nuts, und niemals als Bluff. Zudem kommt, dass in Livegames viel weniger Spieler gewillt sind, für gesamte Stacks zu bluffen, weil das Risiko gross erscheint, und die Blamage gross sein könnte, wenn der Bluff nicht funktioniert. Diese Aspekte habe ich an dem Tag einfach nicht beachtet, und so kann mein Kumpel sich nun von meinen gespendeten Stacks auch noch einen Flieger nach Vegas buchen . Den ersten schlechten Call mache ich wie folgt:

  • Mein Kumpel in UTG raist auf 4, 1 Caller, und ich reraise auf 18 mit am Button. Nachdem er callt und wir den Flop durchchecken, kommt der Turn . Er setzt von vorne 32, ich bezahle. Hier setze ich ihn auf hauptsächlich ein Ass und vielleicht ein paar Bluffs. Der River kommt . Den kann er in meinen Augen nicht haben, denn er setzt den Turn. Ausser er hält macht es sonst keinen Sinn, dass er den Turn anspielt, weil er mir auch ein geben muss, nachdem ich den Flop gecheckt habe ohne Treffer. Also kann er nur haben, wenn er All-In geht von vorne für 110. Ich überlege lange Zeit und rede mich in den Call, weil seine Line, ausser mit AJ oder einem Set, keinen Sinn macht. Tja, wie ich bereits sagte, manche Spieler machen manche Dinge eben nur mit den Nuts, und sie haben es dann auch immer. Ich hätte folden müssen.

Ich kaufe nochmal für 250 BB nach, und spiele noch ein wenig angeschlagen weiter - dann fasse ich den Entschluss, die Session zu beenden. Nun passiert aber folgendes, gerade als ich im Begriff bin zu gehen:

  • Selbiger Kumpel eröffnet nach einem Straddle und einem Re-Straddle auf 4 dahinter direkt auf 16. Effktive Stacks liegen nun also gerade mal bei 50 Big Blinds! Ich finde im Small Blind, und reraise auf 48, mit dem Plan, mich auf jedem Flop ohne Overcards zu committen. Er callt, und ich weiss ja, dass er alles gegen mich callt - sogar dominierte Hände wie . Daher bin ich sehr zuversichtlich. Der Flop kommt . Ein Flushdraw liegt, und die paired Jacks sind irgendwie in meinen Augen keine "Overcard", also fasse ich den Entschluss, klein zu betten, damit ich ihm die Möglichkeit gebe, mich zu bluffen oder semibluffen (mit einem Flushdraw z.B.) oder mit einer Hand wie All-In zu gehen (Dieses Play habe ich bei ihm schon ein paar mal auf paired Boards gesehen). Er geht nach meiner 35er Bet auch sofort All-In, und ich habe ein grummeliges Bauchgefühl, als ich die restlichen ~150 nachschiebe. Er zeigt . Der River ist noch eine in mein Gesicht lachende . Manchmal ist es einfach besser, entweder auf seinen Bauch zu hören, oder Hände wie Zehner ohne Position nicht so aggressiv zu spielen. Andererseits...viele andere Leute meinten zu mir, dass dies OK sei. Ich bin mir nicht ganz sicher.

Da ich mich aber vor Vegas noch nicht ganz geschlagen geben wollte, ging es gestern mit sojavstofu, dessen Blog ich Euch ja schon im letzten Eintrag verlinkt habe, nach Venlo und wir haben 2-2 gespielt. Leider kamen wir ein wenig zu spät an, die Tische werden immer um 8 eröffnet und somit verfällt der Platz auf der Warteliste, wenn man nicht pünktlich ist. Sascha hat, wie bereits angekündigt, seinen kleinen Cardprotector mitgebracht und direkt eingesetzt, um den ersten brennenden Gegner mit gegen auf einem high Board zu stacken, wie man sehr schön und plakativ in diesem Foto sehen kann [Anm. d. Autors: Das sind Insider Witze, zu deren Verständnis man sich am besten in sojavstofu's Blog einliest]. Die gelben Chips sind 100er, die blauen 10er und die grünen 2er.

