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/Jan/2009

Shot Taking, jetzt aber richtig! - Part III

Von: minraise @ 21:12 (CET) / 6261 / Kommentar ( 49 )

Versuchen wir, uns gar nicht erst in Umschweifen zu verlieren, sondern begeben uns in Medias Res. Wer den Verlauf des Shots bisher noch nicht verfolgt und ein bisschen Nachhol Bedarf an Strategischem Content hat, kann sich Teil 1 und Teil 2 noch einmal durchlesen. 

**

Unser Hero hat inzwischen ganze $374.95 in seinem Shot Unternehmen gewonnen. Nun ist also die $5000 Marke endlich überschritten, und wenn es weiterhin nicht allzu schlecht läuft, können wir es uns auf NL200 gemütlich machen.Dazu müssten aber auch ein paar Hände halten, bzw. ein paar weniger schwere Entscheidungen wären wünschenswert. Nicht so wie in der ersten Hand:

 [replayer hand=105548]

Der Gegner in dieser Hand spielt ca. 43% seiner Hände und ist überaus aggressiv. Außerdem liebt er es scheinbar, zum Showdown zu gehen. Immerhin hat er das in den letzten 30 Händen ganze 15 mal getan! Das heisst, gegen diesen Spieler möchte ich meine Hände nicht selbst für Value betten, sondern lasse ihn viel lieber das tun, was er am liebsten mag: Selber betten.

Wir raisen aus MP auf $7 und er zahlt im Button mit einem ca. 75BB grossen Stack ($141). Das Board sieht zwar auf den ersten Blick sicher aus für unser Overpair, aber man muss bedenken, dass es sehr sehr viele Hände gibt, die eine gute Equity gegen uns haben. Eine Hand wie hat z.B 32% und eine Hand wie liegt sogar 2% vorne gegen uns! Wir müssen unsere Hand also mit einem CBet schützen. Der Turn schreckt mich eigentlich nicht sonderlich ab, denn nachdem der Gegner zahlt, kann er nach wie vor eine breite Zahl von Händen halten. Eine Option wäre, hier weiter zu setzen, aber auch ein solcher Gegner wird nicht immer zwei Bets mit einem Draw zahlen. Selbst wenn, werden wir auf viele Riverkarten einen riesen Pot haben und vor einer schweren Entscheidung stehen, was zu tun ist. Viel schlimmer aber noch: Er könnte uns raisen, und wir müssten eventuell am Turn unseren Rest nachzahlen, nur um zu sehen, dass er vielleicht tatsächlich eine Hand mit einem hält (z.B. ). Ich entscheide mich also hier dafür, den sicheren Weg zu gehen, und aus seiner Aggression dabei noch ein bisschen Nutzen zu schöpfen. Check/Call mit dem Plan, auf einen weiteren Riverbet zu folden. Er könnte dies natürlich perfekt für einen grossen Bluff nutzen. Im Endeffekt wird er das aber sehr selten. Und wenn, was solls. Postflop haben wir nicht allzuviel investiert ($12 + $16), und es gibt sicherlich bessere Spots als mit einem Underpair auf einem King high Board. Der River ist nun extrem eklig. Ich denke, dass ich hier eine moderate Bet callen kann, aber sein All-In bedeutet nur eins: Weg mit der Hand. Sollte er einen dicken Bluff gestartet haben, Respekt. Aber das muss man sich nicht antun.

Weiter geht es also im Takt, und wir floppen bzw. turnen erneut eine schöne Hand:

[replayer hand=105549]

