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/Jul/2009

Poker in der Pyramide (Minraise Vegas Recap 2)

Von: minraise @ 15:05 (CEST) / 6733 / Kommentar ( 68 )

Da ich in meinen 2 Wochen Vegas leider nur zweimal zum Schreiben gekommen bin, und ich eigentlich seitenweise Blog Stoff gesammelt hatte während meiner dortigen Cashgame Sessions, werde ich die interessanten Hände aus meinen Gedächtnis nun Teil für Teil im Blog aufarbeiten. Im ersten Teil waren das hauptsächlich Hände, die ich gewonnen habe bzw. bei denen es wenig interessante Punkte zu diskutieren gab.

***

Heute sind ein paar harte Nüsse, wie ich finde, dabei, und ich werde diese mal in einer etwas anderen Version erzählen: Vereinzelt werde ich bestimmte Informationen weglassen, wie z.B. meine Hand, oder die Hand des Gegners, oder aber eine bestimmte Aktion (z.B. ob ich oder mein Gegner letztendlich gecallt haben usw.). Das Spielchen haben Thomas und ich durchgängig auf unserem Vegas Trip so gehandhabt, weil es sich als äußerst produktiv herausgestellt hat. Man geht unvoreingenommener an Hände heran und kann diese damit vielleicht auch besser analysieren. Vielleicht gefällt es Euch ja, und ihr könnt vor allem mal wieder fleissiger die Kommentarfunktion nutzen, um Eure Ideen anzubringen :) - Auflösungen gibt es dann jeweils im nächsten Teil. Der jeweils erste richtige Tipp von jeder Hand gewinnt übrigens eine Stunde 6 Max Training bei mir :) Ein kurzes Beispiel (von Thomas erzählt):

  • $2/$5 NL im Bellagio, effektive Stacks $500. Sein Gegner raist preflop auf $20 aus dem Cutoff, Thomas callt mit einer unbekannten Hand . Der Flop kommt , Villain macht einen Contibet von $35, den Thomas auf $110 raist. Er wird gecallt und beide checken den blanken Turn. Am River kommt die , Villain setzt $100, Thomas raist auf $300 und Villain foldet offen sein Ass. Thomas fragt mich, worauf ich ihn setze, und ob ich den River mit einem Ass callen würde?

Ich sage Thomas direkt, dass ich ihn auf einen Flush setzen würde, da er womöglich mit einem Connector den Flop Flushdraw geraist und sich die Freecard am Turn genommen hat. Thomas erzählt mir dann, dass er pure Luft hielt ( ), und so hatte ich ihm quasi direkt bestätigt, dass sein Spielzug ein sehr gut getimeter Bluff war.

Meine heutigen Hände stammen allesamt aus dem Luxor, wo ich mich mit meiner Frau nur 3 Tage aufgehalten habe. Wir wollten das Luxor unbedingt antesten als alte Ägypten Fans, aber waren dann so enttäuscht, dass wir nach 3 Übernachtungen wieder auf das Mirage umgebucht haben. Im Luxor ist es ganz einfach düster, etwas ungemütlich, und uns gefiel nicht, dass man weiter weg von den Hauptbereichen des Strips ist. Das Foto vermittelt vielleicht ein wenig überdie Lichtverhältnisse und die Atmosphäre dort...ein richtiges Ägypten Feeling kam bei mir nicht auf. Naja, das nur am Rande. Los geht es mit der Poker Action.

An meinem ersten Pokerabend im Luxor kaufte ich mich im 1/2 Game zunächst für 100 Big Blinds ein, und testete die Gewässer ein wenig aus. Lustig war, dass ich erst nach 2 Stunden Spielen in einer Hand darauf aufmerksam wurde, dass es im Luxor einen Jackpot gab: Für geknackte Asse ($100) und für einen Straight oder Royal Flush (beide über $100) bzw. $500 für geknackte Quads. Mein erster Tisch bestand aus einigen kuriosen Gestalten: Zunächst sass mir gegenüber ein ziemlich Maniac, ein älterer Israeli, der jeden Pot raiste. Dahinter gab es eine Armee von passiven Limpern, und in der anderen Ecke sass ein wohlbeleibter Schwarzer, der jeden Raise callte und andauernd beteuerte, dass er mit verschiedenen Leuten am Tisch noch eine Rechnung aufhabe. Er war sehr nett und durchgehend zu Scherzen aufgelegt, also meinte das mit den offenen Rechnungen nicht böse, aber ich nenne ihn ab jetzt deshalb einfach Payback. Zu meiner Verwunderung foldet der Israeli aus Early Position in der Hand, in die ich am Tisch einsteige. Die Hand erwähne ich jetzt nicht, genausowenig die Hand meines Gegners - eure Tipps, welche Hand ich und mein Gegner haben könnt ihr in den Kommentaren abgeben.

