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/Dez/2009

Gute Vorsätze

Von: minraise @ 23:35 (CET) / 5069 / Kommentar ( 16 )

Das musste noch kommen. Aber keine Bange. Nach Adventskalender und Weihnachtsmusik im 6-Max Training erwartet Euch jetzt nicht der obligatorische Jahresrückblick, sondern ein weiterer Teil aus der Reihe "Quitten". Teil 1 und Teil 2 gab es schon in der Vorweihnachtszeit. Mir war es in den vergangenen zwei Tagen und auch morgen am 5. Advent nach Wildschwein, Weihnachtsschokolade und Steak nicht möglich zu quitten. Also beschränke ich mich mit guten Vorsätzen für 2010 auf das Pokerspielen in einem weiteren Blog frei nach dem Wochenshow Motto "Die 10 eindeutigsten Signale, bei denen Sie eine Poker-Session beenden sollten.".

Kurz vorweg: Wenn die Dinge, die ich nun benenne, keinerlei Anflüge von Ärgernis, Wut oder Tilt in Dir hervor rufen, dann ist es noch nicht Zeit zu quitten. Vielleicht gehörst Du dann aber auch zum kleinen, elitären, mental eisenstarken Kreis von Winning Playern, die ihren Lebtag eine Session noch nicht gequitted haben bzw. quitten sollten, weil es sie ganz einfach Geld kosten würde. Die meisten von uns sind aber (noch allzu) menschlich, und reagieren damit öfter emotional, als ihnen lieb ist. Die folgende Checkliste von Situationen oder Ereignissen, die einen auf Tilt bringen, kann hier helfen zu entscheiden, ob es besser ist, die Session zu beenden.

10. Misclicks

Sie passieren. Immer und immer wieder. In Live Games eher seltener, ausser man hat mal wieder die $5 mit den $50 Chips verwechselt. Schlimm sind Misclicks dann, wenn man durch sie einen entscheidenden Pot verliert, den man sonst gewonnen hätte, oder schlimmer noch: wenn man mehr Geld reinstellt mit einer Hand, als man ursprünglich wollte. Verlorene, oder auch nicht gewonnene Pötte können Tilt hervorrufen. Mich persönlich tiltet es vor allem dann, wenn eigentlich doch noch alles danach aussieht, dass es glatt geht, aber irgendwo ein schlummerndes Monster aufwacht. Eine 0 zuviel reicht dann aus:

TIIIIIIILT.

9. Internet Connection, und "andere" Probleme

Das wichtige Turnier geht gerade in die heiße Phase. Die Blase meldet sich zu Wort (und damit ist nicht die Bubble gemeint). im Big Blind, Button eröffnet, das gibt eine $24 3-Bet. Tschakka. Die Netzwerk Zeitüberschreitung in den offenen Browser Fenstern deutet es aber schon an. Keine Verbindung. 2 Minuten später eingeloggt, Status Sitting Out mit $24 weniger im Stack.

TIIIIIIILT.

8. Zu viele/zu wenig Tische

Düdüdüdüt macht der PokerStars Client. Links, rechts, oben, unten, auf dem anderen Monitor. Man verliert einige kleine Pötte nacheinander, weil man entweder nicht rechtzeitig geclickt oder den falschen Click gemacht hat - die Zeit zur Entscheidungsfindung fehlt. Beim dicken Pot oben links ist die Timebank abgelaufen und die Hand schon gefoldet als man hinclickt. Schon wieder mehr Geld verloren oder weniger gewonnen als eigentlich nötig bzw. möglich. Weniger Tische will man aber auch nicht - man könnte ja was verpassen. Laufen ja gerade sooo viele Fische auf PokerStars herum. Jeden einzelnen will man erwischen. Klappt nicht.

TIIIIIIILT.

7. Die Gegner gewinnen sehen

Wie kann der so nur gewinnen? Wie kann der so nur für seine wilde Rumclickerei belohnt werden? Wieso macht er das nie, wenn er mit mir in der Hand ist und ich was starkes halte? Wieso laufen die Karten so perfect perfect hintereinander für ihn weg, wenn ich das Geld gegen ihn reinbekomme? Das Gefühl von Ungerechtigkeit beschleicht das eigene Denken. Gerechtigkeit kann man im Poker aber lange suchen und wird nicht fündig.

TIIIIIIILT.

