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minraise blog

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Der erste Post jedes neuen Monats wird von nun an meiner am 15. März 2010 gestarteten Challenge "Grinding up through the Micros" gewidmet sein. Wer nicht weiss, worum es geht, der kann die Rahmenbedingungen hier noch einmal nachlesen. Ich möchte Euch zusätzlich zu meinem User-Blog im Forum hier in monatlichen Wrap Ups auf dem Laufenden halten über den Stand der Bankroll.

Vor allem aber will ich somit eine Art monatliche, strategische Kolumne einrichten, in der ich die Grundlagen bzw Informationen mit Euch teile, die ich für meinen Aufstieg durch die verschiedenen Limits nutze. Mein User-Blog, die Grinding Up through the Micros Trainingseinheiten und die Inhalte dieser Kolumne in Kombination sollen somit quasi als Anleitung und Motivation für die 6-max NL begeisterten unter Euch dienen. Ich möchte Euch zeigen, wie man es mit ein wenig Arbeit schaffen kann, sich ausgehend von einer einmaligen $80 Investition durch die Limits nach oben zu grinden.  

Getting ready to grind FAQ

Bevor ich meine Resultate und strategischen Erkenntnisse für diese Woche poste, möchte ich noch ganz kurz auf die Formalitäten meines Einstiegs in den Grind eingehen. Viele User haben mir nämlich immer wieder dieselben Fragen bezüglich des "Drumherums" gestellt. Wie geht man an die ganze Sache nun heran?

Man hat $80 eingezahlt und möchte loslegen. Aber wie? Was gibt es zu beachten, wie sollte das Setup aussehen, welche Hilfsmittel sollte ich verwenden usw. usf.. Hier der FAQ:

Q: Welche Tracking Software benutzt Du?

  • A: Ich verwende Hold'Em Manager. Ich finde ihn angenehm im Handling, und er erlaubt, viele mögliche Filter zu setzen, um seine Datenbank nach eventuellen Leaks genauer zu durchforsten. Man benötigt allerdings nicht zwangsläufig eine Tracking Software. Sie erleichtert in den Microstakes lediglich die Tableselection! Ihr könnt also auch ohne Tracker loslegen.

Q: Welche Statistiken lässt Du Dir am Tisch anzeigen?
  • A: Ich lasse mir nur sehr wenige Werte am Tisch servieren. Einerseits ist die Gegnerschaft auf den Microlimits so vielzählig, dass man selten viele Hände von ein und demselben Gegner sammeln kann - und damit werden die Statistiken meist weniger aussagekräftig. Andererseits möchte ich mich nicht selbst zu sehr verwirren mit zu vielen oder sogar unnötigen Werten. Ein Wert ist erstmal nur ein Wert, und er soll lediglich ein Indikator für die Spielweise meines Gegners sein, damit ich ihn besser kategorisieren kann. Das dient nur der Tableselection, weniger der Findung richtiger Entscheidungen in einer Hand.

Erste Reihe:
  • Name des Spielers
  • Anzahl der Hände. Je mehr gesammelte Hände, desto aussagekräftiger die Statistiken.

Zweite Reihe:
  • VP$IP (Grün): Voluntarily put $ into pot. Der Durchschnitt gespielter Hände. Je höher der Wert, desto schwächer wird der Spieler in der Regel sein, weil er zu viele Hände spielt.
  • PFR (Rot): Preflop Raise. Der Durchschnitt aller geraisten Hände. Ein Indikator für die Preflop Aggressivität des Spielers.
  • AF (Rot): Aggression Factor. Indikator für die Postflop Aggressivität des Spielers. Werte unter 2 sind tendenziell passiver, Werte über 2 eher aggressiver.