Nur was zu tun? Der Flop kommt relativ trocken herunter, daher setzen wir auch im Verhältnis zum Pot etwas weniger. Der Gegner hier ist mal wieder vom Typ Calling Station. Wichtig zu wissen ist, dass er auf die letzten 100 Hände extrem passiv gespielt hat. Da er nun am Turn in uns hinein bettet, könnte es bedeuten, dass er tatsächlich mit einem Gutshot ( ) eine Karte genommen hat. Warum wird er plötzlich so aktiv? Der erste Gedanke war der besagte. Bei genauerem Überlegen kam mir aber in den Sinn, dass er an dieser Stelle sehr gut eine Hand wie , , oder gar eine mit einem weiteren Diamond (oder ähnlichen Backdoor Draws) betten könnte, um sich günstig zum River durchzumogeln. Ich wurde mir bei genauerem Überlegen immer sicherer, dass er anscheinend irgendeine Form von Backdoor Draw aufgegabelt hatte. Also ein Raise. Wenn er Jack Ten hält, dann sei's drum. Er hat nicht mehr viel dahinter, und meine Hand ist zu stark um sie hier zu folden. Ich wähle das 3-fache seines Raises, um ihm noch die Möglichkeit zu geben, sich zu committen. Ich denke mit einem Backdoor Draw allein ohne Showdown Value foldet er gegen den All-In Push meinerseits alles bis auf ein Set oder eben Jack Ten. Der River bringt zwar einen der möglichen Backdoor Draws, aber bei Odds von mehr als 1:5 kann ich mich beim besten Willen nicht mehr folden sehen.

Inzwischen folgten noch ein paar erfreuliche Hände: Ich konnte mit Assen 150BB tief sogar preflop gegen Damen aufdoppeln, und ausserdem bescherte mir eine Hand, in der ich den Backdoor Nutflush gegen einen kleinen Backdoor Flush hielt, einen weiteren Stack. Leider importierte mein Hold Em Manager diese Hände nicht, und sie scheinen verloren, da ich die Stars Software zum Zeitpunkt komplett neu installiert hatte (denkt immer dran: Hand Historys speichern anclicken :) ) Ein etwas ungerades Ende nahm mein Shot dann mit dieser Hand:

[replayer hand=105550]

Da gibts kaum etwas zu schreiben. Gegen einen mittleren Stack und einen aggressiven Gegner (seine Aggression war über die letzten 200 Hände unermeßlich) auf einem extrem drawlastigen Board spielen wir oft entweder gegen ein mittelstarkes oder starkes Ass, einen Flushdraw, Combodraw, oder am unteren Ende leider auch ein Set oder die besseren Two Pair (was man dann einfach ein Setup oder Cooler nennen kann).

***

Der Shot verlief also extrem erfolgreich, und ich stehe momentan mit einer $5770 Bankroll recht zufrieden da. Im Gegensatz zum ersten NL100 Shot ein schönes Erfolgserlebnis, und eine kleine Beschleunigung im Bankroll Aufbau-Prozeß ist immer willkommen. Schön wenns funktioniert, denkt ihr euch bestimmt. Und so ist es auch! Bitte, Bitte, beachtet in der Nachschau: Hätte ich die 4 Shot Stacks verloren, hätte ich mich unverzüglich auf NL100 zurückbegeben mit 40 Stacks als Puffer ganz normal weitergespielt. Es ist immer ein Risiko vorhanden, dass der Shot schiefgeht. Lasst Euch nicht dazu hinreissen, nach einem misslungenen Shot auf Teufel komm raus auf dem höheren Limit zu bleiben um die Verluste "reinzuholen". Im schlimmsten Fall verliert man seine gesamte Bankroll, oder dezimiert sie dermaßen, dass man extrem weit zurückfällt. Der erneute Aufstieg ist dann wieder ein bekannter, harter Kampf.

Mit Teil 3 sehe ich den Shot nun also als beendet. Ich spiele zur Zeit regulär auf NL200, und in den nächsten Blogeinträgen werde ich das ganze ein bischen anders handhaben. Damit das Ganze nicht in eine Saga von Teil 4 bis Teil Drölfzig ausartet, werde ich in Zukunft im Wechsel mit neuen Geschichten aus dem Livepoker und Homegame Bereich ein paar Strategie Posts über ganz gezielte 6 Max NL Themen anhand von Handbeispielen bringen. Lasst euch überraschen. Bis nächste Woche an dieser Stelle, oder vielleicht sehen wir uns auch an den Tischen! :)

Schöne Grüße,

Flix

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