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minraise blog

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/Nov/2008

Thank you, Mr. Heitmann.

Von: minraise @ 13:10 (CET) / 8146 / Kommentar ( 111 )

Online Poker

Ich habe mich für die Teilnahme an der PokerStars World Blogger Championship of Online Poker angemeldet!

Alle Blogger können in diesem Online-Pokerturnier spielen.

Anmelde-Code: document.write(paramCode)881847

Als ich letztens im Blog der Amigos las, wie Jan Heitman von seinem schlimmsten Fehler“ erzählte, war es um meine innere Ruhe geschehen. Schlagartig erhöhte sich mein Pulsschlag und ich verspürte ein seltsam bedrückendes Gefühl, das langsam in mir hochkroch. Innerhalb von Sekunden war meine gute Laune dahin und ich fühlte mich mies.
Was war der Grund für diesen plötzlichen Stimmungswechsel? Und was hat Jan Heitmann damit zu tun? Ich erinnerte mich an einen Abend im Sommer dieses Jahres, den ich eigentlich schon erfolgreich verdrängt hatte.

Zusammen mit Felix und Arne war ich nach Vegas zur WSOP geflogen um ein bissel zu zocken. Nach wenigen Tagen war ich im Cashgame schon einige Stacks down und hatte schon mächtig Gewinnbrand.
An besagtem Abend lief es auch mal wieder sehr bescheiden. Als Arne und Felix zurück in unser Hotel wollten, weil am nächsten Tag ein WSOP-Turnier anstand, entschied ich mich noch ein weilchen zu bleiben.
Ich bestellte einige Flaschen Corona und spielte mich gegen diverse Callingstations wieder ins Plus. Als der Pokerroom im Mirage keine action mehr hergab, schlenderte ich über den Strip unserem Hotel entgegen.

Wer schon mal um 5 Uhr morgens in Vegas über den Strip gelaufen ist, wird wissen, dass in den frühen Mogenstunden der Mittelpunkt des Spieleruniversums am entspanntesten ist. Die sonst hoffnungslos überfüllten Straßen waren frei und die drückende Hitze war einem angenehmen Klima gewichen. Es war bis dahin ein guter Abend und ich wollte noch nicht ins Bett.

Ich besuchte also noch einen kleinen Cardroom. Die Atmosphäre dort würde ich mit ursprünglich beschreiben und die Gäste waren vorwiegend Einheimische, die entweder ihre Sucht befriedigten oder vor ihrem eigentlichen Job noch mal ihr Glück versuchen wollten. Das Spielniveau war schlecht bis sehr schlecht und ich fühlte mich dank der zahlreichen Coronas wie „Fill Hellmjüss“!
Was dann geschah sollte zum schlimmsten Moment in meinem Pokerleben werden.

Es gab nur einen Tisch. Gespielt wurde 1$/2$ NL Holdem und ich kaufte mich mit dem Maximum von 300$ ein. Ich spielte recht viele Hände und bluffte auch gelegentlich. Nachdem ich einen dicken Bluff gezeigt hatte und meinem Gegner noch einen lockeren Spruch mitgab, war der ganzen Tisch gegen mich. Dies ist zwar nicht meine Art, aber in diesem Moment interessierte mich das herzlich wenig. Seit einigen Sessions hatte ich nicht mehr gewonnen und es tat einfach gut auch mal den großen Hammer auszupacken.

Ein etwas fülliger junger Mann hatte bereits das Kunststück vollbracht mit Pocket Kings zwei mal nur zu limpen und nach einem Preflop-Raise noch mal zu erhöhen. Er hielt sich augenscheinlich für einen guten Spieler und wurde von den anderen Spielern für seine Limp-Raise-Action sehr bewundert.

Als mal wieder der ganze Tisch reinlimpt und ich auf dem Button Q Q finde, erhöhe ich auf 25$. Es wird bis zum vollschlanken Limp-Raiser gefoldet, der, wie sollte es auch anders sein, auf 65$ erhöht. Sein größter Bewunderer am Tisch callt und ich bin am Zug.