  • Ich kaufe mich zunächst nur für 100 BB ein, eröffne direkt in meiner ersten Hand auf 12 und werde in 4 Spots gecallt. Der Flop kommt runter mit , ein Spieler setzt von vorn 22 an, 3 Folds, ich raise auf 68, er callt. Der Turn kommt mit der blank. Quads? Unwahrscheinlich. KQ? Maybe, aber das Risiko gehe ich ein. KT und KJ sind auch noch drin, sowie der Flushdraw, also geht mein Stack rein, ich werde sofort von gecallt und der Dealer rivert den Flush. Time to reload. In diesem Moment bin ich nun zwar schon wieder einen halben Vegas Flug im Minus, aber immerhin alles richitg gemacht. Ruhig nachkaufen, und weiter gehts.

Ich versuche mein ganz normales Spiel unbehelligt von diesem Beat aufrecht zu erhalten, und streue meine üblichen Late Position Raises ein, reraise einige loose Spieler hin und wieder mit starken Assen oder Broadway Händen, und gewinne den ein oder anderen kleineren Pot.

  • Dann eröffnet ein netter Israeli aus EP auf 12, drei Caller hinter ihm, und ich calle mit am Button aufgrund meiner guten Position, der guten Odds und der Ausbaufähigkeit meiner Hand. Der Spieler, der mich in der vorigen Hand stackte, reraist auf 32. Ein bisschen wenig bei dem ganzen Dead Money im Pot, und so kommt die Call Lawine hinter ihm ins rollen, und ich calle auch. Der Flop: . Jackpot. Ich bekomme meinen Stack gegen ein Set 3er in die Mitte und mein Flush hält, so dass ich nun meinen ersten verloren Stack zurückgewinnen kann und sogar noch einiges im Plus bin. Im weiteren Verlauf gewinne ich in vielen kleinen Pötten einiges an Chips, und habe fast gegen Ende der Session einen respektablen 550€ Stack aufgebaut. 

Hier noch ein Foto, dass Sascha bei meinem Showdown mit geflopptem Flush gemacht hat. Endlich kann ich mich nach 6 Stacks Minus wieder freuen :D.

  • Nun eröffnet der Israeli von vorn wieder auf 12, und ich calle am Cutoff mit . Wieder einmal reraist der Herr mit auf 32, das kannten wir ja alle schon, und sowohl der Eröffner wie auch ich zahlen nach. Ich sag noch lauthals spaßend: "Hat ja beim ersten Mal schon gut geklappt mit dem Flush floppen. Ohne Flop kein Geld, Poker ist ein Flop-Spiel." Und DSCHIIIING. Der Flop: . Der Herr buttert von vorne 100 in den Pot, ich raise für 100 mehr, und bekomme einen Call. Mein Flush hält, der nette Israeli weist mich noch freundlich darauf hin, dass ich ja diesmal sogar noch einen Straight Flush Draw hätte. Daraufhin muckt der Reraiser seine Hand angeekelt (ich vermute er hatte Asse oder Ass König).

Also ganz ehrlich. Mein Image hat mir sicherlich nicht geholfen, in dieser Casino Session habe ich einfach nur straightforward Poker gespielt und die Nuts gefloppt. Das hört sich einfach an, war es an diesem Abend auch - Ich konnte mit einem 750er Stack aufstehen. Mein Fazit für Vegas aus den bisherigen Live Sessions: Mit einfachem ABC Poker gewinnt man Geld. Mit Aggression und ein wenig gutem Timing gewinnt man zusätzlich kleine Pötte. Mit schlechten Calls verliert man (meist am River) viel Geld. Wenn ich also jetzt noch vermeide, mich in Zukunft in dumme Calls hineinzureden und die Dynamiken am Tisch falsch zu verstehen, dann könnte das ein profitabler Urlaub werden. Wünscht mir Glück...nee, lieber die richtige Einschätzungsgabe. Nächste Woche blogge ich schon von Vegas aus. Auch die Trainings werde ich von da aus weiter machen, also hört ihr mich hoffentlich live von dort aus. Bis dahin,

Euer

Flix

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