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minraise blog

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/Jan/2010

The Joy of Folding I

Von: minraise @ 09:10 (CET) / 5659 / Kommentar ( 7 )

Kennt Ihr das Gefühl? Ihr schaut unter Eure Karten und seht eine Hand, und bevor Ihr überhaupt die Chips in den Pot geworfen habt, um den Flop zu sehen, wisst Ihr schon, dass es jetzt gleich kracht und Ihr noch mehr Geld verbraten werdet. Oder anders: Ihr spielt gegen jemand ganz bestimmtes, der setzt oder raist irgendwo unterwegs an einer Stelle der Hand, bei der Ihr haargenau wisst: Der Typ blufft hier einfach niemals. Ich habe mir für solcherlei Probleme da etwas überlegt, was nicht nur meiner Winrate bzw. meinem Geldbeutel gut tut, sondern auch das Ego streichelt. Den Spaß am Folden wiederfinden. Denn die einzige Waffe, die wir in den gerade beschriebenen Situationen haben, ist ein Fold- still und würdevoll in den Muck geschoben, die Karten, oder von mir aus auch mit einem lauten Fluchen.

Warum nicht einfach Folden und den anderen dabei zuschaun, wie sie sich die Stacks um die Ohren hauen? Warum nicht einfach stiller Beobachter und heimlicher Enthusiast über den tollen Fold gerade werden? Wenn die Hand gespielt, das Board gedealt und die Stacks links und rechts verblasen sind, dann kann man in Selbstzufriedenheit aufgehen, sich zurücklehnen und sich selbst auf die Schulter klopfen: "Haste gut gefoldet."

The Joy of Folding Preflop

Gestern abend hatte ich zunächst eine Stunde mit einem von meinen privaten Poker Schülern, und wollte danach eine Runde live Poker spielen gehen. Während der Coaching Session ereignete sich folgender Spot:


 

Meine rigorose Antwort auf die Frage: "Call, Fold, Reraise?" war ein klares "Weg damit." Warum? Wir hätten hier zwar die Action abgeschlossen und hätten uns einen Flop für solide Pot Odds ansehen können, aber mal ganz ehrlich: Was wollen wir denn floppen, und vor allem gegen wen? Der UTG Spieler eröffnet in der Regel eine recht tighte Range an Händen, und bei denen sind eben häufig gerade die Hände dabei, die uns ganz schlimm dominieren: bis und bzw. . Zudem sind einige von den typischen Setminern unterwegs, die einfach warten, bis sie die Bombe mit einem Set am Flop platzen lassen können. Wir sind auch noch die ganze Hand über ohne Position, und auch wenn wir gute relative Position zum Preflop Raiser haben (wer sich fragt, was relative Position ist, der lese hier weiter), können wir hier oft keinen Blumentopf gewinnen. Viel eher verlieren im Prozess, den Showdown möglichst günstig mit allen Top Pairs oder , die wir so floppen können, mehr Geld als uns lieb ist - oder lassen uns womöglich noch von denen herunterbluffen.

Warum also nicht einfach den ganzen Trouble schon an der Wurzel meiden und preflop folden? Das kann auch Spaß machen! Anschaulicherweise passierte in der Hand da oben, die ich für den Blog leider nur preflop rekonstruieren konnte, folgendes: Der UTG Raiser machte einen Continuation Bet auf einem Flop, wurde geraist, und letztenendes ging das Geld mit gegen in die Mitte. Warum nicht einfach Gefallen daran finden, genau einer solchen Situation entgangen zu sein, ohne überhaupt nur einen Chip mehr als den Big Blind in der Mitte gehabt zu haben?

The Joy of Folding the Flop

Es gab eine Hand aus einer Bellagio $2/$5 Partie, mit der ich eigentlich nicht so ganz im Reinen bin. Sie ist gut ausgegangen, aber das war auch recht "glücklich" würde ich meinen, weil meine Kontrahentin ausnahmsweise mit dem aller aller untersten Ende Ihrer Value-Raising Range aufgewacht ist:

  • Effektive Stacks bei über $800. UTG, ein fischiger, looser Typ, der immer gern alle 5 Gemeinschaftskarten auch für größere Beträge sieht, limpt in den Pot. Unser Hero versucht den Limper gezielt durch ein Raise auf $30 mit zu isolieren, alle folden zu einer tighten. älteren Lady im SB, die recht schnell callt. Der Limper callt ebenfalls nach. Im Pot liegen also an die $95. Der Flop kommt . Beide Spieler checken zu Hero, der macht seinen gewöhnlichen Satz in Höhe von $65. Die Lady check/raist nun auf $180, der Limper foldet, und Hero möchte seine Karten einfach so schnell wie möglich in den Muck schieben. Da Euer Hero zum besagten Zeitpunkt aber einfach noch keine große Freude am Folden finden kann, muss er natürlich noch mehr Chips verbrennen und bezahlt den Raise. Er sagt sich ganz einfach: Die Lady kann ja auch einen Draw check/raisen. Oder , , ...nee Moment mal...die Frauen, die sich im Bellagio, und in anderen Pokerräumen in Vegas an den Pokertischen die Zeit vertreiben, tun das in der Regel mit gnademlosem Folden. Auch wenn das Exemplar, gegen das ich in dieser Hand spielte, sich viele Flops anschaute, für Ihren Postflop Spielplan benötigte sie immer mindestens Top Pair Top Kicker, um weiter zu spielen. Also was konnte ich im besten Fall erwarten mit meinem Call? Dass wir mit splitten? So war es letztendlich auch...ich hatte Glück: Sie checkte die Turn zu mir, setzte nochmal $80 auf dem River, die ich rasch bezahlte, um mir anzuschauen...Top Pair + Nutflushdraw am Flop.

Die Frau hatte bei mir also nach einem Freeroll auf meine Kosten gefragt, und ich habe bereitwillig ja gesagt, weil ich einfach keinen Spaß am Folden finden konnte. Glücklich war ich, da dass wohl wirklich einfach das unterste Ende der Range von starken Händen war, mit denen sie mich am Flop check/raisen würde. Gegen die anderen Granaten wie Sets und Two Pair wäre ich oft schon Toast gewesen. Hätte ich einfach da schon den Spaß am Folden gehabt...

Nächste Woche geht es weiter mit The Joy of Folding II, oder: Wie bzw. gegen wen man Spaß daran finden kann, seine Mülltonne noch rechtzeitig am Vorabend der Abfuhr auf Turn oder River ordnungsgemäß vor die Tür zu stellen. Einfach mal lächeln und zu sich selbst sagen: "Was ein schöner Fold!"

Bis dahin
Euer Flix

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