Ich war in diesem Moment aus irgendeinem Grund 100% davon überzeugt, dass er ein Monster wie AA oder KK nicht drei mal innerhalb einer Stunde limpraisen würde. Es machte für mich wohl absolut keinen Sinn, warum er seine guten Hände immer so verdächtig auffällig spielen sollte. Ich hielt es also für wahrscheinlicher, dass er diesen Move auch mal mit einer schlechten Hand machen würde, um die Früchte aus seinem Limp-Raise-Image zu ziehen. Die Tatsache, dass sein dazugelimpter Kumpel ebenfalls den limp-raise callte, bestätigte in diesem Moment eigentlich nur, dass hier wohl keiner wirklich Ahnung davon hatte, wie man gutes Poker spielt.

Machen wir´s kurz: Ich war ALL-In!
Was nun geschah, machte mir schon ein wenig Angst. Der Limp-Raiser brachte ohne lange nachzudenken meine 300$, was eigentlich nur bedeuten konnte, dass er K K oder A A hielt. Sein Kumpel wiederum überlegte kurz und teilte Allen am Tisch mit, dass er nun auch nicht mehr aussteigen könne. Er callte also auch.
Allerdings hatte er nur einen Stack von 200$ gehabt, sodass ein Sidepot über 200$ für mich und den Limp-Raiser gebildet wurde.

Der Flop brachte: 8 J Q
Und ich freute mich schon über den netten Pot.

Turn brachte eine harmlose 4

Der River kam mit einer T runter.

Was nun passierte, würde ich wiederum als meinen schlimmsten Fehler bezeichnen. Meine beiden Gegenspieler drehten zeitgleich ihre Karten um. Der Limp-Raiser hielt wie erwartet KK und sein Kumpel zeigte A K für die Nut-Straight.

Nun gingen meine Gefühle mit mir durch. Ich achtete zwar darauf, dass man mir meinen Ärger nicht ansah, aber innerlich kochte ich wie ein Vulkan. Die Mischung aus den zahlreichen Coronas und dieser Hand war einfach zu viel für mich.
Ich versuchte cool zu wirken und muckte meine Karten ohne sie zu zeigen. Genau genommen war an der Hand ja auch nichts besonderes, nur hätte ich sie eben gern gewonnen.

Als meine Karten in hohem Bogen dem Dealer entgegenfliegen kommt mir plötzlich wieder der Sidepot in den Sinn. Zu spät, die Hand ist tot. Da ich nicht zum ersten Mal an einem Pokertisch sitze, weiß ich das natürlich und mache deshalb auch keinen Aufstand. Ich sage einfach nur, dass ich keine Hand schlage und stehe auf. Alle fragen sich, welche Hand ich wohl gehabt haben könnte und ich stehe wohl als ziemlicher Idiot da, wenn ich auf einem T J Q- Board keine Pocket Kings schlagen kann.

Der Sidepot war mir egal. Was mich so unglaublich aufregte war die Tatsache, dass der Typ zum dritten Mal mit KK limpraise spielt und dann dank meines Blackouts auch noch den sidepot einstreicht. Ich hatte soeben die bessere Hand gemuckt. Peinlicher geht es wohl nicht.
Ich gehe ins Hotel und lege mich kommentarlos ins Bett. Scheinbar sieht man mir an, dass etwas Schlimmes passiert ist, denn Felix fragt sofort nach, als er mich durch die Tür kommen sieht. „Ich kann jetzt nicht drüber reden, warte bis morgen.“ antworte ich ihm und versinke in Scham.

Auch heute ist mir die ganze Sache noch sehr peinlich. Aber vermutlich bin ich nicht der Einzige mit solchen Erlebnissen. Das zeigt auch der letzte Beitrag von Jan Heitmann.
Fehler passieren, auch im Poker. Und manche Fehler sollten sich besser nie wiederholen.

Danke Jan Heitmann, dass du mich an diese schreckliche Nacht erinnerst hast und du auch Fehler machst! ;)

In diesem Sinne
Euer Thomas

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