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/Nov/2009

The Bellagio Experience I

Von: minraise @ 01:24 (CET) / 5915 / Kommentar ( 1 )

1 Stunde ICE Köln-Frankfurt, 4 Stunden am Frankfurter Flughafen, 12 Stunden Condor Flug, 20 Minuten Autofahrt im Mietwagen trennten uns gestern noch vom Bellagio. Heute sind wir hier, wieder in Vegas, und heiss auf den Grind. Dieser Blog wird von nun an für die nächsten Wochen dazu dienen, genau wie im Sommer meinen erneuten Trip und alle mit ihm verbundenen Live Poker Erfahrungen zu dokumentieren. Wer also Lust an Live Händen und dem Vegas Drumherum hat, der ist hier genau richtig.

Die erste Adresse, die wir hier in Vegas angesteuert haben, war Wholefoods - ein Markt mit Bio Food - um uns einzudecken mit Getränken und Snacks. Dort gibt es eine lange Food Theke mit Essen jeder nur erdenklichen Art, sowohl for here als auch to go. In jedem Fall ein Besuch wert, und wie ich sogar selbst an den Tischen gehört habe, erfreut sich das Wholefoods Konzept wachsender Beliebtheit. In typischer USA Manier habe ich mir ein paar Wasser Kanister zugelegt, dokumentiert auf einem der folgenden Fotos, die ich mal gemacht habe, weil ich irgendwie finde, dass mein Blog einfach mehr Fotos vertragen könnte. Gibt vielleicht auch ein bisschen besser einen Gesamteindruck wieder, den ich hier mitnehme. Wem das gefällt (oder auch nicht), kann sich gern in den Kommentaren melden.

  • Unser Mietauto, kurz nachdem wir fast Phil Laak umgefahren hatten, der uns telefonierend im Bellagio Parkhaus vor die Motorhaube gerannt ist
  • First Stop Wholefoods - Die Parkplätze sind in den USA ja immer so gross wie anderswo ganze Stadtteile
  • Wasserkanister - Auch der Magen muss immer schön geölt werden
  • Die Herbst-Deko im Empfangsbereich - Abends wird es zwar schon um 5 Uhr dunkel, aber warm ist es hier immernoch
So, genug Vorgeplänkel, ihr wollt die knallharten Pokerfacts, also kommen die auch jetzt. Unsere ersten Session konnten wir zwar gestern schon trotz Übermüdung und Jetlag absolvieren, aber lediglich Sascha ging positiv aus der Geschichte raus. Es ist in jedem Fall mehr als angenehm, wenn man aus dem Zimmer geht, in den Aufzug steigt, runter fährt und einfach nur im um die Ecke im Pokerraum eincheckt. Unten angekommen entdecken wir auch direkt den Gefallenen am $1/$2er Tisch mit einem Turm von Chips. Der Rauch seines Brandes stand ihm dennoch schon über den Kopf geschrieben. Wir bekamen recht zügig Plätze in unterschiedlichen $2/$5 NL Games, und los ging es, an den hier braunen Filz

Sascha kommt kurz an meinem Tisch vorbeigelaufen, während ich in meine Karten schaue, und versucht mir irgendwie mitzuteilen, dass der Limper aus UTG ein guter Regular im Bellagio ist. Er faselt die ganze Zeit etwas von einem Typen mit eine Fischermütze. Da mir der Dealer aber direkt zur Rechten sitzt, kann ich einige meiner Gegner kaum erkennen. Also ignoriere ich Sascha einfach, und spiele meine erste Hand:

  • UTG limpt ein etwas älterer Herr mit einem $350 Stack, ich raise mit am Button auf $20, und er zahlt alleine nach . Wir sind Heads Up am Flop: . Er checkt zu mir, ich contibette $25, er callt sehr zügig. So ganz ohne Reads kann ich ihn auf keine spezielle Hand setzen - er könnte hier von Set über Ass, Queen oder Flushdraw alles halten. Der Turn bringt die , und er checkt erneut. Ich feuere $65 mit meinem Gutshot + Nutflushdraw, um einen Pot zu bauen und ihn eventuell dazu zu bewegen, ein schwaches Ass oder eine Queen wegzulegen. Zudem ist mein Nutflushdraw so offenkundig, dass es wohl kaum Payoff geben würde, wenn das vierte Diamond eintrifft.  Er fummelt lange Zeit mit seinen Chips herum, und zahlt dann letztendlich. Für mich sah es im ersten Moment auch so aus, als würde er raisen wollen, also musste er recht stark sein. Der River ist die , eine absolute Blank, und nun setzt er von vorne $120. Unerfreulich, dass ich meine Hand nicht gemacht habe, aber erfreulich, dass er mich nicht noch einmal bluffen lässt (denn das hätte ich zu 100% getan, weil ich ihm nur so glaubhaft einen Flush verkaufen kann).