  • $1/$2 NL Luxor, effektive Stacks $200. Wie erwähnt foldet der aggressive Israeli UTG, 3 Spieler limpen, und Payback limpt hinterher am Button. Der Small Blind füllt auf, und ich raise auf $20 mit . Alle folden zu Payback, der sagt "You want to start trouble with me too? I make it $80!". Ich überlege ein wenig, kratze mich am Kopf und frage: "What the heck do you want me to believe you have there, after limping behind 3 guys? If you have Aces, then so be it, but I bet we have a coinflip!" und shove meine $200 drüber, Payback callt. Er dreht seine Hand dabei aber nicht um. Das Board geht durch: , und ich drehe eigentlich schon etwas siegessicher meine Hand um. Nachdem der River liegt, dreht Payback seine Hand um und streicht meinen ersten Stack ein, während ich nur baff nachkaufen kann.

Den ersten Abend kann ich dennoch im Plus beenden, nachdem ich einmal mit Kings gegen Queens preflop meinen Stack gegen den Israeli reinbekomme, und später noch Asse gegen Buben. Interessanter wurde es dann am zweiten Abend. Ich sitze schon etwas länger am Tisch, der sich aber immer wieder umformiert, weil keiner der gebusteten Spieler sitzen bleibt und nachkauft. Um 10 Uhr Abends kommt dann ein recht junger, aggressiver und ambitionierter Ami an unseren Tisch rotiert, der bereits am anderen Tisch einen beeindruckenden Stack von ~1400$ aufgebaut hatte. Hier im Luxor ist es scheinbar normal, dass Spieler ihre Stacks behalten dürfen, wenn sie umgesetzt werden. Der Ami gibt auch an unserem Tisch Gas, und sammelt eine Menge Pötte ein. Mein Eindruck war, dass er schon verstand, was er da tat - viele der anderen Spieler schüttelten nur den Kopf über seine aggressive Spielweise und scherzten, er hätte sich sein Geld sicher irgendwie zusammen"geluckt". Mein Stack steht bei $400. Dann kommt eine interessante Hand zwischen mir und ihm, bei der ich mir selbst nicht ganz sicher war, ob mein Play langfristig Erfolg haben kann:

  • $1/$2 NL Luxor, effektive Stacks $400. Er raist im Cutoff auf $10 nach 1 Limper, ich calle am Button mit . Der Flop kommt runter mit . Der Ami setzt $20, ich calle. Zunächst einmal setze ich ihn auf any two cards. Er kann, wie mein Eindruck bisher war, mit so gut wie jeder Hand im Cutoff raisen und am Flop einen Continuation Bet machen - daher sehe ich mich zu großen Teilen mit meinem Pair vorne und calle. Sollte ich hinten liegen, habe ich immerhin Position und kann gegebenenfalls eine Freecard nehmen, oder ich treffe ein weiteres Kreuz (was meine Equity gegen ein Overpair oder Set verbessert) bzw mache Two Pair, und habe bei $400 Stacksize noch genügend Implied Odds (kann noch mehr Geld von ihm gewinnen).  Der Turn bringt die . Er setzt $30. Nun wird es brenzlig. Er kann locker am Flop mit einem Flushdraw gebettet haben und nun einen fertigen Flush haben. Er könnte aber genauso gut den Flush bluffen - das traue ich ihm zumindest zu. Oder aber er hält eine Hand wie oder bzw mit einem einfachen Spade, welches gerne ein weiteres Pik am River sehen würde. Da ich immernoch häufig vorne liegen könnte und sein Bet relativ günstig ist, bezahle ich. Der River ist nun "leider" das . Und er setzt nochmal $30. Jetzt stellt sich mir die Frage, mit welcher Hand setzt er so klein am Turn und dann so klein am River? Den Nutflush könnte er natürlich so spielen in der Hoffnung, dass ich ihm Auszahlung gebe mit einem kleinen Pik. Aber würde er mit den Nuts nicht trotzdem größer betten? Da war ich mir unsicher - umgekehrt sehen seine Bets ($30 auf Turn und River) sehr schwach aus, und er könnte ebenso Angst vor dem Flush haben. Meine einfache ist in jedem Fall nicht mehr gut hier, das ist mir klar - denn er könnte auch genauso gut eine kleine blockende Bet mit einem Ass machen. Also müsste ich meine Made Hand in einen Bluff verwandeln. Jetzt denke ich kurz nach, ob ich denn wohl den Nutflush repräsentieren könnte - Das Board ist auch gepaired, also könnte ich auch ein Full House haben. Ich entscheide mich dafür. und raise auf $110. Er schüttelte den Kopf, drehte einen herum und foldet.

Ein gutes Ergebnis, aber auch generell ein gutes Play? Mich würden in jedem Fall Eure Meinungen dazu interessieren - meine eigene Meinung, die sich nun erst in der Nachschau so entwickelt hat, werde ich dann im nächsten Blogeintrag posten. Bis dahin viel Spaß beim Rätseln und viel Erfolg an den Tischen,

Euer Flix

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