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/Okt/2008

Hände aus dem 6 Max Training

Von: minraise @ 21:54 (CEST) / 6654 / Kommentar ( 65 )

Hallo Leute,

Heute melde ich mich mal, um hier im Blog nochmal eine diskussionswürdige Hand aus einer der Trainingssessions nachzubereiten, über die ich mir im Anschluss an die Sessions noch Gedanken gemacht habe. Ich denke, gerade das Nachdenken über Hände direkt nach einer Session macht sehr viel Sinn, und ich würde das grundsätzlich jedem empfehlen, der sich ein bisschen intensiver mit Shorthanded No Limit beschäftigen möchte. Man hat an den Tischen in der kurzen Spielzeit einer einzelnen Hand einfach viel zu wenig Zeit, über eine gegebene Situation, die Odds, die Handrange des Gegners etc. ausreichend nachzudenken, und ist eher gezwungen, intuitiv zu handeln. Um diese Intuition zu festigen sollte man sich dann anschliessend bemühen, denn viele Situationen wiederholen sich in ähnlicher Art und Weise immer wieder im Poker. Da ich leider die Hand Histories aus dem NL10 Training nicht mehr hab, legen wir also los mit der Nachbereitung des NL25 Trainings vom 12.10.08:

In der Session habe ich 165 Hände gespielt, dabei hatte ich einen VP$IP von 20 und einen PFR von 16. Diese Werte entstammen meinem Pokertracker, ich habe alle Trainingshände in diesen importieren lassen. Die Werte sagen aus, dass ich im Schnitt ein bisschen weniger als 1/4 aller ausgeteilten Hände spiele und, davon so gut wie alle mit einem Raise eröffne (man sollte die Zahlen in Prozent lesen). Man benötigt keine Software, um auf dein kleinen Limits, selbst bis NL100 ein Gewinner zu sein. Ab und an helfen einem diese Werte allerdings, seine Sessions zu analysieren. In diesem Fall habe ich, aufgrund der geringen Zahl der gespielten Hände,relativ loose gespielt. Im Schnitt solltet ihr mit den in den Artikeln und den Videos ausgeschriebenen Starting Hand Requirements einen VP$IP von 15 bis maximal 17 haben, ihr spielt also eine im Schnitt kleine Auswahl an guten Starthänden. Davon sollten ebenfalls fast alle mit einem Raise eröffnet werden (nur Hände wie kleine Paare callen wir ja in und out of position), der Wert sollte dann um die 12 bis 15 liegen. Ich habe die Session mit 21$ Plus beendet.

Kommen wir zu besagter interessanter Hand:

Top Two Pair am Flush Turn, wir haben den Nut Redraw und werden geraist. Was tun?

[replayer hand=102927 big,frame] 

Diese Hand ist sehr schwierig zu spielen allein aufgrund der Tatsache dass wir die ganez Zeit out of position sind. Wir haben einen schweren Stand, die Range unseres Gegners hier anständig abzuschätzen. Nachdem die Hand gespielt war, habe ich im Training gesagt, dass ich am Turn eventuell noch einmal reraisen sollte. Finden wir doch zusammen heraus, ob sich das lohnt.

Wir gehen davon aus, am Flop die beste Hand zu haben mit Top Pair Top Kicker. Am Turn kommt der Flush an, ebenso ist ein Gutshot mit angekommen, allerdings haben wir nun wiederrum alle schwächeren Two Pair geschlagen, da wir nun Top Two halten. Der Spieler raist uns in Position, aber der Betrag ist geringfügig: Im Pot liegen $17.85, wir müssen nur noch $5.50 nachlegen, was Pot Odds von mehr als 1:3 entspricht. Mit dem Nutflush Redraw und noch 4 weiteren Outs auf Top Full House, sowie der Möglichkeit, immernoch die beste Hand zu halten, sollten wir unserem Gegner eine mögliche Range geben und schauen, was der beste Move jetzt wäre:

Geben wir unserem Gegner die folgenden Hände, die uns aktuell geschlagen haben:

, , , ,  

so bleibt uns gerade einmal knapp 30% Equity. Mit den Pot Odds aber ein einfacher Call! Demnach ist es am besten, gegen diese tighte Range nur zu callen. Kings und Queens sind aber unwahrscheinliche Hände, genauso wie ein Set 6er, denn diese Hände hätte er womöglich eher am Flop geraist, und nicht am Turn als der Flush nun offen da liegt. Gegen seine Straight haben wir aber genug Outs und auch gute Pot Odds. Problematisch wird es aber, da wir kein weiteres Payoff am River mehr erwarten können, sollte ein 4tes Kreuz auftauchen oder sich das Board paaren.

Addieren wir in den Mix der Hände von oben noch die Hände, die wir geschlagen haben ( , , , , ) sowie ein paar Bluffs, kommen wir sogar auf  über 60% Equity. Demnach könnten wir sogar reraisen. Das Problem, das ich bei einem Reraise hier aber am Turn sehe ist:

Der Gegner wird bei dem offenkundigen Flushboard alle Hände folden, die wir sowieso geschlagen haben, und nur noch mit Händen callen oder pushen, die uns haben. Er wird ausserdem all seine Bluffs folden! Es ist in meinen Augen also hier ganz einfach profitabler, den Raise zu callen, und am River definitv zu check/callen, um so das Maximum aus seinen Bluffs und schlechteren Händen zu bekommen, und wenn das letzte Kreuz oder unsere Full House Outs ankommen sollten, die schlechtere Hand am River zu einem All-In zu bekommen (entweder mit einem All-In Bet out of Position wenn der Gegner passiv ist, oder mit einem check/raise All-In wenn er aggressiv ist).

Was also auf den ersten Blick schwach erschien, erscheint mir nun bei genauerer Analyse intuitiv genau die richtige Spielweise gewesen zu sein. Was meint Ihr zu der Hand?

Freue mich auf das nächste Training mit euch am Sonntag, und es werden sicherlich noch ein paar weitere Nachbereitungen folgen! Fragen zu anderen Händen könnt Ihr natürlich auch im Forum jederzeit stellen, oder direkt an mich per PM. Stehe für konstruktive Diskussionen immer zur Verfügung, denn davon profitiert nicht nur der fragende, sondern auch der antwortende. Das ist das schöne an Diskussionen zu Poker Händen.

Gruß, Flix

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