Nachdem ich dann recht aktiv werde, bekomme ich aber dennoch weder für Aces noch für ein geflopptes Set Payoff, obwohl ich beide Male mehrere Gegner habe und den Flop nur relativ klein anspiele. Ich schaue mir mehr als genug Flops an und verliere dabei nochmal sicher 1/5 meines Stacks, ohne je eine Hand zu machen oder einen guten Spot zu erwischen. Irgendwann setzt sich der Spieler aus meiner ersten Hand um, und nimmt links neben mir Platz. Ich wollte schon laut sagen: "Ah, you want Position on the fish right?", habs mir aber verkniffen. Dann schaue ich mir den Typen etwas genauer an. Er hat eine Fischermütze auf. Aaah, jetzt geht ein Lichtlein auf. Er sitzt nach wie vor nur mit ~$350 am Tisch, ist in viele Pötte verwickelt und macht gut Musik - allerdings mit noch ausbleibendem Erfolg. Später unterhalte ich mich mit Christopher über die "Regs" im Bellagio, und er meint auch, dass sich viele von denen immer mit komischen Beträgen einkaufen, weil sie nicht tiefer spielen wollen bzw. oft nach einem Verdoppler auch aufstehen. Kurz vordem geplanten Ende meiner Session setzt sich dann ein ziemlich aggressiver Italiener an unseren Tisch, der ca. jede zweite Hand raist. Da mir bisher am Tisch jegliches Payoff für meine guten Hände untersagt blieb, versuchte ich es auf kreativere Weisen gegen diesen Spieler:

  • Im Big Blind finde ich bei $600 effektiven Stacks . Am Button raist der Italiener nach Folds von allen anderen auf $35, ich calle trotz schlechter Position nur, da einerseits sein Raise ungewöhnlich hoch ist, und er andererseits Position auf mich hat bei soliden Stacks - ein klarer Vorteil für ihn. Der Flop kommt . Nicht der schlechteste Flop, aber auch nicht leicht zu spielen. Ich lasse mich von meiner Intuition leiten, und check/calle den $40 Contibet meines Gegners. Da er sowohl pre- als auch postflop dazu in der Lage ist, mit vielen Händen sehr aggressiv umzugehen, möchte ich am Flop keinen Pot mit meinem recht schwachen Draw eskalieren. Der Turn bringt das , und ich checke, da ich davon ausgehe, dass er diese Karte zu 99% betten wird. Er checkt allerdings hinterher, und ich valuebette am River auf die noch einmal $65 in den ~$155 Pot. Er geht sehr lange in den Tank und foldet dann. Meine Bet fiel so klein aus, weil er mir in meinen Augen kein Ass geben und so mit allen Händen bzw. Queens, Kings callen konnte. Zudem blieb ihm bei der Stacktiefe ja auch noch die mögliche Option, als Buff zu raisen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ein Check hier mehr abgeworfen bzw. besser einen Bluff induziert hätte.

Nach 3 Stunden und, wie man sieht eigentlich recht unspektakulären Händen, beendete ich meine Session, weil mir fast die Augen zu fielen. Neben unseren Tischen spielten übrigens den ganzen Abend über Doyle Brunson, Gus Hansen, Eli Elezra, David Benyamine und ein paar andere degenerierte Highstakes Gambler ein Mixed Game. Chinese Poker war wohl auch an der Tagesordnung, und da dieses Spiel ja unter den Europäern extrem beliebt ist, wurde ich auch promt am Tisch danach gefragt, wie denn das Spiel funktionierte. Mein Tischnachbar meinte nur "Just plain and sick gambling". So, damit verabschiede ich mich für Part I, und begebe mich nun direkt wieder an den Filz. Später wollen wir noch die Games im Caesar's und Mirage abklopfen. Vom Caesar's erhoffen sich die andern beiden, dass sie dort PLO500 spielen können. Wer weiss, ob sie mich mitreissen können.

Weitere Updates gibt es übrigens immer wieder hier in meinem User Blog, oder wöchentlich in der Zusammenfassung hier im Minraise Blog. Macht's gut, viel Glück an den Tischen,

Euer Flix

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