6. Gewinnen verändert das Spiel

Die Session läuft super. Jede Hand hält, jeder Draw kommt. Der Dealer schiebt in Scharen die Pötte herüber. Das dicke Plus ist verführerisch. Na komm, spiel ich halt mal . Zur Not drück' ich den Typen einfach aus dem Pot, wenn ich nix treffe. Diese Gedanken beflügeln einen besonders in etwas langsameren Live Partien, in denen einen die Erfolgserlebnisse zu weiteren Taten drängen - die oft mals absolut unprofitabel sind.

Die anfänglich positive Form von...

TIIIIIIILT.

5. Das Deck ist gegen dich

Man glaubt natürlich als rationaler Mensch nicht an den "schlechten Lauf". Aber solche Phasen gibt es. Jede ist anders. Die eine länger, die anderre kürzer. Man erlebt immer wieder eine, die noch länger als die zuletzt bekannte sein wird. Kein Draw kommt an, nichtmal der 3463426-Outer, den ich am Flop mit maximaler Foldequity reingeschoben hab. Meine Gegner treffen jedes Out, auch wenn es noch so versteckt und in der kleinstmöglichen Unterzahl ist. Turn und River Karten sind jedesmal wie Regen auf der Parade.

Und weil's so schön war gleich nochmal...

TIIIIIIILT.

4. Cooler

In manchen Situationen muss ein Pokerspieler tun, was er tun muss. Ein Set wird nicht gefoldet. Könige vor dem Flop auch nicht. Da geht es mal wieder rein das gute Geld, und beim Call war es uns doch schon vor dem geistigen Auge klar:

Und dann auch noch so gespielt, dass man zumindest annehmen könnte, man sei vorne...

TIIIIIIILT.

3. Pötte verlieren, die größer als gewöhnlich sind

200 Big Blinds tief Yeah. Topset gefloppt, das rockt. Yeah rein in den 400 BB Pot  Uff...er hat 11 Outs...bitte bitte HOLD HOLD...

Das größte Problem dabei, psychologisch gesehen, ist dieses: Man verliert nicht einfach nur 200 Big Blinds, nein man hat ja auch 200 Big Blinds nicht gewonnen. Macht einen Unterschied von 400 Big Blinds in der Bankroll. Allein die Vorstellung dieser einschneidenden Differenz...

TIIIIIIILT.

2. Teile der Bankroll verlieren, die größer als gewöhnlich sind

Mit Einbußen in der Bankroll sind viele Emotionen verknüpft. Der Verlust von "hart erarbeitetem" Geld tut weh, denn man hat das ganze ja auch irgendwann mal unter Fleiß und Schweiß gewonnen. Die Enttäuschung, das nächste Limit doch nicht so früh wie eingeplant shotten zu können. Die Angst, auf ein bereits geschlagenes, niedrigeres Limit absteigen zu müssen. Letzten Endes natürlich die Angst: Noch zweimal so eine Session, und ich bin broke! Endzeit Stimmung.

TIIIIIIILT.

Das stärkste Warnsignal, welches einem das Ende der Session nahelegt ist aber:

1. Personal Vendetta

Der (reraist/suckt mich aus/bringt mich um den Pot) jetzt schon zum vierten Mal. Jetzt reicht's. Das schlimme an persönlichen Fehden am Tisch ist: Man rutscht in eine Fehlerzone ab. Diese Zone liegt jenseits des A-Games. Man trifft Entscheidungen nur noch aus einem emotionalen Grund: Man möchte diesem Typen da den Stack abnehmen. Gegen schwache, fischige Spieler will man öfter in eine Hand als gewöhnlich - das muss nicht unbedingt schlimm enden, sondern hat womöglich was positives. Besonders problematisch wird es aber, wenn das Subjekt, auf das sich der Zorn richtet, ein guter Spieler ist - der auch noch nicht tiltet. Man macht sich verwundbar für einen Spieler, von dem man normalerweise selten Geld bezieht und dem man auch selten Geld gibt. Der bekommt jetzt das beste von einem. Jeder hat ein Ego, und jeder möchte seinem Ego gutes tun. Schmeicheln tut man dem Ego, in dem man denjenigen besiegt, der einen herausfordert. Jeder Pokerspieler wird manchmal von seinem Ego getrieben, und von seinem Ego geschlagen. Das Ego rauszuhalten aus allem, oder aber das Spiel zu beenden, bevor das Ego einsteigt, ist die Kunst.

TIIIIIIILT.

Wem das zuviel übers Quitten ist und wer lieber loslegen will, der möge doch am Dienstag zum Vorglühen beim Pre-Silvester-Training kommen. Da lassen wir es zum Jahresende dann noch mal richtig krachen an den $25 NL 6-Max Tischen. Allen anderen wünsche ich vorab schon einmal einen guten Rutsch und tiltfreies 2010!

Euer Flix

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