Dritte Reihe:
  • Fold to Flop Continuation Bet. Je höher der Wert, umso besser kann ich gegen diesen Spieler am Flop bluffen. Beispielsweise kann ich gegen einen Spieler mit einem Wert über 66% jedes einzelne Mal eine Bet von 2/3 des Pottes machen und langfristig Profit erwirtschaften (selbst wenn er callt).
  • Fold to Turn Continaution Bet. Dasselbe für den Turn.
  • 3-Bet. Wie häufig reraist der Spieler vor dem Flop. Ein Wert unter 3% deutet darauf hin, dass dieser Spieler immer nur sehr starke Hände (TT+, AQ+) vor dem Flop reraist.
  • Steal. Wie häufig raist der Spieler aus typischen Steal Positionen (Cutoff, Button und Small Blind). Je höher der Wert, desto looser seine Handauswahl, d.h. umso besser kann man ggfs. mit marginaleren Händen gegen einen Raise verteidigen (aggressiv oder passiv).
Weitere Werte brauche ich in der Regel kaum, es sei denn ich habe sehr viele Hände von meinem Gegner gesammelt. In diesem Fall bietet Holdem Manager die Möglichkeit, ein Pop Up Menü aufzurufen, unter dem ich alle anderen Werte des Gegners einsehen kann. Wer mehr zum Thema Tracker und Statistiken lesen möchte, der soll hier in die Artikelserie clicken.

Q: Wieviele Tische spielst Du?
  • A: Wenn ich ein Limit neu in Angriff nehme, besonders bei Shots, mache ich maximal 4 Tische zur gleichen Zeit auf. Das Zurechtfinden mit den neuen Betgrößen, den neuen Gegnern und deren evtl. ungewohnten Spielweisen bedarf eines maximalen Focus. Sobald ich mich akklimatisiert habe, spiele ich zwischen 6 und 8 Tischen, aber niemals mehr als 8 Tische. Ich würde jedem empfehlen, immer nur eine Tischzahl zu spielen, die man auch komplett auf seinem Bildschirm überblicken kann (keine überlappenden, oder auch nur leicht verdeckten Tische). Man übersieht zu leicht Dinge, die auf einem anderen Tisch passieren (Dynamiken, Hände zwischen zwei Gegnern), und steht schnell unter Aktionsdruck. Der Blick sollte alle Tische gleichermaßen erfassen können. Meine optimierte Anordnung schaut über zwei Bildschirme wie folgt aus:

Q: Wie betreibst Du Table Selection?
  • A: Ich sortiere die Tische in der Pokerstars Lobby nach dem Wert "Players per Flop" (Plrs/Flop). Dieser Wert ist für gewöhnlich ein Indikator für schwache, passive Spielweisen und entspricht dem absoluten Beuteschema jedes 6-max Spielers. Viele Spieler möchten sich gern den Flop anschauen und sind zahlungswillig. Die Werte sollten so hoch wie möglich über dem 30er Bereich liegen. Auf den kleinsten Limits (NL2 und NL5) findet man im Schnitt sogar mehr als Genug Tische in den hohen 60ern bis 70ern! Ich setze mich entweder an die nächsten frei verfügbaren Plätze, oder setze mich auf eine Warteliste mit nicht mehr als einem wartenden Spieler.

Q: Wie suchst Du Dir den besten Platz am Tisch aus (Seat Selection)?
  • A: Spielschwache Gegner macht man sehr oft leicht an einem "krummen" Stack aus. Fullstacked Spieler, oder solche, die die Auto-Rebuy Funktion nutzen, sind in der Regel tighter und ein wenig geradliniger. Die besten Plätze an einem Tisch sind diejenigen mit Position auf einen schwachen Spieler (hoher VPIP oder krummer Stack) zur Rechten, und den tighten Spielern zur Linken. Man sollte auch vermeiden, sich an einen Tisch mit zu vielen Shortstacks (unter 50BB) zu setzen. Shortstacks sollten zudem immer zur Linken sitzen, damit man bessere Position auf schwache Spieler mit größeren Stacks hat. Das folgende Beispielbild illustriert die wichtigsten Aspekte zur Seat Selection: Die blau markierten Spieler haben kleinere Stacks und limpen in den Pot, beides Anzeichen von einer eher schwachen Spielweise. Wir wollen Position auf diese beiden Spieler haben, und nicht auf den tighten Fullstack:


 
  Q: Wann stehst du von einem Tisch auf?
  • A: Viele Spieler fragen mich, ob sie aufstehen sollten, sobald sie verdoppelt haben. Die Antwort sollte nein lauten, solange am Tisch genügend schwache Spieler sitzen, und so lange man einen guten Platz ausgewählt hat (s.o.). Ist der Platz nicht mehr optimal, weil neue, tightere Spieler oder Shortstacks an den Tisch gekommen sind, dann ist es dringend Zeit zum Aufstehen. Ein weiterer Grund könnte sein, dass man einen tiefen Stack aufgebaut hat, und einige andere, aggressivere oder stärkere Spieler mit tiefen Stacks einem das Leben schwer machen.
Q: Wie lange dauern deine Sessions?
  • A: Ich spiele eine einzelne Session niemals über länger als 2 Stunden, oder 1000 Hände (was zuerst kommt). Danach mache ich eine kurze Pause, um entweder zu essen oder andere Dinge zu erledigen und mich so komplett aus der Poker-Gedankenwelt abzulösen. Bevor ich eine neue Session starte, schaue ich im Tracker über alle großen Pötte, die ich verloren habe, und analysiere die betreffenden Hände.

Q: Wie machst du eine Post-Session Analyse?
  • A: Zunächst schaue ich durch alle Hände, die den Hauptverlust in der Session ausgemacht haben. Ich überprüfe diese auf Fehler meinerseits. Und wenn ich nicht selbst auf die Lösung komme, dann würde ich die kniffligsten Hände im NL Forum posten. Dort bekommst Du von den anderen Usern und von uns Trainern immer ein Feedback!
So, das waren erst einmal die wichtigsten Fragen, die Ihr mir im Forum, per PM oder im Training gestellt habt.

Resultate - 15. März bis 4. April

Ich konnte in nur 21 Tagen mein $80 Startkapital auf eine Bankroll von $246 ausbauen.

Ich habe NL2 und NL5 nun nach 22.000 gespielten Händen bereits hinter mir gelassen - beide Limits mit einem Gewinn von 20 Stacks. Ich bin gerade dabei, auf NL10 meine ersten Shot-Stacks einzusetzen. Wie das ganze mit dem Bankrollmanagement und den Shots genau ausschaut, könnt Ihr in diesem Artikel nachlesen.

Graph:



Erklärung:
Die rote Kurve bezeichnet die Gewinne ohne Showdown. Wie ich auch immer in meinen Trainingssessions für die Micro-Limits predige, erwirtschaftet man den größten Profit auf diesen Limits mit dem Gewinn über den Showdown und durch das Betten für Value. Keine großen Bluffs bestimmen mein Spiel, denn diese sind allein schon vom Betrag her recht unwirksam auf die Gegnerschaft. Der Profit kommt vom Setzen mit der besten Hand, und von schwachen Gegnern, die mit noch schwächeren Blättern zu weit gehen.

Ab nächsten Monat werde ich anfangen, die einzelnen Limits in dieser Kolumne im Detail auseinander zu nehmen. Anhand von Beispielhänden werde ich Euch ein paar wichtige Strategien für das jeweilige Limit und die spezifischen Gegner dort präsentieren.

Das "Grinding up through the Micros" Training

Am Donnerstag um 20:00 starte ich meine erste Trainingseinheit
im Rahmen dieser Challenge. Ihr könnt mir live beim Spielen an den NL2 6-max Tischen auf PokerStars zuschauen, und ich werde Euch Rede und Antwort stehen was die Strategien und Grundlagen der Challenge angeht. Zudem gibt es von mir einige Tipps, wie man NL2 am effektivsten und schnellsten "durchspielt".

Das war's erstmal von mir. Wenn Ihr Fragen, Anregungen, Feedback oder Kritik habt, meldet Euch doch einfach im User-Blog. Auch Lust bekommen aufs Grinden? Wenn Ihr ebenfalls Spaß am Bloggen habt und mir mit einer eigenen Challenge hinterher jagen wollt, so könnt Ihr Euch den anderen Usern anschliessen, z.B. in riodita's Blog oder in Egomanie's Blog.

Bis Donnerstag,
Euer Flix

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